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Gartenbewässerung: typische Fehler beim Gießen und wie du sie vermeidest

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 14 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Welke kann Durst bedeuten, aber auch Staunässe: Prüf erst die Bodenfeuchte, dann gieß.
  • Für Gartenbeete gelten 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierung; miss, was dein Schlauch wirklich ausbringt.
  • Große Gaben bei Hitze verteilst du auf mehrere Gießgänge, damit das Wasser nicht abschwemmt.
  • Teil den Garten in Gießzonen ein: Kleine Töpfe trocknen schneller aus als große Kübel und Hochbeete.
  • Tropfbewässerung braucht einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können.
  • Vor dem Frost entleerst du Leitungen und Zubehör; Regen- und Trinkwassersystem bleiben getrennt.

Wenn mein Beet schlapp aussieht, greife ich nicht gleich zur Kanne. Ich stecke erst den Finger in die Erde und fühle, ob sie unter der Oberfläche noch feucht ist. Schlappe Blätter können Durst bedeuten, aber ebenso zu viel Wasser. Wer beides verwechselt, gießt womöglich genau dann nach, wenn die Wurzeln Luft bräuchten. Die typischen Fehler bei der Gartenbewässerung reichen von der falschen Menge über schlecht verteiltes Wasser bis zur Anlage, die niemand wartet.

Typische Fehler bei der Bewässerung auf einen Blick

Fehler Woran du ihn merkst Was du stattdessen tust
Gießen ohne Prüfung Die Erde ist nass, die Pflanze welkt trotzdem Erst die Bodenfeuchte prüfen, dann gießen
Menge nach Gefühl Du weißt nicht, wie viel Wasser im Beet ankommt Die ausgebrachte Menge messen
Wasser nur auf einen Fleck Ein Teil des Beets bleibt trocken, an einer Stelle steht Nässe Den ganzen Wurzelbereich gleichmäßig wässern
Nur die Oberfläche anfeuchten Ein Holzstab zeigt Feuchte nur in der obersten Schicht Seltener und durchdringend gießen
Alle Pflanzen gleich behandeln Kräuter stehen nass, kleine Töpfe trocknen aus Gießzonen nach Bedarf einteilen
Anlage ohne Wartung Tropfstellen laufen schwach oder bleiben trocken Filter reinigen, Verschleißteile ersetzen
Leitungen voll im Frost Frostschäden an Leitungen und Armaturen Vor dem Frost entleeren und absperren
Wasserquelle ungeprüft Regenwasser von einem ungeeigneten Dach Dachmaterial prüfen, Regen- und Trinkwasser trennen

Zu viel oder zu wenig: Über- und Unterbewässerung vermeiden

Zu viel Wasser kann einer Pflanze ebenso schaden wie zu wenig. Die Anzeichen ähneln sich, deshalb lohnt der zweite Blick, bevor du handelst. Wie richtiges Gießen Pflanzenkrankheiten vorbeugen kann, liest du im Ratgeber zu diesem Thema.

Anzeichen von Überwässerung erkennen

Bei Dauernässe füllt Wasser die Poren im Boden, und die Wurzeln bekommen zu wenig Luft. Diese Hinweise können auf zu viel Wasser deuten:

  • schlaffe, gelbliche oder bräunliche Blätter, obwohl die Erde nass ist
  • muffiger Geruch aus dem Wurzelbereich
  • Schimmel auf der Erdoberfläche
  • Wasser, das im Topf, im Untersetzer oder auf dem Beet stehen bleibt

Keines dieser Zeichen ist für sich eine Diagnose. Welke kann bei Wassermangel auftreten und ebenso nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Weil stehendes Wasser zudem Wurzelfäulnis begünstigt, kann der schnelle Griff zur Kanne genau den Schaden vergrößern, der die Welke ausgelöst hat.

Töpfe und Kästen brauchen deshalb Abflusslöcher. In Gefäßen mit Ablauflöchern kann eine etwa 3 cm dicke Blähtonschicht als Drainage dienen.

