Gartenpraxis · Gründünger & Bodenkur · Anbau

Winterraps im Öko-Garten: Anbau als Gründünger und was er dem Boden bringt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Winterraps ist ein Kreuzblütler und keine Leguminose: Er bindet keinen Luftstickstoff, hält aber vorhandenen Bodenstickstoff in seiner Pflanzenmasse fest.
  • Für Winterfutterraps im Zwischenfruchtanbau gilt Juli bis September als Saatzeit.
  • Die Saat kommt breitwürfig in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett, in 2 bis 3 cm Tiefe, und wird danach angedrückt.
  • Im Frühherbst bleibt der Raps stehen, damit freigesetzte Nährstoffe nicht ausgewaschen werden; beendet wird er vor der Samenbildung.
  • Für Winterraps gilt eine Anbaupause von 4 Jahren; in Fruchtfolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen meidest du ihn möglichst.

Ein Beet, das nach der Ernte bis zum Frühjahr offen liegt, kann Reststickstoff durch Auswaschung verlieren. Zwischenfrüchte nehmen diesen Stickstoff auf und können so die Gefahr über Winter verringern. Winterraps hält solchen Bodenstickstoff in seiner Pflanzenmasse fest, bringt aber keinen neuen aus der Luft in den Boden. Bevor ich ihn säe, schaue ich in meiner Beetbelegung im Beetplaner nach, wann auf dem Beet zuletzt ein Kreuzblütler stand. Raps gehört selbst zu dieser Familie, und das entscheidet mit, wo er hinpasst.

Was ist Winterraps, und wofür säst du ihn?

Winterraps (Brassica napus subsp. napus) ist ein Kreuzblütler und gehört wie Kohl, Rettich und Radieschen zur Familie Brassicaceae. Im Garten ist er keine Dauerkultur, sondern eine Zwischenfrucht für Flächen, die nach der Ernte frei werden. Er zählt zu den Starkzehrern und zu den tiefwurzelnden Arten. Willst du den Raps bis zur Samenreife stehen lassen und die Körner nutzen, lies nach, wie du Winterraps erntest und verwertest. Hier geht es um Raps als Gründünger.

Die wichtigsten Angaben für die Gründüngung:

Merkmal Winterraps
Familie Kreuzblütler (Brassicaceae)
Nährstoffbedarf starkzehrend
Wurzeltyp tiefwurzelnd
Lichtstandort sonnig, halbschattig
Bodenart Lehm
Saatbett feinkrümelig, gut rückverfestigt
Saatzeit im Zwischenfruchtanbau Juli bis September
Saattiefe 2–3 cm
Saatmenge (Feldwert) 15–20 kg/ha zur Gründüngung, 8–12 kg/ha zur Futternutzung
Anbaupause 4 Jahre

Die Angaben zu Saatzeit, Saattiefe und Saatmenge gelten für Winterfutterraps. Die Saatmenge stammt aus einer Hersteller-Anbauanleitung und ist ein Feldwert je Hektar.

Aussaatkalender Winterraps
GartenkalenderAussaat: April, Mai, Juni, Juli, August, September; Blüte: April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiAussaatBlüte

Welcher Standort und welches Saatbett passen?

Als Lichtstandort eignen sich sonnige und halbschattige Beete, als Bodenart passt Lehm. Für die Saat braucht Raps ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett. Räum dafür zuerst die Erntereste weitgehend ab. Den Boden lockerst du erst, wenn er ausreichend abgetrocknet ist, mit Grabgabel oder Krail. Danach harkst du die Fläche feinkrümelig und eben, ohne die Erde zu kneten oder zu verschmieren.

Ob der Boden trocken genug ist, prüfe ich mit der Grabgabel: Bleibt die Erde in Klumpen daran hängen, warte ich noch.

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Wann und wie säst du Winterraps?

Für Winterfutterraps im Zwischenfruchtanbau gilt Juli bis September als Saatzeit. Im Garten passt das zur Gründüngung nach der Gemüseernte, für die sich besonders August und September eignen. Die Saatzeiten anderer Gründünger hast du im druckbaren Aussaatkalender für Gründünger beisammen.

Gründüngung säst du flächig: Verteil die Körner breitwürfig, rech sie ein und drück die Fläche an. Winterfutterraps legst du dabei in 2 bis 3 cm Tiefe ab. Bei Breitsaat ist das Risiko ungleichen Auflaufens höher als bei einer Saat in Reihen. Deshalb sicherst du nach der Saat den Bodenkontakt.

