Ziervogelgras im Winter: Schalen staffeln für laufend frisches Grün
- Ziervogelgras ist eine Saatmischung aus Gräsern und keine Vogelmiere.
- Gesät wird in Schalen oder Töpfen mit Aussaaterde, an einem hellen, nicht zu warmen Platz im Haus.
- Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl wird etwa 0,5 bis 1 cm tief eingearbeitet.
- Als Keimtemperatur sind für diese Mischung 15 bis 20 °C angegeben.
- Bis zur Keimung bleibt die Saat gleichmäßig feucht, danach gießt du nach Fingerprobe.
- Geschnitten wird nach Bedarf mit der Schere, verfüttert wird frisch.
- Für laufenden Nachschub säst du zeitversetzt in mehrere Schalen und legst den Takt mit eigenen Notizen fest.

Wenn deine Ziervögel auch im Winter frisches Grün bekommen sollen, ziehst du es selbst auf der Fensterbank. Ich säe Ziervogelgras dafür zeitversetzt in mehrere Schalen, damit immer eine zum Schneiden bereitsteht. Im Winter musst du dabei zwei Dinge zusammenbringen: Die Saat braucht einen hellen Platz, und unter vielen Fenstern läuft die Heizung.
Was ist Ziervogelgras (Vogelgras)?
Ziervogelgras, oft kurz Vogelgras genannt, ist eine Saatmischung aus Gräsern. Du säst sie in Schalen, lässt die Halme wachsen und schneidest sie als frisches Grün für deine Ziervögel. Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl etwa besteht aus Gräsern und lässt sich im Haus ganzjährig kultivieren. Deshalb eignet sie sich auch für den Winter auf der Fensterbank.
Mit Vogelmiere hat Ziervogelgras nichts zu tun, auch wenn die Namen ähnlich klingen. Vogelmiere (Stellaria media) ist eine eigene, einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. Pflanze und kein Gras. Wie du sie aussäst, liest du im Abschnitt über Vogelmiere als Futterpflanze für Vögel.
Welche Mischung passt?
Ziervogelgras bekommst du als fertige Mischung, zum Beispiel die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl oder SPERLI’s Pitti. SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist., KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. und Wachstumszeit sind jeweils für eine bestimmte Mischung angegeben. Lies deshalb zuerst die Packung deiner Mischung und nimm die Werte hier als Beispiel für die jeweils genannte Mischung.
Was brauchst du für die Winteranzucht?
Schalen und Aussaaterde
Die Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl wird in Schalen oder Töpfen mit Aussaaterde angezogen. Ich nehme dafür flache Schalen mit Abzugsloch und stelle jede auf einen Untersetzer. So läuft überschüssiges Wasser ab, und ich sehe sofort, ob sich unten etwas sammelt. Für die Staffelaussaat brauchst du mehrere gleich große Schalen, damit du die Runden in deinen Notizen vergleichen kannst.
flache Schalen mit Abzugsloch, Untersetzer, Aussaaterde, Ziervogelgras-Saatgut, Sprühflasche, Schere, Thermometer, Malerkrepp und ein Stift für das Aussaatdatum.
Der Platz: hell, aber nicht zu warm
Die Kiepenkerl-Mischung soll im Haus hell und nicht zu warm stehen. Als Keimtemperatur sind für sie 15 bis 20 °C angegeben. Ich lege ein Thermometer zwischen die Schalen und lese tagsüber ab, wie warm es dort wirklich ist.
Die frisch gesäte Schale kommt zum Keimen auf den Heizkörper. Die Mischung soll aber nicht zu warm stehen, und über einer laufenden Heizung kann es wärmer werden als die angegebenen 15 bis 20 °C. Stell die Schale an ein helles Fenster und prüf mit dem Thermometer nach.
Werden die Halme lang und blass und kippen um, kann das auf zu wenig Licht oder zu viel Wärme hindeuten. Reicht das Fensterlicht in den dunklen Wochen nicht, kann eine Pflanzenlampe nachhelfen. Leuchtdauer und Abstand richtest du nach der Anleitung der Lampe.
Aussaat: wie dicht, wie tief, wie feucht?
