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Futterpflanzen für Nutztiere: Gräser, Leguminosen, Getreide, Rüben und Zwischenfrüchte im Vergleich

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 14 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gräser sind die Grundlage für wiederkäuergerechtes Futter, Kleearten bringen viel Eiweiß und Mineralstoffe ins Feldfutter.
  • Kleinkörnige Futterleguminosen wie Klee und Luzerne können dank Knöllchenbakterien ohne Stickstoffdüngung auskommen.
  • Getreide wird als Korn oder als Ganzpflanzensilage mit Korn und grünen Pflanzenteilen genutzt.
  • Futterrüben sind zucker- und energiereich, aber proteinarm und strukturarm, Wiederkäuer brauchen dazu einen Strukturausgleich.
  • Früh gesätes einjähriges Weidelgras oder einsömmeriges Kleegras kann bei ausreichend Niederschlag nach etwa 8 bis 10 Wochen genutzt werden.
  • Kreuzkraut gehört nicht ins Futter, denn seine Giftstoffe können auch über Heu oder Silage Rinder und Pferde schwer bis tödlich vergiften.

Wer Futter für Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde oder Hühner selbst anbaut, wählt zuerst eine Gruppe und erst danach eine Sorte. Gras, Klee, Getreide, Futterrübe und Zwischenfrucht liefern ganz verschiedene Dinge, und die falsche Wahl ergibt Futter, das nicht zum Bedarf der Tiere passt. Ich sortiere deshalb jede Futterfläche zuerst nach einer Frage: Brauchen die Tiere daraus Struktur, Eiweiß oder Energie?

Hier vergleiche ich die fünf großen Gruppen: Gräser, Leguminosen, Getreide, Wurzel- und Knollenfrüchte sowie Zwischenfrüchte. Zu jeder Gruppe erfährst du, wofür sie taugt, zu welchen Tieren sie passt und wo Risiken liegen. Standort, Aussaat, Pflege und Lagerung je Kultur stehen ausführlich im Überblick über Futterpflanzen und Weide.

Welche Gruppen von Futterpflanzen gibt es?

Grünlandfutter setzt sich typischerweise aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen zusammen, etwa aus Weidelgras, Spitzwegerich und Klee. Auf dem Acker kommen Getreide, Futterrüben, Futterkohl und Zwischenfrüchte dazu. Die Tabelle zeigt, was jede Gruppe vor allem beisteuert.

Gruppe Beispiele Was sie vor allem liefert Typische Nutzung
Gräser Deutsches Weidelgras, Wiesenlieschgras, Wiesenrispe, Knaulgras Grundlage für wiederkäuergerechtes Futter Weide, Heu, Silage
Leguminosen Rotklee, Weißklee, Luzerne, Erbsen, Ackerbohnen, Süßlupinen Eiweiß und Mineralstoffe; binden Luftstickstoff Kleegras, Heu, Körner
Getreide Mais, Gerste, Weizen, Hafer, Roggen Energie aus dem Korn, Masse aus der ganzen Pflanze Korn, Ganzpflanzensilage, Grünroggen
Wurzel- und Knollenfrüchte Futterrübe, Stoppelrübe, Kartoffel Futterrübe: Zucker und Energie, wenig Eiweiß und Struktur; Kartoffel: Stärke Rüben frisch oder zerkleinert, Kartoffeln für Schweine gedämpft
Zwischenfrüchte einjähriges Weidelgras, einsömmeriges Kleegras, Grünroggen, Markstammkohl Zusatzfutter zwischen zwei Hauptkulturen, Bodenbedeckung frisch, Silage, Weide, Gründüngung
Mini-Checkliste

So grenze ich die passende Gruppe ein.

  • Fehlt Struktur im Grundfutter, fange ich bei den Gräsern an.
  • Fehlt Eiweiß, prüfe ich Klee, Luzerne oder Körnerleguminosen.
  • Fehlt Energie, schaue ich auf Getreide und Futterrüben.
  • Klafft eine Lücke im Futterjahr, plane ich eine Zwischenfrucht.
  • Neigt der Boden zu Staunässe, streiche ich Luzerne und Futterrüben von der Liste.

