Rasen düngen und mähen: Warum du vorher mähst und Mulchschnitt anrechnest
- Vor der Frühjahrsdüngung mähst du den Rasen und räumst das Schnittgut ab, erst danach wird gestreut.
- Streudünger gehört auf feuchten Boden, nicht auf nasse Halme, weil dort Ätzschäden entstehen können.
- Regelmäßiges Mulchmähen mit fein zerkleinertem Schnitt kann den Düngebedarf des Rasens um 30 bis 50 % senken.
- Für üblichen Gartenrasen sind im Frühjahr 4 bis 5 g und Ende Juni bis Anfang Juli 5 g Stickstoff je m² vorgesehen.
- Bei großer Hitze und Trockenheit wird nicht gedüngt, und eine Herbstdüngung ist bei normalem Hausrasen nicht generell nötig.
Du willst den Rasen düngen, und das Gras steht schon hoch? Dann kommt zuerst der Mäher. Bei der Frühjahrspflege mähst du, räumst das Schnittgut ab und streust erst danach den Dünger. Ich lege Mähtag und Düngetag deshalb zusammen und leere den Fangkorb, bevor ich den Streuer fülle.
Wie viel Dünger dein Rasen danach braucht, hängt stark davon ab, wie du mähst. Bleibt der Schnitt als Mulch liegen, kann der Bedarf deutlich sinken. Landet er im Fangkorb, verlässt mit jedem Schnitt ein Teil der Nährstoffe die Fläche.
Rasen düngen: vorher mähen oder nachher?
Vorher. Zur Frühjahrspflege gehört, den Rasen zuerst zu mähen und das Schnittgut zu entfernen, bevor die Düngung folgt. Streudünger soll auf feuchten Boden gelangen und nicht auf feuchten Pflanzenteilen liegen bleiben, denn dort kann er Ätzschäden verursachen. Wer vorher mäht und abräumt, sorgt also dafür, dass die Körner den Boden erreichen, statt in nassem Schnittgut oder an hohen Halmen hängen zu bleiben.
Den passenden Moment erkennst du am Boden und am Gras. Ich mähe, räume ab und streue, wenn der Boden feucht ist und die Halme abgetrocknet sind. Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung gibst du etwa 5 bis 10 l Wasser je m², damit sich der Dünger annähernd auflöst. Wie viel Wasser der Rasen danach und in Trockenphasen braucht, erklärt der Ratgeber dazu, wie du den Rasen nach dem Düngen richtig bewässerst.
Den nächsten Schnitt setzt du an, wenn sich die Körner nach dem Wässern aufgelöst haben und das Gras sichtbar nachwächst.
Rasen gemäht und Schnittgut abgeräumt · Boden feucht, Halme abgetrocknet · keine Hitze- oder Trockenphase · Düngermenge abgewogen · mineralischen Dünger nach dem Streuen eingewässert
Dünger auf taunasses, frisch gemähtes Gras streuen oder das Schnittgut liegen lassen. Die Körner haften dann an feuchten Pflanzenteilen, und genau dort können Ätzschäden entstehen.
Mulchmähen oder Fangkorb: Was ändert sich beim Düngen?
Mulchmähst du, bleibt der fein zerkleinerte Schnitt liegen und gibt seine Nährstoffe an den Rasen zurück. Regelmäßig gemulcht, kann das den Düngebedarf des Rasens um 30 bis 50 % senken. Dafür müssen beide Bedingungen erfüllt sein: Der Schnitt ist fein zerkleinert, und er bleibt auf der Fläche.
Mit dem Fangkorb nimmst du diese Nährstoffe bei jedem Schnitt mit. Artenreiche Blumenwiesen werden auf genau diesem Weg ausgemagert: Sie bekommen keine regelmäßige Rasendüngung, und das Mähgut wird abgefahren. Für deinen Rasen heißt das: Wer konsequent abräumt, muss mit dem vollen Düngebedarf rechnen, wer regelmäßig mulcht, kann mit deutlich weniger auskommen.
Ich rechne den Mulchschnitt deshalb in meine Düngeplanung ein und schaue vor jeder Gabe auf Farbe und Dichte der Narbe.
Den Schnitt aus dem Fangkorb kannst du weiterverwenden. Angewelkt und dünn verteilt, dient er auf Beeten als Mulch und liefert dort Stickstoff nach, den du bei weiteren Düngergaben für diese Beete berücksichtigst. Für den Kompost lässt du ihn ebenfalls anwelken und mischst ihn mit lockerem, trockenem Strukturmaterial. So verdichtet er nicht zu einer nassen, faulenden Masse.
