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Rasenschädlinge erkennen: Engerling, Tipula, Wühlmaus oder Ameise?

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Einen Fraßverdacht prüfst du durch Nachgraben, denn gelbe Stellen können auch durch Trockenheit, Staunässe oder Nährstoffmangel entstehen.
  • Engerlinge sind weißlich, C-förmig und haben einen braunen Kopf; weil sie an den Wurzeln fressen, kann der Rasen nesterweise vergilben und sich leicht herausziehen lassen.
  • Tipula-Larven sind graubraun, walzenförmig und bis zu 4 cm lang; sie fressen die Gräser besonders nachts dicht über dem Boden ab.
  • Wühlmäuse hinterlassen eher flache, asymmetrische Erdhaufen, der geschützte Maulwurf eher hohe, runde Hügel.
  • Für Larven von Juni- und Gartenlaubkäfern kommen Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora infrage, wenn der Boden mindestens 12 °C warm und gut feucht, aber nicht nass ist.

Eine gelbe Stelle im Rasen oder ein frischer Erdhaufen am Morgen sieht schnell nach Schädlingen aus. Wer dann sofort zu einem Mittel greift, erwischt womöglich das falsche Tier oder schadet einem geschützten Maulwurf. Ich nehme bei Verdacht zuerst den Spaten und schaue nach, wer da wirklich frisst. Hier liest du, wie du Engerlinge, Tipula-Larven, Wühlmäuse und Ameisen am Schadbild und am Tier unterscheidest. Danach erfährst du, was du zuerst mechanisch und biologisch tun kannst.

Rasenschädlinge erkennen: Welches Tier steckt dahinter?

Jedes Tier hinterlässt im Rasen ein eigenes Schadbild. Die Übersicht ordnet zu, was du siehst und wovon der Verursacher lebt.

Verursacher Das siehst du Wovon er lebt
Engerlinge Rasen vergilbt nesterweise und lässt sich leicht herausziehen; im Boden weißliche, C-förmige Larven mit braunem Kopf frisst an den Wurzeln
Tipula-Larven (Wiesenschnake) kahle Stellen, Gräser dicht über dem Boden abgefressen; graubraune, walzenförmige Larven bis zu 4 cm Länge frisst an den Gräsern, besonders nachts
Wühlmaus eher flache, asymmetrische Erdhaufen frisst an Pflanzen
Maulwurf (geschützt) eher hohe, runde Hügel tierische Nahrung, unter anderem Engerlinge und Schnecken
Gelbe Wiesenameise Erdnester im Rasen Honigtau unterirdisch lebender Blattläuse
Aussaatkalender Rasen
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, September, OktoberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: SeptemberAussaat: OktoberAussaat

Wie prüfe ich einen Verdacht auf Schädlinge?

Ein Fraßverdacht an kahlen oder gelben Stellen bleibt ein Verdacht, bis du im Boden nachgesehen hast. Zieh zuerst an ein paar Halmen. Lässt sich der Rasen leicht herausziehen, kann das auf Fraß an den Wurzeln hindeuten. Ich steche dann am Rand der Stelle mit dem Spaten ein Stück Grasnarbe aus und klappe es um. Darunter suche ich im Wurzelbereich und in der Erde nach Larven.

Die Wurzeln zeigen dir, wo gefressen wurde. Wiesenschnakenlarven fressen die Gräser dicht über dem Boden ab, Engerlinge schädigen dagegen die Wurzeln. Sind die Halme an der Basis abgefressen und die Wurzeln noch da, spricht das eher für Tipula. Fehlen die Wurzeln und löst sich die Narbe leicht, spricht das eher für Engerlinge.

Mini-Checkliste

So gehst du bei einer gelben oder kahlen Stelle vor.