Gräser: welche Arten taugen für Weide, Heu und Silage?

Gräser liefern die Grundlage für wiederkäuergerechtes Futter. Welche Art du wählst, hängt an Standort, Nutzung und Tierart. Für eine Mischung lassen sich Obergräser wie Wiesenlieschgras mit Untergräsern wie Wiesenrispe kombinieren.

Die wichtigsten Futtergräser im Vergleich

Grasart Was sie auszeichnet
Deutsches Weidelgras robuste, regenerationsfähige Grasnarbe, auch für stark beanspruchte Pferdeausläufe; höherer Futterwert als Knaulgras und Rohrschwingel
Welsches Weidelgras mit fortschreitender Reife steigt der Stängelanteil, der Energiegehalt sinkt
Einjähriges Weidelgras Zwischenfrucht für die Silagebereitung im Herbst
Wiesenlieschgras Futtergras aus der Gruppe der Obergräser; tendenziell fruktanärmer als Deutsches und Welsches Weidelgras
Wiesenrispe gutes Futtergras aus der Gruppe der Untergräser
Knaulgras trockenheitsverträglich und tendenziell fruktanärmer als Weidelgras, aber geringerer Futterwert als Deutsches Weidelgras
Rohrschwingel trockenheitsverträglich, aber geringerer Futterwert als Deutsches Weidelgras
Rotschwingel, Wiesenfuchsschwanz tendenziell geringere Fruktangehalte als Deutsches und Welsches Weidelgras

Für Rinder zeigt ein eigener Ratgeber, welche Gräser und Heusorten zu Milchkühen, Mastrindern oder Mutterkühen passen.

Vom Gras zum Futter: Weide, Heu oder Silage

Gras kommt auf drei Wegen zu deinen Tieren: frisch auf der Weide, getrocknet als Heu oder vergoren als Silage. Für die Weidenutzung ist das 3-Blatt-Stadium der Gräser ein günstiger Zeitpunkt. Teilst du die Weide in mehrere Koppeln, bleiben die Fressphasen kurz und die Grasnarbe bekommt längere Erholungsphasen. Umtriebsweiden und erst recht Portionsweiden machen mehr Arbeit als eine Standweide, nutzen den Futterbestand dafür besser aus. Wie du Aufwuchshöhe und Weidesystem steuerst, steht im Futterpflanzen-Überblick unter Wiese und Weide.

Beim Welschen Weidelgras steigt mit fortschreitender Reife der Stängelanteil, während der Energiegehalt sinkt. Wer im jungen Stadium beweidet oder schneidet, nutzt das Gras also, bevor die Stängel den Energiegehalt drücken.

Heu macht den Aufwuchs für den Winter lagerfähig, Silage konserviert ihn unter Luftabschluss. Für die grasbasierte Ausmast von Ochsen und Bullen soll Grassilage eine hohe Verdaulichkeit, gute Gärqualität und saubere Futterhygiene mitbringen. Schimmelpilzgifte können Futterpflanzen bereits auf dem Feld oder erst im Lager belasten.

Bevor ich eine Wiese für Heu oder Silage mähe, gehe ich sie ab und suche nach Kreuzkraut und Herbstzeitlosen.

Achtung

Kreuzkräuter enthalten Pyrrolizidinalkaloide. Diese Giftstoffe können auch über Heu oder Silage bei Rindern und Pferden schwere bis tödliche Vergiftungen auslösen, deshalb gehört Kreuzkraut nicht ins Futter. Bei der Herbstzeitlose bleiben die Giftstoffe nach Trocknung, Silierung und Lagerung erhalten. Bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung holst du sofort tierärztliche Hilfe.

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Leguminosen: wofür eignen sich Klee und Luzerne?

Klee und Luzerne als Eiweißlieferanten

Kleearten bereichern Feldfutter mit ihrem hohen Eiweiß- und Mineralstoffanteil. Luzerne dient in Rinderrationen vor allem als Protein- und Strukturkomponente. Weißklee steckt zum Beispiel in einer Kleintierwiesen-Mischung, Inkarnatklee und Winterwicke im Landsberger Gemenge.

