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Rasendünger für Zier-, Spiel- und Schattenrasen: wie viel Stickstoff welcher Typ braucht

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Gebrauchs- und Spielrasen im Hausgarten setzt du 6 bis 10 g Stickstoff je m² und Jahr an.
  • Zierrasen liegt mit Jahresansätzen von 15 bis 25 g Stickstoff je m² deutlich darüber.
  • Je Gabe gelten höchstens 5 g Stickstoff je m² bei Kurzzeitdüngern und 10 g bei Langzeitdüngern.
  • In tiefem Schatten lässt sich kein dauerhaft dichter Rasen erhalten; Schattenrasen mit Poa supina braucht vor allem ausreichend Wasser.
  • Mulchmähen mit liegen bleibendem Schnittgut kann den Düngebedarf um 30 bis 50 % senken.

Auf dem Düngersack steht eine Streumenge je Quadratmeter. Ob deine Fläche ein Zierrasen, ein Spielrasen oder ein Schattenrasen ist, steht dort nicht. Genau davon hängt aber ab, wie viel Stickstoff im Jahr sinnvoll ist. Ein Zierrasen bekommt deutlich mehr als der Spielrasen im Hausgarten, und in tiefem Schatten lässt sich ein dauerhaft dichter Rasen gar nicht erhalten.

Ich schaue deshalb zuerst auf die Fläche und ihre Nutzung und erst danach auf die Zahlen auf dem Sack. Dieser Ratgeber bleibt bei Zier-, Spiel- und Schattenrasen. Wie du Trocken- und Sportrasen versorgst, liest du im Überblick über alle Rasentypen.

Wie viel Stickstoff braucht welcher Rasentyp?

Bei der Düngung unterscheiden sich die Rasentypen vor allem im Jahresansatz für Stickstoff. Gemeint ist die Menge je Quadratmeter, die über ein ganzes Jahr zusammenkommt.

Rasentyp Stickstoff je m² und Jahr Was dazu gehört
Gebrauchs- und Spielrasen im Hausgarten 6 bis 10 g gewöhnliche Nutzung im Garten
Zierrasen 15 bis 25 g 15 bis 20 g als Pflegeansatz, 25 g als Bedarf vor Anrechnung der Bodenversorgung
Strapazierrasen 15 bis 30 g stark beanspruchte Flächen
Schattenrasen nach Nutzung und Bodenbefund in tiefem Schatten hält sich kein dauerhaft dichter Rasen

Die Spanne des Spielrasens endet unter der des Zierrasens: Wer seinen Spielrasen wie einen Zierrasen düngt, streut mehr Stickstoff, als für ihn angesetzt ist.

Im Landschaftsbau staffelt eine Bedarfstabelle den Jahresstickstoff zusätzlich nach Bodenart und Belastung. Auf Sand liegen die Werte dort höher als auf Lehm oder Ton. Wie du die Rasendüngung auf sandige, lehmige oder saure Böden abstimmst, zeigt der Ratgeber zu schwierigen Böden.

Zahl im Blick

Je Gabe gelten beim Rasen fachliche Obergrenzen: höchstens 5 g Stickstoff je m² mit Kurzzeitdünger und höchstens 10 g je m² mit Langzeitdünger. Das sind Höchstmengen, keine Sollgaben, die du jedes Mal ausschöpfen musst.

Vom Stickstoff zur Streumenge

Die NPK-Angabe auf dem Sack nennt zuerst den Stickstoff in Prozent, danach Phosphat als P₂O₅ und Kaliumoxid als K₂O. Mit dem Stickstoffgehalt rechnest du aus, wie viel Dünger auf einen Quadratmeter gehört.

Kurz erklärt

Die Streumenge in g/m² ist der gewünschte Stickstoff in g/m² mal 100, geteilt durch den Stickstoffgehalt des Düngers in Prozent. Willst du 6 g Stickstoff je m² geben und enthält der Dünger 20 % Stickstoff, ergibt das 30 g Dünger je m².

Die Packungsempfehlung setzt einen optimal versorgten Boden voraus. Gibst du zusätzlich Kompost oder anderen Dünger, passt du die Menge an. Ich wiege die Menge für einen Quadratmeter einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher, weil sich Dünger im Schüttgewicht unterscheiden.

