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Bewässerung: Wann du morgens, abends und bei Hitze am besten gießt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Am besten gießt du morgens, weil nasse Blätter dann über den Tag abtrocknen.
  • Abends gießt du bodennah und so früh, dass die Pflanzen vor der Nacht abtrocknen.
  • Wassertropfen in der Mittagssonne verursachen bei den meisten Blättern keine Verbrennungsflecken; prüf vorher trotzdem die Erde.
  • Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze brauchen bei sommerlicher Trockenheit etwa 2–3 Wassergaben pro Woche.
  • Kleine Töpfe trocknen schneller aus als große Kübel und Hochbeete.
  • Immergrüne Gehölze gießt du im Winter bei Bedarf an frostfreien Tagen.

Wenn du spät am Abend noch mit dem Schlauch durchs Beet gehst, bleiben die Blätter bis in die Nacht nass. Genau diese lang anhaltende Feuchtigkeit willst du vermeiden, weil sie Pilzerkrankungen begünstigen kann. Ich gieße im Sommer deshalb gleich nach dem Aufstehen und fühle vorher in die Erde. Die kurze Antwort auf die Frage nach der besten Gießzeit lautet: morgens, abends nur mit Zeit zum Abtrocknen, mittags nur bei trockener Erde.

Morgens, abends oder mittags: wann gießt du am besten?

Für Beete, Kübel und Neupflanzungen ist der Morgen die beste Gießzeit. Abend und Mittag sind nicht verboten, sie haben nur eigene Bedingungen.

Tageszeit Wann sie passt Worauf du achtest
Morgens als Standard für Beet, Kübel und Regner benetzte Blätter trocknen über den Tag ab
Früher Abend wenn morgens keine Zeit war oder die Erde wieder trocken ist bodennah gießen, die Pflanzen sollen vor der Nacht abtrocknen können
Mittags wenn die Erde trocken ist und eine Pflanze nicht warten kann erst die Bodenfeuchte prüfen

Morgens: der Standard im Sommer

Was du morgens gießt, hat den ganzen Tag Zeit zum Abtrocknen. Pilzerkrankungen werden dadurch weniger begünstigt als bei Wasser, das lange auf dem Laub steht. Zudem ist es am Morgen meist kühler als mittags, sodass weniger Wasser an der Bodenoberfläche verdunstet. Bevor ich den Schlauch aufdrehe, gehe ich einmal durch den Garten und schaue, welche Beete und Töpfe trocken sind.

Abends: nur mit Zeit zum Abtrocknen

Abends darfst du gießen, solange die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können. Gieß deshalb früh am Abend und direkt auf den Boden. Überkopfberegnung mit dem Regner benetzt auch die Blätter, die abends vor der Nacht trocken werden sollen. Für den Abend greifst du darum besser zu Gießstab oder Kanne, mit denen du einzelne Pflanzen gezielt erreichst. Wenn ich abends gieße, halte ich die Brause dicht über die Erde und lasse das Laub aus.

Mittags: wenn die Erde trocken ist

Mythos-Check

Die Sorge, Wassertropfen könnten in der Mittagssonne wie ein Brennglas wirken, trifft auf die meisten Pflanzen nicht zu. Auf ihren Blättern entstehen beim Gießen keine Verbrennungsflecken.

Mittags ist also nicht das nasse Blatt das Problem. Gieß zur Mittagszeit, wenn die Erde trocken ist und eine Pflanze sonst austrocknen würde, zum Beispiel eine frisch gesetzte Staude. Schlaffe Blätter allein sind dafür kein sicherer Grund. Welke kann auch nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung auftreten, deshalb fühlst du zuerst die Erde.

Woran du merkst, dass Wasser fällig ist

Wie oft du gießt, richtet sich nach dem Wasserverbrauch deiner Pflanzen und nach der Bodenfeuchte. Die Uhrzeit legt fest, wann du gießt; ob du gießt, zeigt dir die Erde. Ich stecke einen Finger hinein und fühle, ob sie unter der Oberfläche noch feucht ist. Ist sie das, warte ich mit dem Gießen.

