Natürliche Düngung im Gemüsegarten: So kombinierst du Kompost, Horndünger und Jauche
- Kompost ist die Grundgabe im Gemüsebeet: höchstens 3 l je m² im Frühjahr, flach eingearbeitet.
- Diese Kompostgabe deckt Phosphat und weitgehend Kalium, liefert aber nicht automatisch genug Stickstoff.
- Horndünger enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff und kaum Phosphor oder Kalium.
- Hornmehl wird in etwa 6 Wochen umgesetzt, grobe Hornspäne brauchen mehrere Monate.
- Fertig vergorene Pflanzenjauche verdünnst du zum Gießen an die Wurzeln im Verhältnis 1:10.
- Holzasche gehört weder aufs Beet noch auf den Kompost, sondern abgekühlt in den Hausmüll.

Kompost, Hornspäne und Brennnesseljauche gelten als sanfte Dünger, und weil sie so gelten, landet davon leicht mehr im Gemüsebeet als nötig. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten. Eine Kompostgabe allein liefert dagegen nicht automatisch genug verfügbaren Stickstoff. Ich plane meine Beete deshalb in drei Schritten: Kompost als Grundgabe, Stickstoff nach Bedarf, Pflanzenjauche als Ergänzung.
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material. Ihre Nährstoffe sind organisch gebunden und müssen erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Feuchtwarmes Wetter verstärkt diese Freisetzung, während Frost, Trockenheit und Staunässe sie bremsen. Warum sich organische Düngung im ganzen Garten lohnt und wie die Umstellung gelingt, liest du in einem eigenen Ratgeber. Wie Boden, Kompost, Mulch und Gründüngung grundsätzlich zusammenspielen, erklären die Grundlagen zu Nährstoffen, Boden und Kompost.
Was solltest du vor dem Düngen über deinen Boden wissen?
Eine Bodenuntersuchung zeigt, welche Nährstoffvorräte pflanzenverfügbar sind, und bei VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). E kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend entfallen. Den Stickstoff erfasst die Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH-Wert nicht, dafür muss ein Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen. gesondert bestimmt werden. Wie du den Boden beprobst, lockerst und Humus aufbaust, zeigt der Ratgeber zur Bodenpflege im Gemüsegarten.
Bodenorganismen leben von dem, was du zurückgibst: Kompost, Grünschnitt und Erntereste versorgen sie mit organischer Substanz und halten Nährstoffe im Gartenkreislauf. In einem vierjährigen biologischen Feldversuch brachte eine Zugabe Effektiver Mikroorganismen keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Mit welchen Mitteln du den Gemüseboden dauerhaft verbesserst, behandelt ein eigener Ratgeber.
Wie viel Kompost braucht das Gemüsebeet?
Im Gemüsebeet dient Kompost als Grundversorgung, und zwar mit höchstens 3 l je m² im Frühjahr. Ich verteile ihn, sobald keine Erde mehr an den Geräten haftet, und arbeite ihn nur flach ein. Tiefer im Boden können bei Sauerstoffmangel pflanzenschädigende Fäulnisprodukte entstehen. Zeigt die Bodenprobe stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumgehalte, schränkst du die Kompostzufuhr ein.
Diese Grundgabe deckt den Phosphatbedarf und weitgehend den Kaliumbedarf. Ausreichend verfügbaren Stickstoff liefert sie aber nicht automatisch, denn die Gesamtgehalte im Kompost sind nicht dasselbe wie sofort verfügbare Nährstoffe.
Kompost kann außerdem einer Bodenversauerung entgegenwirken und den pH-Wert anheben. Liegt der pH-Wert schon über dem Zielbereich für Boden und Kultur, kommt deshalb kein Kompost aufs Beet. Zugleich können regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² jährlich im Hausgarten genug Kalzium nachliefern, deshalb kalke ich nur nach Bodenbefund.
Frischen Kompost gebe ich nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Ob Kompost reif ist, zeigt ein KressetestDer Kressetest zeigt dir, ob dein Kompost reif ist: Du säst Kresse auf eine Kompostprobe und zum Vergleich auf Gartenerde. Werden die Kresseblätter auf dem Kompost gelb oder braun, ist er noch zu frisch. im Vergleich mit Gartenerde: Wächst die Kresse im Kompost nach 5 Tagen schwächer oder gelblich-braun, braucht er weitere Reifezeit. In reinen Kompost säe ich nicht, weil seine hohe Nährsalzkonzentration Keimlingswurzeln Wasser entziehen kann.
