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Raupenbefall erkennen: Fraßspuren, Kot und Gespinste früh deuten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion

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Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Erste Zeichen sind Fraß am Blattrand, Löcher, Raupenkot und zusammengesponnene Blätter.
  • Raupen sitzen auf Blattunterseiten, im Kohlkopf und im Strauchinneren, dort suchst du zuerst.
  • Die Raupe des Großen Kohlweißlings ist gelbschwarz, die des Kleinen grün und samtartig behaart.
  • Überwinterte Buchsbaumzünslerraupen fressen im Frühjahr ab etwa 7 °C wieder.
  • Gespinstnester an Eichen fasst du nicht an, denn die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können Haut und Augen reizen und Atembeschwerden auslösen.

Raupen fallen oft erst auf, wenn am Blatt schon viel fehlt. Die ersten Spuren sind kleiner: ein angefressener Blattrand, einzelne Kotkrümel, zusammengesponnene Blätter am Buchs. Erkennst du den Befall an Kohl oder Buchs früh, kann gezieltes Absammeln noch ausreichen. Ich suche deshalb nicht dort, wo der Schaden am größten aussieht, sondern dort, wo Raupen sitzen.

Die ersten Anzeichen für Raupenbefall

Raupen verraten sich durch Fraß, durch Kot, durch Gespinste und durch sich selbst. Jedes dieser Zeichen ist für sich nur ein Hinweis. Erst zusammen sprechen sie deutlich für Raupen.

Fraßspuren am Blatt und im Kohlkopf

Am Kohl kann sich Raupenbefall durch Fraß am Blattrand, durch Löcher im Blatt und durch Bohrgänge ins Kopfinnere zeigen. Die Spuren reichen von kleinen Löchern bis zu Blättern, an denen ganze Partien fehlen. Ein Bohrgang zeigt dir, dass die Raupe nicht mehr nur außen frisst. Ich biege beim Kohl deshalb die äußeren Blätter zurück und schaue bis ins Herz.

Am Mais sieht der Fraß anders aus. Typisch für den Maiszünsler sind Löcher, aus denen Bohrmehl und Kot austreten, sowie abgeknickte Pflanzenteile.

Raupenkot auf Blättern und am Boden

Raupenkot bleibt dort zurück, wo gefressen wird, oder landet auf tieferen Blättern und am Boden unter der Pflanze. Ich schaue deshalb auf die unteren Blätter, in die Blattachseln und auf die Erde rund um den Stängel. Liegen dort dunkle Krümel, suche ich direkt darüber nach der Raupe. Kot allein beweist noch keinen aktuellen Befall, er zeigt dir aber, wo du suchen solltest.

Gespinste an Zweigen und im Buchs

Sitzen Raupen in Gruppen in weißen Gespinsten an Apfel, Pfaffenhütchen, Schlehe oder Traubenkirsche, deutet das auf Gespinstmotten hin. Am Buchs sind die Gespinste unauffälliger. Junge Raupen des Buchsbaumzünslers sitzen dort häufig zwischen Blättern, die sie zusammengesponnen haben. Gespinstnester an Eichen fasst du dagegen nicht an; den Grund findest du weiter unten beim Eichenprozessionsspinner.

Die Raupe selbst finden

Raupen sitzen gern dort, wo du beim Vorbeigehen nicht hinschaust: auf Blattunterseiten, in Blattachseln, im Kohlkopf und im Strauchinneren. Am Buchs stecken junge Raupen zwischen zusammengesponnenen Blättern, größere flüchten bei Erschütterung ins Strauchinnere. Wer am Buchs nur rüttelt und von außen schaut, übersieht also beide. Ich biege die Zweige deshalb mit beiden Händen auseinander und schaue bis an den Stamm.

Bei Stachelbeeren fressen die grünlich-grauen, schwarz gepunkteten Larven der Stachelbeerblattwespe zuerst im Strauchinneren. Deshalb kann der Befall anfangs unbemerkt bleiben. Ich schaue bei Stachelbeeren zuerst in die Mitte des Strauchs.

Auf Blattunterseiten findest du manchmal auch Gelege. Nicht jedes davon gehört zu einem Schädling.

Häufiger Fehler

Jedes Gelege auf der Blattunterseite sofort zerdrücken. Eier auf etwa 5 mm langen Stielchen können von der Grünen Florfliege stammen, deren Larven unter anderem Blattläuse fressen. Ich zerdrücke nur Gelege, die ich sicher zuordnen kann.