Eine Einschränkung gilt bei Rindern. Die hohen Calcium- und Kaliumgehalte von Klee und Luzerne müssen besonders in Trockensteherrationen berücksichtigt werden.

Mythos-Check

„Luzerneheu bringt automatisch mehr Milch.“ In einem Milchkuhversuch erzielten angepasste Rationen mit Wiesenheu und mit Luzerneheu keine signifikant unterschiedlichen Milchleistungen. Luzerne ist ein Baustein der Ration, kein Leistungsversprechen.

Klee oder Luzerne: was der Boden entscheidet

Luzerne braucht warme, sonnige Standorte mit tiefgründigem, durchlässigem Boden und verträgt keine Staunässe. Auch beim pH-Wert gehen die Ansprüche auseinander. Für Kleearten im Feldfutterbau gilt ein Boden-pH von 6,0 bis 6,7 als optimal. Luzerne bevorzugt dagegen einen Boden-pH von 7,0 bis 7,5. Ein Boden im Optimum für Klee liegt also unter dem Bereich, den Luzerne bevorzugt, deshalb entscheidet die Bodenprobe mit, welche der beiden du säst.

Für die Probe steche ich auf derselben Fläche 10 bis 15 Einzelproben und mische sie zu einer Mischprobe. Liegt der gemessene pH-Wert schon über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger.

Bei Luzerne zählt außerdem der Herbst. Ihre Winterfestigkeit reicht bis etwa −20 °C und hängt vom Vegetationszustand im Herbst ab. Im Feldfutterbau geht sie idealerweise mit etwa 15 cm Wuchshöhe in den Winter.

Warum Leguminosen den Boden verbessern

An den Wurzeln von Leguminosen binden Knöllchenbakterien Luftstickstoff in organischer Form. Deshalb können kleinkörnige Futterleguminosen wie Klee und Luzerne ohne Stickstoffdüngung auskommen. Kreuzblütler wie Futterkohl bilden diese Knöllchensymbiose nicht.

Im Kleegras verschiebt Stickstoffdünger das Gleichgewicht. Zusätzlicher Stickstoff fördert die Gräser und kann den Kleeanteil verringern. Wer Kleegras mit Stickstoff düngt, drängt also genau die Pflanze zurück, die Stickstoff selbst bindet. Eine Saatmischung, die an jedem Standort optimal ist, gibt es für Kleegras nicht.

Im ökologischen Betrieb verbindet der Kreislauf aus Futterpflanzen, Tierhaltung und organischen Düngern den Futterbau mit der Bodenfruchtbarkeit. Wie das ohne synthetische Dünger funktioniert, erklärt der Ratgeber über Weidesysteme und Nährstoffmanagement in der ökologischen Tierhaltung.

Getreide: Korn, Ganzpflanze oder Grünfutter?

Wichtige Getreidearten für die Fütterung

Getreide bringt vor allem Energie in die Ration, je nach Nutzung über das Korn oder über die ganze Pflanze. Mais landet als Silomais im Grundfutter. Andere Getreidearten lassen sich als Ganzpflanzensilage mit Korn und grünen Pflanzenteilen nutzen, als Ergänzung zu Silomais. Gerste, Weizen und Hafer gehen als Futtergetreide geschrotet oder gequetscht in den Trog. Roggen hat noch eine dritte Rolle: Als Grünroggen überwintert er auf dem Feld und liefert im Frühjahr frisches Grünfutter.

Ganzpflanzensilage oder Körnernutzung?

Kurz erklärt

Ganzpflanzensilage, kurz GPS, ist Getreide, das mit Halm, Blatt und Korn gehäckselt und siliert wird, solange die Pflanzenteile noch grün sind.

Ganzpflanzensilage Körnernutzung
Was geerntet wird ganze Pflanze mit Korn und grünen Pflanzenteilen nur das ausgereifte Korn
Wie konserviert wird gehäckselt und siliert gedroschen und trocken gelagert
Rolle im Futter Grundfutter mit Struktur, Ergänzung zu Silomais Kraftfutter als Schrot oder Quetsche

Welche Nutzung passt, hängt daran, was deiner Ration fehlt. Fehlt Grundfutter mit Struktur, bringt die ganze Pflanze Masse auf den Hof. Fehlt Energie, ist das Korn die dichtere Quelle.

