Winterraps im Öko-Garten: Anbau als Gründünger und was er dem Boden bringt
- Winterraps ist ein Kreuzblütler und keine Leguminose: Er bindet keinen Luftstickstoff, hält aber vorhandenen Bodenstickstoff in seiner Pflanzenmasse fest.
- Für Winterfutterraps im Zwischenfruchtanbau gilt Juli bis September als Saatzeit.
- Die Saat kommt breitwürfig in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett, in 2 bis 3 cm Tiefe, und wird danach angedrückt.
- Im Frühherbst bleibt der Raps stehen, damit freigesetzte Nährstoffe nicht ausgewaschen werden; beendet wird er vor der Samenbildung.
- Für Winterraps gilt eine Anbaupause von 4 Jahren; in Fruchtfolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen meidest du ihn möglichst.
Ein Beet, das nach der Ernte bis zum Frühjahr offen liegt, kann Reststickstoff durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. verlieren. Zwischenfrüchte nehmen diesen Stickstoff auf und können so die Gefahr über Winter verringern. Winterraps hält solchen Bodenstickstoff in seiner Pflanzenmasse fest, bringt aber keinen neuen aus der Luft in den Boden. Bevor ich ihn säe, schaue ich in meiner Beetbelegung im Beetplaner nach, wann auf dem Beet zuletzt ein Kreuzblütler stand. Raps gehört selbst zu dieser Familie, und das entscheidet mit, wo er hinpasst.
Was ist Winterraps, und wofür säst du ihn?
Winterraps (Brassica napus subsp. napus) ist ein Kreuzblütler und gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zur Familie Brassicaceae. Im Garten ist er keine Dauerkultur, sondern eine ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. für Flächen, die nach der Ernte frei werden. Er zählt zu den StarkzehrernStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. und zu den tiefwurzelnden Arten. Willst du den Raps bis zur Samenreife stehen lassen und die Körner nutzen, lies nach, wie du Winterraps erntest und verwertest. Hier geht es um Raps als Gründünger.
Die wichtigsten Angaben für die Gründüngung:
| Merkmal | Winterraps |
|---|---|
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Nährstoffbedarf | starkzehrend |
| Wurzeltyp | tiefwurzelnd |
| Lichtstandort | sonnig, halbschattig |
| Bodenart | Lehm |
| Saatbett | feinkrümelig, gut rückverfestigt |
| Saatzeit im Zwischenfruchtanbau | Juli bis September |
| Saattiefe | 2–3 cm |
| Saatmenge (Feldwert) | 15–20 kg/ha zur Gründüngung, 8–12 kg/ha zur Futternutzung |
| Anbaupause | 4 Jahre |
Die Angaben zu Saatzeit, Saattiefe und Saatmenge gelten für Winterfutterraps. Die Saatmenge stammt aus einer Hersteller-Anbauanleitung und ist ein Feldwert je Hektar.
Welcher Standort und welches Saatbett passen?
Als Lichtstandort eignen sich sonnige und halbschattige Beete, als Bodenart passt Lehm. Für die Saat braucht Raps ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Räum dafür zuerst die Erntereste weitgehend ab. Den Boden lockerst du erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist, mit Grabgabel oder Krail. Danach harkst du die Fläche feinkrümelig und eben, ohne die Erde zu kneten oder zu verschmieren.
Ob der Boden trocken genug ist, prüfe ich mit der Grabgabel: Bleibt die Erde in Klumpen daran hängen, warte ich noch.
Wann und wie säst du Winterraps?
Für Winterfutterraps im Zwischenfruchtanbau gilt Juli bis September als Saatzeit. Im Garten passt das zur Gründüngung nach der Gemüseernte, für die sich besonders August und September eignen. Die Saatzeiten anderer Gründünger hast du im druckbaren Aussaatkalender für Gründünger beisammen.
Gründüngung säst du flächig: Verteil die Körner breitwürfig, rech sie ein und drück die Fläche an. Winterfutterraps legst du dabei in 2 bis 3 cm Tiefe ab. Bei Breitsaat ist das Risiko ungleichen Auflaufens höher als bei einer Saat in Reihen. Deshalb sicherst du nach der Saat den Bodenkontakt.
Ich streue Raps erst längs und dann quer über das Beet, damit sich die Körner gleichmäßig verteilen. Anschließend reche ich sie ein und gehe die Fläche mit dem Rechenrücken ab, bis die Erde überall angedrückt ist.