  • An einigen Halmen ziehen: Lösen sie sich leicht?
  • Am Rand der Stelle ein Stück Narbe ausstechen und umklappen.
  • Wurzeln ansehen: abgefressen oder vorhanden?
  • Erde nach weißlichen, C-förmigen Larven und nach graubraunen, walzenförmigen Larven absuchen.
  • Keine Larven gefunden: andere Ursachen prüfen.

Gelb heißt nicht automatisch Schädling

Aufhellungen und schwaches Wachstum können auch durch Nährstoffmangel, Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder einen verdichteten Boden entstehen. Brauner Rasen ist bei Trockenheit nicht automatisch tot, denn etablierte Gräser können eine Ruhephase überstehen und nach Regen wieder austreiben. Ob ein brauner Fleck noch lebt, zeigt eine ausgestochene Probe von etwa 5 bis 8 cm Tiefe. Die hältst du in einem Topf feucht. Treiben nach etwa einer Woche neue grüne Spitzen, weist das auf verbliebene Vitalität hin.

Auch Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel oder die Dollarfleckenkrankheit hinterlassen Flecken, und auf Flächen, die Hunde viel nutzen, fallen Urinstellen auf. Am Fleck allein lässt sich ein Erreger nur unsicher bestimmen, weil etwa Schneeschimmel und Typhula-Fäule gemeinsam auftreten können. Welche Krankheiten den Rasen befallen, beschreibt der Abschnitt zu Moos, Unkraut und Krankheiten im Rasen-Ratgeber.

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Wie gehe ich gegen Engerlinge im Rasen vor?

Engerlinge sind Käferlarven, zum Beispiel von Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Du erkennst sie an ihrem weißlichen, C-förmigen Körper mit braunem Kopf. Schädigende Engerlinge können den Rasen nesterweise vergilben lassen, weil sie an den Wurzeln fressen. Larven, die du beim Nachgraben findest, sammelst du ab. Ich lege die ausgestochene Narbe danach zurück und drücke sie mit dem Fuß an.

Vom Vertikutieren solltest du dir gegen Engerlinge nichts versprechen. Beim pflegenden Vertikutieren ritzt das Gerät den Boden höchstens 0,3 cm tief an. Die Larven fressen aber an den Wurzeln, und dorthin reicht der Vertikutierer nicht.

Nematoden als biologische Möglichkeit

Für Larven von Juni- und Gartenlaubkäfern kommen Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora infrage. Ob sie im Boden arbeiten können, hängt von Wärme und Feuchte ab. Menge und Ausbringung entnimmst du der Gebrauchsanweisung. Eine Garantie gegen erneuten Befall gibt es dabei nicht.

Zahl im Blick

Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora brauchen mindestens 12 °C Bodentemperatur und einen gut feuchten, aber nicht nassen Boden. Ich messe vorher mit einem Bodenthermometer nach und prüfe die Feuchte mit der Hand.

Tipula-Larven: Was frisst die Halme dicht über dem Boden?

Tipula-Larven sind die Larven der Wiesenschnake. Sie werden bis zu 4 cm lang, sind graubraun und walzenförmig. Anders als Engerlinge fressen sie die Gräser dicht über dem Boden ab, besonders nachts. Zurück bleiben kahle Stellen im Rasen. Larven, die du findest, sammelst du ab, und die Lücken schließt du später mit einer Nachsaat.

Marias Erfahrung

Bei Verdacht auf Tipula gehe ich nach Einbruch der Dunkelheit mit der Taschenlampe über die Fläche. Ich leuchte dicht über dem Boden zwischen die Halme und sammle ab, was ich finde.

Wühlmaus oder Maulwurf: Wer gräbt da?

Bei Erdhaufen im Rasen entscheidet die Bestimmung, was du überhaupt tun darfst. Wühlmäuse fressen an Pflanzen; ihre Erdhaufen sind eher flach und asymmetrisch. Maulwürfe leben von tierischer Nahrung, unter anderem von Engerlingen und Schnecken. Ihre Hügel sind eher hoch und rund.