Wurzel- und Knollenfrüchte: was Rüben und Kartoffeln leisten

Welche Arten infrage kommen

Die Futterrübe, auch Runkelrübe genannt, gehört botanisch zu Beta vulgaris. Davon zu unterscheiden sind Stoppelrüben, denn sie sind Formen von Brassica rapa. Die Futterrübe ist zweijährig und blüht erst im zweiten Standjahr. Geerntet wird der Rübenkörper im ersten Herbst, bei der Runkelrübe von September bis November. Ein Beispiel ist die Sorte Eckdorot mit roten, walzenförmigen Rüben.

Bei den Rübentypen nennt eine Futterwerttabelle für die Gehaltsrübe 17 bis 19 % Trockenmasse. Die Halbzuckerrübe liegt als Tabellenwert bei 14 bis 16 %. Mehr zu Rübentypen und Futterwert findest du im Futterpflanzen-Überblick unter Futterwert und Rübentypen.

Bei Schweinen kommen auch Kartoffeln in den Trog. Gedämpfte Kartoffeln eignen sich dafür besser als rohe, weil die Stärke roher Knollen im Dünndarm unzureichend aufgeschlossen wird. Hitze zerstört das Solanin aber nicht, deshalb gehört das Dämpfwasser nicht ins Schweinefutter.

Vor- und Nachteile in der Fütterung

Futterrüben sind ein energiereiches, proteinarmes Ausgleichsfutter. Sie bringen viel Zucker und Energie, aber wenig Struktur mit, deshalb brauchen Wiederkäuer dazu einen Strukturausgleich. Rüben ergänzen Gras und Heu also, sie ersetzen sie nicht. Bei Schafen und Ziegen können die leicht verdaulichen Kohlenhydrate eine Pansenazidose begünstigen. Zum Verfüttern lassen sich Rüben mit einem Rübenschnitzler zerkleinern, bei Pferden gilt allerdings eine Ausnahme.

Häufiger Fehler

Rüben für Pferde in kleine Würfel schneiden. Kleine Futterwürfel erhöhen das Risiko einer Schlundverstopfung, deshalb halbierst du Rüben für Pferde nur.

Vorteile Nachteile
zucker- und energiereich proteinarm und strukturarm
als Ausgleichsfutter in Wiederkäuerrationen einsetzbar Strukturausgleich nötig, bei Schafen und Ziegen Risiko einer Pansenazidose
mit dem Rübenschnitzler zu zerkleinern frisch nur begrenzt lagerfähig
Starkzehrer, die Abfuhr von Rüben und Blättern verursacht hohe Nährstoffentzüge
langsame Jugendentwicklung, viel Hack- und Handarbeit

Auf dem Feld machen Futterrüben Arbeit. Sie bevorzugen mittelschwere bis schwere, tiefgründige Böden ohne Staunässe und zählen zu den Starkzehrern. In der Jugend wachsen sie langsam und schließen ihre Reihen spät. Zwischen der vierten und achten Woche nach dem Auflaufen brauchen sie besonders wenig Unkrautkonkurrenz. Ich hacke dann zwischen den gut sichtbaren Reihen und ziehe das Unkraut in der Reihe von Hand.

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Zwischenfrüchte: Futter zwischen zwei Hauptkulturen

Arten und Mischungen

Zwischenfrüchte füllen die Lücke zwischen zwei Hauptkulturen. Früh gesäte Sommerzwischenfrüchte wie einjähriges Weidelgras oder einsömmeriges Kleegras können bei ausreichend Niederschlag nach etwa 8 bis 10 Wochen genutzt werden. Winterzwischenfrüchte wie Grünroggen stehen über den Winter und liefern im Frühjahr Futter.