Marias Erfahrung

Ich streue Raps erst längs und dann quer über das Beet, damit sich die Körner gleichmäßig verteilen. Anschließend reche ich sie ein und gehe die Fläche mit dem Rechenrücken ab, bis die Erde überall angedrückt ist.

Zur Gründüngung wird Raps dichter gesät als zur Futternutzung. Die Mengen dafür sind allerdings Feldwerte je Hektar. Für dein Beet ist die Angabe auf der Saatguttüte deiner Sorte der verlässliche Ausgangspunkt.

Mini-Checkliste

Erntereste abgeräumt, Boden abgetrocknet gelockert, Fläche feinkrümelig und eben geharkt, Saat breitwürfig verteilt und eingerecht, Fläche angedrückt, Saat bis zum Auflaufen feucht gehalten.

Winterraps im Hochbeet oder Kübel?

Auch im Hochbeet ist eine Gründüngung sinnvoll, wenn die Fläche nach der Ernte über Winter frei bleibt. Hochbeete erwärmen sich schneller als Bodenbeete und trocknen dadurch rascher aus. Deshalb kontrollierst du dort die Feuchte der frischen Saat besonders aufmerksam. In kleinen Gefäßen ist Gründüngung meist wenig sinnvoll, weil du die Erde dort einfach austauschen kannst.

Wie pflegst du Winterraps bis in den Winter?

Bis die Saat aufgelaufen ist, hältst du sie feucht. Bei trockenem Wetter kann sie gerade in der Keimphase wiederholtes Gießen brauchen. Ich gieße dann morgens direkt auf den Boden und nehme einen weichen Strahl, damit die feine Oberfläche nicht verschlämmt.

Ob der Raps selbst eine Düngung braucht, legst du nach einer Bodenuntersuchung fest, denn sie zeigt die pflanzenverfügbaren Nährstoffe. Kommt Unkraut auf, findest du Handgriffe in der Anleitung, wie du Unkraut im Winterraps mechanisch und über die Kulturführung regulierst.

Nach den ersten Frostnächten gehe ich durch den Bestand und notiere, ob der Raps abgefroren ist oder weiterwächst. Davon hängt ab, wie ich ihn im Frühjahr beende.

Was bringt Winterraps dem Boden?

Stickstoff: Sammler, aber keine Leguminose

Mythos-Check

„Raps reichert den Boden mit Stickstoff an wie Klee.“ Das stimmt nicht. Winterraps ist keine Leguminose und bindet keinen Luftstickstoff. Er ist aber ein Stickstoffsammler: Er nimmt vorhandenen Bodenstickstoff auf und hält ihn in seiner Pflanzenmasse fest.

Luftstickstoff binden nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen, und zwar mithilfe von Wurzelbakterien. Raps nutzt dagegen den Stickstoff, der nach der Ernte noch im Boden liegt. Darin liegt sein Nutzen für das Beet: Er kann die Gefahr verringern, dass dieser Reststickstoff über Winter ausgewaschen wird.

Einarbeiten im Frühherbst kann Nährstoffe freisetzen, die anschließend ausgewaschen werden. Weil Raps den Stickstoff gerade in seiner Masse festhält, lässt du ihn im Frühherbst stehen. Sonst wird genau der Stickstoff frei, den er sichern soll.

Der Folgekultur steht der Stickstoff aus der Rapsmasse je nach Boden, Witterung und Umbruch nicht vollständig zur Verfügung. Eine Gründüngung ersetzt zusätzliche Düngung deshalb nicht automatisch. Plane die Folgedüngung so, dass sie den Aufwuchs berücksichtigt. Braucht ein Beet zusätzlichen Stickstoff für stark zehrendes Gemüse, ist eine Leguminosen-Gründüngung die passendere Vorfrucht.

Wurzeln und Bodendecke

Als tiefwurzelnde Art durchzieht Winterraps auch tiefere Bodenschichten, und seine Pflanzendecke schützt die Oberfläche vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Eingearbeitet versorgt die Masse das Bodenleben mit organischem Material, und die Humusbildung kann das Wasser- und Nährstoffspeichervermögen verbessern. Wie das im Einzelnen abläuft, erklärt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt was Gründüngung im Boden leistet.

Wo passt Winterraps in die Fruchtfolge?

