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Natürliche Düngemethoden für den Bio-Garten: Kompost, Gründüngung, Mist und Jauche richtig anwenden

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 13 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Kompost ist die Grundversorgung: 3 l reifer Kompost je m² im Frühjahr, flach eingearbeitet; über Abweichungen entscheidet die Bodenanalyse.
  • Stickstoff liefert Kompost nicht automatisch in ausreichender Menge, Horndünger ergänzen ihn gezielt.
  • Gründüngung bindet Nährstoffe auf abgeernteten Beeten, Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen binden zusätzlich Luftstickstoff.
  • Pflanzenjauche wird zum Gießen 1:10 mit Wasser verdünnt; eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit gibt es nicht.
  • Auch natürliche Dünger können überdüngen: Als Grundgabe wählst du Kompost oder Mist, nicht beides, und rechnest alle Gaben an.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Wer im Bio-Garten ohne synthetischen Dünger auskommen will, steht schnell vor einer langen Liste: Kompost, Mist vom Reitstall, Hornspäne, Brennnesseljauche, Mulch und Gründüngung. Da liegt es nahe, von allem ein bisschen zu geben. Doch auch organische Dünger können Pflanzen und Umwelt mit zu vielen Nährstoffen belasten. Ich plane deshalb jede Gabe vom Beet her: zuerst Kompost als Grundversorgung, dann gezielt Stickstoff dort, wo eine Kultur mehr braucht.

Welcher natürliche Dünger passt wofür?

Natürliche Düngemethoden unterscheiden sich darin, was sie liefern und wofür sie taugen. Der Überblick zeigt, welche Methode welche Aufgabe im Garten übernimmt.

Methode Was sie liefert Wofür sie passt
Kompost Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe Grundversorgung der meisten Gartenpflanzen
Gründüngung organische Substanz für den Humus, bindet freigesetzte Nährstoffe abgeerntete und leere Beete
Mulch Nahrung für Bodenorganismen, weniger Verdunstung Gemüsebeete und Gehölzbereiche
Mist Nährstoffe je nach Tierart, Fütterung und Wasseranteil Grundgabe anstelle von Kompost
Horndünger überwiegend Stickstoff und Schwefel gezielte Stickstoffergänzung zum Kompost
Pflanzenjauche flüssiger Dünger mit schwankendem Nährstoffgehalt verdünnte Wurzeldüngung
Bokashi und Wurmkompost verwertete Küchenabfälle Küchenabfälle ohne Komposthaufen nutzen

Warum natürlich düngen?

Kompost und Mist können neben Nährstoffen auch Bodenstruktur und Bodenleben verbessern, und mit Grünschnitt und Ernteresten bleiben Nährstoffe im Gartenkreislauf. Dafür wirken sie langsamer, denn organisch gebundene Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln sie aufnehmen. Was biologischer Dünger für Boden, Umwelt und Geldbeutel bringt und wie die Umstellung auf organische Düngung im ganzen Garten gelingt, vertiefen eigene Ratgeber.

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Erst den Bedarf kennen, dann düngen

Pflanzen nehmen Nährstoffe über die Wurzeln in mineralisch gelöster Form auf, ganz gleich, ob sie aus Kompost oder aus einem Mineraldünger stammen. Welche Vorräte dein Boden schon hat, zeigt eine Bodenuntersuchung, die Grundlage für Auswahl und Menge jeder Düngung. Wie Hauptnährstoffe, Humus und Bodenprobe zusammenhängen, erklären die Grundlagen zu Nährstoffen, Humus und Bodenanalyse.

Kompost: die Grundversorgung für fast jedes Beet

Reifer Kompost ist in meinem Garten die erste Gabe des Jahres. Er liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe. Diese Gesamtgehalte stehen den Pflanzen aber nicht sofort vollständig zur Verfügung.

Wie viel Kompost braucht dein Beet?