Den Bedarf bestimmen Pflanzenart und Sorte, Witterung und Substrat sowie Sonne und Wind am Standort. Sandige oder flachgründige Böden musst du häufiger gießen. Eine Südlage braucht mehr Wasser als ein Nordhang oder ein teilweise beschatteter Garten.

Läuft bei dir eine automatische Bewässerung, stell die Zeitschaltuhr auf die Morgenstunden. Ein Bodenfeuchtefühler kann die Tropfbewässerung sperren, solange die Erde noch feucht ist. Eine neu installierte Anlage beobachtest du mehrere Wochen und stellst sie bei Bedarf nach, bevor sie im Urlaub unbeaufsichtigt läuft.

Mini-Checkliste

Vor dem Gießen

  • Erde fühlen: Ist sie unter der Oberfläche noch feucht, wartest du.
  • Schlaffe Blätter: erst die Bodenfeuchte prüfen, dann gießen.
  • Abends: Bleibt genug Zeit, damit die Blätter vor der Nacht abtrocknen?
  • Hitze: die Wassergabe auf mehrere Gießgänge verteilen.
  • Topf: Kann überschüssiges Wasser durch die Abflusslöcher ablaufen?
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Gießen bei Hitze und Trockenheit

Bei Hitze kommt es darauf an, dass jede Wassergabe durchdringend ist. Teil die Menge auf mehrere Gießgänge auf, damit das Wasser nicht abschwemmt. Diese Werte dienen dir als Orientierung:

Situation Orientierung
Durchdringender Gießgang im Gartenbeet 10–20 l/m² je Wassergabe
Gemüsebeet bei sommerlicher Trockenheit etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage
Gartenbeet bei sommerlicher Hitze etwa 20–25 l/m², verteilt auf mehrere Gießgänge
Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze bei sommerlicher Trockenheit etwa 2–3 Wassergaben pro Woche zum Einwachsen
Marias Erfahrung

Ich gieße das Gemüsebeet bei Hitze in Runden. Erst gehe ich über alle Reihen, dann noch einmal, sobald das Wasser eingezogen ist.

Wie viel wirklich aus Schlauch, Brause oder Regner kommt, weißt du erst nach einer Messung. Ich stoppe dafür, wie lange mein Schlauch eine 10-Liter-Gießkanne füllt, und rechne mir daraus die Zeit für ein Beet aus. Wie viel Wasser dein Boden halten kann und wie du Menge und Rhythmus darauf abstimmst, steht im Abschnitt über Gießmenge, Rhythmus und den Boden als Speicher unseres Technik-Überblicks.

Wenn das Wasser knapp wird

Bei Wasserknappheit versorgst du langlebige Gehölze vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann. Eingewachsene Hausbäume brauchen zusätzliches Wasser vor allem in lang anhaltenden Trockenperioden.

Achtung

Beachte in Trockenphasen lokale Anordnungen zur Wasserentnahme und die Hinweise deines Wasserversorgers. Das gilt auch fürs Gießen im Garten.

Kübel, Töpfe und Hochbeete

In kleinen Töpfen trocknet die Erde schneller aus als in großen Kübeln oder im Hochbeet. Große Gefäße speichern mehr Wasser und erlauben dir längere Abstände zwischen den Gießgängen. Für Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika sollte der Topf mindestens 10 l fassen. An heißen Tagen schaue ich bei den kleinen Töpfen öfter nach als beim großen Kübel.

Gieß Töpfe ebenfalls morgens. Braucht einer am späten Tag noch Wasser, gieß ihn so früh und bodennah, dass das Laub vor der Nacht abtrocknet. Gefäße mit Wasserreservoir gießt du in den ersten Wochen nach dem Bepflanzen von oben, bis die Pflanzen richtig eingewurzelt sind.

