Was ins Hochbeet passt: Gemüse, Kräuter, Blumen und ihre Ansprüche
- Pflücksalate wie Eichblatt oder Lollo gelingen im Hochbeet oft schneller und zuverlässiger als kopfbildende Sorten.
- Radieschen, Möhren, Rettich und Rucola kannst du ab Ende März direkt ins Hochbeet säen.
- Tomaten, Paprika und Zucchini pflanzt du erst ab Mitte Mai nach den letzten Frösten.
- Busch- und Hängetomaten passen ins Hochbeet und werden anders als Stabtomaten nicht ausgegeizt.
- Grüne Gartenbohnen nie roh essen: Samen und Hülsen enthalten Phasin und müssen ausreichend erhitzt werden.
Im Hochbeet ist der Platz knapp, und was du hineinsetzt, muss zur Füllung, zur Jahreszeit und zu den Nachbarn passen. Stehen die falschen Arten zu dicht, nehmen sie sich gegenseitig Licht und Luft. Ich plane deshalb jedes Frühjahr auf Papier, welche Art welchen Platz bekommt und wann sie ihn wieder räumt. Hier findest du Gemüse, Kräuter und Blumen, die sich fürs Hochbeet eignen, jeweils mit dem, was die einzelne Art braucht.
Ein Hochbeet ist eine erhöhte Anbaufläche, die mit dem gewachsenen Boden verbunden oder nach unten abgeschlossen sein kann. Es erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet, ein fester Temperatur- oder Erntevorsprung folgt daraus aber nicht. Außerdem ermöglicht es Gemüseanbau auch auf weniger ertragreichen Böden. Was das für Rücken, Wärme und Schädlinge bedeutet, beschreibt der Ratgeber dazu, welche Vorteile ein Hochbeet im Garten bringt.
Bevor du auswählst: Füllung und Nährstoffbedarf
Was ins Beet passt, hängt auch an der Füllung. Eine klassische Füllung aus Reisig, Kompost und Gartenerde setzt im ersten Jahr erhöht Stickstoff frei, dazu passen starkzehrende Kohlarten und Sellerie. Trägt dein Beet von Beginn an vorwiegend SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt., kann die Abschlussschicht aus Feinkompost, Gartenerde und Sand im Verhältnis 1:1:2 bestehen. Welche Füllung zu deinem Beet passt und wie du danach versorgst, erklärt der Ratgeber dazu, wie du dein Hochbeet schichtest, düngst und pflegst.
Welche Salate und Blattgemüse passen ins Hochbeet?
Salate wachsen schnell und lassen sich in Sätzen nachziehen. Damit füllen sie die Lücken zwischen langsameren Kulturen.
Pflücksalat und Kopfsalat
Pflücksalate wie Eichblatt oder Lollo gelingen im Hochbeet oft schneller und zuverlässiger als kopfbildende Sorten. Im Frühjahr und Herbst steht Salat günstig in der Sonne, im Sommer ist ein halbschattiger Platz von Vorteil. Ich setze die Sommersätze deshalb an die Beetseite, die nachmittags Schatten bekommt. Damit die Ernte nicht abreißt, säst oder pflanzt du nach etwa 10 bis 14 Tagen den nächsten Satz. Beim Pflücksalat nimmst du nur die äußeren Blätter ab, das Herz bleibt stehen, damit weitere Blätter nachwachsen.
Rucola
Rucola darf ab Ende März direkt ins Hochbeet. Er wächst rasch und eignet sich als Lückenfüller zwischen größeren Gemüsepflanzen. Ich säe ihn gern auf die Plätze, auf die später Tomaten und Zucchini kommen.
Spinat und Mangold
Spinat lässt sich als Vor- oder NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. zu wärmeliebenden Pflanzen anbauen. Ein Belegungsbeispiel fürs Hochbeet sieht ihn auch für die Aussaat zwischen Juni und August vor, zusammen mit Radieschen und Rettich. Mangold liefert Blätter und Stiele, und bunte Sorten bringen Farbe ins Beet. Ich ernte ihn blattweise von außen nach innen. Werden seine Herzblätter braun, verkrüppeln oder sterben ab, kann das auf Bormangel hindeuten. Auffällige Blätter sind aber ein Hinweis und noch keine Diagnose.