Zwischenfrucht Saat Nutzung
Einjähriges Weidelgras früh gesät als Sommerzwischenfrucht bei ausreichend Niederschlag nach etwa 8 bis 10 Wochen, auch als Silage im Herbst
Einsömmeriges Kleegras früh gesät als Sommerzwischenfrucht bei ausreichend Niederschlag nach etwa 8 bis 10 Wochen
Markstammkohl frühe Julisaat, letzte Termine je nach Empfehlung Mitte bis Ende Juli frisch, als Ganzpflanzensilage oder als Weide im Spätherbst
Grünroggen Ende September bis Anfang Oktober Ende April bis Anfang Mai im folgenden Frühjahr
Phacelia schnell wachsende Gründüngung
Senf, Ölrettich Gründüngung; resistente Sorten können den Weißen Rübenzystennematoden verringern
Zahl im Blick

Eine angebotene Öko-Mischung des Landsberger Gemenges besteht zu 50 % aus Welschem Weidelgras, zu 30 % aus Winterwicke und zu 20 % aus Inkarnatklee.

Welche Anbauarbeiten in welcher Jahreszeit anstehen, zeigt der Ratgeber zur ganzjährigen Planung im Futteranbau. Die Saatfenster je Kultur zum Ausdrucken liefert der Aussaatkalender für Futterpflanzen.

Futterkohl: Markstammkohl und seine Sorten

Markstammkohl stammt aus dem Mittelmeerraum und bildet einen verdickten Trieb mit hoher Blattmasse. Genutzt werden die Blätter, ganze Pflanzen gehen als Frischfutter oder Silage in den Trog. Für Rinder, Schafe und Ziegen eignet er sich als Ergänzung zu rohfaserreichen Rationen. Bei Milchziegen kann Kohl allerdings den Geschmack der Milch beeinträchtigen.

Als Hauptfrucht wird Markstammkohl im April und Mai gesät, als Zwischenfrucht früh im Juli. Für Gartensaatgut wird eine Frostverträglichkeit bis −10 °C angegeben. Für voll ausgewachsene Pflanzen werden −12 °C genannt. Markstammkohl eignet sich zur Frischverfütterung und zur Beweidung im Spätherbst.

Beim Markstammkohl gibt es blattarme und blattreiche Typen. Für die Sortenwahl helfen diese Unterschiede:

Sorte oder Typ Was sie auszeichnet
Camaro im Sommerzwischenfruchtanbau hoher Ertrag bei mittlerer Frostempfindlichkeit
Furchenkohl im Sommerzwischenfruchtanbau sehr geringer Ertrag bei geringer Frostempfindlichkeit; auf dem Wildacker mindestens zweijährig
niedrig wachsende Markstammkohl-Sorten höhere Trockenmassegehalte als stängelige Sorten

Wer bis in den Spätherbst beweiden will, wägt bei der Sortenwahl also Ertrag gegen Frostempfindlichkeit ab. Auf feuchten, staunassen oder sauren Böden wird bei Futterkohl die Kohlhernie begünstigt, eine Krankheit der Kohlpflanzen.

Was Zwischenfrüchte dem Boden bringen

Der Bewuchs beschattet den Boden und vermindert Verschlämmung und Erosion. Die Pflanzen nehmen Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf und halten sie vorübergehend in ihrer Masse fest. Verrottet die Biomasse, werden diese Nährstoffe wieder frei. Wie schnell das geht, hängt unter anderem von Pflanzenart, Aufwuchs, Jahreszeit, Bodenfeuchte und Temperatur ab. Über die Humusbildung kann Gründüngung die Wasserspeicherung leichter Böden und die Durchlässigkeit schwerer Böden verbessern.

Markstammkohl hat ein hohes Stickstoffaufnahmevermögen, und ihm wird ein guter Vorfruchtwert für Getreide und Hülsenfrüchte zugeschrieben. Resistente Ölrettich- oder Senfsorten können dazu beitragen, den Weißen Rübenzystennematoden zu verringern. Phacelia wächst schnell, gehört aber wie Futterrüben, Mais und Bohnen zu den Wirtspflanzen von Rhizoctonia solani. Wer Futterrüben anbaut, plant Phacelia als Gründüngung deshalb mit Blick auf diesen gemeinsamen Erreger ein.