Häufiger Fehler

Die Topfpflanze welkt, also wird gegossen. Welkende Topfpflanzen können aber auch unter Dauernässe oder Hitze leiden. Fühl deshalb erst in die Erde, bevor du nachgießt.

Wassermangel rechtzeitig erkennen

Zu wenig Wasser zeigt sich ebenfalls an Blättern, Blüten und Früchten. Diese Hinweise können auf Durst deuten:

  • welke, hängende Blätter
  • trockene, braune Blattränder
  • Blätter, die vorzeitig fallen
  • kümmerliche Blüten und Früchte

Ein einzelnes Zeichen ist ein Hinweis und keine Diagnose. Braun werdende Thujazweige etwa können durch Trockenheit entstehen und sind deshalb kein eindeutiger Hinweis auf Düngermangel. Besonders aufmerksam bist du bei Neupflanzungen. Frisch gepflanzte Stauden und Gehölze brauchen häufiger zusätzliche Wassergaben als gut eingewachsene Pflanzen. Selbst trockenheitsverträgliche Stauden dürfen in der Anwachsphase nicht austrocknen.

Den Wasserbedarf ermitteln statt schätzen

Wie viel Wasser ein Beet braucht, hängt von Pflanzenart und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Die Menge richtest du nach Bodenart und durchwurzeltem Raum. Wie oft du gießt, bestimmst du über den Wasserverbrauch und die Bodenfeuchte. Einen Gießplan für jeden Garten gibt es deshalb nicht, wohl aber Orientierungswerte.

Zahl im Blick

Gartenbeete gießt du durchdringend mit 10–20 l/m² je Wassergabe; das ist ein Orientierungsbereich. Gemüsebeete bekommen bei sommerlicher Trockenheit als Orientierung etwa 20–25 l/m² alle 3 Tage. Neu gesetzte Stauden und Gehölze brauchen zum Einwachsen bei sommerlicher Trockenheit etwa 2–3 Wassergaben pro Woche.

Wie viel davon wirklich im Beet ankommt, weißt du erst, wenn du misst. Beim Gießen mit Schlauch, Brause oder Regner misst du deshalb die tatsächlich ausgebrachte Menge. Für den Schlauch reicht eine einfache Probe: Stopp die Zeit, bis eine 10-Liter-Gießkanne voll ist. Mit dieser Füllzeit schätzt du ab, wie lange du für die gewünschte Menge je Quadratmeter am Beet stehst. Ob überhaupt gegossen werden muss, sagt dir die Fingerprobe; wie viel ankommt, sagt dir die Messung.

Helfer, die die Bodenfeuchte im Blick behalten

Bodenfeuchtesensoren können eine automatische Bewässerung am Wasserbedarf des Bodens ausrichten. Ein Bodenfeuchtefühler kann die Tropfbewässerung zudem sperren, solange die Erde noch feucht ist. Eine reine Zeitschaltuhr kennt dagegen nur die Uhrzeit. Nach einem ergiebigen Regen setzt du sie deshalb von Hand aus. Für einzelne Gefäße und Pflanzen gibt es Tonkegel und Tonfühler, die auf die Bodenfeuchte reagieren; mehr dazu bei den Gießhilfen weiter unten.

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Ungleichmäßige Wasserverteilung vermeiden

Schnell hier ein Schwall, dort ein Schwall: So landet das Wasser dort, wohin der Schlauch gerade zeigt, und nicht im ganzen Wurzelbereich.

Was punktuelles Gießen anrichtet

Wurzeln wachsen dorthin, wo sie Wasser finden. Bekommt nur eine Stelle Wasser, kann sich das Wurzelwerk dort sammeln, während der Rest des Beets austrocknet. Gießt du dieselbe Stelle immer wieder kräftig, kann sich dort zugleich Nässe stauen.

Tropfschlauch und Regner: was gleichmäßig verteilt

Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und eignet sich für Beete und Kübelpflanzen. Regner versorgen vor allem Rasenflächen. Für Aussaatflächen kann eine Überkopfberegnung die Fläche gleichmäßig benetzen. Sie ist aber windanfällig, kann Wasser ungenau verteilen und benetzt auch die Blätter.