Als Kreuzblütler folgt Winterraps nicht direkt auf Senf oder Ölrettich, und in Gemüsefruchtfolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen meidest du ihn möglichst. Für Raps gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, und bei Kohlhernie an Kohl verzichtest du auf Kreuzblütler auch als Gründüngung. Wie sich die Pflanzenfamilien über die Jahre abwechseln, steht im Gründünger-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.

Wann und wie beendest du den Raps?

Friert dein Raps im Winter ab, bleibt er als Mulch liegen; wächst er weiter, beendest du ihn vor der nächsten Kultur selbst. Einen wachsenden Bestand schneide ich kurz vor der Blüte, damit er keine Samen bildet, zerkleinere die dicken Stängel und arbeite die Masse nur flach ein. Bis zur nächsten Saat oder Pflanzung vergehen danach meist etwa 2 bis 3 Wochen; Zeitpunkt, Mulch und Wartezeit erklärt der Gründünger-Ratgeber im Abschnitt Mähen und Einarbeiten.

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Häufige Fragen

Wann säst du Winterraps als Gründünger?
Für Winterfutterraps im Zwischenfruchtanbau gilt Juli bis September als Saatzeit. Im Garten passt das zu einer Gründüngung nach der Gemüseernte, für die sich besonders August und September eignen. Säe breitwürfig in ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett, sodass die Körner 2 bis 3 cm tief liegen.
Bindet Winterraps Luftstickstoff wie Klee oder Lupinen?
Nein. Winterraps ist ein Kreuzblütler und keine Leguminose, er bringt keinen zusätzlichen Luftstickstoff in den Boden. Er ist aber ein Stickstoffsammler: Er nimmt vorhandenen, auswaschungsgefährdeten Bodenstickstoff auf und hält ihn in seiner Pflanzenmasse fest. Luftstickstoff binden nur Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen mithilfe von Wurzelbakterien.
Ersetzt Winterraps als Gründünger das Düngen der Folgekultur?
Nicht automatisch. Wie viel Nährstoff eine Gründüngung liefert, hängt von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab, und der Stickstoff aus der Rapsmasse steht der Folgekultur nicht vollständig zur Verfügung. Plane die Folgedüngung so, dass sie den Aufwuchs berücksichtigt, am besten auf Grundlage einer Bodenuntersuchung.
Welche Anbaupause braucht Winterraps?
Für Winterraps gilt eine Anbaupause von 4 Jahren. Als Kreuzblütler folgt er nicht direkt auf andere Kreuzblütler-Gründüngungen wie Senf oder Ölrettich, und in Gemüsefruchtfolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen meidest du ihn möglichst. Gibt es Kohlhernie an Kohl, empfiehlt die Hausgartenberatung einen Fruchtwechsel von fünf bis sechs Jahren und den Verzicht auf Kreuzblütler auch als Gründüngung.
Wie verbessert Winterraps den Boden?
Winterraps zählt zu den tiefwurzelnden Gründüngern und bedeckt den Boden, solange er steht. Eine solche Pflanzendecke schützt vor Verschlämmung, Verkrustung und Erosion. Eingearbeitete Gründüngungsmasse versorgt das Bodenleben mit organischem Material, und die Humusbildung kann das Wasser- und Nährstoffspeichervermögen des Bodens verbessern.
Wie beendest du eine Gründüngung mit Winterraps?
Schneide den Raps, bevor er Samen bildet; im Hausgarten geschieht das gewöhnlich kurz vor der Blüte, dicke Stängel zerkleinerst du. Arbeite die Masse nur flach ein, denn tief vergraben kann frische Gründüngung unter Luftabschluss faulen. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung vergehen danach meist etwa 2 bis 3 Wochen. Ist der Bestand im Winter abgefroren, bleibt er als Mulch liegen.
Worin unterscheidet sich Winterraps von Senf und Ölrettich als Gründünger?
Alle drei sind Kreuzblütler, deshalb folgen sie nicht direkt aufeinander und werden in Fruchtfolgen mit viel Kohl, Rettich oder Radieschen möglichst gemieden. Winterraps gilt als Starkzehrer mit Lehm als passender Bodenart, Gelbsenf und Ölrettich gelten als Schwachzehrer mit Sand als passender Bodenart. Welche Art du wählst, richtest du nach Bodenart, verfügbarem Entwicklungszeitraum und den Pflanzenfamilien deiner Gemüsefruchtfolge.
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