Wasserbedarf von Bäumen: so gießt du in jeder Wachstumsphase
- Junge Obstbäume können in der Anwachsphase je Gießgang etwa 50–100 Liter Wasser benötigen.
- Bei frisch gepflanzten Bäumen ist der ursprüngliche Wurzelballen das vorrangige Ziel beim Gießen.
- Frisch gepflanzte Gehölze brauchen bei sommerlicher Trockenheit zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche.
- Neu gepflanzte Hausbäume gießt du etwa über die ersten 3–5 Jahre regelmäßig ergänzend, eingewachsene vor allem in lang anhaltenden Trockenperioden.
Wenn ich einen Baum pflanze, plane ich das Gießen der nächsten Jahre gleich mit. Frisch gepflanzte Gehölze brauchen häufiger zusätzliches Wasser als gut eingewachsene. Doch auch der alte Baum im Garten braucht dich, wenn eine Trockenperiode lange anhält. Wie viel und wie oft du gießt, hängt deshalb an der Wachstumsphase, an der Jahreszeit und an der Baumart.
Zuerst bekommst du die Orientierungswerte als Tabelle. Danach zeige ich dir die Handgriffe für jede Phase, vom WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. des jungen Baums bis zur Fläche unter einer großen Krone.
Wasserbedarf von Bäumen: die Tabelle nach Phase
Jeder Wert gilt für eine bestimmte Situation. Deshalb steht in jeder Zeile, worauf er sich bezieht.
| Phase und Situation | Orientierung | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Junger Obstbaum in der Anwachsphase | kann je Gießgang etwa 50–100 l Wasser benötigen | bei frisch gepflanzten Bäumen zuerst den ursprünglichen Wurzelballen treffen |
| Frisch gepflanzte Gehölze bei sommerlicher Trockenheit | etwa 2–3 Wassergaben pro Woche zum Einwachsen | vor dem Gießen die Bodenfeuchte prüfen |
| Obstbaum in den ersten Standjahren | besonders in den ersten 2–3 Standjahren auf Zusatzbewässerung achten | vor allem bei schwachen Unterlagen und leichten Böden |
| Neu gepflanzter Hausbaum | regelmäßige ergänzende Bewässerung etwa über die ersten 3–5 Jahre | Menge nach BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. und durchwurzeltem Raum richten |
| Eingewachsener Hausbaum | zusätzliches Wasser vor allem bei lang anhaltenden Trockenperioden | lokale Anordnungen zur Wasserentnahme beachten |
| Immergrüne Gehölze im Winter | bei Bedarf an frostfreien Tagen wässern | können auch im Winter austrocknen |
Die Literangabe gilt je Gießgang. Wie oft du gießt, richtet sich nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte, deshalb schaue ich vorher in den Boden. Die Zeilen rechne ich nicht zu einer Wochenmenge zusammen, weil sie für verschiedene Situationen stehen.
Was den Wasserbedarf deines Baums bestimmt
Der Bedarf hängt an Art und Sorte, an Witterung und Boden sowie an Sonne und Wind am Standort. Auf sandigem oder flachgründigem Boden gießt du häufiger, weil Sand weniger Wasser speichert als Ton oder Lehm. Wie Gießmenge, Rhythmus und der Boden als Speicher zusammenhängen, erklärt der Grundlagenratgeber zu Werkzeug, Bewässerung und Anzucht im Abschnitt zum Gießen.
Anwachsphase: das Wasser gehört auf den Wurzelballen
Bei einem frisch gepflanzten Baum ist der ursprüngliche Wurzelballen das vorrangige Ziel beim Gießen. Ich gieße deshalb langsam rund um den Stamm, damit das Wasser in den Ballen zieht und nicht seitlich wegläuft. Um die Pflanzstelle ziehe ich dafür einen Gießrand aus Erde.
Ein junger Obstbaum kann in der Anwachsphase je Gießgang etwa 50–100 Liter benötigen. So viel Wasser gebe ich nicht auf einmal. Ich gieße in mehreren Durchgängen und warte jeweils, bis das Wasser versickert ist.
