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Wurzelaktivatoren für Bäume und Sträucher: Was sie bringen und wann sie sich lohnen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Wurzelaktivatoren gibt es als Starthilfe für die Wurzelbildung, die Dosierung steht auf der Packung.
  • In einem Stadtbaumversuch zeigten die geprüften Mykorrhizapräparate keinen nachweisbaren Einfluss.
  • Mykorrhiza erschließt vorhandene Bodennährstoffe, bringt selbst aber keine in den Boden ein.
  • Fürs Anwachsen zählen gelockerter Boden, ein gewässerter Ballen und Gießen in Trockenphasen.
  • Eine Listung als Pflanzenstärkungsmittel setzt keinen Wirksamkeitsnachweis voraus.
Handvoll dunkler Kompost als organischer Dünger vor jungen Gartenpflanzen
Foto: Juan J. Morales-Trejo · Pexels License · Quelle ↗

Wenn ich einen jungen Baum oder Strauch pflanze, soll er vor allem eins: gut anwachsen. Im Gartenhandel stehen dafür Wurzelaktivatoren, die das Wurzelwachstum anregen sollen. Für Gehölze ist ihr Nutzen allerdings nicht sicher belegt. Beim Anwachsen zählen dagegen Boden, Ballen und Wasser, und dort setze ich deshalb zuerst an.

Was Wurzelaktivatoren sind, kurz eingeordnet

Angeboten werden Wurzelaktivatoren als Starthilfe für die Wurzelbildung, die Dosierung steht jeweils auf der Packung. Wo sie zwischen den übrigen Düngerformen stehen, zeigt der Überblick über Düngerarten und Düngerformen. Welche Arten es gibt und wie Mykorrhizapilze, Bakterien und nährstoffbasierte Präparate auf Wurzel und Bodenleben wirken, erklärt ein eigener Ratgeber.

Wurzelwachstum anregen beim Pflanzen: Was zuerst zählt

Bevor ein Gehölz in die Erde kommt, stoße ich an mehreren Stellen den Spaten ein und schaue mir die ausgehobene Erde an. So eine Spatendiagnose zeigt unter anderem Bodengefüge, Verdichtungen, Feuchtigkeit und Wurzelbild. Verdichtungen im Untergrund müssen vor einer Gehölzpflanzung durch Lockern beseitigt werden. Günstig ist ein Boden, der etwa 40 bis 60 cm tief gelockert ist, große Gehölze können eine tiefere Vorbereitung brauchen.

Der Grund ist das Wasser. Verdichteter Boden kann den Abfluss behindern, und staut sich Wasser über einer dichten Schicht, kann Sauerstoffmangel entstehen. Er kann Wurzelfäulnis auslösen und die Nährstoffaufnahme stoppen. Arbuskuläre Mykorrhizapilze wiederum sind auf lebende Wirtswurzeln angewiesen, deshalb muss ein solches Präparat in die Zone lebender Wurzeln gelangen. In einer vernässten, verdichteten Pflanzgrube fehlt einem Mykorrhizapräparat also genau der Partner, den es braucht.

Ballen, Rindenhumus und Mulch

Der Wurzelballen darf beim Transport und bis zum Einpflanzen nicht austrocknen. Kleinere Ballen stelle ich vor dem Pflanzen in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Zur Vorbereitung der Fläche kannst du Rindenhumus oberflächlich einharken, weil er besonders schwere Böden lockert. Gemeint ist kompostierte, zerkleinerte Rinde, kein bloßer Rindenmulch.

Nach dem Pflanzen kann eine Schicht Rindenmulch zu einer gleichmäßigeren Bodenfeuchte beitragen. Rindenmulch kann beim Abbau allerdings Stickstoff binden, das berücksichtigst du bei der Versorgung. Neu gepflanzte Gehölze brauchen in trockenen Phasen häufiger Wasser als eingewachsene. Ich gieße dann durchdringend und prüfe danach mit der Hand, wie tief die Feuchte reicht.