So nutzt du Zwischenfrüchte als Futter

Zwischenfrüchte lassen sich auf vier Wegen nutzen:

  • Frisch: Markstammkohl kann als frische Ganzpflanze verfüttert werden.
  • Silage: Einjähriges Weidelgras eignet sich zur Silagebereitung im Herbst, Markstammkohl auch als Ganzpflanzensilage.
  • Weide: Markstammkohl lässt sich im Spätherbst beweiden.
  • Gründüngung: Was nicht ins Futter geht, mähst du rechtzeitig vor der Samenreife, damit es sich nicht ungewollt aussät.

Frische Gründüngungsmasse arbeitest du nur flach ein, weil sie tief eingegraben unter Luftabschluss faulen kann. Vor der nächsten Saat oder Pflanzung empfiehlt sich meist eine Wartezeit von etwa 2 bis 3 Wochen.

Neues Zwischenfruchtfutter führst du bei Wiederkäuern langsam ein, empfohlen ist eine Umstellung über 8 bis 14 Tage. Bei Ziegen sollte eine Futterumstellung mindestens zwei Wochen dauern. Eine Futteruntersuchung liefert die Inhaltsstoffwerte, mit denen du die Ration planst. Heu oder Stroh können bei Bedarf als Strukturausgleich dienen.

Achtung

Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für Wiederkäuer zum Vergiftungsrisiko werden. Im Tier kann Nitrat zu Nitrit umgewandelt werden und die Bildung von Methämoglobin begünstigen, eine pauschal sichere Menge gibt es nicht. Ähnlich heikel ist Hirse, denn unter Stress durch Fraßdruck, Dürre oder Kälteperioden kann sie Blausäure bilden. Kläre die Fütterung solcher Bestände vorher mit dem Tierarzt.

Welche Futterpflanzen passen zu besonderen Anforderungen?

Trockene Lagen und Pferdeweiden

Knaulgras und Rohrschwingel sind trockenheitsverträgliche Futtergräser, haben aber einen geringeren Futterwert als Deutsches Weidelgras. Pferde stellen eigene Ansprüche an die Weide. Lieschgras, Rotschwingel, Knaulgras und Wiesenfuchsschwanz haben tendenziell geringere Fruktangehalte als Deutsches und Welsches Weidelgras. Starke Sonne bei kalten Nächten und Wassermangel können höhere Fruktangehalte im Gras begünstigen. Auf trockenen Pferdeweiden bringt Knaulgras damit zwei passende Eigenschaften zusammen, wenn auch mit geringerem Futterwert als Weidelgras.

Für stark beanspruchte Ausläufe bleibt Deutsches Weidelgras trotzdem eine Option, weil es robuste, regenerationsfähige Grasnarben bildet. Auf zugesetzten Weißklee wird in Ansaatmischungen für Pferdeweiden in der Regel verzichtet.

Heimische Eiweißpflanzen als Ergänzung zu Soja

Erbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen sind eiweißreiche heimische Körnerleguminosen. Die Vergleichstabelle zur Schweinefütterung nennt diese Rohproteingehalte:

Körnerleguminose Rohprotein je kg Futtermittel
Erbsen 207 g
Ackerbohnen 260 g
Süßlupinen 331 g

Erbsen und Ackerbohnen sind für die Schweinefütterung lysinreich, aber vergleichsweise arm an Methionin und Cystin. In einem Fütterungsversuch mit Aufzuchtferkeln liefen alle drei jeweils zusammen mit Sojaextraktionsschrot als pflanzliche Eiweißkomponenten. Wegen der Lücke bei Methionin und Cystin sind sie ein Baustein der Eiweißversorgung, die Ration berechnest du mit der Fütterungsberatung.

Kräuter und Futterzichorie

Kräuter gehören zum Grünlandfutter dazu, Spitzwegerich ist ein Beispiel. Gezielt angebaut wird die Futterzichorie. Bei der Sorte Spadona wachsen nach einem Schnitt innerhalb von 4 bis 5 Wochen neue erntereife Blätter nach. Am selben Standort sollte sie nur alle 3 bis 4 Jahre stehen. Staunässe meidest du, denn Wasserstau fördert an Chicorée die violette Wurzelfäule.

