Hochbeet befüllen: Schicht für Schicht einfüllen, Fehler vermeiden, richtig nachfüllen
- Eine klassische Rottefüllung braucht typischerweise etwa 0,8 bis 1 m Füllhöhe, flache oder kleine Beete füllst du mit reinem Substrat.
- Unten grob, oben fein: grob zerkleinerte Äste und Zweige zur Belüftung, darüber Laub und Rohkompost, obenauf Feinkompost mit Gartenerde.
- Jede organische Lage befeuchten und andrücken, etwas Erde zwischen den Füllschichten verhindert Hohlräume.
- Rahmen prüfen und Wühlmausgitter einlegen, bevor die erste Lage hineinkommt; Mist nur kompostiert verwenden.
- Absackende Füllung mit Kompost, Erde oder Rohkompost auffüllen; nach etwa 5 bis 7 Jahren Rotte wird neu befüllt.
Beim Befüllen legst du fest, wie dein HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. in den nächsten Jahren arbeitet. Davon hängt ab, ob die Füllung Rottewärme liefert, was im ersten Jahr wächst und wann du nachfüllst. Ich lege mir vorher jedes Material neben dem Beet zurecht und fülle dann Lage für Lage ein, die Gießkanne immer in Reichweite.
Rottefüllung, Erdfüllung oder reines Substrat: Was passt zu deinem Beet?
Miss zuerst die Innenhöhe deines Beets. Der klassische organische Schichtaufbau setzt genügend Füllhöhe voraus, typischerweise etwa 0,8 bis 1 m. Flache oder kleine Hochbeete füllst du mit reinem Substrat, sie brauchen keinen klassischen Schichtaufbau. Infrage kommen Gartenerde oder gekaufte Blumenerde, bei fertiger Hochbeeterde aus dem Sack hältst du dich an die Angaben des Herstellers.
Die Alternative zur Rottefüllung ist eine dauerhafte Erdfüllung ohne Rottekern. Unten liegen dabei 40 cm durchlässige sandige Erde ohne HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält.. Darüber kommen 40 cm lockere humose Gartenerde. Füllst du mit Gartenboden, gelten dessen Richtwerte, etwa der zur Bodenart passende pH-Bereich.
Der Unterschied liegt darin, was die Füllung selbst beisteuert. Organische Schichten können Rottewärme und nachgelieferte Nährstoffe bieten, reine Substratfüllungen haben diesen Effekt nicht. Die Rottewärme begünstigt wärmeliebende Pflanzen.
Rottewärme bringt deinem Hochbeet keinen festen Vorsprung. Ein Hochbeet erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet, ein fester Temperatur- oder Erntevorsprung folgt daraus aber nicht. Richte deine Saattermine deshalb weiter nach der Witterung in deiner Region.
Bevor du einfüllst: Rahmen, Gitter und Untergrund
Prüf den Rahmen, bevor das erste Material hineinkommt. Die eingefüllte Erde drückt die Seitenwände nach außen, deshalb muss der Rahmen stabil sein. Bei einem Bausatz hältst du dich an dessen Bauanleitung. Die Wahl von Rahmen und Platz erklären die Grundlagen zu Bauformen, Material und Standort.
Steht das Beet auf gewachsenem Boden, gehört unten ein Wühlmausgitter hinein. Seine Maschenweite beträgt höchstens 12 mm. Leg es ein, bevor du befüllst, denn danach liegt der Boden unter der ganzen Füllung.
Baust du auf Rasen, stichst du zuerst die Soden ab und hebst dann Boden aus. In einem Bauweg für Rasenflächen sind das 20 bis 25 cm. Die Soden musst du nicht wegwerfen: Mit der Grasfläche nach unten kommen sie später unter die Laublage.
Rahmen auf Stabilität geprüft; Wühlmausgitter eingelegt; grob zerkleinerte Äste und Zweige bereit; Laub, Rohkompost, Feinkompost und Gartenerde griffbereit; Mist nur kompostiert; Gießkanne oder Schlauch zum Befeuchten in Reichweite.
Schritt für Schritt: So füllst du die Lagen ein
Für die Reihenfolge gilt: unten grob, oben fein. Im Nachbarbeitrag liest du, welche Schicht in welcher Höhe und aus welchem Material hineingehört. Hier geht es um die Handgriffe für eine Rottefüllung.
- Äste und Zweige. Fülle grob zerkleinerte Äste und Zweige als unterste Lage ein, sie belüften die Füllung. In einer mehrschichtigen Rottefüllung kann diese Lage etwa 30 cm hoch sein.
- Rasensoden und Laub. Leg vorhandene Rasensoden mit der Grasfläche nach unten und schichte befeuchtetes Laub darüber.
- Rohkompost. Über das Laub kommt eine Lage Rohkompost.
- Pflanzschicht. Schließe mit krümeligem Feinkompost und Gartenerde ab. Bei einer organischen Schichtfüllung ist diese Pflanzschicht zum Beispiel etwa 25 cm stark.