Für eigenen Kompost gilt beim Ausgangsmaterial ein Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1 als günstig. Der Haufen braucht Luft und soll sich feucht wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen. Standort, Material und Kompostsysteme beschreiben die Grundlagen im Kapitel Kompost anlegen.
Ohne Platz für einen Haufen bleiben Wurmkiste und Bokashi-Eimer, wobei fermentiertes Bokashi vor dem Einsatz im Beet noch mit Erde vermischt oder kompostiert werden muss. Den geruchsintensiven Bokashi-Saft verdünnst du für Beete im Freien im Verhältnis 1:100. Wie beides funktioniert, steht in den Grundlagen im Kapitel Kompost pflegen, prüfen und verwenden.
Womit ergänzt du Stickstoff auf natürliche Weise?
Horndünger: wie viel für welches Gemüse?
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl werden aus getrockneten Rinderhörnern und Rinderhufen hergestellt. HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist. Phosphor und Kalium liefern sie kaum, deshalb ersetzen sie keine vollständige Nährstoffversorgung. Darum ergänzen sich Kompost und Horn: Die Kompostgabe deckt Phosphat und weitgehend Kalium, das Horn bringt den Stickstoff, den der Kompost nicht automatisch liefert.
Wie schnell der Stickstoff frei wird, hängt an der Körnung. Hornmehl wird unter günstigen Bedingungen in etwa 6 Wochen umgesetzt, Horngrieß etwas langsamer und grobe Hornspäne erst in mehreren Monaten. Für kurze Frühjahrskulturen wie Radieschen oder Kopfsalat mit 4 bis 8 Wochen Entwicklungszeit nehme ich deshalb Hornmehl.
Die Mengen in der Tabelle sind Obergrenzen für Beete mit hohem Phosphat- und Kaliumvorrat, die jährlich 3 l Kompost je m² bekommen. Gedacht sind sie nur für den Fall, dass zusätzlicher Stickstoff gebraucht wird.
| Gruppe | Gemüse | Horndünger höchstens | So gibst du ihn |
|---|---|---|---|
| Schwachzehrer | Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln | bis zu 50 g/m² | zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate. | Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete, Gurken | bis zu 100 g/m² | zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten |
| Starkzehrer | Tomaten | bis zu 150 g/m² | 50 % zur Pflanzung, 50 % etwa 3 bis 4 Wochen danach |
Liefert dein Boden aus dem Humus viel Stickstoff nach, kannst du die Horngabe verringern oder ganz aussetzen. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann eine Stickstoffdüngung meistens entfallen. Auch für Herbstkulturen streust du Horndünger nicht später als Ende August. Wie du einzelne Gemüsearten nach Bedarf düngst, vertieft ein eigener Ratgeber.
Ich streue Horn auf feuchten Boden, damit es wirken kann, und achte darauf, dass nichts auf nassen Blättern liegen bleibt. Dort kann Dünger Ätzschäden verursachen. Wie du gleichmäßig und umweltfreundlich streust, zeigt der Ratgeber zum Streuen mit natürlichen Materialien.
Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb streue ich nicht nach Augenmaß. Für Hornmehl habe ich die passende Menge auf der Waage abgewogen, in einen Messbecher gefüllt und die Füllhöhe außen markiert.
Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen. Ich streue sie mit Handschuhen und lagere Dünger trocken, verpackt und außer Reichweite von Kindern. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger verschluckt, kontaktiere zur Beurteilung ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis.
Für die meisten genügsamen Gartenkräuter reicht eine einmalige Frühjahrsgabe von 3 l Kompost je m², und zu starke Düngung kann ihr Aroma schwächen. Welche Nährstoffe Gewürzkräuter brauchen, erklärt der Kräuter-Ratgeber.
Mist: wann ersetzt er den Kompost?
Gut gelagerter Mist ist auf einer Fläche eine Alternative zum Kompost als Grundgabe. Wie Kompost kann er neben den Nährstoffen auch Bodenstruktur und Bodenleben verbessern. Pferdemist setzt seinen Stickstoff jedoch vergleichsweise langsam frei und ist kein schnell wirkender Stickstoffdünger. Wegen der Phosphatzufuhr ist Rinder- und Pferdemist im Hausgarten auf 3 kg je m² begrenzt.
