Lavendel düngen und kalken: Warum weniger mehr ist
- Lavendel braucht gut durchlässigen Boden ohne Staunässe und einen Platz in voller Sonne.
- Kalk nur, wenn der gemessene pH-Wert unter dem Bereich deiner Bodenart liegt.
- Gedüngt wird erst bei erkennbarem Mangel, ohne Mist und ohne stark stickstoffhaltigen Dünger.
- Wenn überhaupt, dann im Frühjahr düngen; ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr.
- Für mehr Blüten hilft ein kräftiger Frühjahrsschnitt; zusätzliches Phosphat ist kein allgemeiner Weg dorthin.

Lavendel braucht beim Düngen vor allem Zurückhaltung. Eine zurückhaltende Düngung unterstützt bei ihm einen intensiveren Duft und einen kompakten, standfesten Wuchs. Bevor ich überhaupt zum Dünger greife, prüfe ich deshalb den Boden: Läuft Wasser zügig ab, und welchen pH-Wert zeigt der letzte Befund?
Kalk bekommt Lavendel nur, wenn eine Messung es verlangt. Dünger gebe ich ihm erst, wenn ich einen Mangel erkenne, und dann im Frühjahr.
Welcher Boden passt zu Lavendel?
Lavendel braucht einen gut durchlässigen Boden und einen Platz in voller Sonne. Staunässe verträgt er nicht, mit Trockenheit kommt er gut zurecht. Geeignet sind Kalk-, Lehm- und Sandböden, solange überschüssiges Wasser abfließen kann. Beim pH-Wert bevorzugt er neutrale bis alkalische Böden, saure Bedingungen toleriert er aber.
Sandreiche Böden speichern wenig Wasser, tonreiche lassen es langsamer durch und neigen eher zu Staunässe. Für den trockenheitsverträglichen Lavendel ist ein sandiger Boden deshalb eher ein Vorteil, ein toniger dagegen das größere Risiko.
Ob Nährstoffvorrat und pH-Wert zu deinem Lavendel passen, zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Nimm die Probe im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr, jeweils vor der Düngung. Wie du die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. ziehst und den Befund liest, erklärt der Abschnitt Boden kennen: Humus, Bodenleben und Bodenanalyse im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost.
Schweren Boden vor der Pflanzung verbessern
Schwere Böden machst du vor der Pflanzung durchlässiger, damit Wasser abziehen kann. Warte mit dem Graben, bis der Boden nicht mehr zu feucht ist. Dann arbeitest du 2 bis 5 l gewaschenen Sand ohne Feinanteile je m² ein. Ob später noch einmal Sand nötig ist, hängt vom Zustand des Bodens ab.
Ich steche vorher einen Spaten tief ab, hebe die Scholle heraus und schaue mir Gefüge, Feuchtigkeit und Wurzeln an. Diese Spatendiagnose zeigt mir, wo der Boden verdichtet ist. Zwischen Lavendel nehme ich mineralischen Mulch, wie er für trockene Staudenpflanzungen geeignet ist.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale bis alkalische Böden werden bevorzugt; saure Bedingungen werden toleriert.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein; Staunässe vermeiden und bei schweren Böden den Wasserabzug verbessern.
- Anbauort
Die Kultur ist im Freiland oder Beet, im Kübel und im Topf möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Aussaat ist im Frühbeet möglich.
- Saattiefe
Die Samen benötigen Licht zum Keimen.
Pflege
- Pflege
Die Pflanze ist pflegeleicht.
- Düngung
Kalium fördert die Blüte; stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen weichen, instabilen Wuchs verursachen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als kompakter, buschiger Strauch.
- Verwendung
Die Pflanze wird als Zier-, Duft- und Heilpflanze verwendet.
Lavendel kalken: nur nach Messung
Lavendel wächst gern auf Kalkboden, doch daraus folgt keine Pflicht zum Kalken. Kalk neutralisiert Bodensäure und hebt dadurch den pH-Wert. Sinnvoll ist das nur, wenn der gemessene Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt.
| Bodenart | Anzustrebender pH-Bereich je nach Humusgehalt |
|---|---|
| Sandböden | 5,0 bis 6,5 |
| Lehmige Böden | 5,5 bis 7,0 |
| Tonige Böden | 6,0 bis 7,5 |
Diese Bereiche gelten für Gartenböden allgemein, Moorbeetpflanzen haben eigene Ansprüche. Lavendel toleriert saure Bedingungen, und Kalk hilft nur unterhalb dieser Bereiche. Zeigt dein Befund einen Wert innerhalb des Bereichs, bleibt der Kalk deshalb im Schuppen, auch wenn Lavendel Kalkboden mag.
Zu viel Kalk hat Folgen. Ein zu hoher pH-Wert kann Nährstoffe festlegen und so Mangelerscheinungen auslösen. Liegt der Wert schon über dem Zielbereich, gehören weder kalkhaltige Dünger noch Kompost aufs Beet. Außerdem kann ein durch Kalk aktiveres BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. Humus schneller abbauen und dabei Nährstoffe freisetzen.