Die Handgriffe rund um die Pflanzung im Überblick:

Handgriff Orientierung Warum
Boden lockern etwa 40 bis 60 cm tief, bei großen Gehölzen tiefer Verdichtungen im Untergrund beseitigen
Rindenhumus einharken 20 l je m², oberflächlich lockert besonders schwere Böden
Rindenmulch auflegen 5 cm starke Schicht gleichmäßigere Bodenfeuchte
Durchdringend gießen 10 bis 20 l/m² je Gießgang, je nach Bodenart Neupflanzungen brauchen in Trockenphasen häufiger Wasser
Baumscheibe freihalten etwa 1 m Durchmesser bei kleinkronigen Obstbäumen im Rasen weniger Konkurrenz durch Gräser um Wasser und Nährstoffe
Häufiger Fehler

Frische Holzhäcksel landen im Pflanzlochaushub oder auf der Baumscheibe. Bei jungen Obstgehölzen gehören sie an keine der beiden Stellen, weil ihr Abbau Stickstoff bindet.

Braucht ein frisch gepflanztes Gehölz Dünger?

Bei Koniferen ist eine Düngung direkt beim Pflanzen nicht grundsätzlich nötig, sie richtet sich nach der untersuchten Nährstoffversorgung. Frisch gepflanzte Rosen bekommen frühestens im Folgejahr Dünger, wenn sie eingewurzelt sind und kräftig wachsen. Bei vielen anderen Ziergehölzen deckt das Stickstoffangebot des Bodens den Bedarf häufig schon weitgehend.

Wenn du ein Präparat verwenden willst

Baumarten unterscheiden sich im Mykorrhizatyp. In einer untersuchten Stadtbaumpflanzung kamen deshalb je nach Baumart Ekto- oder Endomykorrhizapräparate zum Einsatz. Lies auf der Packung nach, für welchen Typ ein Präparat gedacht ist, und frag in der Baumschule, welchen Typ deine Baumart bildet. Ich gebe ein Mykorrhizapräparat beim Pflanzen direkt an den Ballen, weil es die lebenden Wurzeln erreichen muss.

Mykorrhiza-Inokulum gibt es unter anderem als Pulver, Granulat, Flüssigkeit oder Gel. Zeitpunkt, Dosierung, Ausbringung und Lagerung von Wurzelaktivatoren behandelt ein eigener Ratgeber.

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Was bringen Wurzelaktivatoren Gehölzen kurzfristig?

Mykorrhizapilze können ihre Wirtspflanzen mit Phosphat, Nitrat und Wasser versorgen und erhalten dafür Assimilate. Bestimmte Bodenbakterien und Pilze können Phosphor und Stickstoff besser verfügbar machen oder das Wurzelwachstum anregen. Algen- und Pflanzenextrakte können Pflanzenhormone enthalten.

Ob das bei Bäumen draußen messbar wird, ist eine andere Frage. In einem untersuchten Stadtbaumversuch zeigte die Zugabe der geprüften Mykorrhizapräparate keinen nachweisbaren Einfluss. Als die Pflanzung erweitert wurde, verzichtete man deshalb auf diese Zugabe. Ein Agroforstprojekt berichtet dagegen von besserem Anwuchs und Höhenwachstum bei der Beigabe von Mykorrhiza und Pflanzenkohle. Getrennte Effektgrößen weist die Projektübersicht nicht aus, welcher der beiden Zusätze gewirkt hat, bleibt also offen.

Bei Zierpflanzen sieht es ähnlich aus. In bundesweiten Ringversuchen mit Pflanzenstärkungs- und Hilfsmitteln ließen sich Qualitätsunterschiede selten feststellen, und beobachtete Wirkungen waren nicht sicher reproduzierbar.

Anders liegt der Fall bei Stecklingen: Das Pflanzenhormon Auxin kann dort die Bildung von Adventivwurzeln anregen. Wie Wurzelaktivatoren Stecklingen und Jungpflanzen zur Bewurzelung verhelfen, zeigt ein eigener Ratgeber.

Marias Erfahrung

Wenn ich ein Präparat ausprobiere, behandle ich nur eine von zwei gleichen Pflanzungen und lasse die andere ohne. Auf ein Etikett am Pflanzstab schreibe ich Mittel, Datum und Pflanzstelle, damit ich später weiß, welche Pflanze was bekommen hat.

Stress bei Bäumen und Sträuchern: Erst die Ursache klären

Kümmert ein Gehölz nach Trockenheit, Frost oder dem Umpflanzen, liegt der Griff zum Wurzelaktivator nahe. Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden und Verdichtung können aber ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Nährstoffmangel. Braune Triebe an Thuja etwa können von Wassermangel, Frosttrocknis, Alterung oder Krankheiten kommen und belegen allein keinen Nährstoffmangel. Bei Nadelgehölzen hilft eine Laborbodenanalyse mit pH-Wert, fehlende Vorräte von eingeschränkter Verfügbarkeit zu unterscheiden.

