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Rasendünger und Haustiere: So schützt du Hund, Katze und Kaninchen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ein Kaninchenauslauf bleibt ungedüngt und frei von Pflanzenschutzmitteln, auch Kompost gehört nicht darauf.
  • Organisch heißt nicht harmlos: Nicht ausreichend erhitzter Rizinusschrot in organischen Düngern kann bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen.
  • Am Streutag bleiben die Tiere drinnen, danach suchst du Kanten, Fugen und Wege nach Körnern ab.
  • Regelmäßiges Mulchmähen kann den Düngebedarf des Rasens um 30 bis 50 % senken.
  • Bei Vergiftungsverdacht sofort die Tierarztpraxis anrufen und die Verpackung mitnehmen, keine Hausmittel geben und kein Erbrechen auslösen.

Rasendünger landet genau dort, wo Hund, Katze und Kaninchen laufen, liegen und grasen. Deshalb plane ich jeden Streutag so, dass die Tiere in dieser Zeit nicht auf die Fläche kommen. Den Kaninchenauslauf lasse ich beim Düngen ganz aus.

Auch ein Rasen, auf dem deine Tiere spielen, braucht Nährstoffe. Wie viel du streust und welcher Düngertyp passt, klärt der Faktencheck zu verbreiteten Irrtümern über Rasendünger; hier geht es darum, wie deine Tiere dabei sicher bleiben.

Rasendünger und Kaninchen: Der Auslauf bleibt ungedüngt

Für Kaninchen ist die Sache eindeutig: Ihr Auslauf muss ungedüngt und frei von Pflanzenschutzmitteln sein. Kaninchen fressen genau das Gras, auf das der Dünger fallen würde. Das gilt für mineralischen wie für organischen Rasendünger.

Kompost liefert Stickstoff, Phosphat, Kalium und weitere Nährstoffe, und der Auslauf soll ungedüngt bleiben. Eine Kompostschicht für das abgefressene Gras gehört deshalb ebenfalls nicht auf diese Fläche.

So setze ich das um: Der Auslauf liegt auf einem Rasenstück, das ich dauerhaft aus der Rasendüngung herausnehme. Ein mobiles Gehege stelle ich nur auf Flächen, die ich nicht dünge. Am Übergang zur gedüngten Fläche halte ich beim Streuen Abstand und gehe die Grenze danach ab, ob Körner hinübergesprungen sind. Für Meerschweinchen im Freigehege handhabe ich es genauso.

Marias Erfahrung

Ich markiere die Grenze des ungedüngten Kaninchenstreifens mit Pflanzstäben, bevor ich den Streuer fülle. So sehe ich auch beim Streuen am Rand, wo Schluss ist.

Hund und Katze: Organischer Dünger ist nicht automatisch harmlos

Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Über die Sicherheit für deine Tiere entscheidet diese Einteilung allein nicht. Enthält ein organischer Dünger Rizinusschrot, der nicht ausreichend erhitzt wurde, kann er bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Auch handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei: Bei amtlichen Kontrollen von Kleingartenprodukten wurden Salmonellen nachgewiesen.

Bevor ich einen organischen Dünger kaufe, lese ich die Zusammensetzung auf der Packung. Steht dort Rizinusschrot, nehme ich in einem Garten mit Hund ein anderes Produkt. Auf Werbewörter wie „haustierfreundlich“ verlasse ich mich dabei nicht, sondern auf die Zusammensetzung. Für Katzen, die über den frisch gestreuten Rasen laufen, gilt am Streutag dasselbe Vorgehen wie für Hunde.

Unabhängig von der Tierfrage kannst du nachlesen, wie sich organischer und mineralischer Rasendünger in Wirkung und Handhabung unterscheiden.

Mythos-Check

„Organischer Dünger ist für Tiere unbedenklich.“ So pauschal stimmt das nicht. Organisch beschreibt die Herkunft der Rohstoffe, nicht die Verträglichkeit für dein Tier. Ob ein Sack in einen Garten mit Hund passt, zeigt dir erst die Zusammensetzung.

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So düngst du den Rasen, wenn Tiere ihn nutzen

Erst den Bedarf klären

Was Stickstoff, Phosphor und Kalium im Rasen leisten, erklären die Grundlagen zu Nährstoffen, NPK und Bedarf. Für dich als Tierhalter zählt vor allem, keine Gabe zu streuen, die der Boden gar nicht braucht.

Eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium zeigt dir, ob dein Rasen unter- oder überversorgt ist. Bei Rasenflächen genügen für die Probe 8 bis 10 cm Einstichtiefe. Ist ein Nährstoff sehr hoch versorgt, kann seine Düngung vorübergehend ganz entfallen. Normaler Hausrasen braucht keine generelle Herbstdüngung, und ob Kalium fehlt, klärst du über die Bodenprobe. Jeder Streudurchgang, den du dir so sparst, ist ein Tag weniger, an dem deine Tiere von der Fläche fernbleiben müssen.

Rasen-Langzeitdünger können je nach Produkt etwa 3 bis 4 Monate versorgen. Ob Langzeit- oder Schnelldünger besser zu deinem Rasen passt, steht in einem eigenen Ratgeber.

Am Streutag

Bei der Frühjahrspflege mähst du zuerst und räumst das Schnittgut ab, danach folgt die Düngung. Ich fülle den Streuer auf der Terrasse, nicht auf dem Rasen, und kehre verschüttete Körner sofort zusammen. Bevor ich losgehe, sind die Tiere im Haus und die Gartentür ist zu.

Streu auf feuchten Boden, aber bei trockenen Halmen. Auf nassen Pflanzenteilen bleibt Dünger haften und kann Ätzschäden verursachen. Bei großer Hitze und Trockenheit düngst du den Rasen nicht. Du wartest, bis der Boden wieder ausreichend feucht ist und der Rasen sichtbar wächst. Die Dosierung auf der Packung hältst du ein. Sie setzt eine passende Bodenversorgung voraus und darf nicht unverändert zu weiteren Dünger- oder Kompostgaben dazukommen.

Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung gibst du etwa 5 bis 10 l Wasser je m², damit sich der Dünger annähernd auflöst. Danach gehe ich die Rasenkanten ab und suche Pflaster, Fugen und Beeteinfassungen nach Körnern ab. Was ich finde, sammle ich ein. Die Tiere lasse ich erst wieder auf den Rasen, wenn ich keine Körner mehr sehe. Steht in der Gebrauchsanweisung ein Hinweis zu Haustieren, hat er Vorrang.

Mini-Checkliste

Rasen mähen und Schnittgut abräumen. Tiere ins Haus holen. Streuer auf befestigtem Boden füllen. Nur auf feuchten Boden mit trockenen Halmen streuen. Kaninchenauslauf aussparen. Einwässern. Kanten, Fugen und Wege nach Körnern absuchen. Sack verschließen und wegstellen.

Weniger Dünger auf der Spielfläche

Zahl im Blick

Regelmäßiges Mulchmähen, bei dem fein zerkleinertes Schnittgut liegen bleibt, kann den Düngebedarf deines Rasens um 30 bis 50 % senken.

Anders als beim Frühjahrsschnitt vor dem Düngen bleiben beim Mulchmähen die fein zerkleinerten Halme auf der Fläche. Sie führen dem Rasen Nährstoffe zurück, ohne dass du etwas streust. Weniger Bedarf heißt weniger Dünger auf der Fläche, auf der deine Tiere liegen und spielen. Im Ratgeber dazu erfährst du, wie du Mähen und Düngen aufeinander abstimmst.

Klee gehört zu den Leguminosen, die mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden können. Wie viel Dünger ein Rasen mit Kleeanteil dadurch spart, lässt sich nicht pauschal beziffern.

Auch Kompost ist kein automatisch tiersicherer Ersatz. Im Gartenkompost sterben Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht zuverlässig ab, denn ausreichend hohe Rottetemperaturen werden oft nicht durchgehend erreicht.

Dünger sicher lagern

Feste Dünger lagerst du trocken, verpackt oder abgedeckt. Ich rolle angebrochene Säcke fest zu, verschließe sie mit einer Klammer und stelle sie in einen abschließbaren Schrank in der Garage. Das gilt auch für Hornspäne und andere organische Dünger. Verschüttetes kehre ich sofort mit Handfeger und Schaufel auf, bevor ein Tier daran schnüffelt.

Leben Kinder im Haushalt, gilt eine eigene Regel. Hat ein Kind vermutlich eine größere Menge Dünger erwischt, rufst du ein Giftinformationszentrum oder die Kinderarztpraxis an, damit die Lage beurteilt wird.

Verdacht auf Vergiftung: Das tust du sofort

Hast du den Verdacht, dass dein Tier Dünger gefressen hat, rufst du sofort eine Tierarztpraxis an. Warte nicht ab, ob sich etwas zeigt: Der Verdacht reicht als Anlass. Nimm die Verpackung des Düngers mit in die Praxis, auch wenn der Sack schon fast leer ist.