Mangold und Spinat enthalten Oxalsäure, die für Menschen mit Nierenerkrankungen problematisch sein kann. BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. oder Kochen vermindert sie; wer nierenkrank ist, klärt den Verzehr mit der Ärztin oder dem Arzt. Gekochten Spinat kühlst du rasch ab und bewahrst ihn danach luftdicht im Kühlschrank auf. Das begrenzt die bakterielle Umwandlung von Nitrat zu Nitrit.
Feldsalat, Endivie und Zuckerhut für Herbst und Winter
Feldsalat gilt als winterhart, kann bei Kahlfrost aber trotzdem Schäden erleiden. Ich lege bei Kahlfrost deshalb Vlies über die Reihen. Ein Belegungsbeispiel für den Garten sät ihn von Ende Juli bis Anfang September. Geerntet wird dort ab Anfang November.
Endivien vertragen als Richtwert Frost bis etwa −4 °C, Zuckerhut bis etwa −8 °C. Beides sind Orientierungswerte für Herbstgemüse im Garten allgemein und keine Zusage, denn Witterung, Sorte und Pflanzenzustand entscheiden mit.
Weil Zuckerhut als Richtwert tieferen Frost verträgt als Endivie, kann er im Herbst meist länger draußen bleiben. Kündigen sich Frostnächte an, feuchte ich den Boden an und lege dann Vlies auf. Unter dem Vlies kann sich so an der Unterseite eine isolierende Eisschicht bilden.
Welches Wurzelgemüse eignet sich fürs Hochbeet?
Radieschen, Möhren und Rettich kannst du im Hochbeet ab Ende März direkt säen. Der Witterungsverlauf deiner Region kann diesen Termin verschieben.
Radieschen
| Was | Radieschen |
|---|---|
| Aussaat im Hochbeet | direkt ab Ende März |
| Saattiefe | je nach Bodenart 0,5 bis 1 cm |
| Raster | 15 cm Reihenabstand und 5 cm in der Reihe |
| Engeres Raster | 10 bis 15 cm Reihenabstand und 3 cm in der Reihe |
| Gießen nach der Aussaat | etwa 5 bis 10 l/m², langsam mit feiner Brause |
| Erntereif | je nach Jahreszeit etwa 3 bis 7 Wochen nach der Aussaat |
| Erntebeginn | ungefähr bei 3 cm Knollendurchmesser, nicht bei großknolligen Sondertypen |
Radieschen sind schnell erntereif und passen deshalb gut in Lücken. Ich ziehe vor der Ernte eine Knolle zur Probe und messe ihren Durchmesser. Radieschen sind KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen. wie Kohl und Rettich. Auf sandigen Böden mit niedrigem pH-Wert und Kohlhernierisiko sollen 5 Jahre lang keine Kreuzblütler aufeinander folgen, und ein Satz Radieschen als Lückenfüller zählt dort mit.
Ich säe Radieschen in kurzen Reihen zwischen langsamere Kulturen und stecke an jede Reihe ein Schild mit dem Saatdatum.
Möhren
Die kompakte Möhre Pariser Markt 5 ist ein Beispiel für eine Sorte, die gut ins Hochbeet passt. Du säst sie von März bis Juli. Die Saattiefe liegt bei 1 bis 2 cm. Sobald die Sämlinge stehen, vereinzelst du sie auf 3 bis 5 cm in der Reihe. Ich mische die feinen Samen vor der Aussaat mit Sand, damit sie sich in der Rille besser verteilen.
Sellerie
Sellerie passt wie die starkzehrenden Kohlarten ins erste Jahr einer klassischen Füllung aus Reisig, Kompost und Gartenerde. Er steht lange im Beet und zählt damit zu den lange stehenden Hauptkulturen. Auf derselben Fläche planst du deshalb eine Anbaupause von 3 Jahren gegenüber derselben Pflanzenfamilie ein.
