Anbaukalender für Futterpflanzen: Was du wann säst, damit das Futter das ganze Jahr reicht
- Runkelrüben säst du von März bis Mai, geerntet werden sie von September bis November.
- Markstammkohl kommt als Hauptfrucht im April und Mai ins Beet, als Sommerzwischenfrucht früh im Juli, zum Beispiel nach Erbsen.
- Gegen die Kleine Kohlfliege gehört das Kulturschutznetz direkt nach Saat oder Pflanzung auf den Kohl.
- Grünroggen, Ende September bis Anfang Oktober gesät, ist im Folgejahr Ende April bis Anfang Mai nutzbar.
- Eine Kleintierwiese aus Futtergräsern und Weißklee hat zwei Saatfenster: März bis Juni und August bis Oktober.
Wer Kaninchen, Meerschweinchen oder Ziegen aus dem eigenen Garten füttert, kennt das: Im Sommer gibt es Grünfutter genug, gegen Ende des Winters wird es knapp. Ein Anbaukalender verteilt Saat, Pflege und Ernte so, dass eine Kultur nachrückt, wenn die vorige ausläuft. Ich plane mein Futterland deshalb vom Winter her. Zuerst frage ich, was im Januar noch auf dem Beet steht oder im Lager liegt, dann rechne ich rückwärts zu den Saatterminen.
Welche Kultur wann liefert: der Kalender auf einen Blick
Ein Futterkalender ordnet die Kulturen so, dass sich ihre Nutzungszeiten ablösen. Wiese und Sommerzwischenfrüchte liefern in der Wachstumszeit, Rüben und Markstammkohl übernehmen im Herbst. Grünroggen aus der Herbstsaat füllt im Folgejahr das späte Frühjahr.
| Kultur | Aussaat | Ernte oder Nutzung |
|---|---|---|
| Runkel- und Futterrübe | März bis Mai | September bis November |
| Markstammkohl | Hauptfrucht April und Mai, Sommerzwischenfrucht früh im Juli | als Zweitfrucht ab Mitte Oktober |
| Wegwarte | Juni bis Juli | Juni bis November, Kulturdauer 90 bis 168 Tage |
| Kleintierwiese aus Futtergräsern und Weißklee | März bis Juni sowie August bis Oktober | Nutzhöhe etwa 20 cm |
| Einjähriges Weidelgras, einsömmeriges Kleegras | früh gesät als Sommerzwischenfrucht | nach etwa 8 bis 10 Wochen bei ausreichendem Niederschlag |
| Grünroggen | Ende September bis Anfang Oktober | Ende April bis Anfang Mai im Folgejahr |
Die Monate geben den Rahmen vor. Wann du innerhalb dieses Rahmens säst, hängt bei vielen Kulturen von Bodenwärme und Feuchtigkeit ab, dazu mehr in den einzelnen Jahreszeiten. Für die Pinnwand gibt es den Aussaatkalender für Futterpflanzen zum Ausdrucken.
Auf Grünland wachsen typischerweise Gräser, Kräuter und Leguminosen nebeneinander, zum Beispiel Weidelgras, Spitzwegerich und Klee. Welche Futterpflanzengruppen sich wofür eignen, zeigt der Ratgeber, welche Futterpflanzen für Nutztiere wichtig sind. Standort, Boden und Winterhärte der einzelnen Kulturen erklären die Grundlagen zu Futterpflanzen und Weide.
Ich trage jede Saat mit Datum in meinen Kalender ein und notiere daneben, wann die Reihe aufgelaufen ist. Im Winter lege ich diese Notizen neben die Planung fürs nächste Jahr.
Frühjahr (März bis Mai): Rüben säen, Kohl abdecken, Wiese anlegen
Futterrüben säen, sobald der Boden warm ist
Runkelrüben säst du von März bis Mai. Den genauen Tag bestimmt der Boden: Im ökologischen Feldanbau gilt für die Direktsaat ein Boden, der mindestens 5 bis 8 °C warm ist. Ich stecke morgens ein Bodenthermometer in die vorbereitete Reihe und lese den Wert ab, bevor ich säe. Danach brauchst du Geduld, denn die Keimdauer liegt bei 14 bis 21 Tagen.
