Gelbtafeln im Garten: richtig aufhängen und ehrlich einschätzen
- Gelbtafeln locken fliegende Insekten mit ihrer Farbe an und halten sie auf einer Leimfläche fest.
- An Kübelzierpflanzen im Freien weisen sie Weiße Fliegen nach, zur Bekämpfung reichen sie nicht aus.
- Am Kirschbaum überwachen sie die Kirschfruchtfliege, ihr Wegfang vermindert den Befall aber nicht wesentlich.
- Am Kirschbaum hängen sie vor dem Gelbwerden der Früchte an der Süd-, Südost- oder Südwestseite und kommen drei Wochen nach dem ersten Fang wieder ab.
- Klebetafeln können Nützlinge, kleine Vögel und Fledermäuse töten, deshalb hängen sie nur während der Aktivitätsphase des Zielschädlings.
- Nach einer Pflanzenschutzmaßnahme kommt eine frische Tafel hin, damit die neuen Fänge den Erfolg zeigen.
Eine Gelbtafel ist schnell aufgehängt, und bald kleben die ersten Insekten daran. Ob sie deine Pflanzen geschützt hat oder dir nur zeigt, wer gerade fliegt, ist damit noch nicht beantwortet. Bei Weißen Fliegen an Kübelzierpflanzen im Freien und bei der Kirschfruchtfliege ist es vor allem das Zweite. Ich hänge Gelbtafeln deshalb nur für einen bestimmten Schädling auf und lese an den Fängen ab, ob ich handeln muss.
Was Gelbtafeln sind und wie sie fangen
Gelbtafeln sind Fallen mit einer Leimfläche in kräftigem Gelb. Die Farbe lockt fliegende Insekten an, und wer auf der Tafel landet, bleibt am Leim hängen. Gesprüht oder gegossen wird dabei nichts, die Tafel fängt nur, was zu ihr fliegt.
Für kleine Topfpflanzen gibt es Gelbsticker, die du in die Erde steckst. In größere Pflanzen hängst du eine Gelbtafel. Wie du Gelbtafeln als Frühwarnsystem nutzt und welches Format wohin passt, erkläre ich in einem eigenen Ratgeber.
„Gelbtafeln helfen gegen Thripse.“ Für Thripse werden Blautafeln eingesetzt. Gelbtafeln dienen unter Glas und am Blumenfenster der Früherkennung von Weißen Fliegen, Minierfliegen und TrauermückenTrauermücken sind Mücken, die feuchte Umgebung lieben und ihre Eier auf oder in die Erde legen. Schaden richten vor allem ihre weißen Larven an: Sie fressen an Wurzeln, besonders bei Aussaaten und Stecklingen..
Was eine Gelbtafel im Freiland leistet
Zwei Einsätze im Freien zeigen gut, was die Tafel kann und wo sie aufhört.
Weiße Fliegen an Kübelpflanzen
An Kübelzierpflanzen im Freien weisen Gelbsticker und kleine Gelbtafeln einen Befall mit Weißen Fliegen nach. Zur Bekämpfung reichen sie nicht aus. Bei der Gewächshaus-Weißen-Fliege sitzen die Erwachsenen mit ihren vier weißen Flügeln vor allem auf den Blattunterseiten. Dort sitzen auch die flachen, ungeflügelten Larven. Weil die Tafel nur festhält, was anfliegt, kommen diese Larven nicht an den Leim. Ich stecke deshalb einen Gelbsticker in den Kübel und drehe zusätzlich Blätter um, damit ich die Unterseiten sehe.
Kirschfruchtfliege am Kirschbaum
Am Kirschbaum dienen Gelbtafeln der Überwachung der Kirschfruchtfliege. Ihr Wegfangeffekt reicht nicht aus, um den Befall wesentlich zu vermindern. Die Tafel zeigt dir also, dass die Fliege unterwegs ist, schützt die Kirschen aber nicht nennenswert.
Fliegen, Raupen und Schnecken
Gegen Fliegen sind Leimfallen im Außenbereich wenig sinnvoll. Sie locken laufend weitere Fliegen an und können auch Tiere festhalten, die du gar nicht fangen willst. Raupen und Schnecken fliegen nicht und landen deshalb nicht auf der Leimfläche. Raupen, Kartoffelkäfer und Schnecken sammelst du direkt ab.
| Einsatz im Garten | Was die Tafel leistet | Dein Handgriff |
|---|---|---|
| Weiße Fliegen an Kübelzierpflanzen im Freien | Befallsnachweis, zur Bekämpfung reicht sie nicht | Blattunterseiten selbst ansehen |
| Kirschfruchtfliege am Kirschbaum | Überwachung, der Wegfang vermindert den Befall nicht wesentlich | Tafeln drei Wochen nach dem ersten Fang abnehmen |
| Fliegen im Außenbereich | wenig sinnvoll, lockt laufend weitere Fliegen an | auf Leimfallen verzichten |
| Raupen und Schnecken | kein Fang, sie fliegen nicht | absammeln |
Wo du Gelbtafeln aufhängst und wie hoch
Die Tafel gehört an die Pflanze, an der du einen bestimmten Schädling überwachen willst. Am Kirschbaum hängst du sie an die Süd-, Südost- oder Südwestseite. In kleine Kübel und Töpfe steckst du einen Gelbsticker, in größere Kübelpflanzen hängst du die Tafel ins Laub.