Welkt eine Topfpflanze, prüf zuerst die Erde, denn welkende Topfpflanzen können auch unter Dauernässe oder Hitze leiden. Abflusslöcher in Töpfen und Balkonkästen helfen gegen Staunässe, und stehendes Wasser begünstigt Wurzelfäulnis. Gießt du eine welke Pflanze in einem Topf ohne Abfluss nach, obwohl sie schon zu nass steht, verstärkst du genau diese Staunässe.

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Neupflanzungen: Gießen in der Anwachsphase

Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze brauchen häufiger zusätzliches Wasser als gut eingewachsene Pflanzen. Bei sommerlicher Trockenheit brauchen sie zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche. Gemüsesetzlinge gießt du mit einem feinen Wasserstrahl an, damit der Ballen guten Kontakt zum umgebenden Boden bekommt. Um frisch gesetzte Sträucher ziehe ich einen Gießrand aus Erde, damit das Wasser am Ballen bleibt.

Eine Bepflanzung mit hitze- und trockenheitsverträglichen Arten senkt den Gießbedarf. Auch solche Stauden dürfen in der Anwachsphase aber nicht austrocknen und brauchen bei Bedarf Wasser. Die Ersparnis beginnt also erst, wenn die Pflanzen eingewurzelt sind.

Frisch gepflanzte Bäume

Bei frisch gepflanzten Bäumen zielst du mit dem Wasser auf den ursprünglichen Wurzelballen. Junge Obstbäume brauchen besonders in den ersten 2–3 Standjahren Aufmerksamkeit bei der Zusatzbewässerung, vor allem bei schwachen Unterlagen und auf leichten Böden. Mengen und Rhythmus für jede Phase findest du im Ratgeber dazu, wie viel und wie oft du Bäume je nach Wachstumsphase gießt.

Gießen im Jahreslauf

Über die Saison ändert sich vor allem, wie viel und wie oft deine Pflanzen Wasser brauchen.

Jahreszeit Gießzeit Worauf du achtest
Frühjahr morgens Aussaaten mäßig feucht und locker halten; mit der Blattentwicklung steigt der Wasserbedarf von Gemüse
Sommer morgens, bei Bedarf früh am Abend durchdringend gießen, bei Hitze in mehreren Gießgängen; abends bodennah
Herbst morgens, nach Bodenfeuchte wasserführendes Bewässerungszubehör vor dem Winter entleeren und frostgeschützt lagern
Winter an frostfreien Tagen immergrüne Gehölze bei Bedarf wässern; nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen entleeren und absperren

Im Winter richtest du dich nach dem Wetter statt nach der Uhr. Immergrüne Gehölze können auch in der kalten Jahreszeit austrocknen, deshalb bekommen sie bei Bedarf an frostfreien Tagen Wasser.

Was sonst zum Gießen gehört

Welche Pflanze wie viel Wasser braucht

Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen während der Fruchtbildung bis zur Ernte eine gute Wasserversorgung, Zwiebeln sollen in der Abreife dagegen trockener stehen. Phlox paniculata und Rittersporn haben einen hohen Wasserbedarf, mehrjährige mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen Sommertrockenheit häufig ohne zusätzliche Bewässerung. Was einzelne Pflanzengruppen brauchen, beschreibt der Ratgeber darüber, wie du ganz unterschiedliche Pflanzen im Garten mit Wasser versorgst.

Schlauch, Regner oder Tropfschlauch

Tropfbewässerung eignet sich für Beete und Kübelpflanzen, Regner versorgen vor allem Rasenflächen. Weil Tropfer verstopfen oder verkalken können, gehört zu einer Tropfbewässerung ein Filter. Welche Methode wo passt und wie viel du grundsätzlich gibst, beschreibt der Ratgeber darüber, wie du deinen Garten richtig bewässerst.

