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Zitruserde vs. Blumenerde: pH-Wert, Struktur und Eigenmischung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Zitruspflanzen im Kübel werden Spezialsubstrate mit pH 5,0 bis 5,5 empfohlen.
  • Zitruspflanzen reagieren empfindlich auf Staunässe, deshalb brauchen Kübel Abzugslöcher und strukturstabile Erde.
  • Selbst gemischte komposthaltige Erde ist für Zitrus oft ungeeignet, weil ihr pH-Wert häufig zu hoch liegt.
  • Gartenkalk gehört nicht in Zitruserde, denn Kalk hebt den pH-Wert an.
  • Als Orientierung kommen Zitruspflanzen im Kübel alle 2 bis 3 Jahre in frische Erde.
Drei gelbgrüne Zitronen hängen reif am Zweig zwischen glänzenden dunklen Blättern
Foto: balouriarajesh · Pixabay Content License · Quelle ↗

Eine Zitruspflanze steht meist mehrere Jahre im selben Kübel, und ihre Erde muss diese Zeit durchhalten. Passen pH-Wert oder Struktur nicht, kann sich das an gelben Blättern oder an Wasser zeigen, das unten im Topf steht. Wenn ich eine Zitrone umtopfe, schaue ich mir zuerst den alten Ballen an: wie dicht die Erde ist, wie nass sie unten ist und wie viel Wurzel ich sehe. Danach entscheide ich, ob ich Spezialerde kaufe oder selbst mische.

Zitruserde oder Blumenerde: Was unterscheidet die beiden?

Gute Blumenerde soll belüftet und strukturstabil bleiben und einen pH-Wert haben, der zu ihrer Pflanzengruppe passt. Zitruspflanzen haben eigene Ansprüche, vor allem beim pH-Wert, bei den Spurenelementen und beim Wasser. Die Übersicht stellt gegenüber, was die beiden Erden jeweils leisten sollen.

Merkmal Erde für Zitrus im Kübel Universelle Blumenerde
pH-Wert Spezialsubstrate mit pH 5,0 bis 5,5 empfohlen passend zur Pflanzengruppe; für Kultursubstrate außerhalb von Moorbeetkulturen gilt pH 5,0 bis 6,5
Struktur bei mehrjähriger Kübelkultur strukturstabil, unten ohne Verdichtung und Vernässung ausreichend belüftet und strukturstabil
Nährstoffe neben den Hauptnährstoffen sind Spurenelemente besonders wichtig Nährstoffversorgung passend zur vorgesehenen Pflanzengruppe

Die beiden pH-Bereiche überschneiden sich am unteren Ende. Eine Blumenerde kann also im passenden Bereich liegen, sie muss es aber nicht. Ob sie für deine Zitrone taugt, entscheidet die pH-Angabe auf dem Sack oder deine eigene Messung, nicht der Name der Erde. Beim Wasser kommt hinzu: Zitruspflanzen reagieren empfindlich auf Staunässe, deshalb zählt die Struktur über die ganze Standzeit im Kübel.

Woraus besteht gute Zitruserde?

Eine geeignete Kübelerde verbindet kleine Poren, die Wasser speichern, mit größeren Poren für Wasserabzug und Luft. Diese Struktur soll möglichst lange erhalten bleiben. Für mehrjährige Kübelpflanzen wie Zitrus ist deshalb strukturstabile Kübelpflanzenerde sinnvoll, damit der untere Topfbereich weder verdichtet noch vernässt. Jeder Bestandteil trägt dazu etwas anderes bei.