Als allgemeine Grundversorgung arbeitest du im Frühjahr jährlich 3 l reifen Kompost je m² flach ein. Ob du davon abweichst, entscheidet die Bodenanalyse. Im Gemüsebeet deckt diese Grundgabe den Phosphatbedarf und weitgehend auch den Kaliumbedarf. Genug verfügbaren Stickstoff liefert sie aber nicht automatisch, den ergänzt du nach Bedarf.

Kompost gehört nur in die oberste Bodenschicht, weil tiefer im Boden bei Sauerstoffmangel Fäulnisprodukte entstehen können, die Pflanzen schaden. Ich verteile ihn mit der Schaufel und harke ihn flach ein. Je nach Gartenbereich ändern sich Menge und Vorbehalte:

Gartenbereich Kompost je Jahr Darauf achtest du
Gemüsebeet höchstens 3 l/m² im Frühjahr Stickstoff nach Bedarf ergänzen
Ziergarten allgemein 2 l/m² bei Phosphat-Gehaltsstufe C bis E höchstens 3 l/m²
Prachtstauden 3 l/m² im Frühjahr nur ohne stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumvorräte
Rosen etwa 3 l/m² im März und April als Frühjahrsgabe
Eingewachsene Zier- und Obstgehölze 2 bis 4 l/m² im Frühjahr nach Mitte Juli kein zusätzlicher Stickstoff
Genügsame Gartenkräuter 3 l/m² einmal im Frühjahr reicht für die meisten Arten
Polsterstauden und mediterrane Stauden auf mageren Standorten keine Kompostgabe brauchen magere Böden
Rhododendron, Azaleen, Heidelbeeren kein Gartenkompost Kompost hebt den pH-Wert

Kompost kann den pH-Wert anheben. Liegt der pH-Wert deines Bodens schon über dem Zielbereich für Bodenart und Kultur, gibst du deshalb weder Kompost noch kalkhaltige Dünger.

Woran du reifen Kompost erkennst

Je nach Material und Rotteführung braucht Gartenkompost etwa 4 bis 12 Monate. Verlass dich deshalb nicht allein auf die Zeit, sondern prüfe den Reifezustand. Für den Kressetest fülle ich eine Schale mit Kompost und eine zweite mit Gartenerde, feuchte beide an und säe Kresse aus. Wächst die Kresse im Kompost nach 5 Tagen schwächer als in der Erde oder färbt sie sich gelblich-braun, braucht der Kompost noch Reifezeit.

Frischen Kompost gibst du nicht zu Wurzelgemüse, Zwiebeln oder Kohl, weil er schädliche Gemüsefliegen anlocken kann. Als Aussaaterde taugt reiner Kompost ebenfalls nicht: Seine hohe Nährsalzkonzentration kann Keimlingswurzeln Wasser entziehen. Komposttee, also in Wasser eingeweichter Kompost, setzt du für jede Anwendung neu an.

Kompost selbst anlegen

Für eigenen Kompost brauchst du einen geschützten Platz auf offenem, ebenem Boden und Ausgangsmaterial mit einem Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von etwa 25:1 bis 35:1. Kranke Pflanzenteile lasse ich draußen, weil Gartenkompost Krankheitserreger nicht zuverlässig abtötet: Die nötigen Rottetemperaturen werden oft nicht durchgehend erreicht. Standort, Material und das passende Kompostsystem findest du in den Grundlagen zu Düngen, Boden und Kompost im Abschnitt Kompost anlegen.

Gründüngung: Pflanzen, die den Boden versorgen

Auf einem abgeernteten, leeren Beet nimmt keine Pflanze mehr auf, was der Boden an Nährstoffen freisetzt. Diese Nährstoffe sind deshalb auswaschungsgefährdet. Eine Gründüngung bindet sie und vermindert die Auswaschung. Überwinternde Einsaaten halten den Boden außerdem durchwurzelt und schützen ihn vor Abschwemmung. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen können zusätzlich mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden.