Steht Lavendel in einem gemischten Beet, das jedes Jahr etwa 3 l Kompost je m² bekommt, kann das bereits genug Kalzium nachliefern. Ob du dann zusätzlich kalkst, entscheidet der Bodenbefund. Ich lege den Befund vor dem Kalken neben das Beet und lese zuerst Bodenart und pH-Wert ab.
Ist der pH-Wert nachgewiesen zu niedrig und bekommt die Fläche keinen Kompost, arbeitest du im zeitigen Frühjahr kohlensauren Kalk ein. Auf leichten Gartenböden sind das 150 g/m², auf schweren Gartenböden 250 g/m². Unter diesen Voraussetzungen wird in Abständen von 3 bis 4 Jahren gekalkt. Kohlensaurer Kalk wirkt langsam und mild.
Braucht Lavendel überhaupt Dünger?
Für Pflanzen magerer Standorte gibt es eine einfache Regel: Stauden nährstoffarmer Standorte werden erst bei erkennbaren Mängeln gedüngt. Eingewachsene, standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen in der Regel keinen Zusatzdünger. Lavendel ist botanisch ein kompakter Strauch, doch ich halte es bei ihm genauso: Dünger gibt es erst, wenn ich einen Mangel sehe.
Zu viel schadet auch hier. Übermäßige Düngung lässt Stauden nährstoffarmer Naturstandorte untypisch stark wachsen und verschlechtert ihre Winterhärte. Bei Kräutern kann eine zu starke Düngung weiches, übermäßiges Wachstum und ein geringeres Aroma verursachen. Für trockenheitsliebende mediterrane Stauden auf kargen Standorten gilt sogar eine Kompostgabe als nicht sinnvoll.
Eine feste Düngermenge für Lavendel gibt es nicht. Die Menge ergibt sich aus der Packungsangabe, der gemessenen Bodenversorgung und dem, was das Beet schon über Kompost oder andere Dünger bekommt. Auch organische Dünger lassen sich in zu hoher Menge ausbringen. Zeigt der Befund für einen Nährstoff VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). E, kann die Düngung mit diesem Nährstoff vorübergehend ganz entfallen. Wie du Gartenpflanzen grundsätzlich nach Bedarf düngst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Nach dem Frühjahrsschnitt gehe ich jede Lavendelreihe ab und notiere, wie die Triebe austreiben und ob sich Blätter verfärben. Erst mit diesen Notizen und dem Bodenbefund entscheide ich, ob eine Pflanze überhaupt Dünger bekommt.
Welcher Dünger, wenn Lavendel doch einen braucht?
Kalium ist bei Lavendel blühfördernd. Stark stickstoffhaltige Dünger und Mist können dagegen zu weichem, instabilem Wuchs führen. Mist lasse ich beim Lavendel deshalb weg, und bei einem gekauften Dünger schaue ich zuerst auf den Stickstoffanteil. Wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und die SpurennährstoffeSpurennährstoffe sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in geringen Mengen aufnehmen, auf die sie aber trotzdem angewiesen sind. Dazu zählen etwa Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Bor und Molybdän. allgemein wirken, steht im Ratgeber Düngen, Boden & Kompost im Abschnitt über Nährstoffe.
Organische Dünger müssen erst mineralisiert werden, bevor die Wurzeln ihre Nährstoffe aufnehmen können, Mineraldünger liefern Nährstoffe meist als Salze. Welche Nährstoffe Lavendel braucht und welche Düngerarten dafür infrage kommen, vergleicht ein eigener Ratgeber. Wie du einen natürlichen Lavendeldünger selbst ansetzt und zurückhaltend einsetzt, zeigt eine eigene Anleitung.
Ein phosphatbetonter Blütendünger soll für mehr Lavendelblüten sorgen. Eine zusätzliche Phosphatbetonung ist aber kein allgemeiner Weg zu mehr Blüten. Als pauschale Düngerwahl sind solche Blütendünger aus Sicht der Pflanzenernährung nicht sinnvoll.
Holzasche gehört weder an den Lavendel noch auf den Kompost, weil sie mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet sein kann. Abgekühlt kommt sie in den Hausmüll, ohne dass du dabei Staub aufwirbelst.
Wann düngst du Lavendel?
Wenn Lavendel Dünger bekommt, dann im Frühjahr. Eine Frühjahrsdüngung ist der Herbstdüngung vorzuziehen, weil sie Auswaschungsverluste mindert.
Ich schneide meinen Lavendel im Frühjahr zuerst zurück und entscheide erst danach über Dünger. Ein regelmäßiger, kräftiger Frühjahrsschnitt erhöht bei Lavendel die Blühfreudigkeit und die Blütengröße. Wer mehr Blüten möchte, fängt deshalb mit der Schere an.
Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Feuchtwarme Bedingungen können dagegen starke Nährstoffschübe auslösen. Streudünger gehört auf feuchten Boden, damit er wirken kann. Auf nassem Laub soll er nicht liegen bleiben, weil dort Ätzschäden entstehen können.
Ab dem Spätsommer bekommt Lavendel keinen Stickstoff mehr. Bei mehrjährigen Gartenpflanzen, deren Triebe vor dem Winter ausreifen sollen, wird Stickstoffdünger ab dann ausgesetzt. Lavendel ist zwar winterhart, doch eine zu späte oder zu reichliche Düngung kann die Gefährdung von Stauden und Gehölzen im Winter erhöhen. Eine Herbstdüngung fällt damit weg.
Bevor Lavendel Dünger bekommt, kläre ich vier Fragen.
- Zeigt der Bodenbefund Bedarf, oder ist ein Mangel sichtbar?
- Läuft Wasser am Standort zügig ab?
- Ist der Boden feucht und das Laub trocken?
- Ist es Frühjahr und nicht Spätsommer oder Herbst?
Gelbe Blätter: Hunger oder etwas anderes?
Gelbe Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose. Vergilbung mit Blattfall kann außer auf Nährstoffmangel auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. hindeuten. Mangelsymptome entstehen zudem durch Sauerstoffmangel, einen ungünstigen pH-Wert oder unausgewogene Nährstoffverhältnisse. Auch Trockenheit kann Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind.
Steht Lavendel nass, behebt Dünger das Problem nicht zuverlässig. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen die Freisetzung organischer Dünger, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht löst. Bei Staunässe verbesserst du deshalb zuerst den Wasserabzug.
Beim Einordnen hilft der Blick auf das Blattalter. Stickstoffmangel betrifft häufig ältere Blätter. Werden dagegen junge Blätter gelb und die Adern bleiben grün, passt das zu Eisenmangel. Sicher von ManganmangelManganmangel ist eine Unterversorgung der Pflanze mit dem Spurenelement Mangan. Er zeigt sich zuerst an jüngeren Blättern, etwa als abgestorbene Punkte oder Streifen, und entsteht oft, weil Mangan bei hohem pH-Wert oder Trockenheit für die Wurzeln nicht verfügbar ist. unterscheiden lässt sich dieses Bild aber nicht immer. Solche ChlorosenChlorose ist eine unnatürliche Gelbfärbung der Blätter, weil das Blattgrün schlecht ausgebildet oder zerstört wird. Am häufigsten ist bei uns die Eisenmangel-Chlorose, oft ausgelöst durch kalkhaltigen Boden und Leitungswasser. entstehen häufig, weil Eisen bei zu hohem pH-Wert schlecht verfügbar ist, nicht weil zu wenig davon im Boden steckt. Eine Standarduntersuchung bestimmt Eisen nicht automatisch, die Spurenelementanalyse vereinbarst du gesondert mit dem Labor.
Wie Mangel, Überdüngung und pH-Wert Duft und Blüte des Lavendels verändern, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Lavendel im Topf düngen
Lavendel wächst auch in Kübel und Topf. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft und keine Staunässe entsteht. Als Substrat eignet sich spezielle Kräutererde. Ich stelle meine Lavendeltöpfe auf kleine Holzkeile, damit unter dem Gefäßboden Abstand für den Wasserablauf bleibt.
Nach dem Umtopfen in vorgedüngte Erde braucht die Pflanze üblicherweise 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Danach gilt die Dosierungsanweisung auf der Packung, und die vorhandene GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. rechnest du an. Düngerlösung gießt du nur auf feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
Torffreie Erde kann an der Oberfläche trocken wirken, während sie tiefer im Topf noch nass ist. Prüf die Feuchte deshalb mit dem Finger unterhalb der Oberfläche, bevor du gießt oder düngst. Weiße Beläge am Topfrand können auch aus dem Gießwasser stammen und beweisen allein keine Überdüngung. Ist eine Überdüngung bestätigt, spülst du den Wurzelballen langsam bei freiem Wasserabfluss durch. Schwere Fälle topfst du um.
Lavendel neben Rosen
Rosen und Lavendel lassen sich kombinieren, haben aber unterschiedliche Bodenansprüche, und die Kombination macht mehr Pflegearbeit. Etablierte Rosen können zur Forsythienblüte einen langsam wirkenden Dünger bekommen. Ab Mitte bis Ende Juni folgt bei Bedarf eine zweite Gabe.
Das ganze Rosenbeet gleichmäßig bestreuen. Rosen haben zwei Düngetermine im Jahr, Lavendel will zurückhaltend versorgt werden. Wer flächig streut, düngt den Lavendel bei jeder Rosengabe mit.
Ich streue den Rosendünger nur in den Wurzelbereich der Rosen und spare den Lavendel aus. Bevor du weitere Pflanzen dazusetzt, prüf, welche Pflanzen als Nachbarn im Beet zusammenpassen.