Bestandteil Was er beiträgt Worauf du achtest
Rindenhumus Torfersatz und Bestandteil von Pflanzerden speichert weniger Wasser als Torf; pH 4,0 bis 7,0, also nicht durchgehend sauer
Kokosmark und Kokosfasern Kokosmark hat eine günstige Wasserkapazität, Kokosfasern verbessern die Luftversorgung beide können in geeigneten Mischungen Torf ersetzen
Holzfasern Torfersatz binden Stickstoff; bei hohem Anteil kann mehr Stickstoffdüngung nötig sein
Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe kann den pH-Wert anheben und viel Phosphor, Kalium und Salz einbringen
Bims, Splitt, Blähton verbessern die Strukturstabilität von Kübelpflanzenerde Blähton nimmt selbst bei kleiner Körnung höchstens 25 Volumen-% Wasser auf
Perlit strukturstabiler mineralischer Bestandteil Blähvermiculit ist dagegen mechanisch wenig stabil
Ton bindet Nährstoffionen austauschbar und gibt sie wieder ab gebranntem Blähton fehlt diese Austauschkapazität nahezu

Beim Torf zählt das genaue Wort auf dem Sack. Torffrei ist eine Erde nur mit der Angabe torffrei oder ohne Torf, denn als torfreduziert bezeichnete Erden können noch bis zu 70 % Torf enthalten. Ein Bio-Siegel garantiert keine Torffreiheit. Mehr zu Torfersatz und Substrattypen findest du in den Grundlagen zu Erden und Substraten.

Mythos-Check

Sand macht jede Erde durchlässiger? Nicht unbedingt. In leichten Mischungen kann Sand die leichten Bestandteile zusammendrücken und dadurch den Feinporenanteil und die Wasserkapazität erhöhen. Für die Struktur im Zitruskübel nehme ich deshalb Blähton.

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Welchen pH-Wert braucht Zitruserde?

Für Zitruspflanzen im Kübel werden Spezialsubstrate mit einem pH-Wert von 5,0 bis 5,5 empfohlen. Das ist das saure Ende des Bereichs, der für Kultursubstrate allgemein gilt. Der pH-Wert entscheidet mit, was die Wurzeln aufnehmen können: Ein ungeeigneter Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen.

Liegt der pH-Wert zu hoch, kann ein Mangel an Spurennährstoffen entstehen, obwohl sie in der Erde vorhanden sind. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern passen dann zu Eisenmangel, lassen sich aber nicht immer sicher von Manganmangel unterscheiden. Auch Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress können Blätter vergilben lassen.

Gießwasser verschiebt den pH-Wert

Hartes Gießwasser kann den pH-Wert im Topf anheben und so Eisenchlorosen begünstigen. Auch tonhaltige Substrate puffern solche Veränderungen nur begrenzt. Eine Erde, die mit pH 5,0 bis 5,5 startet, bleibt deshalb nur im Zielbereich, wenn das Gießwasser sie nicht nach oben schiebt. Ich messe den pH-Wert meiner Kübelerde darum nicht nur beim Umtopfen.

pH-Wert messen statt schätzen

Für Messungen direkt im Substrat brauchst du eine geeignete, kalibrierte Glas-Einstichelektrode. Einfache Metallsonden und sehr trockenes Substrat liefern unzuverlässige Werte. Messungen in Wasser und in Calciumchloridlösung können um bis zu eine pH-Stufe voneinander abweichen, wobei der Wasserwert höher liegt. Vergleiche deshalb nur Werte, die du mit derselben Methode gemessen hast.

Marias Erfahrung

Vor dem Messen feuchte ich die Probe an, weil sehr trockenes Substrat keine verlässlichen Werte liefert. Die Elektrode kalibriere ich vorher mit Pufferlösungen bei pH 4 und pH 7. Den Messwert schreibe ich mit Datum und Messart auf das Etikett am Kübel.

Häufiger Fehler

Gartenkalk in die Zitruserde mischen. Kalk neutralisiert Säure und hebt den pH-Wert an, Zitrus-Spezialsubstrate liegen aber am sauren Ende. Mit Kalk arbeitest du also gegen den Zielbereich.

Welche Nährstoffe stecken in Zitruserde und was lieferst du nach?