Zahl im Blick

Bei den Tropfschläuchen, die die Bayerische Gartenakademie für Haus- und Kleingarten beschreibt, sitzen die Tropfstellen typischerweise 30–40 cm auseinander. Je Tropfstelle und Stunde geben diese Tropfsysteme je nach Ausführung 1–4 l ab. Für deinen eigenen Schlauch zählt die Angabe des Herstellers.

Den Tropfschlauch lege ich dicht an den Pflanzen entlang, damit jede Pflanze eine Tropfstelle in Reichweite hat. Unter einen Regner stelle ich mehrere gleich große Gefäße an verschiedene Stellen. Nach dem Durchlauf vergleiche ich, wie viel Wasser in jedem steht.

Gleichmäßig gießen mit Brause und Gießstab

Gießstäbe und Brausen eignen sich, um einzelne Pflanzen gezielt zu wässern. Führ die Brause rund um die Pflanze, sodass der ganze Wurzelbereich Wasser bekommt und nicht nur der Fuß des Stängels. Gemüsesetzlinge gießt du mit einem feinen Wasserstrahl an, damit der Ballen guten Kontakt zum umgebenden Boden bekommt. Ob du besser zur Gartenbrause oder zur Gartenspritze greifst, hängt von der Aufgabe ab.

Welches System zu deinem Garten passt

Welches System insgesamt zu dir passt, hängt an Fläche, Pflanzen und der Zeit, die du hast. Die Vor- und Nachteile von Tropfschlauch, Regner und Gießkanne stellt der Abschnitt Bewässerungssysteme in unserem Technik-Überblick gegenüber.

Tiefenwurzeln fördern: durchdringend statt oberflächlich

Was flaches Gießen anrichtet

Wer immer nur kurz über die Oberfläche sprengt, feuchtet die obere Schicht an, und dort bleiben dann auch die Wurzeln. Solche Pflanzen können bei Trockenheit schneller leiden, weil sie die tieferen, feuchteren Schichten nicht erreichen. Flache Wurzeln können die Pflanze zudem weniger standfest machen.

So gießt du durchdringend

Gieß seltener, dafür so viel, dass das Wasser bis in den Wurzelraum dringt. Bei Hitze verteilst du eine große Gabe auf mehrere Gießgänge. Gartenbeete kannst du bei sommerlicher Hitze so mit etwa 20–25 l/m² durchdringend wässern, damit das Wasser nicht abschwemmt. Zwischen den Gießgängen lässt du das Wasser einsickern.

Um jede Neupflanzung ziehe ich einen Gießrand aus Erde, damit das Wasser nicht wegläuft und im Wurzelbereich einsickert. Ist die Pflanze angewachsen, ebne ich den Rand wieder ein.

Marias Erfahrung

Nach dem Gießen stecke ich einen Holzstab ins Beet und ziehe ihn wieder heraus. An der dunklen, feuchten Strecke sehe ich, wie weit das Wasser gekommen ist. Ist nur das obere Stück feucht, gieße ich beim nächsten Mal in mehreren Gängen.

Tiefer wässern bei Bäumen und großen Sträuchern

Bei frisch gepflanzten Bäumen ist der ursprüngliche Wurzelballen das vorrangige Ziel der Bewässerung. In Belüftungsrohre junger Stadtbäume gießt du kein Wasser, weil es dort am erreichbaren Wurzelraum vorbeilaufen kann. Junge Obstbäume können in der Anwachsphase je Gießgang etwa 50–100 Liter benötigen. Eingewachsene Hausbäume brauchen zusätzliches Wasser vor allem bei lang anhaltender Trockenheit. Für große, eingewachsene Gehölze gibt es Gießhilfen, die das Wasser in tiefere Bodenschichten leiten, ohne die Blätter zu benetzen. Mengen und Rhythmus stehen im Ratgeber, wie viel Wasser ein Baum je nach Wachstumsphase braucht.