Steht ein Strauch schlapp da, grabe ich am Rand des Wurzelbereichs mit der Handschaufel ein kleines Loch und fühle die Erde. Trocken, nass oder fest: Das Ergebnis bestimmt meinen nächsten Schritt. Bei Rhododendron mit seinen oberflächennahen Feinwurzeln prüfe ich nur vorsichtig mit dem Finger und lockere dort nicht.

Ist die Erde trocken, gieße ich zuerst. Wurzeln nehmen Nährsalze nur in Wasser gelöst auf, deshalb kann Trockenheit Mangelsymptome auslösen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind. Frost, Trockenheit und Staunässe hemmen außerdem die Freisetzung aus organischen Düngern, sodass eine weitere Gabe das akute Problem nicht zuverlässig behebt. Zusammen heißt das: Ein nährstoffhaltiges Präparat auf trockenem Boden bringt wenig, solange die Pflanze ohne Wasser kaum etwas aufnehmen kann.

Ist bei Hitze und langer Trockenheit eine Flüssigdüngung nötig, gehört sie niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden, ohne das Laub zu benetzen. Zu hohe Gaben sofort wirksamer Streu- oder Flüssigdünger können Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Bei einem nährstoffhaltigen Wurzelaktivator halte ich mich an einem geschwächten Gehölz deshalb genau an die Packungsangabe.

Ist die Erde nass und fest, kann das auf Staunässe über einer verdichteten Schicht hindeuten. Dann setze ich bei der Bodenstruktur an und nicht beim Präparat. Wie Wurzelaktivatoren in ein Sanierungskonzept für verdichtete und geschädigte Böden passen, behandelt ein eigener Ratgeber.

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Was bleibt langfristig im Boden unter Gehölzen?

Das Hyphennetz von Mykorrhizapilzen kann die Stabilität der Bodenaggregate und die Bildung eines Krümelgefüges im Oberboden unterstützen. Ob sich arbuskuläre Mykorrhiza ausbildet, hängt auch von der Düngung ab. Eine ausreichende Phosphatversorgung kann ihre Ausbildung unterdrücken, mäßige organische Düngung kann das Vorkommen der Pilze fördern. Wer die Pilze im Boden unterstützen will, düngt also organisch, mäßig und nach Bodenbefund, statt ohne Bedarf Phosphat nachzulegen.

Mythos-Check

Mit Wurzelaktivator brauche ich keinen Dünger mehr? Mykorrhiza erschließt Nährstoffe, die schon im Boden sind, und bringt selbst keine zusätzlichen ein. Ob ein Gehölz Dünger braucht, klärt die Bodenuntersuchung.

Langfristig braucht der Boden organische Substanz. Wer überwiegend mineralisch düngt, muss sie zusätzlich zuführen, damit die Bodenstruktur erhalten bleibt. Bodenorganismen leben vom Humus, setzen bei ihrer Tätigkeit Nährstoffe frei, und ihre Regenwurmgänge helfen bei Durchlüftung und Versickerung. Kompost fördert das Bodenleben und die Bildung stabiler Bodenaggregate. Gut verrottete organische Substanz kann bei Gehölzen außerdem über chelatbildende Verbindungen die Eisenaufnahme verbessern.

Für eingewachsene Zier- und Obstgehölze bewegen sich die allgemeinen Kompostempfehlungen zwischen 1 und 4 l/m² im Jahr. Ich verteile den Kompost im Frühjahr auf der Baumscheibe und arbeite ihn nur oberflächlich ein. Rhododendren, Azaleen und Heidelbeeren bekommen wegen ihres Anspruchs an sauren Boden keinen gewöhnlichen Gartenkompost. Zeigt der Bodenbefund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumgehalte, schränkst du die Kompostzufuhr ein.

Bringt ein Präparat selbst Nährstoffe mit, zählen sie bei der Bemessung der Düngung mit, genau wie die aus Kompost. Wie du Wurzelaktivatoren mit organischen, mineralischen und Langzeitdüngern kombinierst, ohne zu überdüngen, steht in einem eigenen Ratgeber.