Bei Zitruspflanzen ist neben den Hauptnährstoffen eine ausreichende Versorgung mit Spurenelementen besonders wichtig. Zu den Hauptnährstoffen zählen Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel. Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor sind Spurennährstoffe. Ob die Wurzeln sie bekommen, hängt nicht nur vom Gehalt ab, sondern auch von Substrat-pH, Austauschkapazität und Gießwasserqualität.

Kompostreiche torffreie Substrate können viel Phosphor enthalten, und ein Phosphatüberschuss kann die Verfügbarkeit von Eisen und Zink vermindern. Eine sehr kompostreiche Erde kann also gerade die Spurenelemente knapp machen, auf die es bei Zitrus besonders ankommt.

Vorrat in der Erde und Düngezeit

Nach dem Umtopfen in ausreichend vorgedüngte Erde braucht eine Kübelpflanze üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Danach düngst du Kübelpflanzen mit Winterruhe in ihrer Wachstumszeit, die von Ende April bis August reicht. Überwintern Zitronen oder Orangen hell und kühl bei 5 bis 10 °C, setzt du die Düngung aus. Düngerlösung kommt nur auf feuchte Erde, und die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung des Produkts.

In torffreier Erde kann trotz Vordüngung zeitweise zu wenig verfügbarer Stickstoff vorhanden sein. Organische Bestandteile wie Holzfasern binden beim Abbau Stickstoff. Außerdem kann es bei torffreien Substraten sinnvoll sein, die Nährstoffgabe je Pflanze unabhängig vom Gießrhythmus zu bemessen.

Zitrusdünger wirken neben ihrer Nährstoffwirkung zusätzlich versauernd, ähnlich wie Moorbeetdünger. Wer lieber selbst ansetzt, liest nach, wie du Zitrusdünger selbst herstellst. Kaffeesatz enthält zwar Stickstoff, Phosphor und Kalium, eine festgelegte Zitrusdüngerdosis ergibt sich daraus aber nicht.

Steht Mykorrhiza auf dem Sack, gilt: Mykorrhiza erschließt vorhandene Bodennährstoffe, bringt aber selbst keine ein. Ein solcher Zusatz ersetzt also weder die Düngung noch einen passenden pH-Wert.

Wie viel Wasser soll Zitruserde halten?

Anders als Oleander, der an heißen Tagen von einem Wasserrest im Untersetzer profitieren kann, reagieren Zitruspflanzen empfindlich auf Staunässe. Abzugslöcher und ein strukturstabiles Substrat sind deshalb die Voraussetzungen, damit sich im Kübel kein Wasser staut. Stell den Kübel auf kleine Holzkeile, damit unter dem Gefäßboden Abstand für den Wasserablauf bleibt. Nach starkem Regen kippst du angestautes Wasser zügig aus dem Untersetzer.

Eine Drainageschicht ergänzt die Abzugslöcher, sie ersetzt sie nicht. Eine etwa 3 cm hohe Blähtonschicht ist ein Beispiel für eine solche Schicht in Gefäßen mit Wasserablauf. Bei größeren Gefäßen nimmt die Schichtdicke zu.

Die Bestandteile halten unterschiedlich viel Wasser. Kokosmark hat eine günstige Wasserkapazität, während Rindenhumus weniger Wasser speichert als Torf. Eine Erde mit viel Rindenhumus kann deshalb häufigeres Gießen erfordern.

Bei torffreier Erde kann die Oberfläche trocken sein, während es unten im Topf noch nass ist. Prüfe die Feuchte deshalb vor dem Gießen tiefer im Gefäß. Wer nach der trockenen Oberfläche gießt, gießt eine Zitrone in torffreier Erde also leicht zu früh, und Staunässe verträgt sie schlecht.