Einen Bewässerungsplan mit Gießzonen aufstellen

Ein Bewässerungsplan fasst Pflanzen mit ähnlichem Bedarf zu Zonen zusammen. Jede Zone bekommt ihre eigene Menge und ihren eigenen Rhythmus, statt dass der ganze Garten gleich viel Wasser erhält. Dafür schaust du auf Pflanzen, Boden und Lage. Sandige oder flachgründige Böden verlangen häufigeres Gießen. Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten.

Zone Beispiele Worauf du achtest
Durstige Pflanzen Fruchtgemüse wie Tomaten, Gurken und Zucchini; Stauden wie Phlox paniculata und Rittersporn Fruchtgemüse braucht während der fortlaufenden Fruchtbildung bis zur Ernte eine gute Wasserversorgung
Neupflanzungen frisch gesetzte Stauden und Gehölze, junge Obstbäume brauchen häufiger Wasser als eingewachsene Pflanzen und dürfen nicht austrocknen
Genügsame Flächen mehrjährige mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian überstehen sommerliche Trockenperioden häufig ohne zusätzliches Gießen
Töpfe und Kübel kleine Töpfe, große Kübel, Hochbeete kleine Töpfe trocknen schneller aus als große Kübel und Hochbeete
Rasen Gebrauchsrasen Regner versorgen vor allem Rasenflächen; bei Wasserknappheit haben langlebige Gehölze Vorrang
Unter Gehölzen Unterpflanzung von Bäumen und Sträuchern die Wasseraufnahme der Gehölze mitrechnen

Weil kleine Töpfe schneller austrocknen als große Kübel, kann ein gemeinsamer Tropfstrang einem von beiden die falsche Menge geben. Bei Tropfsystemen mit Tonfühler erlaubt ein Fühler je Pflanzgefäß dagegen, jedes Gefäß nach seinem eigenen Wasserbedarf einzustellen.

Ich zeichne meine Zonen in den Gartenplan und notiere zu jeder, womit ich sie gieße. Ändert sich etwas, etwa durch eine Neupflanzung oder einen neuen Kübel, passe ich den Plan an. Die Flächen selbst plane ich mit Beetflächen und Anbaupausen im Beetplaner.

Bei Wasserknappheit versorgst du langlebige Gehölze vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann. Lokale Anordnungen zur Wasserentnahme und Hinweise deines Wasserversorgers berücksichtigst du in jedem Plan.

Die Grundregeln, wie viel, wann und womit du deinen Garten gießt, stehen in einem eigenen Ratgeber. Für den Gemüsegarten lohnt der Blick darauf, wie du Blatt-, Frucht- und Wurzelgemüse passend gießt.

Wasserspeichernde Gele, Tonkegel und Gefäße mit Reservoir

Diese Helfer sollen die Abstände zwischen zwei Gießgängen verlängern oder die Wasserabgabe an die Bodenfeuchte koppeln. Den Blick in die Erde ersetzen sie nicht.

Wasserspeichernde Gele und Granulate

Wasserspeichernde Gele und Granulate werden vor allem der Erde in Kübeln und Balkonkästen beigemischt. Ihnen wird nachgesagt, dass sie Wasser aufnehmen und nach und nach an die Wurzeln abgeben. Wie viel davon in die Erde gehört, steht in der Gebrauchsanweisung des Herstellers, und daran hältst du dich. Auch mit Gel prüfst du vor dem Gießen, ob die Erde noch feucht ist.

Mehr Wasserreserve bringt oft schon ein größeres Gefäß. Große Pflanzgefäße speichern mehr Wasser und erlauben dadurch längere Abstände zwischen den Gießvorgängen. Für Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika sollte das Gefäß mindestens 10 l fassen.