Bei sommerlicher Trockenheit brauchen frisch gepflanzte Gehölze zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche. Das ist eine Orientierung, den genauen Zeitpunkt zeigt dir der Boden. Bevor ich nachgieße, fühle ich mit dem Finger am Ballen, ob die Erde dort noch feucht ist.
Stell eine 10-Liter-Gießkanne unter deinen Schlauch und stopp die Zeit, bis sie voll ist. Mit dieser Füllzeit weißt du, wie lange der Schlauch für einen Gießgang am jungen Baum laufen muss, und musst die Menge nicht schätzen.
Jugendphase: die Gießfläche wächst mit dem Baum
Wie lange du regelmäßig nachhilfst, hängt am Baum. Bei neu gepflanzten Hausbäumen erstreckt sich die Phase regelmäßiger ergänzender Bewässerung etwa über die ersten 3–5 Jahre. Obstbäume brauchen besonders in den ersten 2–3 Standjahren deine Aufmerksamkeit für Zusatzbewässerung, vor allem bei schwachen Unterlagen und leichten Böden.
Die Gießmenge richtet sich nach Bodenart und durchwurzeltem Raum. Der Wurzelballen ist nur beim frisch gepflanzten Baum das vorrangige Ziel. Wächst der Baum heran, gieße ich deshalb nicht mehr nur am Stamm, sondern verteile das Wasser auf eine größere Fläche.
Die Häufigkeit lese ich am Boden ab, denn sie richtet sich nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Dafür steche ich mit dem Spaten am Rand der BaumscheibeDie Baumscheibe ist die Bodenfläche rund um den Stamm eines Baums oder Strauchs, die du frei von Gras und Unkraut hältst oder mulchst. So nehmen Gräser und Unkraut dem Gehölz weniger Wasser und Nährstoffe weg. ein und schaue, wie feucht die Erde in der Tiefe noch ist.
Die Baumscheibe meiner jungen Obstbäume halte ich in den ersten Jahren frei von Gras. Auf der offenen Erde sehe ich beim Gießen, ob das Wasser einzieht oder seitlich abläuft.
Erwachsene Bäume: gießen, wenn die Trockenheit anhält
Ein eingewachsener Hausbaum braucht zusätzliches Wasser vor allem in lang anhaltenden Trockenperioden. Ich warte dann nicht auf hängende Blätter, sondern prüfe den Boden unter der Krone mit dem Spaten. Ist die Erde in der Tiefe trocken, gieße ich in mehreren Durchgängen über die Fläche unter der Krone, damit das Wasser einziehen kann.
Bei Wasserknappheit versorgst du langlebige Gehölze vor dem Rasen, weil Rasen Trockenphasen meist besser regenerieren kann. Achte außerdem auf lokale Anordnungen zur Wasserentnahme und auf die Hinweise deines Wasserversorgers. Schränkt der Versorger die Entnahme ein, bekommt also der Baum das Wasser, das dir bleibt, und der Rasen wartet.
Hast du unter dem Baum ein Beet angelegt, nimmt der Baum dort ebenfalls Wasser auf. Diese Wasseraufnahme rechnest du beim Gießen der Unterpflanzung mit ein.
„Ein großer Baum holt sich sein Wasser selbst.“ Für eingewachsene Hausbäume gilt das nicht immer. In lang anhaltenden Trockenperioden brauchen auch sie zusätzliches Wasser.
Baumbewässerung im Jahresverlauf
Frühling
Im Frühjahr schaue ich zuerst nach den Bäumen, die ich neu gepflanzt habe. Bleibt der Regen aus, prüfe ich die Erde am Ballen und gieße, sobald sie dort abgetrocknet ist. Den Gießrand bessere ich dabei aus, damit das Wasser wieder über dem Ballen stehen bleibt.