Zahl im Blick

Phacelia säst du mit 1 bis 3 g Saatgut je m², ihre Kulturdauer beträgt 6 bis 9 Wochen. Winterroggen eignet sich als späte Gründüngung: Aussaat von Ende September bis Anfang Oktober mit 20 g Saatgut je m².

Wähle für die Gründüngung eine andere Pflanzenfamilie als für die Gemüsekultur davor und danach. Zehrer-Einstufung und Anbaupausen behältst du mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge im Blick. Was die Gründüngung an Nährstoffen hinterlässt, rechnest du bei der nächsten Düngung an.

Mulchen: Bodenschutz und Futter für das Bodenleben

Organischer Mulch vermindert die Verdunstung von Bodenwasser und liefert Bodenorganismen Nahrung für Abbau und Humusbildung. Im Gemüsebeet ist eine etwa 2 bis 3 cm dicke Schicht üblich. Mulche erst, wenn die Gemüsepflanzen ungefähr 10 cm hoch sind, und lass Saatrillen und kleine Jungpflanzen frei. Tomaten, Kürbis und Bohnen mulchst du erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann.

Rasenschnitt lässt du vorher anwelken und trägst ihn dünner auf, sonst verklebt er zu einer dichten, schimmelnden Masse. Er liefert Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben berücksichtigst. Holzhäcksel, Stroh und Rindenmulch verhalten sich anders: Beim Abbau können sie Stickstoff binden. Plane vor dem Mulchen mit diesen Materialien deshalb eine ergänzende Stickstoffversorgung ein. Eine feuchte Mulchdecke kann außerdem Nacktschnecken begünstigen, darum hebe ich die Schicht am Beetrand an und schaue nach.

Häufiger Fehler

Frische Holzhäcksel landen auf der Baumscheibe junger Obstgehölze oder im Aushub fürs Pflanzloch. Ihr Abbau bindet Stickstoff, der dem jungen Baum dann fehlen kann.

Mist: was Rind, Pferd und Huhn liefern

Mist ist ein klassischer natürlicher Dünger, doch seine Nährstoffgehalte schwanken mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil. Die Tabelle nennt durchschnittliche Tabellenwerte.

Mistart Stickstoff im Tabellenmittel Hinweis
Rindermist etwa 0,5 % Gesamtstickstoff im Hausgarten höchstens 3 kg/m² wegen der Phosphatzufuhr
Pferdemist etwa 0,4 % Gesamtstickstoff setzt Stickstoff langsam frei; im Hausgarten höchstens 3 kg/m²
Hühnermist 1,7 % Stickstoff Wert gilt für frischen Mist

Einzelne Chargen können von diesen Mittelwerten abweichen. Für die Gartendüngung nimmst du mindestens ein Jahr gelagerten Mist. Einen Hygienenachweis ersetzt diese Lagerdauer allerdings nicht. Beim Kompostieren wird Mist mürbe und entwickelt sich zu einem meist angenehm riechenden Kompost. Pferdemist ist kein schnell wirkender Stickstoffdünger, weil er seinen Stickstoff vergleichsweise langsam freisetzt.

Pferdemist hole ich nur aus Ställen, deren Haltung ich kenne. Er kann Rückstände von Tierarzneimitteln enthalten, und Angaben zu Behandlungen fehlen häufig. Wer nach Öko-Regeln gärtnert, nimmt außerdem keinen Mist aus industrieller Tierhaltung.

Kompost deckt im Gemüsebeet mit der Grundgabe bereits den Phosphatbedarf, und Mist ist im Hausgarten gerade wegen seiner Phosphatzufuhr begrenzt. Beides zusammen auf einem Beet bringt also Phosphat über den Bedarf hinaus. Setz Kompost und Mist deshalb als alternative Grundgaben ein, nicht übereinander.

