pH-Wert in Teicherden: was ihn für Wasserpflanzen stabil hält
- Die Photosynthese der Wasserpflanzen kann den pH-Wert des Teichwassers anheben.
- Eine hohe Pufferkapazität dämpft pH-Schwankungen, deshalb gehört die Carbonathärte mit in die Messung.
- Für naturnahe Teiche eignet sich eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen.
- Kompost kann den pH-Wert anheben, und übermäßige Phosphoreinträge fördern Algen und Wasserpflanzen.
- In Erde misst du mit einer kalibrierten Glas-Einstichelektrode, nicht mit einer einfachen Metallsonde.

Ein pH-Wert aus dem Gartenteich ist schnell gemessen, doch allein sagt er wenig über deine Wasserpflanzen. Ich messe das Teichwasser immer an derselben Stelle und zur selben Tageszeit und trage den Wert mit Datum in ein Heft ein. Erst die Reihe zeigt mir, ob der Teich ruhig bleibt oder ob der Wert springt.
Drei Dinge beeinflussen, wie stark er sich bewegt: was im Teichgrund liegt, wie gut das Wasser puffert und wie kräftig Pflanzen und Algen wachsen. Wer alle drei kennt, kann Schwankungen einordnen, bevor er etwas am Teich verändert.
Welchen pH-Wert brauchen Wasserpflanzen?
Auf eine einzige Zielzahl für alle Wasserpflanzen verlasse ich mich nicht, denn der pH-Wert im Teich bleibt nicht stehen. Die Pflanzen verändern ihn selbst: Bei der PhotosynthesePhotosynthese ist der Vorgang, bei dem grüne Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlenstoffdioxid Zucker und Stärke herstellen. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff, den sie an die Luft abgeben. entnehmen sie dem Wasser Kohlendioxid beziehungsweise Kohlensäure, und dadurch kann der pH-Wert steigen. Darum vergleiche ich nur Werte, die ich zur gleichen Tageszeit gemessen habe.
Für die Pflanzen zählt zudem der pH-Wert dort, wo ihre Wurzeln sitzen. Im Boden kann ein ungeeigneter pH-Wert Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen. Ein zu hoher pH-Wert kann so einen Mangel an Spurennährstoffen verursachen, obwohl sie im Boden vorhanden sind.
Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können auf Eisenmangel hindeuten. Häufig steckt dann kein zu kleiner Eisenvorrat dahinter, sondern eine eingeschränkte Eisenverfügbarkeit bei zu hohem pH-Wert. Sicher von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden lässt sich das Bild aber nicht immer, und auch Sauerstoffmangel oder unausgewogene Nährstoffverhältnisse können Mangelsymptome auslösen. Miss deshalb zuerst, bevor du etwas änderst.
Wie beeinflusst Teicherde den pH-Wert?
Teicherde ist Boden unter Wasser und bringt wie jeder Boden eigene Stoffe mit. Ton- und Humusteilchen können gelöste Stoffe binden. Positiv geladene Nährstoffionen halten Tonminerale und organische Substanz austauschbar fest und geben sie später wieder an die Bodenlösung ab. Gegen Veränderungen des pH-Werts puffert aber auch ein tonhaltiges Substrat nur begrenzt.
Organische Zuschläge bringen ihren eigenen pH-Wert gleich mit. Kompost kann durch seine basisch wirksamen Bestandteile den pH-Wert anheben. Gewöhnlicher Gartenkompost enthält Kalk und liegt typischerweise bei pH 6,5 bis 7,5. Auch RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. aus kompostierter Rinde ist nicht durchgehend sauer: Er kann einen pH-Wert von 4,0 bis 7,0 aufweisen.
Für naturnahe Teiche eignet sich eine etwa 10 cm starke Schicht aus nährstoffarmem, gewaschenem Sand und Kies ohne organische Beimischungen.
Welche Teicherde passt mit Blick auf den pH-Wert?
Welche Teicherde in welche Zone gehört und wie du sie einbringst, ohne das Wasser zu trüben, behandeln eigene Ratgeber. Für den pH-Wert reichen hier zwei Punkte. Im naturnahen Teich bleibt der Grund nährstoffarm und frei von organischen Beimischungen. Für ein reines Sumpfbeet kann dagegen lehmige Gartenerde mit kompostierter Rinde geeignet sein.
Ich wähle das Substrat nach der Zone, in die eine Pflanze kommt, und nicht nach einer pH-Zahl für die einzelne Art. Beim Sumpfbeet lohnt der zweite Blick, weil kompostierte Rinde beim pH-Wert sehr unterschiedlich ausfallen kann.
Bevor ich ein Sumpfbeet bepflanze, mische ich Gartenerde und kompostierte Rinde im Eimer, feuchte die Mischung an und messe ihren pH-Wert. Erst danach entscheide ich, ob die Mischung so ins Beet kommt.
Kompost und Phosphor: was organische Zusätze im Teich bewirken können
Übermäßige Phosphoreinträge fördern das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Bauen sich diese Pflanzenmassen später ab, verbraucht das Sauerstoff im Gewässer. Organische Erde kann den PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. gleich mitbringen, denn Kompost liefert neben Stickstoff und Kalium auch PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5.. Rindenhumus und gütegesicherter Kompost können außerdem hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzgehalte besitzen.