Zierrasen: mehr Stickstoff, auf mehrere Gaben verteilt

Zierrasen soll vor allem dicht und gleichmäßig grün aussehen. Für ihn liegen die Jahresansätze bei 15 bis 25 g Stickstoff je m². Als Pflegeansatz gelten 15 bis 20 g. Die 25 g beschreiben den Bedarf, bevor die Versorgung aus dem Boden angerechnet ist.

Was dein Boden an mineralischem Stickstoff mitbringt und während der Saison nachliefert, ziehst du davon ab. Eine Standarduntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH liefert dafür allerdings keinen Nmin-Wert. Den musst du beim Labor gesondert bestimmen lassen.

Weil eine Gabe Langzeitdünger höchstens 10 g Stickstoff je m² bringen soll und schon der untere Pflegeansatz darüber liegt, verteilst du den Jahresansatz beim Zierrasen auf mehrere Gaben.

Marias Erfahrung

Ich führe für jede Rasenfläche einen Zettel mit Datum, Dünger und Stickstoffmenge je Quadratmeter. Vor jeder Gabe sehe ich so, wie viel vom Jahresansatz schon gestreut ist.

Welcher Dünger passt zum Zierrasen?

Für die Frühjahrsversorgung von Rasen werden Depotdünger mit einer angegebenen Wirkungsdauer von 3 bis 4 Monaten empfohlen. Hat der Rasen im Frühjahr bedarfsgerecht Depotdünger bekommen, kann die nächste Düngung Ende Juni oder Anfang Juli folgen. Wie lange ein Depotdünger wirkt, steht auf der Verpackung.

Auch Kompost kommt infrage: Für Rasen gelten etwa 2 l je m² als Orientierung. Dafür eignet sich abgesiebter Kompost mit Bestandteilen kleiner als 10 bis 15 mm. Seine Nährstoffe rechnest du bei der weiteren Düngung mit.

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Wie düngst du einen Spielrasen?

Für gewöhnlichen Gebrauchs- und Spielrasen im Hausgarten setzt du 6 bis 10 g Stickstoff je m² und Jahr an. Bei normalem Hausrasen gibst du im Frühjahr 4 bis 5 g Stickstoff je m². Eine zweite Gabe mit 5 g Stickstoff je m² folgt Ende Juni bis Anfang Juli. Den übrigen Nährstoffbedarf beachtest du dabei gesondert.

Mähst du regelmäßig mit dem Mulchmäher und bleibt das fein zerkleinerte Schnittgut liegen, kann der Düngebedarf um 30 bis 50 % sinken. Die Halme führen dem Rasen dabei Nährstoffe zurück. Wie du Düngen und Mähen aufeinander abstimmst, steht im Ratgeber zum Rasenmähen.

Für stark beanspruchten Strapazierrasen werden dagegen 15 bis 30 g Stickstoff je m² und Jahr angesetzt. Dieser höhere Ansatz gehört zu Flächen mit starker Beanspruchung, nicht zum gewöhnlichen Spielrasen im Hausgarten. Nach dem Streuen fege ich Körner von Weg und Terrasse zurück auf den Rasen.

Sicher düngen, wo Kinder und Tiere spielen

Achtung

Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, ruf das Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an. Besteht bei einem Tier Vergiftungsverdacht, kontaktierst du sofort die Tierarztpraxis und bringst die Verpackung mit. Gib keine Hausmittel und löse kein Erbrechen aus.

Organische Dünger können Rizinusschrot enthalten. Ist er nicht ausreichend erhitzt, kann er bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Ein Kaninchenauslauf bleibt ungedüngt und frei von Pflanzenschutzmitteln. Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Worauf du bei Rasendünger mit Haustieren achtest, steht in einem eigenen Ratgeber.

Was braucht ein Schattenrasen?

Im Schatten entscheiden Licht und Wasser mit, ob sich überhaupt ein dichter Rasen hält. In tiefem Schatten lässt sich kein dauerhaft dichter Rasen erhalten. Schattenrasenmischungen mit Poa supina brauchen intensive Pflege und vor allem ausreichende Bewässerung. Den Stickstoff bemesse ich im Schatten nach der Nutzung der Fläche und nach dem Bodenbefund.