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Horndünger: gezielter Stickstoff zum Kompost

Wo der Kompost beim Stickstoff nicht reicht, ergänze ich mit Horn. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl werden aus getrockneten Rinderhörnern und Rinderhufen hergestellt. Sie enthalten typischerweise 10 bis 14 % Gesamtstickstoff, der nicht vollständig sofort pflanzenverfügbar ist.

Je feiner das Horn, desto schneller wird der Stickstoff frei: Hornmehl wirkt am schnellsten, Horngrieß etwas langsamer, Hornspäne am langsamsten. Für die vollständige Umsetzung von Hornmehl rechnest du mit etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Für kurze Frühjahrskulturen wie Radieschen oder Kopfsalat mit 4 bis 8 Wochen Entwicklungszeit eignet sich Hornmehl deshalb besser als grobe Späne.

Horn liefert überwiegend Stickstoff und Schwefel, aber nur wenig Phosphor und Kalium, und ersetzt deshalb keine vollständige Versorgung. Kompost bringt umgekehrt Phosphat und weitgehend Kalium mit, aber nicht automatisch genug Stickstoff. Zusammen ergänzen sich beide: Kompost als Grundgabe, Horn für den Stickstoff, der dann noch fehlt.

Wie viel Horndünger im Gemüsebeet?

Die folgenden Mengen sind Obergrenzen zur Orientierung. Sie gelten auf phosphat- und kaliumreichen Gemüsebeeten mit jährlicher Kompostgabe, wenn zusätzlicher Stickstoff nötig ist.

Bedarfsgruppe Beispiele Horndünger höchstens So bringst du ihn aus
Schwachzehrer Feldsalat, Radieschen, Kopfsalat, Erbsen, Bohnen, Zwiebeln bis zu 50 g/m² zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten
Mittelzehrer Eissalat, Möhren, Endivien, Rettich, Spinat, Rote Bete, Gurken bis zu 100 g/m² zur Saat oder Pflanzung leicht einarbeiten
Starkzehrer Tomaten bis zu 150 g/m² zur Hälfte bei der Pflanzung, zur Hälfte etwa 3 bis 4 Wochen danach

Liefert der Bodenhumus viel Stickstoff nach, kannst du die Horngabe verringern oder ganz aussetzen. Bei Feldsalat und Radieschen im Spätsommer kann die Stickstoffdüngung meist entfallen. Den mineralischen Stickstoff im Boden erfasst eine Standard-Bodenuntersuchung nicht, dafür lässt du einen Nmin-Wert gesondert bestimmen. Im Gemüsegarten bringst du Horn auch für Herbstkulturen nicht später als Ende August aus. Wie du dein Gemüsebeet über die ganze Saison natürlich versorgst, zeigt der Ratgeber zum Gemüsegarten.

Handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei, bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen. Ich streue Horn deshalb mit Handschuhen.

Pflanzliche Alternativen zu Horn

Organische Dünger sind nicht automatisch vegan, denn Horn und Schafwolle stammen vom Tier. Rapskuchen und Vinasse sind pflanzliche organische Dünger und eine Alternative zu tierischen Ausgangsstoffen. Schafwolle setzte in einem Versuch mit Pelargonien ihren Stickstoff für die kurze Kulturzeit zu langsam frei.

Mythos-Check

Mehr Phosphat bringt mehr Blüten? Pauschal lässt sich eine phosphatbetonte Düngung nicht mit stärkerer Blütenbildung begründen. Auch Blühpflanzen düngst du deshalb nach Bedarf und Bodenbefund statt nach der Aufschrift auf der Packung.

Pflanzenjauche ansetzen und anwenden

Für Pflanzenjauche eignen sich zum Beispiel Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch. Ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Pflanzenart, Pflanzenzustand und Erntezeit.