Tonkegel und Tonfühler

Tonkegel sind eine alte Methode: Ein Kegel aus Ton steckt in der Erde und ist mit Wasser gefüllt oder an einen Vorrat angeschlossen. Bei einer ventilgesteuerten Tonkegelbewässerung erzeugt trocknender Boden einen Sog. Dieser Sog öffnet das Schlauchventil, bis der Boden ausreichend befeuchtet ist. Die Wasserabgabe richtet sich so nach der Feuchte des Bodens und nicht nach der Uhr. Bei manchen Tropfsystemen steuert ein Tonfühler die Wasserabgabe abhängig von der Bodenfeuchte, ganz ohne Strom oder Batterie.

Ich setze Tonkegel in Kübel und an einzelne Pflanzen. Beim Setzen drücke ich die Erde rund um den Kegel fest an, damit der Ton überall Kontakt zum Boden hat.

Gefäße mit Wasserreservoir und Docht

Bewässerungsgefäße holen das Wasser über Dochte oder substratgefüllte Verbindungen aus einem Reservoir nach oben. Auch hier helfen Ablauflöcher, Staunässe bei Regen zu vermeiden. Für den Balkon hilft der Überblick, welches Bewässerungssystem dort passt, von der Gießkanne bis zum selbstbewässernden Gefäß.

Häufiger Fehler

Das Reservoir füllen und sich ab dem Pflanztag darauf verlassen. Frisch bepflanzte Gefäße mit Wasserspeicher gießt du in den ersten Wochen von oben, bis die Pflanzen richtig eingewurzelt sind.

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Installation und Wartung: damit die Anlage tut, was sie soll

Worauf du beim Aufbau achtest

Plan die Leitungswege nach deinen Gießzonen, sodass jede Zone für sich gesteuert werden kann. Vor die Tropfer gehört ein Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Ein zu kurzer Gartenschlauch belastet Kupplungen und Anschlüsse durch dauernden Zug. Wähl ihn deshalb so lang, dass er ohne Spannung bis ans Beet reicht. Bei automatischen Schlauchaufrollern führst du den Schlauch gleichmäßig zurück, damit er nicht unkontrolliert zurückschnellt oder verklemmt. Dichtungen, Filter und Düsen sind Verschleißteile; achte schon beim Kauf darauf, dass sie zugänglich und austauschbar sind.

Tropfschläuche arbeiten typischerweise mit 0,5–2 bar. Welchen Betriebsdruck dein System braucht, hängt aber vom jeweiligen System ab, deshalb liest du vor dem Anschluss die Herstellerangabe.

Kurz erklärt

Der Betriebsdruck ist der Wasserdruck, für den ein Gartenschlauch im Alltag vorgesehen ist. Der Berstdruck liegt höher und ist davon zu unterscheiden.

Soll eine unterirdische Beregnungsanlage an die Trinkwasserleitung, beurteilt ein Fachunternehmen, welche Sicherungseinrichtung die Trinkwasserinstallation schützt. Wartung und Reparatur einer Sicherungskombination, die in eine Außenarmatur eingebaut ist, gehören in die Hände eines zugelassenen Fachbetriebs.

Zahl im Blick

Unterirdische Gartenbewässerung braucht ausreichend große PE-HD-Leitungen; empfohlen werden etwa ¾–1 Zoll. Das ist eine Rohrdimension und kein Schlauchmaß. Verlegt werden die Leitungen etwa 30 cm tief, und vor dem Frost entleerst du sie.

Den Probebetrieb ernst nehmen

Achtung

Eine neu installierte automatische Tropfbewässerung beobachtest du mehrere Wochen, bevor sie unbeaufsichtigt läuft, und stellst sie bei Bedarf nach. Für den Urlaub heißt das: frühzeitig installieren und im Testlauf prüfen, ob die Wassergaben passen und die Schlauchverbindungen sicher halten.

Während des Probebetriebs gehe ich die Leitung ab und schaue an jeder Tropfstelle, ob sich ein feuchter Fleck bildet. In die Erde der Kübel fühle ich zusätzlich mit dem Finger.