Sellerie und Möhren können bei entsprechend sensibilisierten Menschen pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien auslösen. Wer darauf reagiert, meidet sie.
Rote Bete und Pastinaken
Rote Bete und Pastinaken stehen lange im Beet und brauchen lockere Erde. Bei Roter Bete gilt dasselbe Warnzeichen wie bei Mangold: Herz- und Trockenfäule sowie verkrüppelte oder abgestorbene Herzblätter können auf Bormangel hindeuten. Pastinaken lasse ich im Herbst stehen und ernte sie nach Bedarf. Wie lange das gut geht, entscheidet die Frosthärte der Art.
Kohl im Hochbeet: Was braucht er?
Die starkzehrenden Kohlarten setze ich bevorzugt ins erste Jahr eines Beets mit klassischer Füllung. Alle Kohlkulturen bekommen unmittelbar nach Saat oder Pflanzung ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen., denn die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. tritt gewöhnlich ab Mitte April auf. Ich lege das Netz am Pflanztag auf und schließe die Ränder lückenlos. Für Herbstkohl gilt dieselbe Anbaupause wie für Sellerie, weil er ebenfalls lange auf der Fläche steht.
Brokkoli
Brokkoli Ramoso calabrese steht mit 40 cm Abstand in der Reihe und 50 cm Reihenabstand.
Geerntet wird, bevor sich die Blütenknospen öffnen. Nach dem Haupttrieb schneide ich die kleineren Seitentriebe nach und nach.
Blumenkohl, Grünkohl und Chinakohl
Blumenkohl braucht wie jeder Kohl das Netz ab dem ersten Tag im Beet. Bildet sich der Kopf, knicke ich die Umblätter darüber, damit er vor direkter Sonne geschützt ist. Grünkohl lasse ich im Herbst stehen und ernte ihn nach Bedarf. Chinakohl verträgt als Richtwert Frost bis etwa −4 °C, abhängig von Witterung, Sorte und Pflanzenzustand.
Erbsen und Bohnen
Erbsen und Bohnen gehören zu den Leguminosen. Sie können mithilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff binden.
Erbsen
Erbsen ziehe ich an einem Rankgitter, damit sie nicht auf ihren Nachbarn liegen. Zwischen zwei Erbsenreihen hat eine Reihe Radieschen Platz, das ist eine platzsparende Mischkultur.
Buschbohnen und Stangenbohnen
| Was | Bohnen |
|---|---|
| Aussaat | bei mehr als 10 °C Bodentemperatur, im Freiland meist zwischen Mitte Mai und Mitte Juli |
| Saattiefe | 2 bis 3 cm |
| Standort | warm, sonnig und windgeschützt |
| Wasser | gute Versorgung besonders während Blüte und Fruchtbildung |
| Mulch | erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmt |
Ein Hochbeet erwärmt sich zwar schneller als ein Bodenbeet, ein fester Vorsprung folgt daraus aber nicht. Bei Bohnen entscheidet deshalb die gemessene Bodentemperatur über den Saattag und nicht das Datum. Ich stecke vor der Saat ein Bodenthermometer in die Erde. Die Buschbohne Compass rankt nicht und wird mit 8 bis 10 cm Abstand in der Reihe gesät. Stangenbohnen brauchen ein stabiles Rankgerüst.
Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen enthalten Phasin. Iss sie nie roh, sondern erhitze sie immer ausreichend.
Tomaten, Paprika und Auberginen
Tomaten und Paprika pflanzt du im Hochbeet ab Mitte Mai, nach den letzten Frösten.
Tomaten
Busch- und Hängetomaten eignen sich fürs Hochbeet. Anders als Stabtomaten werden sie nicht ausgegeizt. Steht dein Beet ohne Regenschutz, wählst du krautfäuletolerante Sorten. Hängetomaten setze ich an den Rand, damit ihre Triebe über die Kante wachsen. Mulch bekommen Tomaten erst ab Mai oder Juni, damit sich der Boden vorher erwärmen kann.