Achtung

Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit ihre Triebe vor dem Winter ausreifen. Auch Stickstoff, der spät aus organischen Stoffen frei wird, kann Triebausreife und Winterfrosthärte beeinträchtigen. Prüf deshalb auf dem Etikett, ob ein Wurzelaktivator Stickstoff enthält, bevor er im Spätsommer an Gehölze kommt.

Lohnt sich ein Wurzelaktivator bei Gehölzen?

Für die Antwort hilft ein Blick auf die Einstufung. Pflanzenstärkungsmittel fallen unter das Pflanzenschutzrecht, Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel unter das Düngerecht, EU-Pflanzenbiostimulanzien unter das EU-Düngemittelrecht. Pflanzenstärkungsmittel brauchen keine Zulassung, müssen dem BVL aber vor dem Inverkehrbringen mitgeteilt werden. Ihre Listung setzt keinen Wirksamkeitsnachweis voraus. Auch die Aufnahme eines mikrobiellen Präparats in eine FiBL-Betriebsmittelliste belegt nicht automatisch eine unabhängig geprüfte Wirksamkeit.

Die Listung verlangt also keinen Wirksamkeitsnachweis, und im Stadtbaumversuch zeigten die geprüften Mykorrhizapräparate keinen nachweisbaren Einfluss. Ob ein Präparat bei deinem Baum etwas bewirkt, verrät dir das Etikett deshalb nicht. Die Wirkung von Pflanzenstärkungsmitteln hängt zudem von Kultur, Standort, Witterung, Entwicklungsstadium und Anwendung ab. Eine allgemeine Einsatzempfehlung lässt sich deshalb nicht geben. Ihre Unbedenklichkeit wird außerdem nicht wie bei Pflanzenschutzmitteln durch Studien überprüft.

Mein Geld für Gehölze geht zuerst in eine Bodenuntersuchung. Sie zeigt die pflanzenverfügbaren Nährstoffvorräte und ist die Grundlage für Auswahl und Menge einer Düngung, falls überhaupt eine nötig ist. Eigener Kompost kann außerdem Ausgaben für Dünger und Blumenerde senken. Wer lieber eigene Ansätze probiert, findet Anleitungen, wie du Wurzelaktivatoren selbst herstellst und anwendest.

Ein Wurzelaktivator kann bei Gehölzen ein Versuch sein. Die Arbeit an Boden, Ballen und Wasser nimmt er dir nicht ab.

Mini-Checkliste

Bevor ein Wurzelaktivator an ein Gehölz kommt:

  • Verdichtung im Untergrund beseitigt, Boden gelockert
  • Ballen vor dem Pflanzen gewässert
  • Bodenbefund zu Phosphat und den übrigen Nährstoffen liegt vor
  • Präparat passt zum Mykorrhizatyp der Baumart
  • Nährstoffe im Präparat bei der Düngung angerechnet
  • Stickstoff im Präparat geprüft, nach Mitte Juli nicht mehr an Gehölze
  • eine unbehandelte Vergleichspflanzung zum Beobachten
Passt dazu

Wo und wie du Wurzelaktivatoren im ganzen Garten einsetzen kannst und was sie Pflanzen bringen sollen, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Häufige Fragen