Achtung

Gib deinem Tier keine Hausmittel und löse kein Erbrechen aus. Was nötig ist, klärst du mit der Tierarztpraxis.

Häufige Fragen

Welche Risiken bergen Rasendünger für Haustiere und worauf sollten Tierbesitzer achten?
Frisch gestreuter Rasendünger liegt genau dort, wo Tiere laufen, schnüffeln und grasen. Auch organische Dünger sind nicht automatisch harmlos: Enthalten sie nicht ausreichend erhitzten Rizinusschrot, kann das bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Halte deine Tiere am Streutag von der Fläche fern, sammle verstreute Körner ein und lagere Dünger trocken, verschlossen und außer Reichweite. Ein Kaninchenauslauf bleibt ganz ungedüngt und frei von Pflanzenschutzmitteln.
Wie unterscheidet sich die Gefährdung verschiedener Haustierarten durch Rasendünger?
Kaninchen fressen das Gras in ihrem Auslauf, deshalb muss diese Fläche ungedüngt und frei von Pflanzenschutzmitteln bleiben. Bei Hunden kommt ein Risiko aus organischen Düngern hinzu: Nicht ausreichend erhitzter Rizinusschrot kann bei ihnen schwere Vergiftungen verursachen. Hunde und Katzen hältst du am Streutag von der gedüngten Fläche fern und suchst danach Kanten und Wege nach Körnern ab.
Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei Vergiftungsverdacht durch Rasendünger zu ergreifen?
Ruf sofort eine Tierarztpraxis an: Schon der Verdacht ist Grund genug. Nimm die Verpackung des Düngers mit, damit die Praxis weiß, um welches Produkt es geht. Gib deinem Tier keine Hausmittel und löse kein Erbrechen aus.
Worin unterscheiden sich organische Dünger von chemischen Produkten bezüglich der Tiersicherheit?
Organische Dünger stammen überwiegend aus pflanzlichem oder tierischem Material, mineralische Dünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Automatisch tiersicher ist keine der beiden Gruppen. Organische Dünger können etwa nicht ausreichend erhitzten Rizinusschrot enthalten, der bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen kann, und handelsübliche Hornspäne sind nicht grundsätzlich keimfrei. Lies deshalb bei jedem Produkt die Zusammensetzung und halte deine Tiere am Streutag von der Fläche fern.
Sind alle als haustierfreundlich beworbenen Rasendünger tatsächlich ungefährlich für Tiere?
Darauf solltest du dich nicht verlassen, denn ob ein Dünger für dein Tier riskant ist, entscheidet seine Zusammensetzung und nicht die Werbung auf dem Sack. Lies die Zusammensetzung auf der Packung: Nicht ausreichend erhitzter Rizinusschrot in organischen Düngern kann bei Hunden schwere Vergiftungen verursachen. Halte deine Tiere auch bei solchen Produkten am Streutag von der Fläche fern und lagere den Sack außer Reichweite.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Mulchen und herkömmlicher Düngung für haustierfreundliche Rasenpflege?
Beim Mulchmähen bleiben fein zerkleinerte Halme auf dem Rasen liegen und führen ihm Nährstoffe zurück, ohne dass du etwas streust. Regelmäßig angewendet kann das den Düngebedarf um 30 bis 50 % senken, sodass weniger Dünger auf der Spielfläche deiner Tiere landet. Einen völligen Verzicht auf Dünger garantiert das nicht: Ob dein Rasen zusätzlich Nährstoffe braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung.
Wie beeinflusst die Bodenqualität die Notwendigkeit einer Rasendüngung in haustiersicheren Gärten?
Eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium zeigt, ob dein Rasen unter- oder überversorgt ist. Für die Probe genügen bei Rasenflächen 8 bis 10 cm Einstichtiefe. Ist ein Nährstoff sehr hoch versorgt, kann seine Düngung vorübergehend entfallen. Jeder eingesparte Streudurchgang ist ein Tag weniger, an dem deine Tiere von der Fläche fernbleiben müssen.
Welchen Einfluss hat die Bewässerung auf die Sicherheit gedüngter Rasenflächen für Haustiere?
Nach einer mineralischen Frühjahrsdüngung gibst du etwa 5 bis 10 l Wasser je m², damit sich der Dünger annähernd auflöst. Eine Freigabe für deine Tiere ist das allein nicht: Suche danach Kanten und Wege nach liegen gebliebenen Körnern ab und halte dich an die Gebrauchsanweisung. Streu außerdem auf feuchten Boden, aber nicht auf nasse Halme, denn dort haftender Dünger kann Ätzschäden verursachen.
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