Sommer
Im Sommer zählt die Lage mit: Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Neupflanzungen versorge ich bei Trockenheit im Rhythmus der Anwachsphase und prüfe vorher den Boden. Bevorzugt gieße ich morgens, weil benetzte Blätter dann abtrocknen können und Pilzerkrankungen weniger begünstigt werden. Wie du die Gießzeiten an Hitze und Trockenheit anpasst, vertieft ein eigener Ratgeber.
Herbst
Im Herbst gieße ich nach Bodenfeuchte und nur dann, wenn die Erde in der Tiefe trocken ist. Vor dem Winter entleere ich Schläuche und anderes wasserführendes Zubehör und lagere es frostgeschützt. Nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen entleerst du in der frostgefährdeten Zeit und sperrst sie zusätzlich ab.
Winter
Immergrüne Gehölze können auch im Winter austrocknen. Ich gieße sie bei Bedarf an frostfreien Tagen und prüfe vorher, ob der Boden trocken ist.
Obstbaum, Thuja, Stadtbaum: was die Baumart ändert
Obstbäume
Bei Obstbäumen spielt die Unterlage mit. Steht ein junger Baum auf schwacher Unterlage in leichtem Boden, achtest du in den ersten Standjahren besonders auf Zusatzbewässerung. Die Literangabe aus der Tabelle bezieht sich auf junge Obstbäume in der Anwachsphase, nicht auf alte Bäume.
Thuja und andere Immergrüne
Werden Zweige einer Thuja braun und sterben ab, kann Trockenheit dahinterstecken. Ein eindeutiger Hinweis auf Düngermangel ist das nicht. Ich prüfe deshalb zuerst die Bodenfeuchte, bevor ich über Dünger nachdenke.
Junge Stadtbäume vor der Tür
Steckt im Boden eines jungen Stadtbaums ein Belüftungsrohr, gieß nicht hinein. Das Wasser kann dort am erreichbaren Wurzelraum vorbeilaufen. Gieß stattdessen auf die Baumscheibe, damit es im Wurzelraum ankommt.
Pflanzt du neu, wähl eine Art, die zu deinem Standort passt. Eine standortgerechte Bepflanzung mit hitze- und trockenheitsverträglichen Arten verringert den Bewässerungsbedarf. Auch dann braucht der frisch gepflanzte Baum in der Anwachsphase dein Wasser.
Welke Blätter: Durst oder zu viel Wasser?
Welke kann bei Wassermangel auftreten, aber auch nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung. Prüf deshalb zuerst die Bodenfeuchte, bevor du mehr gießt. Welche Gießfehler im Garten häufig passieren und wie du sie vermeidest, zeigen ein eigener Ratgeber und der Abschnitt zum Gießen im Grundlagenratgeber.
Schlauch, Tropfschlauch, Automatik: Technik am Baum
Ein Tropfschlauch auf der Baumscheibe bringt das Wasser gezielt an den Baum, braucht aber einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Eine neue automatische Tropfbewässerung beobachtest du mehrere Wochen und stellst sie nach, bevor sie unbeaufsichtigt läuft. Wie Schlauch, Tropfbewässerung und Steuerung zusammenspielen, beschreibt der Abschnitt zu Bewässerungssystemen im Grundlagenratgeber.
Regenwasser und Grauwasser für Bäume
Regenwasser von herbizidhaltigen Bitumendachbahnen gehört nicht an den Baum, und von Kupfer- oder Zinkdächern kann es umweltschädliche Metallverbindungen enthalten. Grauwasser aus Baden, Duschen oder Waschen nutzt du nur nach Reinigung in einer dafür vorgesehenen Grauwasseranlage. Wie du Regenwasser sammelst, das Trinkwassersystem davon getrennt hältst und mit MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. Wasser sparst, beschreibt der Abschnitt zum Wassersparen im Grundlagenratgeber.
Welche Pflege ein Baum über das Jahr braucht, von Nährstoffen bis zur Krankheitsvorbeugung, zeigt der Ratgeber zur Baumpflege. Wie du den übrigen Garten grundsätzlich bewässerst, mit Menge, Zeitpunkt und Methode, liest du im allgemeinen Bewässerungsratgeber.