Achtung

Ist ein Kübel vernässt und sind die Wurzeln noch nicht verfault, gießt und düngst du nicht, bis die Erde abgetrocknet ist und die Pflanze sich erholt. Welke Blätter sind dabei kein sicheres Gießsignal, denn auch vernässte, geschädigte Wurzeln können Welke verursachen.

Welche weiteren Handgriffe der Topferde schaden, von Verdichtung bis Lagerung, zeigen die häufigsten Fehler beim Umgang mit Blumenerde.

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Einpflanzen und umtopfen: Zitruserde in der Praxis

Als Pflegeorientierung kommen Zitruspflanzen im Kübel alle 2 bis 3 Jahre in frische Erde. Ein Anlass zum Umtopfen ist auch ein Ballen, der so stark durchwurzelt ist, dass kaum noch Erde zu sehen ist. So gehe ich vor:

  1. Ich wähle einen Topf, dessen oberer Durchmesser mindestens 2 cm größer ist als der des alten.
  2. Vorher prüfe ich, ob die Abzugslöcher frei sind, und lege bei Bedarf eine Blähtonschicht ein.
  3. Dann setze ich die Pflanze ein, fülle Erde nach und drücke sie leicht an.
  4. Oben bleibt ein Gießrand von 1 bis 2 cm frei.
  5. Zum Schluss gieße ich an und schaue, ob das Wasser unten abläuft.
  6. In vorgedüngter Erde dünge ich die ersten 4 bis 6 Wochen nicht zusätzlich.
Achtung

Erde aus einem Gefäß, in dem eine Pflanze an Wurzelfäule erkrankt war, verwendest du nicht wieder.

Kaufen, aufwerten oder selbst mischen?

Blumenerde ist auf die Pflanzengruppe abgestimmt, für die sie gedacht ist, und für viele Zimmerpflanzen eignet sich Topfpflanzenerde. Der Vergleich, ob Pflanzerde oder Blumenerde für welchen Zweck passt, ordnet die Allzweckerden ein, und was Kräutererde von normaler Blumenerde unterscheidet, zeigt ein eigener Ratgeber. Für Zitrus entscheiden zwei Fragen: Liegt der pH-Wert im empfohlenen Bereich, und bleibt die Erde im Kübel strukturstabil?

Weg Was du bekommst Was du selbst leisten musst
Zitrus-Spezialerde kaufen eine auf Zitrus ausgerichtete Mischung; mit RAL-Gütezeichen regelmäßig unabhängig geprüft, unter anderem auf pH-Wert, Nährstoffversorgung, Unkrautsamenfreiheit und Struktur Etikett lesen: torffrei oder ohne Torf, pH-Angabe mit 5,0 bis 5,5 vergleichen
Kübelpflanzenerde aufwerten eine strukturstabile Basis, die du gezielt ergänzt mineralische Zuschläge einmischen, pH-Wert messen
Komplett selbst mischen volle Kontrolle über jeden Bestandteil Kompost und Rindenhumus können hohe pH-, Phosphor-, Kalium- und Salzwerte einbringen; pH-Wert messen

Beim Preis hilft dir eine Frage weiter: Was müsstest du selbst leisten, damit eine Mischung zuverlässig im Zielbereich liegt? Kannst du den pH-Wert nicht messen, ist eine gekaufte Spezialerde mit pH-Angabe der sicherere Weg. Hast du ein kalibriertes Messgerät und eine strukturstabile Basis, kannst du gut selbst mischen.

Kauf nur so viel Erde, wie du bald verbrauchst. Länger gelagerte Blumenerde kann sich in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern und gehört dann nur gemischt mit frischer Erde in den Topf. Angebrochene Säcke lagerst du gut verschlossen, kühl und schattig.