Mythos-Check

„Mit den richtigen Kräutern auf der Weide kann ich mir die Entwurmung sparen.“ Futterpflanzen sind Futter, keine Medizin. Vor einer Entwurmung von Schafen und Ziegen werden Kotproben untersucht, und die Maßnahmen stimmst du mit dem Tierarzt ab.

Geflügel und Kleintiere

Teilst du einen Hühnerauslauf in zwei bis drei Segmente, bekommt die jeweils gesperrte Grasfläche Ruhezeit zur Regeneration. Luzerneheu kann Hennen intensiv und länger anhaltend beschäftigen. Für Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner und Gänse gibt es Kleintierwiesen aus Futtergräsern und Weißklee. Für eine solche Mischung wird eine Nutzhöhe von etwa 20 cm angegeben. Herbstzeitlose und Eibe sind für Kaninchen und Meerschweinchen giftig und haben auf ihrer Futterwiese nichts zu suchen.

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Nährwert, Aussaat, Lagerung und Fruchtfolge in Kürze

Nährwert. Tabellierte Futterwerte sind Mittelwerte und können von einer konkreten Futterpartie abweichen. Bei Luzerne lag der Rohproteingehalt in untersuchten Chargen zwischen 133 und 183 g je kg Trockenmasse. Wovon der Gehalt abhängt und wie du ihn bestimmst, erklärt der Ratgeber über Nährstoffe in Futterpflanzen und ihre Bestimmung.

Aussaat. Feinsämige Futterpflanzen brauchen ein feinkrümeliges Saatbett mit gutem Bodenschluss, damit sie beim Auflaufen mit Wasser versorgt sind. Saatbett, Saatzeitpunkt und Verfahren bis zur Nachsaat erklärt der Ratgeber, wie du Futterpflanzen richtig aussäst.

Lagerung. Für lagerstabiles Heu wird ein Wassergehalt unter 14 % genannt, und es muss vor erneutem Wasserzutritt geschützt liegen. Frische Futterrüben halten sich bei etwa 5 °C nur begrenzt, denn Wärme trocknet sie aus und Frost mit anschließendem Auftauen fördert Fäulnis. Mehr dazu steht im Futterpflanzen-Überblick unter Lagern und Futterhygiene.

Fruchtfolge. Senf, Raps, Kresse, Rettich und Radieschen sind wie Kohl Kreuzblütler und zählen bei der Fruchtfolge mit. Für Futterkohl gilt im ökologischen Zwischenfruchtanbau eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren zu anderen Kreuzblütlern, eine Senf-Zwischenfrucht gehört also mit in diese Rechnung. Die Pausen für Rüben und Luzerne stehen im Futterpflanzen-Überblick unter Fruchtfolge und Mischkultur, und was wo stand, kannst du im Beetplaner festhalten.

Gießen und Düngen. Eine feste Gießmenge für alle Futterpflanzen gibt es nicht, und mehr Wasser ist nicht automatisch besser, weil Luzerne keine Staunässe verträgt. Beim Düngen trennen sich die Gruppen: Futterrüben sind Starkzehrer, kleinkörnige Leguminosen können ohne Stickstoffdüngung auskommen. Beides vertieft der Futterpflanzen-Überblick unter Gießen und Düngen.

Ökologie und Biolandbau. Futterkohl kann auf dem Wildacker bis zu 2 m hoch werden und Wildtieren Deckung bieten, mehr dazu im Futterpflanzen-Überblick. Wie Anbau, Düngung und Pflanzenschutz ohne synthetische Mittel laufen, zeigt der Ratgeber zum Futterbau im Biolandbau.

Forschung. In Versuchen zur Gewinnung von Luzerne-Eiweißfutter für Geflügel werden nur die oberen Pflanzenteile geschnitten. Das ist ein Versuchsaufbau und keine Schnittempfehlung, mehr dazu steht im Futterpflanzen-Überblick unter Ernte und Verwertung.