Den Schnitt aus dem Fangkorb breite ich zuerst zum Anwelken aus. Danach verteile ich ihn dünn zwischen den Gemüsereihen und lasse Saatrillen und kleine Jungpflanzen frei.
Wie viel Dünger pro Gabe?
Für eine einzelne Rasengabe gibt es fachliche Obergrenzen. Bei Kurzzeitdüngern liegt die Grenze bei 5 g Stickstoff je m². Für LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. sind es höchstens 10 g Stickstoff je m². Beides sind Höchstmengen und keine Mengen, die dein Rasen pauschal braucht. Gibst du von einem sofort wirksamen Streudünger zu viel, drohen SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum., die Wurzeln bis zum Absterben schädigen können.
Die Produktmenge leitest du aus dem Stickstoffwert ab: Stickstoff in g/m² mal 100, geteilt durch den Stickstoffgehalt des Düngers in Prozent. Den Stickstoffgehalt findest du als erste Angabe der NPK-Deklaration auf dem Sack.
Sollen 6 g Stickstoff je m² auf den Rasen und enthält der Dünger 20 % Stickstoff, rechnest du 6 × 100 : 20. Das ergibt 30 g Dünger je m².
Die Packungsempfehlung setzt eine passende Bodenversorgung voraus. Mulchschnitt, Kompost und andere Dünger rechnest du an, sonst summieren sich die Gaben. Für Rasen liegt die Kompostorientierung bei etwa 2 l je m². Nimm dafür abgesiebten Kompost mit Bestandteilen kleiner als 10 bis 15 mm.
Wiege die Düngermenge für deine Fläche einmal ab und markiere die Füllhöhe am Messbecher. Dünger unterscheiden sich im Schüttgewicht, deshalb gilt die Markierung nur für genau dieses Produkt.
Wie viel ein Rasen übers Jahr braucht, hängt stark von Typ und Nutzung ab: Für gewöhnlichen Gebrauchs- und Spielrasen im Hausgarten werden 6 bis 10 g Stickstoff je m² und Jahr angesetzt. Zierrasen und stark beanspruchter Strapazierrasen liegen deutlich darüber, und im tiefen Schatten bleibt kein Rasen dauerhaft dicht. Was das für einzelne Flächen bedeutet, erklärt der Ratgeber, wie du Rasendünger auf Zier-, Spiel- und Schattenrasen abstimmst. Für weitere Typen bis zum Sportrasen zeigt ein eigener Überblick, welche Düngermengen und Intervalle zu welchem Rasentyp passen.
Düngen und Mähen im Jahreslauf
| Zeitpunkt | Mähen und Düngen |
|---|---|
| Frühjahr, sobald der Rasen wächst | zuerst mähen und Schnittgut abräumen, dann 4 bis 5 g Stickstoff je m² oder ein DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. mit 3 bis 4 Monaten Wirkungsdauer |
| Ende Juni bis Anfang Juli | zweite Gabe mit 5 g Stickstoff je m², nicht auf nasse Halme streuen |
| große Hitze und Trockenheit | nicht düngen, bis der Boden wieder feucht ist und das Gras sichtbar wächst |
| Herbst | keine generelle Herbstdüngung; Kalium nur bei nachgewiesener Unterversorgung, Mitte Oktober bis Ende November |
| Neuanlage | erster Schnitt bei 8 bis 10 cm Wuchshöhe auf mindestens 5 cm, danach 5 g Stickstoff je m² bei ausreichender Grundversorgung |
Frühjahr: erst der Schnitt, dann die Hauptgabe
Sobald der Rasen wächst, mähst du ihn zum ersten Mal und räumst das Schnittgut ab. Danach folgt die Frühjahrsgabe, für üblichen Gartenrasen mit 4 bis 5 g Stickstoff je m². Alternativ eignet sich für die Frühjahrsversorgung ein Depotdünger mit einer angegebenen Wirkungsdauer von 3 bis 4 Monaten. Im Hausgarten ziehst du die Frühjahrsdüngung der Herbstdüngung vor, weil dabei weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Bei niedrigen Temperaturen setzt die Wirkung organischer und mineralischer Langzeitdünger allerdings stärker verzögert ein.