Stand über Winter eine Gründüngung auf dem Beet, arbeitest du sie nur flach ein, weil frische Masse tief im Boden unter Luftabschluss faulen kann. Vor der Saat wartest du danach meist etwa 2 bis 3 Wochen.
Nach dem Auflaufen brauchen die Rüben wenig Unkrautkonkurrenz, besonders zwischen der vierten und achten Woche. Im ökologischen Anbau wartet man mit dem VereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. bis zum 4-Blatt-Stadium und entfernt dabei gleich die später gekeimten Unkräuter. Hacken und Vereinzeln im Detail findest du im Futterpflanzen-Überblick im Abschnitt Pflege.
Markstammkohl vorziehen und sofort abdecken
Als Hauptfrucht säst du Markstammkohl im April und Mai. Für Markstammkohl, der als Grünfutterpflanze angeboten wird, ist auch eine Vorkultur von März bis Mai angegeben. Anfangs wächst der Kohl langsam und braucht in dieser Phase Unkrautregulierung. Ab etwa Mitte April legt die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. ihre Eier, deshalb kommt jede Kohlsaat und jede Pflanzung sofort unter ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen.. Ich beschwere die Netzränder mit Latten, damit keine Lücke bleibt.
Leg das Kulturschutznetz noch am Saat- oder Pflanztag auf und schließ die Ränder rundum dicht. Die Maschenweite sollte unter 1 mm liegen. Bedenke, dass das Netz auch Nützlingen den Zugang zum Kohl verwehren kann.
Kleintierwiese und Luzerne anlegen
Für eine angebotene Kleintierwiese aus Futtergräsern und Weißklee reicht das erste SaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. von März bis Juni. Als Mindesttemperatur für die Keimung werden 10 °C angegeben. Bis die Saat keimt, hältst du die Fläche gleichmäßig feucht. Luzerne kann auf leichten, gut erwärmbaren Böden ab April in die Erde. Sie braucht einen warmen, sonnigen Platz mit tiefgründigem, durchlässigem Boden und verträgt keine Staunässe.
Wie du Saatbett, Saattechnik und Saatmenge aufeinander abstimmst, erklärt der Ratgeber, wie du Futterpflanzen vom Saatbett bis zur Nachsaat richtig aussäst.
Frühjahrsfutter: Grünroggen und der erste Weidegang
Grünroggen aus der Herbstsaat ist Ende April bis Anfang Mai nutzbar. Frische Futterrüben sind dagegen begrenzt lagerfähig. Wer im Herbst Grünroggen sät, hat also frisches Grün, wenn der Rübenvorrat aus dem Vorjahr zu Ende geht. Für die Weidenutzung von Gräsern gilt das 3-Blatt-Stadium als günstiger Zeitpunkt.
Führst du Zwischenfruchtfutter wie Grünroggen bei Wiederkäuern ein, wird eine langsame Umstellung über 8 bis 14 Tage empfohlen. Bei Ziegen sollten Futterumstellungen über mindestens zwei Wochen laufen. Auch Kaninchen brauchen einen langsamen Wechsel, damit sich ihr Verdauungsapparat darauf einstellen kann.
Sommer (Juni bis August): Lücken füllen, solange die Zeit reicht
Wegwarte und schnelle Sommerzwischenfrüchte
Wegwarte säst du im Juni oder Juli. Ihre Kulturdauer liegt bei 90 bis 168 Tagen, das Erntefenster reicht bis in den November. Früh gesätes einjähriges Weidelgras oder einsömmeriges Kleegras kannst du bei ausreichendem Niederschlag nach etwa 8 bis 10 Wochen nutzen. Ich säe solche Sommerzwischenfrüchte auf Beete, die nach der Gemüseernte frei werden.
Bleibt der Regen aus, gießt du am besten früh morgens und bodennah. Zu viel Wasser schadet ebenfalls, denn Wurzeln, die durch Nässe geschädigt sind, können ähnlich welken wie bei Wassermangel. Gießen und Düngen nach Pflanzengruppe beschreibt der Futterpflanzen-Überblick im gleichnamigen Abschnitt.