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Häufige Fragen

Was sind Futterpflanzen und welche Rolle spielen sie in der Nutztierhaltung?
Futterpflanzen werden angebaut, um Nutztiere frisch, als Heu, als Silage oder als Korn zu versorgen. Im Grünland setzt sich das Futter typischerweise aus Gräsern, Kräutern und Leguminosen zusammen, etwa aus Weidelgras, Spitzwegerich und Klee. Auf dem Acker kommen Getreide, Futterrüben, Futterkohl und Zwischenfrüchte dazu. Im ökologischen Betrieb verbindet der Kreislauf aus Futterpflanzen, Tierhaltung und organischen Düngern den Futterbau mit der Bodenfruchtbarkeit.
Welche Hauptarten von Futterpflanzen gibt es?
Die großen Gruppen sind Gräser, Leguminosen wie Klee und Luzerne, Getreide, Wurzel- und Knollenfrüchte sowie Zwischenfrüchte. Gräser liefern die Grundlage für wiederkäuergerechtes Futter, Kleearten bringen viel Eiweiß und Mineralstoffe ins Feldfutter. Futterrüben sind energiereich, aber proteinarm und strukturarm. Zwischenfrüchte wie einjähriges Weidelgras, Grünroggen oder Markstammkohl liefern Futter zwischen zwei Hauptkulturen.
Wie beeinflussen Gräser wie Deutsches Weidelgras die Grundfutterversorgung?
Gräser sind die Grundlage für wiederkäuergerechtes Futter, und Deutsches Weidelgras bildet robuste, regenerationsfähige Grasnarben, die auch stark beanspruchte Pferdeausläufe aushalten. Knaulgras und Rohrschwingel vertragen Trockenheit, haben aber einen geringeren Futterwert als Deutsches Weidelgras. Für Pferde gilt eine Einschränkung: Deutsches und Welsches Weidelgras haben tendenziell höhere Fruktangehalte als Lieschgras, Rotschwingel, Knaulgras oder Wiesenfuchsschwanz.
Warum sind Leguminosen wie Luzerne und Kleegras besonders wertvoll für die Tierernährung?
Kleearten bereichern Feldfutter mit einem hohen Eiweiß- und Mineralstoffanteil, und Luzerne dient in Rinderrationen vor allem als Protein- und Strukturkomponente. Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln binden Luftstickstoff, deshalb können kleinkörnige Futterleguminosen ohne Stickstoffdüngung auskommen. Ihre hohen Calcium- und Kaliumgehalte müssen allerdings besonders in Trockensteherrationen berücksichtigt werden.
Worin unterscheiden sich Ganzpflanzensilage und Körnernutzung bei Getreide als Futterpflanzen?
Bei der Ganzpflanzensilage wird die ganze Pflanze mit Korn und grünen Pflanzenteilen gehäckselt und siliert, sie lässt sich als Ergänzung zu Silomais nutzen. Bei der Körnernutzung wird nur das ausgereifte Korn gedroschen und als Schrot oder Quetsche verfüttert. Die Ganzpflanze bringt mit Halm und Blatt Masse und Struktur, das Korn ist die dichtere Energiequelle.
Welche Bedeutung haben Zwischenfrüchte für die Bodengesundheit und Futterversorgung?
Als Futter füllen Zwischenfrüchte die Zeit zwischen zwei Hauptkulturen: Früh gesätes einjähriges Weidelgras oder einsömmeriges Kleegras kann bei ausreichend Niederschlag nach etwa 8 bis 10 Wochen genutzt werden. Für den Boden zählt der Bewuchs selbst, denn er beschattet die Fläche und vermindert Verschlämmung und Erosion. Außerdem nehmen die Pflanzen Nährstoffe aus dem Bodenwasser auf und halten sie vorübergehend fest, bis sie beim Verrotten wieder frei werden.
Stimmt es, dass Futterpflanzen grundsätzlich viel Wasser benötigen?
Pauschal stimmt das nicht, eine feste Gießmenge für alle Futterpflanzen gibt es nicht. Knaulgras und Rohrschwingel sind trockenheitsverträgliche Futtergräser. Zu viel Wasser schadet dagegen manchen Arten, denn Luzerne und Futterrüben vertragen keine Staunässe.
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