Tannen mit Blaukorn düngen? So stimmst du Dünger und Wasser bei Koniferen ab
- Blaukorn ist ein stickstoffhaltiger Mehrnährstoffdünger. Ob deine Tanne ihn braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung.
- Nach Mitte Juli bekommen Ziergehölze wie Koniferen keinen stickstoffhaltigen Dünger mehr, damit die Triebe ausreifen.
- Dünger kommt möglichst auf feuchten Boden. Ist die Erde am Ballen trocken, gießt du zuerst.
- Braune Thujatriebe können von Trockenheit oder Nässe kommen und sind kein eindeutiges Zeichen für Düngermangel.
- Immergrüne Nadelgehölze können im Winter austrocknen. Bei Trockenheit gießt du sie an frostfreien Tagen.
Wer seine Tanne mit Blaukorn düngen will, hat meist einen Anlass: blasse Nadeln, wenig Zuwachs oder braune Triebe. Bevor ich zum Dünger greife, kläre ich zwei Fragen. Ist die Erde am WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. feucht? Und fehlt der Pflanze überhaupt ein Nährstoff? Bei Koniferen hängen beide Fragen zusammen, deshalb plane ich Düngen und Gießen als einen Arbeitsgang.
Tannen mit Blaukorn düngen: was du vorher klärst
Blaukorn ist ein mineralischer Mehrnährstoffdünger, der unter anderem Stickstoff liefert. Ob deine Tanne ihn braucht, zeigt eine BodenuntersuchungEine Bodenanalyse ist die Laboruntersuchung einer Bodenprobe, die du aus vielen Einstichen einer Fläche zusammenmischst. Sie zeigt, welche Nährstoffe im Boden stecken und wie viel Kalk er braucht, und ist die Grundlage für bedarfsgerechtes Düngen.. Sie gibt an, wie dein Boden mit Nährstoffen versorgt ist, und danach wählst du den Dünger aus. Im Hausgarten richtet sich die Düngung nach den Nährstoffen, die tatsächlich fehlen. Das gilt auch für eine große Tanne, die als Hausbaum im Garten steht.
Eine Bodenuntersuchung ordnet die Nährstoffversorgung deines Bodens in Versorgungsstufen ein. Stufe C bezeichnet die optimale Versorgung. Mit dem Befund wählst du den Dünger nach dem, was dein Boden tatsächlich braucht.
Die Mengenangabe auf der Packung richtig lesen
Auf jeder Düngerpackung steht eine Empfehlung zur Menge. Sie passt zur optimalen VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). C nur dann unverändert, wenn kein weiterer Dünger und kein Kompost hinzukommt. Gibst du deiner Tanne zusätzlich Kompost, kannst du die Packungsmenge also nicht einfach übernehmen. Ich lege deshalb das Ergebnis der Bodenuntersuchung neben die Packung, bevor ich streue.
Bis Mitte Juli: danach kein Blaukorn mehr
Obst- und Ziergehölze bekommen nach Mitte Juli keine stickstoffhaltigen Einzel- oder Mehrnährstoffdünger mehr. So können ihre Triebe ausreifen. Tannen und andere Koniferen im Garten sind Ziergehölze, und Blaukorn ist ein stickstoffhaltiger Mehrnährstoffdünger. Für deine Tanne endet die Blaukorn-Zeit damit Mitte Juli.
Im Spätsommer wird noch einmal Blaukorn nachgestreut, damit die Konifere kräftig in den Winter geht. Weil Blaukorn Stickstoff enthält, gehört er nach Mitte Juli nicht mehr an Ziergehölze. Die Triebe sollen ausreifen.
Dünger gehört auf feuchten Boden
Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus. Ich fühle vor dem Streuen mit der Hand in die Erde neben dem Ballen. Ist sie trocken, gieße ich zuerst durchdringend und streue erst, wenn der Boden durchfeuchtet ist.
Organisch oder mineralisch?
Blaukorn steht für die mineralische Seite, Kompost für die organische. Kompost erhöht als organische Substanz den HumusgehaltHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. und verbessert, wie der Boden Wasser aufnimmt und speichert. Für deine Tanne heißt das: Kommt Kompost dazu, übernimmst du die Packungsmenge des Mineraldüngers nicht unverändert.
Braune Nadeln: erst Wasser prüfen, dann an Dünger denken
Braune Triebe verleiten dazu, sofort zu düngen. Bei Thuja können sowohl Trockenheit als auch Nässe die FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. schädigen und die Triebe verbräunen lassen. Braune, absterbende Zweige sind bei ihr deshalb kein eindeutiger Beleg für Düngermangel. Werden nur ältere Nadeln im Inneren einer Thuja braun und fallen ab, kann das ein natürlicher Nadelwechsel sein. Auch Welke kann bei Wassermangel auftreten, aber ebenso nach Wurzelschäden durch anhaltende Überwässerung.
Weil braune Thujatriebe von Trockenheit kommen können und Dünger auf feuchten Boden gehört, gießt du eine ausgetrocknete Thuja zuerst. Fühlt sich die Erde am Ballen dagegen nass an, gießt du nicht zusätzlich, denn auch Nässe kann die Feinwurzeln schädigen. Bei Tanne und anderen Nadelgehölzen gehe ich genauso vor: erst die Erde am Ballen prüfen, dann über Dünger entscheiden.
Bevor Blaukorn an deine Konifere kommt: Erde am Ballen mit der Hand prüfen. Bei Thuja nachsehen, ob nur ältere Nadeln im Inneren braun werden. Ergebnis der Bodenuntersuchung bereitlegen. Datum prüfen, denn nach Mitte Juli bleibt stickstoffhaltiger Dünger im Sack.