Achtung

Maulwürfe sind geschützt. Du darfst sie nicht fangen, jagen, verletzen oder töten, und ihre Gänge und Behausungen dürfen nicht beschädigt werden. Fallen, Gift und das Aufgraben von Gängen scheiden aus, solange ein Maulwurf infrage kommt.

Maulwurfshügel trägst du vorsichtig mit dem Spaten ab. Ich nehme die Erde mit und verwende sie als Pflanzenerde.

Häufiger Fehler

Maulwurfshügel festtreten oder einstampfen. Das kann Reparaturgrabungen auslösen, und es entstehen neue Erdhaufen.

Wühlmäuse mechanisch fernhalten

Gegen Wühlmäuse setze ich auf mechanische Wege. Bei einer Neuanlage oder rund um empfindliche Pflanzungen kann ein engmaschiges Drahtgeflecht im Boden Wühlmäuse fernhalten, wenn es lückenlos verlegt ist. Fallen kommen nur infrage, wenn sicher eine Wühlmaus und kein Maulwurf gräbt. Eulen jagen Wühlmäuse, und ein Nistkasten kann sie in den Garten holen.

Sind Ameisen im Rasen Schädlinge?

Die Gelbe Wiesenameise lebt in Erdnestern im Rasen, die du als kleine Erdhaufen siehst. Sie ernährt sich vom Honigtau unterirdisch lebender Blattläuse. Was dich stört, sind deshalb meist die Nesthügel und nicht abgefressene Halme. Ich verteile die Erde der Hügel vor dem Mähen mit dem Rechen. Liegt ein Nest an einer Stelle, die nicht stört, lasse ich es in Ruhe.

Mythos-Check

Kaffeesatz vertreibt Ameisen aus dem Rasen? Dem Kaffeesatz wird nachgesagt, dass sein Geruch die Tiere fernhält. Ich verteile die Nesterde mit dem Rechen.

Sind Regenwürmer Schädlinge?

Nein. Regenwürmer zählen nicht zu den Rasenschädlingen, und gegen sie ist keine chemische Bekämpfung gerechtfertigt. Sie verarbeiten organisches Material zu stabilen Bodenaggregaten. Mit ihren Röhren verbessern sie die Belüftung und das Versickern von Wasser.

In welcher Reihenfolge gehst du vor?

Ich arbeite bei Rasenschädlingen immer in derselben Reihenfolge: vorbeugen, kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Biologische Helfer wie Nematoden kommen dazu, wenn Tier und Bedingungen passen. Chemie steht ganz am Ende.

Zur Vorbeugung gehört ein Schnitt in passender Höhe. Bei Garten-Gebrauchsrasen liegt die empfohlene Schnitthöhe je nach Pflegekonzept zwischen 3 und 6 cm. Herbstlaub nimmst du vom Rasen, weil eine feuchte Laubdecke Schneeschimmel begünstigt. Wie du mähst, gießt und düngst, steht ebenfalls im Rasen-Ratgeber.

Wann kommt Chemie infrage?

Chemische Mittel sind bei Rasenschädlingen der letzte Schritt. Im Hobbygarten darfst du nur Pflanzenschutzmittel einsetzen, die für nicht berufliche Anwender zugelassen sind. Auch dann hältst du dich an das zugelassene Anwendungsgebiet und an die Gebrauchsanleitung. Trag die vorgeschriebene Schutzkleidung, halte die Wartezeit ein und entsorge Reste fachgerecht. Bedenke, dass solche Mittel auch Nützlinge und das Bodenleben treffen können.

Wie schließe ich die Lücken nach dem Fraß?

Kahle Stellen nach Larvenfraß schließt du mit einer Nachsaat, bei feuchtwarmer Witterung ist das von April bis September möglich. Weidelgrasbetonte Nachsaatmischungen können Lücken durch schnelle Keimung und Bestockung zügig schließen. Den Termin planst du mit dem Aussaatkalender für Rasen, und typische Fehler bei der Rasennachsaat umgehst du mit der passenden Anleitung.