Wasser sparen

Mulch auf dem Beet und Regenwasser aus der Tonne sparen Leitungswasser, an der besten Gießzeit ändern sie nichts. Regenwasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen nimmst du nicht für den Garten, Grauwasser aus Bad, Dusche oder Waschmaschine nur nach Reinigung in einer Grauwasseranlage. Welche Dächer sonst Probleme machen und wie Regen- und Trinkwasser sicher getrennt bleiben, steht im Abschnitt zum Wasser sparen desselben Technik-Überblicks.

Typische Gießfehler

Zu flaches Gießen, Staunässe und falsch gedeutete Welke sind eigene Themen neben der Uhrzeit. Wie du die häufigsten Fehler beim Bewässern erkennst und vermeidest, zeigt der Ratgeber zu typischen Fehlern bei der Gartenbewässerung.

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Gartenbewässerung?
Am besten gießt du morgens, weil benetzte Blätter danach über den Tag abtrocknen und Pilzerkrankungen so weniger begünstigt werden. Abends kannst du ebenfalls gießen, wenn die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können; gieß dann bodennah. Mittags gießt du, wenn die Erde trocken ist und eine Pflanze nicht warten kann, denn Wassertropfen verursachen bei den meisten Blättern keine Verbrennungsflecken.
Welche Vorteile hat das Morgengießen gegenüber anderen Gießzeiten?
Nach dem Morgengießen haben benetzte Blätter den ganzen Tag Zeit abzutrocknen. Pilzerkrankungen werden dadurch weniger begünstigt als bei Feuchtigkeit, die über Nacht stehen bleibt. Zudem ist es morgens meist kühler als mittags, sodass weniger Wasser an der Bodenoberfläche verdunstet. Besonders zählt der Morgen, wenn du mit Regner oder Brause von oben gießt, weil dabei auch das Laub nass wird.
Welche Rolle spielt die Jahreszeit bei der Bewässerung?
Im Frühjahr steigt der Wasserbedarf von Gemüse mit der Blattentwicklung, und Aussaaten hältst du mäßig feucht und locker. Im Sommer gießt du morgens, und Gemüsebeete bekommen bei sommerlicher Trockenheit als Orientierung alle 3 Tage eine durchdringende Wassergabe. Vor dem Winter entleerst du Schläuche und anderes wasserführendes Zubehör und lagerst es frostgeschützt. Immergrüne Gehölze bekommen auch im Winter bei Bedarf an frostfreien Tagen Wasser.
Worin unterscheiden sich Bewässerung und Beregnung in der praktischen Anwendung?
Bei der Beregnung kommt das Wasser flächig von oben, zum Beispiel aus einem Regner; dabei werden auch die Blätter nass, und Wind kann das Wasser ungenau verteilen. Regner versorgen vor allem Rasenflächen, Aussaatflächen lassen sich damit gleichmäßig benetzen. Beete und Kübel versorgst du gezielter mit Tropfbewässerung oder mit Gießstab und Brause direkt an der Pflanze. Wenn du beregnest, dann am besten morgens, damit die Blätter über den Tag abtrocknen.
Wie wirkt sich die Bodenbeschaffenheit auf die Wasseraufnahme der Pflanzen aus?
Die Bodenart bestimmt, wie viel Wasser für die Wurzeln gespeichert bleibt. Von Sand, Ton und Lehm hält Lehm am meisten und Sand am wenigsten: Eine 10 cm starke Sandschicht speichert nur ungefähr 5 l/m². Sandige oder flachgründige Böden gießt du deshalb häufiger. Die Menge je Gießgang richtest du nach Bodenart und durchwurzeltem Raum.
Wie wirkt sich Umweltstress wie Hitze und Wind auf den Wasserbedarf von Pflanzen aus?
Der Wasserbedarf hängt von Pflanzenart und Sorte, Witterung und Substrat ab, außerdem von Sonne und Wind am Standort. Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Schlaffe Blätter sind dabei kein sicheres Zeichen für Durst, denn Welke kann auch nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung auftreten. Prüf deshalb vor dem Nachgießen die Bodenfeuchte.
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