Tannen und Koniferen gießen: nach Pflanzalter, Boden und Lage
Frisch gepflanzt: der Ballen hat Vorrang
Frisch gepflanzte Gehölze brauchen häufiger Wasser als gut eingewachsene. Bei sommerlicher Trockenheit benötigen sie zum Einwachsen etwa 2–3 Wassergaben pro Woche. Das Wasser soll bei frisch gepflanzten Bäumen vor allem den ursprünglichen Wurzelballen erreichen. Ich gieße langsam mit der Brause direkt auf den Ballen, weil ein harter Strahl die Bodenoberfläche verschlämmen kann. Schwemmt das Wasser oberflächlich weg, gieße ich erst an einer anderen Stelle weiter und komme später zurück.
Eingewachsene Koniferen und große Tannen
Steht eine große Tanne als eingewachsener Hausbaum im Garten, braucht sie zusätzliches Wasser vor allem in lang anhaltenden Trockenperioden. Wird das Wasser knapp, versorgst du langlebige Gehölze vor dem Rasen, weil Rasen sich nach Trockenphasen meist besser erholt. Beachte dabei lokale Anordnungen zur Wasserentnahme und die Hinweise deines Wasserversorgers. Bei älteren Bäumen gehören neben Gesundheits- und Schädlingskontrollen auch Kontrollen der Standsicherheit dazu. Dafür brauchst du gegebenenfalls eine Fachperson.
Boden und Lage bestimmen, wie viel und wie oft
Die Menge richtest du nach BodenartDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. und durchwurzeltem Raum, die Häufigkeit nach Wasserverbrauch und Bodenfeuchte. Sandige oder flachgründige Böden musst du häufiger gießen. Südlagen brauchen mehr Wasser als Nordhänge oder teilweise beschattete Gärten. Daneben hängt der Bedarf von Art und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Fang mit dem Gießen an, solange der Untergrund noch leicht feucht ist, weil ausgetrockneter Boden Wasser schlechter aufnimmt.
Ich stelle eine 10-Liter-Gießkanne unter den Schlauch und stoppe, wie lange sie zum Volllaufen braucht. Mit dieser Füllzeit weiß ich, wie lange ich mit genau diesem Schlauch für diese Wassermenge gießen muss. So messe ich, was tatsächlich an der Konifere ankommt, statt die Menge zu schätzen.
Gießzeit und Technik in Kürze
Morgens gießt du auf den noch kühlen Boden, sodass weniger Wasser verdunstet. Benetzte Nadeln können danach abtrocknen, was Pilzerkrankungen weniger begünstigt. Gießt du abends, sollen die Pflanzen vor der Nacht noch abtrocknen können.
Eine Tropfbewässerung versorgt gezielt einzelne Pflanzen und kann dadurch Wasser sparen. Sie braucht einen Filter, weil die Tropfer verstopfen oder verkalken können. Wie viel Wasser je Gießgang auf Beeten üblich ist, welche Systeme es gibt und wie du Wasser sparst, findest du in den Grundlagen zu Gießen, Bewässerungssystemen und Wasser sparen.
Koniferen im Winter gießen
Immergrüne Gehölze können auch im Winter austrocknen. Bei winterlicher Trockenheit gießt du sie deshalb an frostfreien Tagen. Das gilt für Tannen ebenso wie für Thuja und andere immergrüne Nadelgehölze. Ich prüfe in trockenen Wintern die Erde am Ballen genauso wie im Sommer.
Nicht frostsichere Außenleitungen und Armaturen müssen in frostgefährdeten Zeiten entleert und abgesperrt sein. Für das Wintergießen fülle ich die Gießkanne deshalb im Haus. Tropfschläuche und anderes wasserführendes Zubehör entleerst du vor dem Winter und lagerst es frostgeschützt.
Kalk oder sauer: was Thuja verträgt
Bei Thuja lohnt vor jeder Bodenverbesserung ein Blick auf den Kalk.
„Nadelgehölze wollen grundsätzlich sauren Boden.“ Für Thuja trifft das nicht zu. Sie verträgt kalkreiche Böden, und auf zu sauren Boden reagiert sie mit schlechterem Wachstum und höherer Krankheitsanfälligkeit.
Bevor du den Boden unter einer Konifere veränderst, klärst du mit einer Bodenuntersuchung, welche Nährstoffe dort fehlen. Standortgerecht gewählte Pflanzen brauchen weniger Pflege und weniger Zusatzwasser. Der Blick auf den Boden lohnt sich deshalb schon vor dem Pflanzen.
Sonderfälle: Zwergkonifere im Kübel und Koniferenhecke
Im Kübel
Kleine Töpfe trocknen schneller aus als große Kübel, deshalb gießt du eine Zwergkonifere im kleinen Gefäß häufiger. Das Gefäß braucht Abflusslöcher, weil stehendes Wasser WurzelfäulnisBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. begünstigt. Gefäßgröße und DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. behandeln die schon genannten Grundlagen im Abschnitt zu Gefäßen.
Als Hecke
Für Hecken aus Thuja oder anderen Koniferen stellen sich eigene Fragen nach Dünger, Zeitpunkt und Menge. Wie du Hecken je nach Art mit Nährstoffen versorgst, zeigt ein eigener Ratgeber. Den Heckenschnitt verschiebst du bei Hitze auf kühlere, bedeckte Tage.