Saatdichte und Saattiefe
Feuchte die Aussaaterde in der Schale an und streich die Oberfläche glatt. Streu das Saatgut gleichmäßig darüber und schau danach genau hin: Die Körner sollen nebeneinander liegen und keine Häufchen bilden. Nennt die Packung deiner Mischung eine Saatmenge, halte dich daran. Eng stehende, dauerfeuchte Halme können Schimmel begünstigen.
Danach wird das Saatgut eingearbeitet. Für die Kiepenkerl-Mischung sind dafür etwa 0,5 bis 1 cm Tiefe angegeben. Ich decke die Körner mit Aussaaterde ab und drücke die Fläche mit der flachen Hand an, damit sie Kontakt zur Erde haben.
Keimung: gleichmäßig feucht halten
Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht. Ich befeuchte die Oberfläche mit der Sprühflasche, damit die Körner nicht aufschwimmen. Eine durchsichtige Haube hält die Feuchte zusätzlich. Sammeln sich innen Tropfen, nimm sie ab und lüfte kurz. Sobald die ersten Spitzen durch die Erde kommen, bleibt die Haube weg.
Unter geeigneten Bedingungen keimt die Kiepenkerl-Mischung nach etwa 5 bis 10 Tagen. Tut sich danach nichts, prüfst du zuerst Temperatur und Feuchte am Platz.
Die Werte im Überblick, jeweils für die genannte Mischung:
| Angabe | Wert | gilt für |
|---|---|---|
| Saattiefe | etwa 0,5 bis 1 cm, eingearbeitet | Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl |
| Keimtemperatur | 15 bis 20 °C | Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl |
| Keimdauer | etwa 5 bis 10 Tage unter geeigneten Bedingungen | Frischgrün-Mischung von Kiepenkerl |
| grüne Rasendecke auf der Fensterbank | innerhalb von etwa drei Wochen | Ziervogelgras-Mischung SPERLI’s Pitti |
Wie gießt du bis zum Schnitt?
Nach der Keimung gießt du nach Fingerprobe. Drück einen Finger in die Erde: Ist sie unter der Oberfläche noch feucht, wartest du. Fühlt sie sich trocken an, gießt du am Rand der Schale, damit die Halme oben trocken bleiben. Steht danach Wasser im Untersetzer, kippst du es weg. Stehende Nässe in der Schale kann der Halmbasis schaden und Schimmel begünstigen.
Heb die Schale vor dem Gießen kurz an. Mit der Zeit spürst du am Gewicht, ob sie noch genug Wasser hat.
Wann und wie schneidest du Ziervogelgras?
Die Kiepenkerl-Mischung schneidest du nach Bedarf mit einer Schere und verfütterst das Grün frisch. Ich schneide erst kurz vor dem Füttern und nur so viel, wie die Vögel gleich bekommen. Die Schere setze ich über der Erde an, damit keine Erde ins Futter gerät.
Den Zeitpunkt lese ich an der Schale ab: Ich schneide, sobald die Halme eine dichte grüne Decke bilden und lang genug zum Greifen sind. Für die Mischung SPERLI’s Pitti ist eine grüne Rasendecke auf der Fensterbank innerhalb von etwa drei Wochen angegeben. Notier dir, wann deine Schale so weit ist, denn diesen Wert brauchst du für die Staffelaussaat.
Ob eine Schale nach dem ersten Schnitt noch einmal brauchbares Grün nachschiebt, beobachte ich. Kommt nichts mehr nach, räume ich sie aus und säe neu.
Staffelaussaat: so bekommst du laufend frisches Grün
Eine einzelne Schale ist irgendwann abgeschnitten, und die nächste braucht ab der Aussaat Zeit zum Keimen und Wachsen. Damit dazwischen keine Lücke entsteht, säst du zeitversetzt. Am Fenster stehen dann Schalen in verschiedenen Stadien: In einer keimt die Saat, in der nächsten wachsen die Halme, und von der ältesten schneidest du.
Den Takt legst du mit Notizen fest
Schon die Keimdauer der Kiepenkerl-Mischung liegt bei etwa 5 bis 10 Tagen. Weil dieser Wert zudem nur unter geeigneten Bedingungen gilt, legen deine eigenen Notizen den Takt verlässlicher fest als ein fester Kalender. So gehst du vor:
- Säe die erste Schale und klebe einen Streifen Malerkrepp mit dem Datum an den Rand.