Für die Höhe richte ich mich nach der Pflanze, nicht nach einem festen Zentimetermaß. Ich hänge die Tafel auf Höhe der Blätter, die ich überwachen will, und nicht frei darüber.
Klebetafeln können auch NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei., kleine Vögel und Fledermäuse töten. Darum hänge ich keine Tafel auf Vorrat in den Garten. Jede Tafel bekommt bei mir einen Zielschädling und einen Platz an dessen Pflanze.
Wann du Gelbtafeln aufhängst und wieder abnimmst
Eine Gelbtafel hängt nur, solange ihr Zielschädling aktiv ist. Hängt sie länger, fängt sie nichts mehr, was du überwachen willst, kann aber weiter Beifang festhalten.
Am Kirschbaum folgt das Ganze einem festen Ablauf. Ich notiere mir den Tag des ersten Fangs, damit ich den Abnahmetermin nicht schätzen muss.
Tafeln aufhängen, bevor die Kirschen gelb werden. An die Süd-, Südost- oder Südwestseite des Baums hängen. Den Tag des ersten Fangs notieren. Drei Wochen danach die Tafeln abnehmen.
Wann du eine Gelbtafel wechselst
Ich wechsle nach Anlass, nicht nach Kalender. Der erste Anlass ist die Tafel selbst: Ist die Leimfläche dicht belegt oder verschmutzt, hänge ich eine frische auf. Der zweite Anlass ist eine Pflanzenschutzmaßnahme. Danach kommt eine neue Tafel hin, damit die neuen Fänge zeigen, ob die Maßnahme gewirkt hat. Auf den Rand jeder neuen Tafel schreibe ich mit wasserfestem Stift das Datum.
Nach einer Maßnahme bleibt die alte Tafel hängen. Dann mischen sich alte und neue Fänge, und du kannst nicht mehr ablesen, ob die Maßnahme etwas bewirkt hat.
Lohnen sich Gelbtafeln? Wirkung, Kosten und Optik
Als Kontrolle lohnen sie sich. An Kübelzierpflanzen zeigen sie dir Weiße Fliegen, am Kirschbaum die Kirschfruchtfliege. Als alleinige Bekämpfung taugen sie in beiden Fällen nicht, weil der Fang dafür nicht ausreicht. Die Tafel sagt dir, wann du etwas tun musst, das Tun selbst übernehmen andere Maßnahmen.
Bei den Kosten entscheidet, was du erwartest. Als Nachweis bezahlst du für eine Information, als Bekämpfung für eine Wirkung, die bei diesen beiden Schädlingen nicht reicht. Wie Gelbtafeln nach Wirkung, Kosten, Risiken und Rechtslage gegen chemische Mittel abschneiden, vergleiche ich in einem eigenen Ratgeber.
Eine volle Leimtafel ist kein schöner Anblick, am Sitzplatz oder auf dem Balkon schon gar nicht. Für die Optik hilft dieselbe Regel wie gegen Beifang: Die Tafel hängt nur, solange ihr Zielschädling aktiv ist.
Ich hänge Gelbtafeln nicht dorthin, wo ich sitze, sondern dorthin, wo der Schädling sitzt. Bei der Kontrolle schaue ich zuerst, ob überhaupt der gesuchte Schädling klebt, bevor ich etwas unternehme.
Gelbtafeln im Gewächshaus
Im Gewächshaus hängen Leimtafeln möglichst auf Höhe der jeweiligen Kultur und nicht unmittelbar neben Nützlingsträgern. Wie du Gelbtafeln im Gewächshaus bei Tomaten, Gurken und Zierpflanzen einsetzt, zeige ich in einem eigenen Ratgeber.
Was neben der Tafel hilft
Weil die Tafel draußen vor allem anzeigt, brauchst du für die Bekämpfung andere Maßnahmen. Natürliche Gegenspieler förderst du auch, indem du einen gewissen Schädlingsbefall als ihre Nahrung duldest. Wie du Gelbtafeln mit Nützlingen und Mischkultur zu einer Gesamtstrategie verbindest, erkläre ich gesondert.
Im Gemüsebeet kann ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. zufliegende Schadinsekten vorbeugend fernhalten. Empfohlen ist eine Maschenweite unter 1 mm, und das Netz liegt ab Saat oder Pflanzung bis zur Ernte mit dichtem Bodenabschluss auf. Wie Barrieren, Netze und Fallen im Garten zusammenspielen, zeigt der Überblick zum Pflanzenschutz.