Wartung: Filter, Dichtungen, Düsen

Für die Wartung gibt es feste Anlässe: nach dem Winter, vor einer längeren Abwesenheit und immer dann, wenn eine Pflanze trotz laufender Anlage welkt oder eine Tropfstelle trocken bleibt. Dann reinigst du den Filter, spülst die Leitungen durch und suchst die Verbindungsstellen nach Lecks ab. Verschlissene Dichtungen, Filter oder Düsen ersetzt du.

Häufiger Fehler

Kalk an Düsen und Tropfern mit Essig lösen. Essig kann Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan verursachen. Ich reinige ausgebaute Düsen deshalb mit klarem Wasser und einer weichen Bürste.

Mini-Checkliste

Filter sitzt vor den Tropfern · Schlauch reicht ohne Zug ans Beet · Druckangabe des Herstellers gelesen · Dichtungen, Filter und Düsen zugänglich · Probebetrieb mehrere Wochen beobachtet · Trinkwasseranschluss vom Fachunternehmen beurteilt

Die Anlage im Jahreslauf

Eine Anlage, die im Frühjahr richtig eingestellt war, passt im Hochsommer und im Herbst nicht mehr automatisch. Diese Arbeiten fallen über das Jahr an:

Jahreszeit Was du an der Anlage tust
Frühling Leitungen, Armaturen und Zubehör auf Frostschäden prüfen, Filter reinigen, Leitungen durchspülen, Anlage im Probelauf starten
Sommer Wassergaben an Witterung und Wachstum anpassen, die Zeitschaltuhr nach ergiebigem Regen aussetzen
Herbst Wassergaben zurücknehmen, Zubehör für den Winter vorbereiten
Winter Wasserführendes Zubehör entleeren und frostgeschützt lagern; nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen entleeren und zusätzlich absperren; unterirdische Leitungen vor Frost entleeren

Im Sommer steigt der Wasserbedarf von Gemüse mit der Blattentwicklung, und fortlaufend tragende Fruchtgemüse brauchen anhaltend eine gute Versorgung. Die Mengen passt du deshalb im Lauf der Saison an, statt sie im Frühjahr einmal festzulegen.

Wasserführendes Zubehör wird vor dem Winter entleert, und immergrüne Gehölze können auch im Winter austrocknen. Liegt die Anlage im Winterlager, gießt du Immergrüne deshalb bei Bedarf an frostfreien Tagen mit der Kanne.

Wasserhygiene: sauberes Wasser aus Tonne und Leitung

Neben Menge und Zeitpunkt zählt, woher dein Gießwasser kommt und wie sauber es ist.

Stehendes Wasser im Blick behalten

In offenem, stehendem Wasser können sich Algen bilden, und Mücken finden dort einen Platz für ihre Brut. Ich halte den Deckel meiner Regentonne geschlossen.

Speicher sauber halten

Ist die Regentonne leer, schrubbe ich sie mit einer Bürste und klarem Wasser aus und spüle gründlich nach. Essig nehme ich dafür nicht, aus demselben Grund wie bei den Düsen. Den Filter der Tropfanlage spüle ich bei dieser Gelegenheit gleich mit aus.

Regenwasser und Grauwasser: auf die Quelle achten

Regenwasser vom Dach ist nicht automatisch gutes Gießwasser. Von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen nimmst du es nicht für die Gartenbewässerung. Läuft es von einem Kupfer- oder Zinkdach ab, kann es umweltschädliche Metallverbindungen enthalten. Einzelne Dachrinnen und Fallrohre aus diesen Metallen sind dagegen in der Regel unproblematisch. Grauwasser aus Baden, Duschen oder Waschen nutzt du im Garten nur, wenn es vorher in einer dafür vorgesehenen Grauwasseranlage gereinigt wurde.

Achtung

Eine Regenwassernutzungsanlage braucht eine geeignete Sicherungseinrichtung, damit kein Regenwasser in das Trinkwassersystem gelangt. Regen- und Trinkwassersystem bleiben getrennt.