Schritt So gehst du vor
Ansatz mit frischem Kraut 1 kg frisches, zerkleinertes Kraut auf 10 l Wasser
Ansatz mit getrocknetem Kraut 100 bis 200 g getrocknetes Kraut auf 10 l Wasser
Abdecken luftdurchlässiges Gitter oder Netz gegen hineinfallende Tiere, kein geschlossener Deckel
Pflege einmal täglich kräftig umrühren
Gärzeit etwa 2 bis 3 Wochen, bei Wärme etwa 14 Tage
Fertig, wenn die Jauche dunkel ist und nicht mehr schäumt
Wurzeldüngung fertige Jauche 1:10 mit Wasser verdünnen
Blattgabe bei sehr akutem Mangel fertige Jauche 1:50 mit Wasser verdünnen

Das Rezept beschreibt den Ansatz, keine Ausbringmenge. Weil der Nährstoffgehalt schwankt und Pflanzenbedarf und Bodenvorrat verschieden sind, gibt es für Menge und Wiederholung keine allgemeingültige Vorgabe. Ich gieße die verdünnte Jauche auf feuchte Erde und beobachte danach Wuchs und Blattfarbe, bevor ich wieder zur Kanne greife.

Eine Blattgabe bringst du abends oder bei bedecktem Himmel aus, weil starke Sonne die Lösung eintrocknen lässt und Blattschäden begünstigt. Bei empfindlichen Pflanzen machst du vorher eine Probespritzung. Blattdüngung lindert einen akuten Mangel nur vorübergehend und ersetzt keine Versorgung über die Wurzeln. Wie du weitere Bio-Dünger für Gemüse und Tomaten selbst herstellst und dosierst, liest du im Ratgeber zum Selbermachen.

Marias Erfahrung

Meinen Jaucheeimer stelle ich an den hinteren Gartenrand, weit weg von Terrasse und Nachbarzaun. Auf den Eimer klebe ich einen Streifen Klebeband mit dem Ansatzdatum, damit ich die Gärzeit im Blick behalte.

Bokashi und Wurmkompost: Dünger aus der Küche

Fehlt der Platz für einen Komposthaufen, verwerten Bokashi-Eimer und Wurmkiste deine Küchenabfälle. Bokashi ist eine milchsäurebasierte Vorbehandlung: Die Abfälle fermentieren im verschlossenen Eimer je nach Verfahren etwa 2 bis 6 Wochen, bei Kälte länger. Fertiger Dünger ist das Material danach noch nicht, es muss mit Erde vermischt oder kompostiert werden. Eine Möglichkeit ist, es mit Gartenerde oder Kompost zu mischen und in einem offenen Behälter unter gelegentlichem Umsetzen weitere 3 Monate nachreifen zu lassen.

Den Bokashi-Saft verdünnst du für Beete im Freien 1:100 mit Wasser. Weil er stark riechen kann, verwendest du ihn nur draußen. In einem vierjährigen Feldversuch brachte die EM-Zugabe keinen zusätzlichen Nutzen für Ertrag oder Bodenqualität. Was Bokashi und Mist dort bewirkten, ging auf ihr organisches Material und ihre Nährstoffe zurück.

In der Wurmkiste arbeiten Kompostwürmer bei 15 bis 25 °C unter günstigen Bedingungen. Je nach Feuchte, Temperatur und Ausgangsmaterial ist der Wurmkompost nach etwa 3 bis 6 Monaten fertig. Fleisch, Milchprodukte, Getreideprodukte, gekochte Speisereste und Zitrusschalen gehören nicht hinein.

Kalk, Steinmehl, Pflanzenkohle und Holzasche

Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Regelmäßige Kompostgaben von etwa 3 l/m² jährlich können im Hausgarten bereits genug Kalzium nachliefern. Ob du zusätzlich kalkst, hängt deshalb vom Bodenbefund ab, denn eine Bodenprobe ersetzt der Kompost nicht. Wird gekalkt, wirkt kohlensaurer Kalk langsam und mild. Steinmehl steht wie Calciumcarbonat natürlichen Ursprungs, Ton und Tonminerale auf der Öko-Positivliste.