Die Photosynthese der Pflanzen kann den pH-Wert anheben. Wer Phosphor in den Teich trägt, fördert also genau das Pflanzen- und Algenwachstum, dessen Photosynthese den pH-Wert nach oben schieben kann. Abgestorbene Pflanzenteile schneide ich ab und hole sie aus dem Wasser, bevor sie dort zerfallen.
Blumenerde oder Gartenkompost als Teicherde. Beide bringen organische Bestandteile mit, und als torfreduziert oder torfarm bezeichnete Blumenerden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Im naturnahen Teich bleiben organische Beimischungen draußen.
Torf in den Teich, damit der pH-Wert sinkt? Torf ist eine organische Beimischung, und die vermeidest du im naturnahen Teich. Dazu kommt: Torfabbau und die dafür erforderliche Entwässerung zerstören Moorlebensräume und setzen gespeicherten KohlenstoffKohlenstoff ist ein chemisches Element und der Hauptbestandteil des Humus. Pflanzen holen ihn als Kohlendioxid aus der Luft und bilden daraus bei der Photosynthese Zucker. als Treibhausgas frei.
Wie hält die Carbonathärte den pH-Wert stabil?
Wie stark der pH-Wert schwankt, hängt auch am Wasser selbst. Eine hohe Pufferkapazität vermindert pH-Schwankungen. Für die Beurteilung der Stabilität zählt deshalb die CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. beziehungsweise das Säurebindungsvermögen. Photosynthese kann den pH-Wert anheben, und gute Pufferung dämpft solche Ausschläge: In einem schwach gepufferten Teich kann die Photosynthese den pH-Wert also stärker verschieben als in einem gut gepufferten.
Pufferkapazität heißt, dass das Wasser Veränderungen abfängt, bevor sich der pH-Wert verschiebt. Die Carbonathärte beziehungsweise das Säurebindungsvermögen hilft dir, diese Fähigkeit einzuschätzen.
Ich notiere deshalb nie den pH-Wert allein, sondern immer die Carbonathärte daneben. Beim Nachfüllen schreibe ich dazu, mit welchem Wasser ich nachgefüllt habe. Regenwasser von Kupfer- oder Zinkdächern sowie von herbizidhaltigen Dachbahnen gilt für die Gartenbewässerung als ungeeignet oder nur eingeschränkt geeignet. Solches Wasser leite ich auch nicht in den Teich.
Wie misst du den pH-Wert von Teicherde und Wasser?
Fürs Wasser gilt bei mir eine einfache Regel: gleiche Stelle, gleiche Tageszeit, gleiches Messverfahren. Wechselst du das Verfahren, vergleichst du am Ende zwei verschiedene Dinge. In der Erde misst du mit einer geeigneten, kalibrierten Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat können unzuverlässige Ergebnisse liefern.
Bekommst du einen Laborwert, schau nach, wie gemessen wurde. Bei Kultursubstraten können Messungen in Wasser und in Calciumchloridlösung um bis zu eine pH-Stufe auseinanderliegen. Der Wert in Wasser liegt dann höher.
- Elektrode vor der Messung mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7 kalibrieren.
- In der Erde mit einer Glas-Einstichelektrode messen, nicht mit einer einfachen Metallsonde.
- Das Sumpfbeet nicht im ausgetrockneten Zustand messen.
- Bei Laborwerten nachsehen, ob in Wasser oder in Calciumchloridlösung gemessen wurde.
- pH-Wert, Carbonathärte, Datum und Uhrzeit zusammen notieren.
Der pH-Wert schwankt: erst die Ursache suchen
In den Teich gebe ich weder Kalk noch ein anderes Mittel, nur weil ein einzelner Wert auffällt. Zuerst schaue ich in mein Heft und dann an den Teich:
- Kam neues Substrat mit organischen Anteilen in den Teich?
- Wachsen Algen und Wasserpflanzen gerade besonders kräftig?
- Ist die Carbonathärte gesunken?
Nachdüngen und das Erneuern der Teicherde behandelt der Ratgeber zum Einbringen von Teicherde. Für den pH-Wert zählt dabei vor allem: Jede organische Zugabe und jeder übermäßige Phosphoreintrag kann das Gleichgewicht im Teich verschieben.
An Land ist die Reihenfolge klar: Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und HumusgehaltHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. passt. Liegt er bereits darüber, unterbleiben Kalk, kalkhaltige Dünger und Kompost. Wie du pH-Wert und Kalk im Gartenboden erst misst und dann behandelst, erklärt der Überblick zu Düngen und Boden.
Für Erden in Töpfen und Kästen gelten eigene Regeln. Dazu erfährst du, wie du den pH-Wert in Spezialerden misst und korrigierst, wie du den pH-Wert von Universalerde prüfst und anpasst und wie du Blumenerde beim pH-Wert an säureliebende und kalkliebende Pflanzen anpasst.