Indirekte Anzeichen

Manche Hinweise sind unspezifisch: verformte oder gekräuselte Blätter, Verfärbungen und Pflanzen, die im Wachstum zurückbleiben. Sie können auf Raupen hindeuten, die an jungen Trieben oder Knospen fressen. Sie können aber auch andere Ursachen haben, etwa andere Schädlinge oder zu viel Gießwasser. Finde ich solche Zeichen ohne Fraß, Kot oder Gespinst, gehe ich zuerst die Verwechslungen weiter unten durch.

Welche Raupe steckt dahinter?

Die befallene Pflanze ist der erste Anhaltspunkt, Aussehen und Spuren grenzen weiter ein. Ein gezielter Nützlingseinsatz setzt voraus, dass der Schädling genau bestimmt ist, und er sollte schon bei beginnendem Befall vorbereitet werden. Wer die Raupe erst bei starkem Befall bestimmt, fängt mit dieser Vorbereitung also zu spät an.

Wer frisst So erkennst du sie Hier suchst du Typische Spuren
Kohlweißlinge Großer Kohlweißling: gelbschwarz, Maximallänge 4 bis 4,5 cm. Kleiner Kohlweißling: grün, samtartig behaart, Maximallänge 3 bis 3,5 cm Kohl: Blattunterseiten und Kopfinneres Fraß am Blattrand, Löcher, Bohrgänge ins Kopfinnere, Raupenkot
Buchsbaumzünsler grün, schwarze Seitenstreifen, schwarzer Kopf Buchs: junge Raupen zwischen zusammengesponnenen Blättern, größere im Strauchinneren zusammengesponnene Blätter, Fraß im Frühjahr ab etwa 7 °C
Kleiner und Großer Frostspanner Spannerraupe, kriecht mit Katzenbuckel Obstbäume und andere Laubgehölze die Raupe selbst an ihrer Fortbewegung
Gespinstmotten Raupen in Gruppen im Gespinst Apfel, Pfaffenhütchen, Schlehe, Traubenkirsche weiße Gespinste an den Zweigen
Stachelbeerblattwespe Larve grünlich-grau, schwarz gepunktet Stachelbeere, zuerst im Strauchinneren Blattfraß, der innen beginnt und anfangs unbemerkt bleiben kann
Maiszünsler an ihren Bohrlöchern Mais Löcher mit austretendem Bohrmehl und Kot, abgeknickte Pflanzenteile
Schwammspinner behaart, auf dem Rücken blaue und rote Warzen Laubbäume, besonders Eichen Fraß am Laub, bei starkem Befall bis zum Kahlfraß
Eichenprozessionsspinner behaart, mit Brennhaaren Eichen Gespinstnester, nicht anfassen

Die beiden Kohlweißlinge unterscheidest du an der Farbe: Die Raupe des Großen ist gelbschwarz, die des Kleinen grün und samtartig behaart. Buchsbaumzünslerraupen sind ebenfalls grün, tragen aber schwarze Seitenstreifen und einen schwarzen Kopf. Spannerraupen wie die des Kleinen und Großen Frostspanners erkennst du an der Bewegung, denn sie kriechen mit dem typischen Katzenbuckel.

Achtung

Behaarte Raupen und Gespinstnester an Eichen fasst du nicht an. Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners können Haut und Augen reizen sowie Atembeschwerden und allergische Reaktionen auslösen. Nester und Haare überlässt du Fachleuten.

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Wann und wo du kontrollierst

Wann sich der Blick lohnt, hängt von der Raupe ab.

Zahl im Blick

Ab etwa 7 °C nehmen überwinterte Raupen des Buchsbaumzünslers im Frühjahr ihren Fraß wieder auf. Ab dann gehört der Buchs zu deinem Kontrollgang.

Je nach Witterung braucht eine Generation des Buchsbaumzünslers 2 bis 3 Monate. Der Buchs bleibt deshalb auch nach dem ersten Fund im Frühjahr auf meiner Liste.

An Obstbäumen helfen Pheromonfallen bei der Zeitplanung. Sie zeigen vor allem, wann die Falter fliegen, den Befall mindern sie allein aber nur wenig. Vom Apfelwickler befallene Früchte sollten schon im Juni und Juli vom Baum, deshalb schaue ich in diesen Monaten gezielt auf die Äpfel.