Ich nehme nur Mist, der mindestens ein Jahr gelagert hat. Einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerzeit allerdings nicht. Pferdemist hole ich aus einer Haltung, die ich kenne, weil er Rückstände von Tierarzneimitteln enthalten kann und Angaben zu Behandlungen oft fehlen.
Als durchschnittlicher Tabellenwert enthält Rindermist etwa 0,5 % GesamtstickstoffGesamtstickstoff ist die gesamte Stickstoffmenge im Boden. Dazu gehören der kleine mineralische Anteil (Nitrat und Ammonium), den Pflanzen direkt aufnehmen können, und der größere Teil, der in organischen Verbindungen gebunden ist., Pferdemist etwa 0,4 %. Frischer Hühnermist kommt im tabellierten Durchschnitt auf 1,7 % Stickstoff. Einzelne Chargen weichen ab, weil der Gehalt mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil schwankt.
Kompost und Mist landen zusammen auf demselben Beet. Weil beide Nährstoffe mitbringen, setzt du sie auf einer Fläche als Alternativen ein und nicht als doppelte Grundgabe.
Pflanzliche Dünger, Küchenreste und Bio-Regeln
Organische Dünger können tierische Rohstoffe wie Horn und Schafwolle enthalten und sind deshalb nicht automatisch vegan. Rapskuchen und Vinasse sind pflanzliche organische Düngemittel und eine mögliche Alternative zu tierischen Ausgangsstoffen. Obst- und Gemüseabfälle, Kaffeesatz und Eierschalen gehören in den gemischten Gartenkompost und erreichen das Beet über ihn.
Im Selbstversorgergarten können die Regeln der ökologischen Landwirtschaft als Orientierung dienen. Hornmehl und Wolle stehen auf der Öko-Positivliste, Stallmist darf dort nicht aus industrieller Tierhaltung stammen. Welche natürlichen Düngemethoden sich für den Bio-Garten eignen, zeigt ein eigener Ratgeber.
Holzasche als Kalidünger für Tomaten? Holzasche kann mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein. Deshalb gehört sie weder als Dünger aufs Gemüsebeet noch auf den Kompost. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Wie setzt du Pflanzenjauche und Komposttee an?
Pflanzenjauchen sind Flüssigdünger zum Selbermachen, zum Beispiel aus Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch. Ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Zustand und Erntezeit des Krauts. Deshalb gibt es für Ausbringmenge und Düngehäufigkeit keine allgemeingültige Vorgabe.
Ansatz und Verdünnung
| Schritt | So geht es |
|---|---|
| Ansatz mit frischem Kraut | 1 kg grob zerkleinerte Blätter und Stängel auf 10 l Wasser |
| Ansatz mit getrocknetem Kraut | 100 bis 200 g auf 10 l Wasser |
| Gärzeit | etwa 2 bis 3 Wochen, bei Wärme etwa 14 Tage |
| Fertig, wenn | die Jauche dunkel ist und nicht mehr schäumt |
| Gießen an die Wurzeln | im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt |
| Blattgabe bei sehr akutem Mangel | im Verhältnis 1:50 mit Wasser verdünnt |
Ich setze meine Jauche im offenen Eimer an und lege ein luftdurchlässiges Gitter darüber, damit keine Tiere hineinfallen. Einen geschlossenen Deckel verwende ich nicht, und einmal täglich rühre ich kräftig um.
Vor jeder Jauchegabe gehe ich vier Punkte durch.
- Die Jauche ist dunkel und schäumt nicht mehr.
- Für die Wurzeln ist sie im Verhältnis 1:10 verdünnt.
- Die Erde ist bereits feucht.
- Seit der letzten Gabe habe ich Blattfarbe und Zuwachs angeschaut.
Wie viel und wie oft gießt du?
Verdünnte Jauche gieße ich in den Wurzelbereich auf bereits feuchte Erde. Auf trockenem Boden können hohe Salzkonzentrationen die Wurzeln schädigen. Bei der Menge tastest du dich heran: Schau nach einer Gabe auf Blattfarbe und Zuwachs, bevor du die nächste planst. Rechne die Jauche dabei mit, genau wie den Kompost und jeden anderen Dünger.
Mehr Jauche bringt nicht automatisch mehr, denn eine sehr hohe Stickstoffversorgung kann Blattläusen günstigere Ernährungsbedingungen bieten. Pflanzenjauchen wird zudem nachgesagt, sie stärkten Gemüse gegen Krankheiten. Ich setze sie als Dünger ein und plane sie nicht als Pflanzenschutz ein.