Zitruserde selbst mischen: So gehe ich vor

Für Kräuter oder Balkonkästen gehört Kompost in die selbst gemischte Erde, in die Zitrusmischung nicht. Selbst gemischte komposthaltige Substrate haben häufig einen hohen pH-Wert und sind deshalb für Zitrusgewächse oft ungeeignet. Meine Mischung baue ich so auf:

  1. Basis: Ich nehme eine strukturstabile, torffreie Kübelpflanzenerde. Steht ein pH-Wert auf dem Sack, sollte er zu 5,0 bis 5,5 passen.
  2. Struktur: Dazu mische ich Blähton als mineralischen Zuschlag. Für langlebige Kübel- und Gehölzsubstrate gelten 30 bis 40 Volumen-% Blähton als strukturstabilisierende Beimischung.
  3. Rindenhumus: Rindenhumus ist kompostierte, zerkleinerte und nach Korngrößen sortierte Rinde, bloßer Rindenmulch ist etwas anderes und kann beim Abbau Stickstoff binden. Bei hohen Rindenhumusanteilen sollten pH-Werte unter 6 vermieden werden, weil erhöhte Manganaufnahme einen Eisenmangel auslösen kann. Für Zitrus wird aber ein Substrat mit pH 5,0 bis 5,5 empfohlen. Ein hoher Rindenhumusanteil passt deshalb nicht in eine Mischung, die auf das saure Ende zielt.
  4. Weglassen: Kompost, Gartenkalk, groben Sand und reine Gartenerde lasse ich weg. Reiner Gartenboden kann im Gefäß beim Wässern verschlämmen und verdichten.
  5. Stickstoff: Hornspäne mische ich, wenn überhaupt, vor dem Pflanzen unter, in der Menge nach Packungsangabe. In kleinen Kübeln kann ihre Wirkung verzögert und unzureichend einsetzen, weil sie erst mikrobiell abgebaut werden müssen.
  6. Prüfen: Nach dem Mischen feuchte ich eine Probe an und messe den pH-Wert. Liegt er über dem Zielbereich, tausche ich die Basis aus, statt nachzuregeln. Die Schwefelmenge für eine Absenkung ließe sich nur über eine Probesäuerung im Labor bestimmen.
Tipp

Kauf Blähton für Pflanzen, der die RAL-Höchstwerte einhält. Bei Blähton für Bauzwecke spielen die Salzgehalte keine entsprechende Rolle.

Mini-Checkliste

Bevor die Mischung in den Kübel kommt:

  • pH-Wert gemessen und mit 5,0 bis 5,5 verglichen
  • kein Kompost, kein Gartenkalk, kein grober Sand
  • Blähton für Pflanzen untergemischt
  • Abzugslöcher im Kübel frei

Beim nächsten Umtopfen schaue ich mir an, wie sich die Mischung im Kübel gehalten hat: ob sie unten verdichtet ist und wie feucht sie dort ist. Diese Beobachtung notiere ich neben dem pH-Wert auf dem Etikett.