Markstammkohl nach Erbsen, Bohnen oder Salat
Für Markstammkohl als Sommerzwischenfrucht ist eine frühe Julisaat vorgesehen. Die letzten Saattermine reichen je nach Anbauempfehlung von Mitte bis Ende Juli. Gute VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. auf abgeernteten Gartenbeeten sind Erbsen, Bohnen und Salat. So trägt ein abgeerntetes Erbsenbeet im selben Jahr noch eine Futterkultur.
Ich räume das Erbsenbeet ab, lockere die Oberfläche und säe den Kohl gleich danach. Auch diese Saat kommt sofort unter das Netz. Markstammkohl, der als Grünfutterpflanze angeboten wird, lässt sich von Mai bis Juli auch direkt säen. Für den Wildacker wird Furchenkohl im selben Zeitraum gesät.
Spätsommer: die letzten Termine für Wiese, Luzerne und Feldfutter
Ab August beginnt das zweite Saatfenster der Kleintierwiese, es reicht bis Oktober. Luzerne lässt sich auf leichten, gut erwärmbaren Böden bis Mitte August säen. Ökologisches Feldfutter sollte, regional angepasst, bis Mitte oder Ende August gesät sein. Reicht die Zeit vor dem Winter nicht mehr für die Entwicklung, ist die Frühjahrsansaat die bessere Wahl.
Lückiges Grünland kannst du grundsätzlich von März bis September nachsäen, wenn die Wasserversorgung die Etablierung ermöglicht. Bei einer dichten GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. ist keine Pflegenachsaat nötig. Wie die NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. praktisch abläuft, beschreibt der Ratgeber zur Aussaat von Futterpflanzen.
Heu machen: erst Kreuzkraut suchen, dann trocken einlagern
Ich gehe die Wiese vor dem Schnitt ab und suche gezielt nach Kreuzkraut. Für lagerstabiles, dicht lagerbares Heu nennt die landwirtschaftliche Beratung weniger als 14 % Wassergehalt. Bei Pferdeheu wird vor dem ersten Verfüttern außerdem eine Nachreifezeit von 8 bis 10 Wochen angegeben. Ernte und Verwertung von Futterpflanzen beschreibt der Futterpflanzen-Überblick im gleichnamigen Abschnitt.
Kreuzkräuter enthalten Pyrrolizidinalkaloide. Auch über Heu oder Silage können sie bei Rindern und Pferden schwere bis tödliche Vergiftungen verursachen. Kreuzkraut gehört deshalb nicht ins Futter, auch nicht getrocknet.
Herbst (September bis November): ernten, einlagern, Winterfutter säen
Rüben vor dem Frost ins Lager
Runkelrüben erntest du von September bis November. Winterhart sind sie nicht, und wenn Rüben gefrieren und wieder auftauen, fördert das Fäulnis. Hol sie deshalb vor stärkeren Frösten aus dem Beet, statt sie draußen anfrieren zu lassen. Ich ernte an einem trockenen Tag und lege die Rüben locker in Kisten.
Bei etwa 5 °C halten sich frische Futterrüben eine begrenzte Zeit, Wärme lässt sie austrocknen. Wie du Rüben und Heu hygienisch lagerst, steht im Futterpflanzen-Überblick im Abschnitt Lagern und Futterhygiene.
Grünroggen säen, Markstammkohl ernten
Ende September bis Anfang Oktober säst du Grünroggen als Winterzwischenfrucht. Er überwintert auf dem Beet und ist im Frühjahr Ende April bis Anfang Mai nutzbar.
Als Zweitfrucht angebauter Markstammkohl wird ab Mitte Oktober geerntet. Du nutzt die Blätter oder verwertest ganze Pflanzen als Frischfutter oder Silage. Für Gartensaatgut von Markstammkohl wird eine Frostverträglichkeit bis −10 °C angegeben. Voll ausgewachsene Pflanzen vertragen bis −12 °C. Hältst du Milchziegen, bedenke, dass Kohl den Geschmack der Milch beeinträchtigen kann.
Nitratreiches Herbstfutter kann besonders für Wiederkäuer ein Vergiftungsrisiko sein. Nitrat kann zu Nitrit umgewandelt werden und die Bildung von Methämoglobin begünstigen. Eine pauschal sichere Menge gibt es nicht.