Mini-Checkliste

So sieht mein Kontrollgang aus.

  • Erst die ganze Pflanze ansehen: Löcher, Randfraß, Gespinste, abgeknickte Triebe.
  • Blätter umdrehen und in die Blattachseln schauen.
  • Beim Kohl die äußeren Blätter zurückbiegen und ins Herz sehen.
  • Am Buchs und an Stachelbeeren die Zweige auseinanderbiegen und ins Strauchinnere schauen.
  • Untere Blätter und Boden nach Kotkrümeln absuchen, dann direkt darüber nach der Raupe.
  • Gelege nur entfernen, wenn klar ist, von wem sie stammen.

Raupe oder etwas anderes?

Nicht jede Fraßspur und nicht jeder dunkle Krümel stammt von Raupen. Diese Zeichen können auf unterschiedliche Ursachen hindeuten:

Was du siehst Kann hindeuten auf
Fraß am Blattrand, Löcher, Bohrgänge, Kotkrümel Raupen
helle bis silbrig schimmernde Blattstellen und winzige schwarze Kottröpfchen an Zierpflanzen Thripse
weißlich gelbe Sprenkel, etwa 0,5 mm große Tiere auf Blattunterseiten von Zierpflanzen Spinnmilben
rot und schwarz gezeichnete Larven an Kartoffelblättern Kartoffelkäfer
welke, gelbe Blätter an Topf- oder Wintergartenpflanzen zu viel Gießwasser und Sauerstoffmangel an den Wurzeln

Findest du Fraßlöcher, aber weder Raupe noch Kot, können auch Schnecken dahinterstecken. Spanische Wegschnecken sind bei Trockenheit vor allem morgens, abends und nachts unterwegs, bei feuchtem Wetter auch tagsüber. Ein zweiter Blick am Abend kann dann klären, wer frisst.

Raupen gefunden: so geht es weiter

Absammeln und gezielt bekämpfen

Bei geringem Befall an Kohl und Buchs sammle ich die Raupen gezielt ab. Buchsschnitt mit Raupen bringe ich nicht auf den üblichen Hauskompost, weil er dort nicht heiß genug wird, um sie abzutöten. Wie du akuten Raupenbefall mechanisch und biologisch bekämpfst, auch bei Kohlweißling, Apfelwickler und Buchsbaumzünsler, liest du im Ratgeber zur natürlichen Raupenbekämpfung.

Vorbeugen für die nächste Saison

Vor zufliegenden Faltern kannst du Gemüse mit einem Kulturschutznetz unter 1 mm Maschenweite abschirmen. Es liegt gleich nach Saat oder Pflanzung locker auf und bleibt mit befestigtem Rand gewöhnlich bis kurz vor der Ernte. Wie du Raupenbefall mit Sortenwahl, Netzen und einem Jahresplan vorbeugst, steht im Ratgeber zur Raupenvorbeugung.

Einordnen und langfristig denken

Insektenfressende Vögel, räuberische Wanzen und Wespen fressen Raupen und können den Befall begrenzen, deshalb gehört ein gewisser Befall als ihre Nahrung dazu. Pflanzenschutzmittel erwägst du im Hausgarten erst, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind und erhebliche Ernteverluste drohen. Ich notiere mir Pflanze und Stelle jedes Fundes; wie du einen Fund erst einordnest und dann der Reihe nach handelst, steht im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen.

Mischkultur als Ergänzung

Mischkultur kann die Fläche besser nutzen und die Bodenbedeckung verbessern, eine verlässliche gegenseitige Schädlingsabwehr beliebiger Pflanzenpaare ist aber nicht nachgewiesen. Tomaten und Sellerie neben Kopfkohl können den Kohlweißlingsbefall mindern, allein darauf bauen solltest du aber nicht. Welche Nachbarn zu deinem Kohl passen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug; die Grundlagen stehen im Ratgeber zu Nützlingen und Schädlingen unter Fruchtfolge und Mischkultur.