Häufige Fragen

Was macht Zitruspflanzenerde anders als herkömmliche Blumenerde?
Für Zitruspflanzen im Kübel werden Spezialsubstrate mit pH 5,0 bis 5,5 empfohlen, also am sauren Ende dessen, was für Kultursubstrate allgemein gilt. Außerdem muss Zitruserde im Kübel über Jahre strukturstabil bleiben, weil Zitruspflanzen empfindlich auf Staunässe reagieren. Gute Blumenerde ist dagegen auf die Pflanzengruppe abgestimmt, für die sie gedacht ist. Ob sie für Zitrus passt, zeigen erst pH-Angabe und Zusammensetzung.
Warum ist der pH-Wert bei Zitruspflanzen so wichtig für die Nährstoffaufnahme?
Ein ungeeigneter pH-Wert kann Nährstoffe in schwer löslichen Verbindungen festlegen, obwohl sie in der Erde vorhanden sind. Liegt er zu hoch, kann das Spurennährstoffe wie Eisen treffen, die für Zitruspflanzen besonders wichtig sind. Gelbe junge Blätter mit grünen Adern können dann auf Eisenmangel hindeuten, lassen sich aber nicht immer von Manganmangel unterscheiden. Für Zitruspflanzen im Kübel werden Spezialsubstrate mit pH 5,0 bis 5,5 empfohlen, und hartes Gießwasser kann diesen Wert im Topf anheben.
Wie verhindert spezielle Zitruserde Staunässe?
Eine geeignete Kübelerde verbindet kleine, wasserspeichernde Poren mit größeren Poren für Wasserabzug und Luft und hält diese Struktur möglichst dauerhaft. Mineralische Zuschläge wie Bims, Splitt oder Blähton verbessern dabei die Strukturstabilität. Die Erde allein reicht aber nicht: Der Kübel braucht freie Abzugslöcher, und angestautes Wasser im Untersetzer entfernst du nach starkem Regen zügig.
Welche Spurenelemente sind besonders wichtig für gesunde Zitruspflanzen?
Bei Zitruspflanzen ist neben den Hauptnährstoffen die Versorgung mit Spurenelementen insgesamt besonders wichtig. Zu den Spurennährstoffen zählen Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor, Magnesium gehört dagegen zu den Hauptnährstoffen. Eisen kann bei zu hohem pH-Wert festgelegt werden, dann können junge Blätter zwischen grünen Adern vergilben. Bei Bor liegen Mangel und schädlicher Überschuss besonders nahe beieinander, deshalb hältst du dich an die Dosierungsanweisung des Düngers.
Wie topft man Zitruspflanzen richtig in neue Erde um?
Als Orientierung kommen Zitruspflanzen im Kübel alle 2 bis 3 Jahre in frische Erde, ein Anlass ist auch ein Ballen, in dem kaum noch Erde zu sehen ist. Der neue Topf sollte oben mindestens 2 cm mehr Durchmesser und freie Abzugslöcher haben. Drück die Erde leicht an und lass einen Gießrand von 1 bis 2 cm frei. In vorgedüngter Erde düngst du die ersten 4 bis 6 Wochen nicht zusätzlich.
Welche Alternativen gibt es zu fertig gemischter Zitruspflanzenerde?
Du kannst eine strukturstabile, torffreie Kübelpflanzenerde mit Blähton aufwerten, für langlebige Kübelsubstrate gelten 30 bis 40 Volumen-% als strukturstabilisierende Beimischung. Kompost und Gartenkalk lässt du weg, denn beide können den pH-Wert anheben, und komposthaltige Eigenmischungen sind für Zitrus oft ungeeignet. Miss den pH-Wert der fertigen Mischung mit einer kalibrierten Glaselektrode und vergleiche ihn mit den für Zitrus empfohlenen 5,0 bis 5,5.
Stimmt es, dass normale Blumenerde für alle Pflanzenarten geeignet ist?
Nein. Gute Blumenerde hat eine Nährstoffversorgung und einen pH-Wert, die zur vorgesehenen Pflanzengruppe passen. Kakteen brauchen zum Beispiel einen Sandanteil, Orchideen ein besonders luftiges Substrat und kalkempfindliche Kübelpflanzen ein Moorbeetsubstrat. Für Zitruspflanzen werden Spezialsubstrate mit pH 5,0 bis 5,5 empfohlen.
Worauf sollte man beim Kauf von Spezialerde für Zitrusbäume achten?
Achte auf die Angabe torffrei oder ohne Torf, denn ein Bio-Siegel belegt keine Torffreiheit. Das RAL-Gütezeichen steht für regelmäßige unabhängige Prüfungen, unter anderem von pH-Wert, Nährstoffversorgung und Struktur. Steht ein pH-Wert auf dem Sack, vergleiche ihn mit den für Zitrus empfohlenen 5,0 bis 5,5. Kauf nur so viel, wie du bald verbrauchst, weil sich lange gelagerte Erde in Salzgehalt, pH-Wert und Struktur verändern kann.
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