Paprika
Bei Paprika passen kleinfruchtige Snacktypen ins Hochbeet. Ich gebe ihnen den sonnigsten und wärmsten Platz im Beet.
Auberginen
Auberginen behandle ich wie Paprika: Sie kommen erst nach den letzten Frösten an einen warmen, sonnigen Platz. Ich ernte die Früchte, solange die Schale glänzt.
Zucchini, Kürbis und Gurken
Zucchini und Kürbis
Zucchini und Kürbis kommen ab Mitte Mai ins Beet, wenn die letzten Fröste vorbei sind. Ich pflanze sie an den Beetrand, damit die Triebe über die Seite hängen und die Mitte frei bleibt. Kürbis wird wie Tomaten erst ab Mai oder Juni gemulcht.
Schmeckt eine Zucchini ungewöhnlich bitter, iss sie nicht und verarbeite sie auch nicht weiter. Sie kann giftige Cucurbitacine enthalten.
Gurken
Bei Gurken empfehlen sich fürs Hochbeet kleinfruchtige Snacktypen. Am Rankgitter wachsen sie in die Höhe und lassen unten Platz für andere Kulturen. Ich gebe ihnen einen sonnigen, warmen Platz.
Welche Kräuter wachsen gut im Hochbeet?
Basilikum
Basilikum Balkonstar ist ein kompaktes Beispiel für Hochbeet und Gefäß. Im Freiland säst du ihn von Mai bis Juli. Die Saattiefe liegt bei nur 0 bis 0,5 cm, die Samen bleiben also fast an der Oberfläche. Ich ernte die Triebspitzen statt einzelner Blätter.
Thymian und Rosmarin
Thymian braucht einen sonnigen, trockenen Platz mit durchlässigem Boden. Sein Saatgut drückst du nur an, statt es mit Erde zu bedecken. Ich setze ihn an den Beetrand, wo er über die Kante wachsen kann. Rosmarin bekommt bei mir dieselbe sonnige, trockene Seite. Ob er draußen überwintert, hängt von deiner Gegend ab.
Petersilie, Schnittlauch und Dill
Petersilie keimt langsam, deshalb halte ich die Saatreihe bis zum Aufgang feucht. Als lange stehende HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. braucht sie dieselbe Anbaupause wie Sellerie. Schnittlauch schneide ich über dem Boden ab und lasse die Basis stehen, damit er neu austreibt. Dill sät sich gern selbst aus, ich lasse ihm dafür eine Ecke im Beet.
Blumen und essbare Blüten im Hochbeet
Blumen bringen Farbe ins Beet und Nahrung für Insekten. Offene Blüten und eine gestaffelte Blütezeit verbessern das Nahrungsangebot für verschiedene Insekten.
| Art | Wuchs | Standort | Pflanzabstand | Aussaat |
|---|---|---|---|---|
| Ringelblume Daisy | einjährig, 20 bis 30 cm hoch | sonnig bis halbschattig | 20 cm | Vorzucht April bis Mai, Direktsaat April bis Juni 1 bis 2 cm tief |
| Zinnie Liliput | einjährig, 50 bis 60 cm hoch | sonnig | 25 cm | Vorzucht März bis April, Direktsaat im Mai 0 bis 0,5 cm tief |
Verblühte Köpfe der Ringelblume schneide ich ab, das kann die Bildung neuer Knospen fördern. Beim Schmuckkörbchen gilt dasselbe. Die Zinnie wird von beiden die höhere, deshalb setze ich sie so, dass sie keine Jungpflanzen bedrängt. Kapuzinerkresse Gartenjuwel wächst buschig statt rankend und erreicht 20 bis 30 cm. Sie eignet sich für sonnige bis halbschattige Gefäße, und ich setze sie an den Rand des Hochbeets. Borretsch säe ich wegen seiner offenen blauen Blüten gern dazu. Die Blüten der Kapuzinerkresse und die Blütenblätter der Ringelblume nehme ich für Salate, gewaschen wie jedes Erntegut.