Sommer: zweite Gabe und Pause bei Hitze
Hast du im Frühjahr bedarfsgerecht mit Depotdünger versorgt, ist die nächste Gabe Ende Juni oder Anfang Juli dran. Für normalen Gartenrasen sind dann 5 g Stickstoff je m² vorgesehen, den übrigen Nährstoffbedarf beurteilst du gesondert. Ich mähe auch vor dieser Gabe zuerst, damit der Dünger auf den Boden fällt und nicht an Halmen hängen bleibt.
Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du den Rasen nicht. Eine bedarfsgerechte Gabe kommt erst wieder infrage, wenn der Boden ausreichend feucht ist und das Gras sichtbar wächst. Gräser nehmen Nährsalze über die Wurzeln als Lösung im Bodenwasser auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, auch wenn Nährstoffe im Boden vorhanden sind. Vergilbt der Rasen in einer Trockenphase, ist eine weitere Düngergabe also keine zuverlässige Hilfe.
Herbst: Kalium nur nach Bodenprobe
Normal genutzter Hausrasen braucht im Herbst nicht grundsätzlich eine weitere Düngung. Ob dem Boden Kalium fehlt, klärt eine Bodenuntersuchung. Ist der Rasenboden mit Kalium unterversorgt, kann der Rasen von Mitte Oktober bis Ende November eine Kaliumgabe bekommen. Weitere verbreitete Annahmen zu Menge, Düngerwahl und Zeitpunkt prüft der Ratgeber dazu, welche gängigen Annahmen über Rasendünger nicht stimmen.
Neuer Rasen: erster Schnitt vor der ersten Düngung
Nach der Aussaat darf die obere Bodenschicht in den ersten 3 bis 4 Wochen nicht austrocknen, halte sie gleichmäßig feucht. Gemäht wird zum ersten Mal, wenn das Gras 8 bis 10 cm hoch steht. Dabei schneidest du auf nicht weniger als 5 cm zurück. Ist der Boden ausreichend grundversorgt, bekommt der junge Rasen nach diesem ersten Schnitt eine Stickstoffgabe von 5 g je m². Der erste Schnitt steht also auch bei der Neuanlage vor der ersten Düngung.
Nährstoffe, Düngerform und Bodenprobe kurz eingeordnet
Stickstoff braucht das Gras für das Wachstum von Blättern und Trieben, PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. wirkt im Energiehaushalt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Rasengräser brauchen außerdem MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose., um Blattgrün aufzubauen; es zählt ebenfalls zu den HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund.. Wie du die NPK-Angabe liest und den Bedarf einschätzt, erklärt der Grundlagenratgeber zu Nährstoffen, Düngerarten und Bodenanalyse.
Organische Dünger müssen erst mikrobiell abgebaut werden und setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Leicht lösliche Mineraldünger wirken rasch, umhüllte Depotdünger geben ihre Nährstoffe durch die Hülle verzögert ab. Für die Entscheidung zwischen beiden hilft der Vergleich, ob Langzeit- oder Schnelldünger besser zu deinem Rasen passt.
Für eine Bodenprobe aus dem Rasen genügen 8 bis 10 cm Einstichtiefe. Die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. setzt sich aus 10 bis 15 gleichmäßig verteilten Einstichen zusammen, Wege und Ränder sparst du aus. Wie du die Probe vorbereitest und das Ergebnis liest, steht im selben Grundlagenratgeber.
Was der Rasen nicht aufnimmt, kann ausgewaschen werden. Gelangt zu viel Phosphor in Gewässer, wachsen dort verstärkt Algen und Wasserpflanzen, deren Abbau Sauerstoff verbraucht. Wie du ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. erkennst und ihre Ursache klärst, behandelt der Grundlagenratgeber im Abschnitt zu Mangel und Überdüngung.
Kinder und Haustiere auf dem gedüngten Rasen
Feste Dünger lagerst du trocken und verpackt oder abgedeckt. Steckt in einem organischen Dünger Rizinusschrot, der nicht ausreichend erhitzt wurde, kann er Hunde schwer vergiften. Ein Kaninchenauslauf muss ungedüngt und frei von Pflanzenschutzmitteln bleiben. Worauf du sonst achtest, erklärt der Ratgeber, wie du düngst, ohne Hunde, Katzen und andere Haustiere zu gefährden.
Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine größere Menge Dünger aufgenommen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis. Bei Vergiftungsverdacht bei einem Tier rufst du sofort eine Tierarztpraxis an und bringst die Düngerverpackung mit. Gib dem Tier keine Hausmittel und löse kein Erbrechen aus.