Pflanzenkohle enthält selbst kaum pflanzenverfügbare Nährstoffe. Vor der Nutzung wird sie deshalb mit Nährstoffen beladen, zum Beispiel indem du sie frischem Kompost zugibst. Beim Kauf sichert eine anerkannte Zertifizierung wie das European Biochar Certificate die Prüfung der Schadstoffgehalte ab.

Achtung

Holzasche ist kein Dünger für den Garten und gehört auch nicht auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt entsorgst du sie im Hausmüll, ohne Staub aufzuwirbeln.

Was „bio“ bei Dünger bedeutet

Für den privaten Selbstversorgergarten können die Regeln der ökologischen Landwirtschaft als Orientierung dienen. Zulässige Düngemittel und Bodenverbesserer führt dort Anhang II der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165 auf, jeweils mit ihren Beschränkungen. Hornmehl und Wolle gehören zu dieser Positivliste. Das EU-Bio-Logo suchst du auf einem Dünger allerdings vergeblich, denn biotaugliche Düngemittel dürfen damit nicht gekennzeichnet werden.

Orientierung bietet die Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau. Die Aufnahme dort bestätigt die geprüfte Verwendbarkeit, aber keine geprüfte Düngewirksamkeit. Auch Horndünger aus dem Ökoanbau können Rohstoffe aus konventioneller Tierhaltung enthalten. Wie die Zertifizierung bei Bio-Rosendünger funktioniert, erklärt ein eigener Ratgeber.

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So wendest du natürliche Dünger richtig an

Zeitpunkt und Wetter

Dünge im Frühjahr statt im Herbst, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Feste Dünger streust du auf feuchten Boden, nicht auf nasses Laub, weil anhaftender Dünger dort Ätzschäden verursachen kann. Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann Stauden und Gehölze im Winter zusätzlich gefährden.

Anrechnen statt aufschichten

Bevor du zusätzlich düngst, rechnest du an, was Kompost, Mist und Gründüngung schon geliefert haben. Ich notiere dafür in meinem Gartenheft jede Kompost- und Mistgabe mit Beet und Datum. Auch organische Dünger können in zu hoher Menge Pflanzen und Umwelt belasten. Viel Stickstoff im Boden kann außerdem die Nitratanreicherung in Gemüse fördern. Das ist kein Grund, auf Gemüse zu verzichten, wohl aber einer, bedarfsgerecht zu düngen.

Zeigt die Bodenanalyse für einen Nährstoff Versorgungsstufe E, kannst du die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz aussetzen. Wer alle Bioabfälle selbst kompostiert, braucht als Faustregel gegen Überdüngung ungefähr 50 bis 70 m² gedüngte Gartenfläche je Haushaltsmitglied.

Feste Dünger lagerst du verpackt oder abgedeckt an einem trockenen Ort. Hat ein Kind vermutlich größere Mengen Dünger aufgenommen, rufst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.

Gelbe Blätter: erst prüfen, dann nachdüngen

Vergilbte ältere Blätter können auf Stickstoffmangel hindeuten. Ähnliche Bilder entstehen aber auch durch Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder verdichteten Boden. Weil Wurzeln Nährstoffe nur in Wasser gelöst aufnehmen, kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind.

Häufiger Fehler

Bei Kälte oder Trockenheit gleich die nächste Gabe nachschieben. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die Freisetzung organischer Dünger, deshalb behebt eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig. Sobald es feuchtwarm wird, können organische Dünger dafür starke Nährstoffschübe verursachen.