- Trag ein, wann die ersten Spitzen erscheinen.
- Trag ein, wann du zum ersten Mal schneidest.
- Trag ein, wann die Schale aufgebraucht ist.
Aus dem Abstand zwischen Aussaat und erstem Schnitt siehst du, wie früh die nächste Schale in die Erde muss. Säe sie so, dass sie schnittreif ist, wenn die vorige leer wird. Solange dir noch Notizen fehlen, säst du die nächste Schale lieber früher als später.
Die Menge pro Runde richtest du am Verbrauch aus. Bleibt am Ende oft Grün übrig, nimmst du für die nächste Runde eine kleinere Schale. Wird es knapp, säst du in eine größere.
Ich stelle die Schalen am Fenster immer in derselben Reihenfolge auf, die jüngste links. Wenn ich rechts die letzte abschneide, sehe ich ohne Blick in die Notizen, welche als nächste dran ist.
Rotation: leeren, reinigen, neu säen
Ist eine Schale abgeerntet, kippe ich Erde und Wurzelfilz auf den Kompost. Die Schale wasche ich heiß aus und lasse sie trocknen, bevor frische Aussaaterde hineinkommt. So startet jede Runde in frischer Erde, und die Schale geht direkt zurück in den Wechsel.
Säe heute deine erste Schale und schreib das Datum an den Rand. Ab dann trägst du Keimung, ersten Schnitt und leere Schale ein.
Wenn es hakt: Schimmel, gelbe Halme, Schädlinge
Schimmel erkennen und vorbeugen
Weißer, watteartiger Belag auf der Erde oder an der Halmbasis kann auf Schimmel hindeuten. Feine weiße Härchen direkt an den Wurzeln können aber auch Wurzelhaare sein. Schau deshalb mit einer Lupe genau hin, bevor du eine Schale aufgibst.
Das Risiko senkst du mit Luft und trockener Halmbasis. Säe so, dass die Körner nicht übereinanderliegen, lass nach der Keimung die Haube weg, vermeide stehende Nässe und lüfte den Raum. Bestätigt sich der Schimmel, verfüttere ich das Grün dieser Schale nicht. Ich leere die Schale, reinige sie gründlich und säe neu.
Was deine Vögel fressen, behandelst du mit keinem Mittel, auch nicht mit Hausmitteln wie Zimtpulver. Gegen Schimmel und Schädlinge an Futtergras bleiben dir Luft, sorgfältiges Gießen, Abspülen und eine neue Aussaat.
Gelbe oder blasse Halme
Gelbe oder blasse Halme können auf zu wenig Licht, zu viel Wärme, nasse oder ausgelaugte Erde hindeuten. Prüf zuerst Platz und Feuchte, denn beides kannst du sofort ändern. Ich dünge Futterschalen nicht nach. Lässt eine ältere Schale nach, räume ich sie aus und säe in frische Aussaaterde neu.
Trauermücken und Blattläuse
Kleine dunkle Mücken, die beim Gießen über der Erde auffliegen, können TrauermückenTrauermücken sind Mücken, die feuchte Umgebung lieben und ihre Eier auf oder in die Erde legen. Schaden richten vor allem ihre weißen Larven an: Sie fressen an Wurzeln, besonders bei Aussaaten und Stecklingen. sein. Lass nach der Keimung die Oberfläche zwischen den Wassergaben antrocknen, solange die Halme dabei aufrecht bleiben. Blattläuse an den Halmen spülst du mit einem weichen Wasserstrahl ab. Sitzen nach dem Abspülen weiter viele Läuse in einer Schale, verfüttere ich das Grün nicht und säe neu. Gelbtafeln hänge ich nicht in den Raum, in dem die Vögel frei fliegen.
Wo hat Ziervogelgras im Speiseplan seinen Platz?
Frisches Grün ist ein Teil der Fütterung. Vogelmiere und Löwenzahn sind Beispiele für Grünfutter in einem abwechslungsreichen Speiseplan für Wellensittiche. Ziervogelgras von der Fensterbank ist eine Möglichkeit, im Winter selbst frisches Grün beizusteuern. Wie viel Grün dein Vogel bekommt, besprichst du bei gesundheitlichen Fragen mit deiner Tierarztpraxis.