Häufige Fragen

Wie kann man Raupenbefall frühzeitig erkennen?
Achte auf Fraß am Blattrand, Löcher im Blatt, Kotkrümel auf unteren Blättern oder am Boden und auf zusammengesponnene Blätter. Such dann gezielt auf Blattunterseiten, in Blattachseln, im Inneren von Kohlköpfen und im Strauchinneren, weil Raupen dort beim Vorbeigehen nicht auffallen. Verformte oder verfärbte Blätter können ebenfalls auf Raupen hindeuten, haben aber auch andere Ursachen. Entdeckst du den Befall an Kohl oder Buchs früh, kann gezieltes Absammeln noch ausreichen.
Welche Raupenarten kommen häufig in Gärten vor?
Am Kohl fressen die gelbschwarzen Raupen des Großen und die grünen, samtartig behaarten Raupen des Kleinen Kohlweißlings. Am Buchs sitzen die grünen Raupen des Buchsbaumzünslers mit schwarzen Seitenstreifen und schwarzem Kopf. Weiße Gespinste mit Raupengruppen an Apfel, Pfaffenhütchen, Schlehe oder Traubenkirsche deuten auf Gespinstmotten hin. Behaarte Raupen und Gespinstnester an Eichen fasst du nicht an, weil die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners Haut und Augen reizen und Atembeschwerden auslösen können.
Wie unterscheiden sich Kohlweißling-Raupen von Buchsbaumzünsler-Raupen?
Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind gelbschwarz, die des Kleinen Kohlweißlings grün und samtartig behaart. Buchsbaumzünslerraupen sind ebenfalls grün, tragen aber schwarze Seitenstreifen und einen schwarzen Kopf. Dazu kommt der Fundort: Kohlweißlingsraupen fressen am Kohl, Buchsbaumzünslerraupen sitzen am Buchs, jung häufig zwischen zusammengesponnenen Blättern.
Worin unterscheiden sich Fraßspuren verschiedener Schädlingsarten?
An Kohl kann sich Raupenbefall durch Fraß am Blattrand, Löcher, Bohrgänge ins Kopfinnere und zurückbleibenden Kot zeigen. Beim Maiszünsler sind Löcher mit austretendem Bohrmehl und Kot sowie abgeknickte Pflanzenteile typisch. Thripse an Zierpflanzen zeigen sich dagegen eher durch helle bis silbrig schimmernde Blattstellen und winzige schwarze Kottröpfchen, Spinnmilben durch weißlich gelbe Sprenkel.
Was zeigen Kotkrümel unter Pflanzen an?
Kotkrümel auf unteren Blättern oder am Boden können auf Raupen hinweisen, die weiter oben fressen. Am Kohl kann sich ein Befall neben Randfraß, Löchern und Bohrgängen ins Kopfinnere auch durch zurückbleibenden Raupenkot zeigen. Such deshalb direkt über der Fundstelle auf Blattunterseiten und im Kopf nach der Raupe. Winzige schwarze Kottröpfchen zusammen mit silbrig schimmernden Blattstellen deuten an Zierpflanzen eher auf Thripse hin.
Wie führt man eine effektive Garteninspektion zur Früherkennung durch?
Sieh dir zuerst die ganze Pflanze an und achte auf Löcher, Randfraß, Gespinste und abgeknickte Triebe. Dreh dann Blätter um, schau in die Blattachseln, biege beim Kohl die äußeren Blätter zurück und am Buchs die Zweige auseinander. Zum Schluss suchst du auf unteren Blättern und am Boden nach Kotkrümeln und direkt darüber nach der Raupe. Gelege entfernst du nur, wenn du sicher weißt, von wem sie stammen.
Welche saisonalen Besonderheiten gibt es beim Raupenbefall?
Beim Buchsbaumzünsler beginnt die Saison im Frühjahr, denn überwinterte Raupen nehmen ab etwa 7 °C ihren Fraß wieder auf. Je nach Witterung braucht eine Generation 2 bis 3 Monate, deshalb lohnt der Blick in den Buchs auch später im Jahr. An Obstbäumen zeigen Pheromonfallen vor allem, wann die Falter fliegen, und vom Apfelwickler befallene Früchte sammelst du schon im Juni und Juli ab.
Stimmt es, dass chemische Mittel immer die beste Lösung gegen Raupen sind?
Nein, bei früh erkanntem oder geringem Befall an Kohl und Buchs kann schon gezieltes Absammeln ausreichen. Pflanzenschutzmittel kommen im Hausgarten erst infrage, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind und erhebliche Ernteverluste drohen. Dann nur mit einem für Haus- und Kleingarten, Pflanze und Schädling zugelassenen Mittel, nach Gebrauchsanleitung, mit Schutzkleidung und ohne Kinder oder Haustiere in der Nähe. Bedenke auch, dass solche Mittel Nützlinge treffen können, die Raupen fressen.
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