Mini-Checkliste

  • Bodenbefund kennen, bevor du Dünger und Menge wählst
  • Kompost als Grundgabe im Frühjahr flach einarbeiten
  • Stickstoff gezielt mit Horn ergänzen, im Gemüsegarten bis Ende August
  • Kompost oder Mist als Grundgabe wählen, nicht beides auf dasselbe Beet
  • Leere Beete mit Gründüngung bedecken
  • Jede Gabe notieren und bei der nächsten Düngung anrechnen

Häufige Fragen

Was sind natürliche Düngemethoden und wie unterscheiden sie sich von synthetischen Düngern?
Natürliche Düngemethoden versorgen Boden und Pflanzen mit organischem Material und lebenden Pflanzen, etwa mit Kompost, Mist, Horndünger, Pflanzenjauche, Mulch und Gründüngung. Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als leicht lösliche Salze. Organisch gebundene Nährstoffe müssen im Boden erst mineralisiert werden, bevor Wurzeln sie aufnehmen können. Deshalb wirken natürliche Dünger verzögert und abhängig von Wärme und Feuchte.
Worin unterscheidet sich Gründüngung von Kompost als natürliche Düngemethode?
Bei der Gründüngung säst du Pflanzen direkt aufs Beet, die freigesetzte Nährstoffe binden, den Boden durchwurzeln und so die Auswaschung vermindern. Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen können dabei mithilfe von Knöllchenbakterien zusätzlich Luftstickstoff binden. Kompost bringst du dagegen als verrottetes Material aus, als allgemeine Grundversorgung gelten jährlich 3 l reifer Kompost je m² im Frühjahr. Die Nährstoffe aus beiden rechnest du bei weiteren Düngergaben an.
Worin unterscheidet sich Tiermist verschiedener Arten und wie setzt man ihn im Bio-Garten ein?
Die Nährstoffgehalte von Mist schwanken mit Tierart, Fütterung und Wasseranteil. Rindermist enthält als Tabellenmittel etwa 0,5 % Gesamtstickstoff, Pferdemist setzt seinen Stickstoff vergleichsweise langsam frei. Für den Garten nimmst du mindestens ein Jahr gelagerten Mist, wobei die Lagerdauer keinen Hygienenachweis ersetzt. Rinder- und Pferdemist begrenzt du im Hausgarten wegen der Phosphatzufuhr auf 3 kg je m² und gibst ihn statt Kompost, nicht zusätzlich.
Welche häufigen Fehler werden bei der Anwendung von natürlichen Düngern gemacht?
Häufig wird zu viel gegeben, weil Kompost, Mist und Gründüngung bei weiteren Gaben nicht angerechnet werden, obwohl auch organische Dünger überdüngen können. Ein weiterer Fehler ist das Nachdüngen bei Frost, Trockenheit oder Staunässe, denn dann setzen organische Dünger kaum Nährstoffe frei. Obst- und Ziergehölze sollten nach Mitte Juli keinen zusätzlichen Stickstoff mehr bekommen, damit ihre Triebe ausreifen. Gartenkompost gehört außerdem nicht an Rhododendron, Azaleen oder Heidelbeeren, weil er den pH-Wert anhebt.
Wie wirkt sich der pH-Wert des Bodens auf die Nährstoffaufnahme bei natürlicher Düngung aus?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen; ein zu hoher pH-Wert kann so Spurennährstoffmangel verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Welcher Bereich passt, hängt von Bodenart, Humusgehalt und Kultur ab. Kompost kann den pH-Wert anheben, deshalb gibst du bei einem pH-Wert über dem Zielbereich weder Kompost noch kalkhaltige Dünger. Gekalkt wird nur, wenn eine Messung einen zu niedrigen pH-Wert zeigt.
Welche Gartenabfälle eignen sich für die natürliche Düngung?
Erntereste, Grünschnitt sowie Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz und Eierschalen eignen sich für einen gemischten Gartenkompost. Rasenschnitt lässt du anwelken und verteilst ihn dünn als Mulch oder mischst ihn mit lockerem, trockenem Strukturmaterial in den Kompost. Kranke Pflanzenteile lässt du besser draußen, weil Gartenkompost Krankheitserreger nicht zuverlässig abtötet. Holzasche ist wegen möglicher Schwermetall- und Schadstoffbelastungen weder Dünger noch Kompostzutat und gehört abgekühlt in den Hausmüll.
Zuletzt geprüft:
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