Zur Gründüngung wird Raps dichter gesät als zur Futternutzung. Die Mengen dafür sind allerdings Feldwerte je Hektar. Für dein Beet ist die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte der verlässliche Ausgangspunkt.
Erntereste abgeräumt, Boden abgetrocknet gelockert, Fläche feinkrümelig und eben geharkt, Saat breitwürfig verteilt und eingerecht, Fläche angedrückt, Saat bis zum Auflaufen feucht gehalten.
Winterraps im Hochbeet oder Kübel?
Auch im Hochbeet ist eine Gründüngung sinnvoll, wenn die Fläche nach der Ernte über Winter frei bleibt. Hochbeete erwärmen sich schneller als Bodenbeete und trocknen dadurch rascher aus. Deshalb kontrollierst du dort die Feuchte der frischen Saat besonders aufmerksam. In kleinen Gefäßen ist Gründüngung meist wenig sinnvoll, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.
Wie pflegst du Winterraps bis in den Winter?
Bis die Saat aufgelaufen ist, hältst du sie feucht. Bei trockenem Wetter kann sie gerade in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Ich gieße dann morgens direkt auf den Boden und nehme einen weichen Strahl, damit die feine Oberfläche nicht verschlämmt.
Ob der Raps selbst eine Düngung braucht, legst du nach einer Bodenuntersuchung fest, denn sie zeigt die pflanzenverfügbaren Nährstoffe. Kommt Unkraut auf, findest du Handgriffe in der Anleitung, wie du Unkraut im Winterraps mechanisch und über die Kulturführung regulierst.
Nach den ersten Frostnächten gehe ich durch den Bestand und notiere, ob der Raps abgefroren ist oder weiterwächst. Davon hängt ab, wie ich ihn im Frühjahr beende.
Was bringt Winterraps dem Boden?
Stickstoff: Sammler, aber keine Leguminose
„Raps reichert den Boden mit Stickstoff an wie Klee.“ Das stimmt nicht. Winterraps ist keine Leguminose und bindet keinen Luftstickstoff. Er ist aber ein Stickstoffsammler: Er nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf und hält ihn in seiner Pflanzenmasse fest.
Luftstickstoff binden nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen, und zwar mithilfe von Wurzelbakterien. Raps nutzt dagegen den Stickstoff, der nach der Ernte noch im Boden liegt. Darin liegt sein Nutzen für das Beet: Er kann die Gefahr verringern, dass dieser Reststickstoff über Winter ausgewaschen wird.
Einarbeiten im Frühherbst kann Nährstoffe freisetzen, die anschließend ausgewaschen werden. Weil Raps den Stickstoff gerade in seiner Masse festhält, lässt du ihn im Frühherbst stehen. Sonst wird genau der Stickstoff frei, den er sichern soll.
Der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. steht der Stickstoff aus der Rapsmasse je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Eine Gründüngung ersetzt zusätzliche Düngung deshalb nicht automatisch. Plane die Folgedüngung so, dass sie den Aufwuchs berücksichtigt. Braucht ein Beet zusätzlichen Stickstoff für stark zehrendes Gemüse, ist eine Leguminosen-Gründüngung die passendere VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen..
Wurzeln und Bodendecke
Als tiefwurzelnde Art durchzieht Winterraps auch tiefere Bodenschichten, und seine Pflanzendecke schützt die Oberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten., Verkrustung und Erosion. Eingearbeitet versorgt die Masse das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. mit organischem Material, und die Humusbildung kann das Wasser- und Nährstoffspeichervermögen verbessern. Wie das im Einzelnen abläuft, erklärt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt was Gründüngung im Boden leistet.
Wo passt Winterraps in die Fruchtfolge?
Als Kreuzblütler folgt Winterraps nicht direkt auf Senf oder Ölrettich, und in Gemüsefruchtfolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen meidest du ihn möglichst. Für Raps gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, und bei KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. an Kohl verzichtest du auf Kreuzblütler auch als Gründüngung. Wie sich die Pflanzenfamilien über die Jahre abwechseln, steht im Gründünger-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.
Wann und wie beendest du den Raps?
Friert dein Raps im Winter ab, bleibt er als Mulch liegen; wächst er weiter, beendest du ihn vor der nächsten Kultur selbst. Einen wachsenden Bestand schneide ich kurz vor der Blüte, damit er keine Samen bildet, zerkleinere die dicken Stängel und arbeite die Masse nur flach ein. Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen danach meist etwa 2 bis 3 Wochen; Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt Mähen und Einarbeiten.