Was sind Wurzelaktivatoren und wie funktionieren sie bei Bäumen und Sträuchern?
Wurzelaktivatoren werden als Starthilfe für die Wurzelbildung verkauft und enthalten je nach Produkt zum Beispiel Mykorrhizapilze, Bodenbakterien oder Nährstoffe. Sie sollen das Wurzelwachstum anregen und die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen unterstützen. Bei Gehölzen spielt der Mykorrhizatyp der Baumart eine Rolle, deshalb wurden in einer untersuchten Stadtbaumpflanzung je nach Art Ekto- oder Endomykorrhizapräparate verwendet. Dosiert wird nach der Angabe auf der Packung.
Wie verbessern Wurzelaktivatoren die Nährstoffaufnahme von Gehölzen?
Mykorrhizapilze erschließen Nährstoffe, die schon im Boden sind, bringen selbst aber keine zusätzlichen Nährstoffe ein. Humin- und Fulvosäuren können über Chelatbildung dazu beitragen, dass Nährstoffe verfügbar werden. Wie gut mikrobielle Präparate wirken, hängt von Boden, Klima, der vorhandenen Mikrobenpopulation und der Produktqualität ab. Eine Düngung nach Bodenbefund ersetzt ein Mykorrhizapräparat deshalb nicht.
Welche Rolle spielen Mykorrhiza-Pilze in Wurzelaktivatoren?
Mykorrhizapilze gehen eine Partnerschaft mit den Wurzeln ein und können der Pflanze Phosphat, Nitrat und Wasser zuliefern, im Gegenzug erhalten sie Assimilate. Arbuskuläre Mykorrhizapilze sind dabei auf lebende Wirtswurzeln angewiesen, deshalb muss ein solches Präparat in die Zone lebender Wurzeln gelangen. Ist der Boden ausreichend mit Phosphat versorgt, kann das die Ausbildung der arbuskulären Mykorrhiza unterdrücken, während mäßige organische Düngung ihr Vorkommen fördern kann.
Welche langfristigen Auswirkungen haben Wurzelaktivatoren auf die Pflanzengesundheit?
Das Hyphennetz von Mykorrhizapilzen kann die Stabilität der Bodenaggregate und ein Krümelgefüge im Oberboden unterstützen. Für eine langfristig stabile Bodenstruktur braucht der Boden außerdem organische Substanz, denn Bodenorganismen bauen etwa Mulch ab, setzen dabei Nährstoffe frei und fördern die Krümelstruktur. Ein sicherer Langzeitnutzen von Wurzelaktivatoren für die Gesundheit von Bäumen und Sträuchern ist dagegen nicht belegt.
Lohnt sich ein Wurzelaktivator bei der Neupflanzung von Bäumen und Sträuchern?
Ein sicherer Nutzen ist für Gehölze nicht belegt: In einem Stadtbaumversuch zeigten die geprüften Mykorrhizapräparate keinen nachweisbaren Einfluss, und bei der Erweiterung der Pflanzung wurde auf die Zugabe verzichtet. Für das Anwachsen zählt die Vorbereitung, also Verdichtungen im Untergrund beseitigen, den Boden etwa 40 bis 60 cm tief lockern und den Ballen vor dem Einpflanzen ausreichend wässern. Wer ein Präparat ausprobiert, wählt es passend zum Mykorrhizatyp der Baumart und bringt es nach Packungsangabe an die lebenden Wurzeln.
Was ist der Unterschied zwischen Wurzelaktivatoren und herkömmlichen Düngemitteln?
Dünger liefern Nährstoffe, die Pflanzen in mineralisch gelöster Form über die Wurzeln aufnehmen. Mykorrhizapräparate bringen dagegen keine eigenen Nährstoffe in den Boden, sie erschließen vorhandene Vorräte. Enthält ein Wurzelaktivator zusätzlich Nährstoffe, zählen sie bei der Bemessung der Düngung genauso mit wie Kompost oder andere Dünger.
Wie unterscheiden sich Wurzelbooster von klassischen Pflanzenstärkungsmitteln?
Pflanzenstärkungsmittel dienen der allgemeinen Gesunderhaltung von Pflanzen oder dem Schutz vor nichtparasitären Beeinträchtigungen und fallen unter das Pflanzenschutzrecht. Sie brauchen keine Zulassung, müssen dem BVL aber vor dem Inverkehrbringen mitgeteilt werden, und ihre Listung setzt keinen Wirksamkeitsnachweis voraus. Bodenhilfsstoffe und Pflanzenhilfsmittel gehören dagegen zum Düngerecht, EU-Pflanzenbiostimulanzien zum EU-Düngemittelrecht. Bei gewerblich vermarkteten Pflanzenstärkungsmitteln muss die Kennzeichnung die Bezeichnung als Pflanzenstärkungsmittel enthalten, daran erkennst du die Einstufung.
Können Wurzelaktivatoren Gehölzen schaden?
Enthält ein Präparat leicht lösliche Nährstoffe, können zu hohe Gaben wie bei anderen sofort wirksamen Düngern Salzschäden bis zum Absterben von Wurzeln verursachen. Steckt Stickstoff darin, gilt für Obst- und Ziergehölze, dass sie nach Mitte Juli keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr bekommen, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen. Bei Pflanzenstärkungsmitteln wird die Unbedenklichkeit nicht wie bei Pflanzenschutzmitteln durch Studien überprüft, halte dich deshalb genau an die Dosierung auf der Packung.
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