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Häufige Fragen

Wie erkennt man Rasenschädlinge frühzeitig im eigenen Garten?
Achte auf Stellen, die nesterweise vergilben, auf Halme, die dicht über dem Boden abgefressen sind, und auf neue Erdhaufen. Bei Fraßverdacht stichst du am Rand der Stelle ein Stück Grasnarbe aus und suchst im Wurzelbereich nach Larven. Findest du weißliche, C-förmige Larven mit braunem Kopf, sind es Engerlinge; graubraune, walzenförmige Larven sprechen für Tipula.
Welche Rasenschädlinge gibt es in deutschen Gärten?
Zu den Rasenschädlingen gehören Engerlinge, etwa von Juni- und Gartenlaubkäfern, die an den Wurzeln fressen. Tipula-Larven der Wiesenschnake fressen die Gräser dicht über dem Boden ab, Wühlmäuse schädigen Pflanzen durch Fraß. Die Gelbe Wiesenameise lebt in Erdnestern im Rasen und ernährt sich vom Honigtau unterirdisch lebender Blattläuse. Regenwürmer zählen nicht zu den Rasenschädlingen, und der Maulwurf ist geschützt.
Wie geht man gegen Engerlinge im Rasen vor?
Prüfe zuerst durch Nachgraben, ob unter der vergilbten Stelle wirklich weißliche, C-förmige Larven mit braunem Kopf sitzen, und sammle gefundene Larven ab. Für Larven von Juni- und Gartenlaubkäfern kommen Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora infrage. Dafür muss der Boden mindestens 12 °C warm und gut feucht, aber nicht nass sein. Menge und Ausbringung richten sich nach der Gebrauchsanweisung.
Worin unterscheiden sich Wühlmausschäden von Maulwurfschäden im Rasen?
Wühlmäuse fressen an Pflanzen und hinterlassen eher flache, asymmetrische Erdhaufen. Maulwürfe leben von tierischer Nahrung, unter anderem von Engerlingen und Schnecken, und werfen eher hohe, runde Hügel auf. Der Maulwurf ist geschützt: Du darfst ihn weder fangen noch verletzen oder töten und seine Gänge nicht beschädigen. Seine Hügel kannst du vorsichtig mit dem Spaten abtragen.
Stimmt es, dass gelbe Rasenflecken immer auf Schädlingsbefall hindeuten?
Nein. Aufhellungen können auch durch Nährstoffmangel, Trockenheit, Staunässe oder Bodenverdichtung entstehen, und brauner Rasen kann bei Trockenheit nur ruhen und nach Regen wieder austreiben. Auch Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel und Urinstellen von Hunden fallen als Flecken auf. Ob Larven dahinterstecken, zeigt das Nachgraben an der betroffenen Stelle.
Ist es ein Mythos, dass alle Ameisen im Rasen schädlich sind?
Pauschal stimmt das nicht. Die Gelbe Wiesenameise lebt in Erdnestern im Rasen und ernährt sich vom Honigtau unterirdisch lebender Blattläuse. Störend sind meist die Erdhaufen ihrer Nester, die du vor dem Mähen mit dem Rechen verteilen kannst.
Warum ist ein integrierter Pflanzenschutzansatz beim Rasen empfehlenswert?
Gelbe oder kahle Stellen haben nicht immer tierische Ursachen, deshalb steht die Kontrolle vor jeder Bekämpfung. Du beugst über Schnitt, Boden, Nährstoffe und Laub vor, gräbst bei Verdacht nach und greifst zuerst mechanisch ein, etwa durch Absammeln. Chemische Mittel kommen erst zuletzt infrage und nur mit Zulassung für nicht berufliche Anwender nach Gebrauchsanleitung. Bedenke dabei, dass sie auch Nützlinge treffen können.
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