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Gießzeit, Boden und Wetter: kurz eingeordnet

Die richtige Tageszeit

Morgens können benetzte Blätter nach dem Gießen abtrocknen, was Pilzerkrankungen weniger begünstigt, und abends sollten die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können. Die Sorge, Tropfen würden in der Mittagssonne Blätter verbrennen, trifft auf die meisten Pflanzenblätter nicht zu. Zu welcher Tages- und Jahreszeit du am besten gießt, auch bei Hitze, im Kübel und bei Neupflanzungen, erklärt der Ratgeber zu den Gießzeiten.

Boden, Mulch und Wasserquelle

Wie viel Wasser ein Beet zwischen zwei Gießgängen hält, hängt an der Bodenart, und Mulch kann die Verdunstung bremsen. Wie der Boden als Wasserspeicher arbeitet und wie du mit Mulch, Regen- und Grauwasser sparst, steht im selben Technik-Überblick in den Abschnitten Gießen und Wasser sparen. Konkrete Ideen sammelt der Ratgeber mit Maßnahmen zum Wassersparen im ganzen Garten.

Wetter

Nach Plan zu gießen, obwohl es gerade ergiebig geregnet hat, verschwendet Wasser und kann den Boden vernässen. Ein Bodenfeuchtefühler kann die Anlage in diesem Fall sperren; ohne ihn entscheidet der Griff in die Erde. Für lange Trockenphasen lies nach, wie du den Garten mit Tropf- und Unterflurbewässerung durch trockene Sommer bringst.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob meine Pflanze zu viel oder zu wenig Wasser bekommt?
Welke kann bei Wassermangel auftreten, aber ebenso nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Prüf deshalb zuerst die Bodenfeuchte, bevor du nachgießt. Steht Wasser im Topf oder auf dem Beet, kann das auf Staunässe hindeuten, und stehendes Wasser begünstigt Wurzelfäulnis.
Wie viel Wasser braucht ein Gartenbeet pro Gießgang?
Für durchdringendes Gießen von Gartenbeeten gelten 10–20 l/m² je Wassergabe als Orientierungsbereich. Für Gemüsebeete wird bei sommerlicher Trockenheit etwa 20–25 l/m² als Orientierung genannt. Diese Gabe bezieht sich auf einen Rhythmus von 3 Tagen. Wie viel dein Schlauch wirklich ausbringt, misst du über die Füllzeit einer 10-Liter-Gießkanne.
Warum braucht eine Tropfbewässerung einen Filter?
Tropfer können verstopfen oder verkalken, deshalb gehört ein Filter vor die Tropfstellen. Filter, Dichtungen und Düsen sind Verschleißteile, die du reinigst und bei Verschleiß ersetzt. Essig nimmst du zum Reinigen besser nicht, weil er Gummidichtungen spröde machen und an Kupfer oder Messing Grünspan verursachen kann.
Muss ich die Bewässerungsanlage im Winter entleeren?
Ja, wasserführendes Bewässerungszubehör entleerst du vor dem Winter und lagerst es frostgeschützt. Nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen werden in frostgefährdeten Zeiten entleert und zusätzlich abgesperrt. Unterirdische Bewässerungsleitungen liegen etwa 30 cm tief und werden ebenfalls vor Frost entleert.
Wie lange sollte ich eine automatische Bewässerung vor dem Urlaub testen?
Eine neu installierte automatische Tropfbewässerung beobachtest du mehrere Wochen, bevor sie unbeaufsichtigt läuft, und stellst sie bei Bedarf nach. Installier sie deshalb frühzeitig vor der Abreise. Im Testlauf prüfst du, ob die Wassergaben passen und die Schlauchverbindungen sicher halten.
Kann ich Regenwasser vom Dach zum Gießen verwenden?
Das hängt vom Dach ab. Regenwasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen verwendest du nicht zur Gartenbewässerung, und Wasser von Kupfer- oder Zinkdächern kann umweltschädliche Metallverbindungen enthalten. Einzelne Dachrinnen und Fallrohre aus diesen Metallen sind in der Regel unproblematisch. Eine geeignete Sicherungseinrichtung muss verhindern, dass Regenwasser ins Trinkwassersystem gelangt.
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