Luzerne, Wiese und Gründüngung winterfest machen
Im Feldfutterbau geht Luzerne idealerweise mit etwa 15 cm Wuchshöhe in den Winter. Ihre Winterfestigkeit, angegeben bis etwa −20 °C, hängt vom Vegetationszustand im Herbst ab. Mehr zur Winterhöhe steht im Futterpflanzen-Überblick im Abschnitt Pflege.
Nach dem letzten Schnitt reche ich das Mähgut von der Wiese. Eine dicke Matte aus liegen gelassenem Schnittgut kann die Grasnarbe darunter ersticken und teilweise absterben lassen. Gründüngung mähst du rechtzeitig vor der Samenreife ab, damit sie sich nicht ungewollt aussät. Baust du häufig Kohl, Radieschen oder Rettich an, lässt du Raps als Gründüngung weg, weil er ebenfalls zu den Kreuzblütlern gehört.
Winter (Dezember bis Februar): Vorräte prüfen, das nächste Jahr planen
Was jetzt Futter liefert
Im Winter fütterst du aus dem Lager. Heu lagert geschützt vor erneutem Wasserzutritt, und ausreichend Luftraum über dem Lager lässt feuchtwarme Luft abziehen. Schimmelpilzgifte können schon auf dem Feld oder erst während der Lagerung entstehen. Beim Futterholen schaue ich deshalb in Rübenkisten und Heu nach Schimmel und Fäulnis.
Auf dem Wildacker wächst Furchenkohl mindestens zweijährig und kann bei unvollständigem Abäsen auch drei Jahre überdauern. Für an Kälte gewöhnten Futterkohl auf dem Wildacker werden bis −15 °C angegeben.
Fruchtfolge, Boden und Düngung fürs neue Jahr
Im Januar zeichne ich alle Futterbeete auf und trage ein, was dort im Vorjahr stand. Dafür lege ich meine Flächen im Beetplaner für Gartenbeete an.
Für die Runkelrübe wird eine FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 4 Jahren genannt. Futterkohl hält im ökologischen Zwischenfruchtanbau mindestens 5 Jahre Abstand zu anderen Kreuzblütlern wie Senf, Raps, Rettich oder Radieschen. Fruchtfolge und Mischkultur vertieft der Futterpflanzen-Überblick im gleichnamigen Abschnitt, passende Beetnachbarn zeigt dir der Mischkultur-Planer für Beetnachbarn.
Vor dem Kalken hilft eine Bodenuntersuchung: Liegt der pH-Wert über dem Zielbereich deiner Bodenart, gibst du weder Kalk noch kalkhaltige Düngemittel. Die pH-Ansprüche von Klee, Luzerne und Futterkohl stehen im Abschnitt Standort, Boden und Winterhärte.
Futterrüben zählen zu den Starkzehrern, gut verrotteter Mist eignet sich als organische Grunddüngung. Kleinkörnige Futterleguminosen wie Klee und Luzerne können dagegen ohne Stickstoffdüngung auskommen. Wie das ohne synthetische Mittel funktioniert, erklärt der Ratgeber, wie Futterpflanzen im Biolandbau gedüngt und geschützt werden.
Weide und Koppeln einteilen
Teilst du eine Weide in mehrere Koppeln, bekommt die Grasnarbe nach kurzen Beweidungsphasen längere Erholungsphasen. Umtriebs- und besonders Portionsweiden kosten mehr Arbeit als Standweiden, nutzen den Futterbestand aber besser aus. Welche Rolle Weidesysteme in der ökologischen Tierhaltung spielen, erklärt ein eigener Ratgeber.
Diese Punkte gehe ich im Winter für das neue Jahr durch:
- Saatfenster jeder Kultur in den Kalender eintragen
- Kulturschutznetz für den Kohl vor Mitte April bereitlegen
- ein Beet für die frühe Julisaat von Markstammkohl einplanen, etwa nach Erbsen
- Grünroggensaat für Ende September notieren
- Anbaupausen von Rüben und Kohl im Beetplan prüfen