Wasser zuerst prüfen

Wurzeln nehmen Nährsalze in Wasser gelöst auf. Deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome verursachen, obwohl die Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Weil Schattenrasen mit Poa supina ausreichend Wasser braucht und Trockenheit wie Nährstoffmangel aussehen kann, prüfst du bei blassem Schattenrasen zuerst die Wasserversorgung.

Die Bewässerung passt du an die Bodenfeuchte und an die Niederschläge an, die ein Regenmesser erfasst. Gewässert wird vorzugsweise frühmorgens. Ist der Rasen trocken, gibst du je nach Boden etwa 15 bis 25 l Wasser je m². Damit soll der Wurzelraum 10 bis 15 cm tief durchfeuchtet werden. Ich stelle den Regenmesser direkt auf die Schattenfläche.

Schatten unter Obstbäumen

Wirft ein Obstbaum den Schatten, konkurrieren die Gräser mit ihm um Wasser und Nährstoffe. Für kleinkronige Obstbäume im Rasen ist eine Baumscheibe von etwa 1 m Durchmesser sinnvoll, um diese Konkurrenz zu vermindern. Wo unter Gehölzen kein dichter Rasen zu halten ist, kann der Gehölzbereich mit nährstoffarmem Rindenhumus gemulcht werden.

Kalium, Magnesium und die Bodenprobe

Magnesium brauchen Rasengräser für den Aufbau des Blattgrüns. Ein hohes Kaliumangebot kann die Magnesiumaufnahme jedoch beeinträchtigen. Wer im Schatten pauschal Kalium nachlegt, riskiert also, dem Gras ausgerechnet das Magnesium für das Blattgrün schwerer zugänglich zu machen.

Ob Kalium oder Magnesium fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium. Der pH-Wert allein ersetzt keine Untersuchung des Magnesiumgehalts. Ist der Boden hoch mit Phosphat versorgt und fehlt Kalium oder Magnesium, sind gezielte Einzelnährstoffdünger sinnvoller als ein zusätzlicher NPK-Dünger.

Häufiger Fehler

Dünne, blasse Stellen im Schatten sofort mit zusätzlichem Dünger beantworten. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können ähnliche Symptome verursachen wie ein Nährstoffmangel. Bevor ich nachdünge, steche ich mit dem Spaten eine Probe aus und schaue mir Feuchte, Verdichtung und Wurzeln an.

Was gilt für alle drei Rasentypen?

Ausführlich stehen die Grundlagen im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost mit den Abschnitten zu Nährstoffen, Düngerarten, Bodenanalyse und Düngezeitpunkt. Hier steht nur, was davon den Rasen direkt betrifft.

Nährstoffe und Düngerarten

Stickstoff braucht der Rasen für das Wachstum der Blätter, Phosphor wirkt im Energiehaushalt und Kalium regelt den Wasserhaushalt. Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Bei Frost, Trockenheit oder Staunässe setzen organische Dünger wenig Nährstoffe frei. Welche Nährstoffe im Rasendünger stecken und woran du ihren Mangel erkennst, zeigt die Nährstoffanalyse für Rasen.

Bodenprobe und pH-Wert

Für die Mischprobe genügen auf Rasenflächen 8 bis 10 cm Einstichtiefe. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Wie du die Probe nimmst und den Befund liest, erklärt der Grundlagenratgeber in den Abschnitten Boden kennen sowie pH-Wert und Kalk.

Zeitpunkt im Jahr

Im Garten ist die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vorzuziehen, damit weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Normaler Hausrasen braucht keine generelle Herbstdüngung; zeigt die Bodenprobe eine Unterversorgung mit Kalium, kann er von Mitte Oktober bis Ende November Kalium bekommen. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du gar nicht, sondern erst wieder bei ausreichender Feuchtigkeit und sichtbarem Wachstum.

Ausbringen und einwässern

Im Frühjahr mähst du zuerst und entfernst das Schnittgut, dann folgt die Düngung. Streudünger gehört auf feuchten Boden, aber nicht auf nasse Halme, weil anhaftender Dünger Ätzschäden verursachen kann. Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung gibst du etwa 5 bis 10 l Wasser je m², damit sich der Dünger annähernd auflöst.