Vertikal anbauen: rankende Arten nach oben ziehen
Ist die Fläche knapp, wachsen rankende Arten nach oben statt in die Breite. Gurken, Stangenbohnen und Erbsen ziehe ich an Rankgittern, die fest am Rahmen sitzen. Ein Beet in Nord-Süd-Ausrichtung nutzt die Sonneneinstrahlung günstig aus. Hohe Rankgitter stelle ich an die nördliche Schmalseite, damit sie die niedrigen Kulturen nicht beschatten. Hängetomaten wachsen über die Kante nach außen und lassen innen Platz. Vertikale Pflanzsysteme mit wenig Substrat haben nur geringe Wasser- und Nährstoffpuffer, deshalb brauchen sie eine funktionierende Bewässerung.
Überpflanzung: Wie viele Pflanzen passen ins Beet?
Im Frühjahr ist die Versuchung groß, jede Lücke zu füllen. Stehen Pflanzen zu eng, nehmen sie sich Licht und Luft, bilden schwache, verlängerte Triebe und werden krankheitsanfälliger. Junge Pflanzen sollen außerdem nicht von größeren Nachbarn bedrängt werden. Ich übertrage deshalb die Abstände der einzelnen Arten auf einen Plan, bevor ich säe. Du kannst deine Belegung vorab im Beetplaner aufzeichnen.
Jungpflanzen direkt neben schon große Nachbarn setzen. Die größeren nehmen ihnen Licht und Luft, und die jungen bilden schwache, verlängerte Triebe.
Abstand in der Reihe und Reihenabstand je Art notieren; Platz für Rankgitter an der Schmalseite einplanen; hohe Arten so setzen, dass sie keine Jungpflanzen bedrängen; Lücken für Folgesätze von Salat und Radieschen freihalten.
Was für alle Arten gilt: Pflege, Nachbarschaft und Ernte
Pflege und Gießen. Gemulcht wird erst, wenn die Pflanzen etwa 10 cm groß sind, Saatrillen und Jungpflanzen bleiben frei. Wie viel Wasser ein Beet braucht, hängt von Pflanzenart, Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort ab. Verdichteten Boden lockerst du vor der Pflanzung, damit er Wasser besser aufnimmt. Mulchen, Auffüllen, Gießen und Düngen beschreibt der Hochbeet-Ratgeber ausführlich.
Kompost. Ein eigenes Kompostabteil lohnt sich nur, wenn du den Kompost auch brauchst. Bei zu wenig Anbaufläche kann auch Kompostdüngung zu einer Nährstoffüberversorgung führen.
Nachbarschaft und Fruchtfolge. Mischkultur kann den Anbau unterstützen, sie garantiert aber nichts. Möhren und Zwiebeln etwa sind wegen unterschiedlicher Wasser- und Nährstoffansprüche keine uneingeschränkt empfehlenswerte Mischkultur, und als Fliegenschutz füreinander taugen sie nicht verlässlich. Ob deine geplanten Nachbarn zusammenpassen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Bei der Fruchtfolge zählt, welche Pflanzenfamilie zuletzt auf derselben Fläche stand.
Schädlinge. Steht das Beet auf gewachsenem Boden, gehört vor dem Befüllen ein Bodengitter gegen Wühlmäuse hinein. Über der Erde schützen Kulturschutznetze, deren Maschenweite sich nach dem Schädling richtet.
Ernte und Lagerung. Geerntetes Gemüse, Salat und frische Kräuter wäschst du vor Zubereitung oder Verzehr sorgfältig, am besten unter fließendem Wasser. Ins Lager kommt nur gesundes, unbeschädigtes Erntegut, und unangeschnittenes Gemüse hält besser als zerteiltes. Die Warnhinweise für die Küche fasst der Hochbeet-Ratgeber im Abschnitt zur Ernte zusammen.
Jahreslauf. Die Termine in den Porträts gelten je Art und ergeben noch keinen durchgehenden Kalender. Wann welche Art an der Reihe ist und wie du Arten zu Themenbeeten kombinierst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du dein Hochbeet übers Jahr belegst und kombinierst.