Die Maße für Ästelage und Pflanzschicht gehören zu zwei verschiedenen Bauweisen. Zusammen ergeben sie keinen vollständigen Schichtplan, rechne aus ihnen also keinen Plan für deine Beethöhe zusammen.
Bei jeder organischen Lage wiederholst du drei Handgriffe. Befeuchte die Schicht mit etwas Wasser, bevor die nächste kommt. Drücke grobe Gartenabfälle, Grassoden und Laub bis einschließlich der Laublage gut an. Gib zwischen die Füllschichten etwas Erde, damit keine Hohlräume bleiben.
Für die Pflanzschicht nimmst du Gartenerde, die frei von Unkraut und Krankheiten ist. Bepflanzt du das Beet von Beginn an vorwiegend mit SchwachzehrernSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt., kann Sand in die Abschlussschicht. Ein Beispiel für diese Mischung: Feinkompost, Gartenerde und Sand im Verhältnis 1:1:2.
Ich sammle Astschnitt und Laub auf getrennten Haufen neben dem Beet, damit jede Lage griffbereit liegt. Das Laub gieße ich schon auf dem Haufen an und drücke Äste, Soden und Laub im Beet mit den Händen fest, bevor die nächste Lage kommt.
Typische Fehler beim Befüllen
Rottefüllung im zu flachen Beet
Ein klassischer Schichtaufbau braucht Höhe. Ist dein Beet flach oder klein, füllst du es mit reinem Substrat und lässt die Lagen aus Ästen und Laub weg.
Rahmen und Gitter erst nach dem Befüllen bedacht
Ein Rahmen, der dem Erddruck nicht standhält, und ein fehlendes Wühlmausgitter lassen sich im vollen Beet kaum noch beheben. Prüf beides, bevor die erste Lage hineinkommt.
Trockene Lagen und Hohlräume
Schichte organisches Material nicht trocken und lose übereinander. Befeuchte jede Lage, drücke sie an und gib etwas Erde dazwischen, damit keine Hohlräume bleiben.
Kompost als Ersatz für Dünger
Mehr Kompost ersetzt keine Düngung. Kompost liefert PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. und KaliumKalium ist neben Stickstoff und Phosphor einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Es regelt den Wasserhaushalt der Pflanze, festigt ihr Gewebe und macht sie widerstandsfähiger gegen Frost sowie Schaderreger wie Pilze und Insekten., deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse aber nicht allein. Wer für StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe. einfach mehr Kompost einfüllt, erhöht also vor allem PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. und Kali, den Stickstoffbedarf deckt er damit nicht. Ob im Beet schon zu viel steckt, klärt eine Bodenuntersuchung; zur ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. findest du mehr im Hochbeet-Ratgeber.
Frischen Mist in die Füllung geben. Kompostiere Mist vor der Verwendung im Gemüsebeet, damit unerwünschte Samen, Krankheitserreger und Tierarzneimittelrückstände abnehmen.
Das erste Jahr im frisch befüllten Beet
Eine frische klassische Füllung aus Reisig, Kompost und Gartenerde setzt im ersten Jahr erhöht Stickstoff frei. Dazu passen starkzehrende Kohlarten und Sellerie. Welche Kultur wohin kommt, kannst du im Beetplaner auf dein Beet verteilen. Geplante Nachbarschaften kannst du im Mischkultur-Planer auf ihre Verträglichkeit prüfen.
Ab dem zweiten Jahr gilt für das klassische Hochbeet eine Frühjahrsgabe Horngrieß als allgemeine Empfehlung. Die Spanne liegt bei 100 bis 200 g/m², gemeint ist keine pauschale Zusatzgabe zu Erde, die schon ausreichend gedüngt ist. Wie du eine Erdfüllung versorgst, steht im Hochbeet-Ratgeber beim Düngen.
Wann und womit du nachfüllst
Eine organische Füllung sackt mit der Zeit ab. Die fehlende Höhe füllst du mit Kompost, Erde oder Rohkompost auf. Ich kontrolliere den Füllstand, bevor ich im Frühjahr die erste Saat ausbringe, und ergänze dann, was fehlt.
Erde aus dem Vorjahr musst du nicht austauschen. Wurde sie im Vorjahr neu eingefüllt und ist krankheitsfrei, verwendest du sie weiter und füllst nur das abgesackte Volumen auf.
Etwa 5 bis 7 Jahre dauert die Verrottung einer organischen Schichtfüllung, je nach Füllmaterial. Danach nutzt du die entstandene Humuserde anderweitig und befüllst das Beet neu.
Weil die Rottewärme aus genau dieser Verrottung stammt, endet sie mit ihr; wer die Wärme nutzen will, plant die Neufüllung deshalb fest ein. Füllst du dann mit Gartenboden neu, lass ihn vor der Neuanlage untersuchen.
Gemulcht wird nach dem Auffüllen in der Regel erst, wenn die Pflanzen etwa 10 cm groß sind. Saatrillen und Jungpflanzen hältst du dabei frei. Womit und wie dick du mulchst, steht im Hochbeet-Ratgeber bei der Pflege.