Überdüngung und Umwelt

Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Was der Rasen nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden, und auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten. Welche verbreiteten Annahmen über Rasendünger nicht stimmen, prüft der Ratgeber zu Rasendünger-Mythen; Ursachen und Abhilfe bei Überdüngung stehen im Grundlagenabschnitt Mangel und Überdüngung.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Rasendüngung zwischen Zierrasen, Spielrasen und Schattenrasen?
Die Rasentypen unterscheiden sich vor allem in der Jahresmenge Stickstoff. Für gewöhnlichen Gebrauchs- und Spielrasen im Hausgarten werden 6 bis 10 g Stickstoff je m² und Jahr angesetzt. Zierrasen liegt mit Jahresansätzen von 15 bis 25 g je m² deutlich darüber. Beim Schattenrasen entscheiden Licht und Wasser mit, denn in tiefem Schatten lässt sich kein dauerhaft dichter Rasen erhalten.
Welche speziellen Anforderungen stellt ein Spielrasen an die Nährstoffversorgung?
Für einen gewöhnlichen Spielrasen im Hausgarten wird weniger Stickstoff angesetzt als für Zierrasen, nämlich 6 bis 10 g je m² und Jahr. Für stark beanspruchten Strapazierrasen liegen die Ansätze dagegen bei 15 bis 30 g Stickstoff je m² und Jahr. Mulchmähen mit liegen bleibendem, fein zerkleinertem Schnittgut kann den Düngebedarf um 30 bis 50 % senken. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger aufgenommen, rufst du das Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an.
Wie muss die Düngung bei Schattenrasen angepasst werden?
Im Schatten prüfst du zuerst Licht und Wasser, denn in tiefem Schatten lässt sich kein dauerhaft dichter Rasen erhalten. Schattenrasenmischungen mit Poa supina brauchen intensive Pflege und vor allem ausreichende Bewässerung. Trockenheit, Staunässe oder Verdichtung können ähnliche Symptome wie ein Nährstoffmangel verursachen. Ob wirklich etwas fehlt, zeigt eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium.
Langzeitdünger oder Flüssigdünger: Welche Variante eignet sich wann?
Für die Frühjahrsversorgung von Rasen werden Depotdünger empfohlen, die je nach Produkt etwa 3 bis 4 Monate wirken. Eine Gabe Langzeitdünger soll dabei höchstens 10 g Stickstoff je m² bringen. Ist ein Nährstoffmangel festgestellt, kann eine passende Flüssigdüngung die Versorgung rasch verbessern. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du den Rasen gar nicht, sondern wartest auf ausreichende Feuchtigkeit und sichtbares Wachstum.
Wann ist der beste Zeitpunkt im Jahr für die verschiedenen Rasendüngungen?
Bei üblichem Gartenrasen liegt die erste Düngung im Frühjahr, mit 4 bis 5 g Stickstoff je m². Eine zweite Gabe mit 5 g Stickstoff je m² folgt Ende Juni bis Anfang Juli. Eine Herbstdüngung ist bei normalem Hausrasen nicht generell nötig, einen Kaliumbedarf klärt eine Bodenprobe. Kaliumunterversorgter Rasen kann von Mitte Oktober bis Ende November eine Kaliumgabe erhalten.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu einem besseren Rasen führt?
Nein. Je Gabe gelten für Rasen fachliche Obergrenzen, bei Langzeitdüngern höchstens 10 g Stickstoff je m², und das sind Höchstmengen, keine Sollgaben. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung Pflanzen und Umwelt belasten.
Was unterscheidet Rasendünger von normalem Gartendünger oder Pflanzendünger?
Entscheidend ist das Nährstoffverhältnis, weniger der Name auf der Packung. Reine Rasen-, Blumen- oder Tomatendünger können auch für andere Kulturen geeignet sein, wenn ihr Nährstoffverhältnis passt. Für den Rasen rechnest du die Streumenge über den Stickstoffgehalt: gewünschter Stickstoff in g/m² mal 100, geteilt durch den Stickstoffgehalt des Düngers in Prozent.
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