Eine Blattgabe kann einen akuten Mangel nur vorübergehend lindern und ersetzt keine Versorgung über die Wurzeln. Gib sie abends oder bei bedecktem Himmel, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung.
Komposttee
KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. setzt du für jede Anwendung frisch an und hebst keine Reste auf. Auch hier tastest du dich bei der Menge heran und beobachtest die Blätter, bevor du nachlegst. Gartenkompost tötet Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, und genau aus diesem Kompost entsteht der Tee. Ich gieße ihn deshalb an den Boden und nicht über Salat, den ich bald ernte.
Weitere Rezepte für selbst gemachten Bio-Dünger findest du in einem eigenen Ratgeber.
Welche Rolle spielen Gründüngung, Mulch und Fruchtfolge?
Gründüngung auf abgeernteten Beeten bindet frei werdende Nährstoffe und vermindert ihre Auswaschung. Wähle dafür eine andere Pflanzenfamilie als die vorangehende und die nachfolgende Gemüsekultur, und rechne ihre Nährstoffe bei der nächsten Düngung an. Welche Pflanzen Luftstickstoff binden und wann du Phacelia oder Winterroggen säst, steht in den Grundlagen im Kapitel zu Mulchen, Gründüngung und natürlichen Düngemethoden.
Organischer Mulch vermindert die Verdunstung und füttert Bodenorganismen. Für die Düngung zählt das Material: Stroh, Holzhäcksel und Rindenmulch können beim Abbau Stickstoff binden, angewelkter Rasenschnitt liefert dagegen Stickstoff nach. Wie dick du mulchst und wann du damit beginnst, steht im selben Kapitel.
Fruchtfolge heißt, Kulturen am selben Platz über die Jahre zu wechseln, Mischkultur heißt, sie nebeneinander zu kombinieren. Im Mischkultur-Planer prüfst du, welche Gemüse als Nachbarn zusammenpassen, und im Beetplaner berücksichtigst du Zehrer-Einstufung und Anbaupausen.
Wann im Jahr düngst du was?
Ich dünge bevorzugt im Frühjahr statt im Herbst, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Auf leeren Beeten nimmt keine Pflanze mehr auf, was frei wird, und diese Nährstoffe sind auswaschungsgefährdet. Im Sommer liefern warme, ausreichend feuchte und humusreiche Böden häufig schon genug Nährstoffe nach. Gleichzeitig können organische Dünger bei feuchtwarmem Wetter starke Nährstoffschübe auslösen. Wer im Hochsommer noch Horn nachstreut, kann deshalb über den Bedarf hinaus düngen.
| Zeitpunkt | Was ansteht |
|---|---|
| Später Herbst oder zeitiges Frühjahr | Bodenprobe nehmen, jeweils vor der Düngung |
| Frühjahr | höchstens 3 l Kompost je m² flach einarbeiten, Horndünger zur Saat oder Pflanzung nach Bedarf |
| Etwa 3 bis 4 Wochen nach dem Pflanzen | zweite Hälfte der Horngabe für Tomaten |
| Sommer | verdünnte Pflanzenjauche als Ergänzung, Beete mulchen |
| Spätsommer | bei Feldsalat und Radieschen meist kein Stickstoff, Horndünger spätestens Ende August |
| Herbst | Gründüngung auf abgeernteten Beeten säen |
Was tun, wenn das Gemüse schwächelt oder zu viel bekommt?
Gelbe Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose: Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome wie ein Nährstoffmangel verursachen. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen außerdem die Freisetzung aus organischen Düngern, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Bei Trockenheit gieße ich deshalb zuerst durchdringend, bevor ich über eine weitere Gabe nachdenke.
Auch mit organischen Düngern kannst du überdüngen, deshalb rechne ich Nährstoffe aus Kompost, Mist und Gründüngung bei jeder zusätzlichen Gabe mit. Ein hohes StickstoffangebotDas Stickstoffangebot ist die Menge an Stickstoff, die den Pflanzen im Boden tatsächlich zur Verfügung steht. Fachleute bestimmen diesen pflanzenverfügbaren Stickstoff mit einer Bodenanalyse, der sogenannten Nmin-Methode. im Boden kann die Nitratanreicherung in Gemüse fördern, was kein Grund gegen Gemüse ist, wohl aber für bedarfsgerechtes Düngen. Wie du Mangel und Überdüngung auseinanderhältst, steht in den Grundlagen im Kapitel zu Mangel und Überdüngung.
