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Bonsai richtig düngen: Fehler bei Menge, Düngerwahl und Umtopfen vermeiden

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gelbe Blätter mit Blattfall können auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten.
  • Die Düngermenge richtet sich nach der Verpackungsanweisung, die Grunddüngung im Substrat zählt mit.
  • Düngerlösung kommt nur auf bereits feuchtes Substrat.
  • Auch organische Dünger können zu Überversorgung und mehr Salz im Substrat beitragen.
  • Nach dem Umtopfen zuerst prüfen, ob die neue Erde vorgedüngt ist.
  • Bei Salzschäden durch Überdüngung die Düngung einstellen und gegebenenfalls mit teilweisem Erdaustausch umtopfen.
Bonsai mit ausladender Nadelkrone und knorrigem Stamm in flacher Schale unter einer Moosdecke
Foto: artyangel · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ein Bonsai mit gelben Blättern bekommt schnell eine Extraportion Dünger. Gelbe Blätter mit Blattfall können aber genauso auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress hindeuten, und dann trifft Dünger nicht die Ursache. Ich sehe mir vor jedem Düngen zuerst Standort, Blätter und Erde an, bevor ich die Düngerflasche aufschraube.

Ist es wirklich Nährstoffmangel?

Ein schlaffer Bonsai in feuchter Erde muss nicht hungern. Anhaltende Nässe kann Sauerstoffmangel und Wurzeltod verursachen, sodass eine Pflanze trotz feuchter Erde wie vertrocknet wirkt. Gelbe Blätter mit Blattfall können zudem Wasserstress anzeigen. Ist dein Bonsai gelb und schlaff, obwohl die Erde nass ist, prüfst du deshalb zuerst das Gießen und erst danach den Dünger.

Ist der Ballen staunass, entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter. Der Wasserbedarf eines Zimmerbonsais hängt unter anderem vom Lichtangebot und von der Zimmertemperatur ab. Ich hebe den Topf vor und nach dem Gießen an, weil sich der Feuchtezustand am Gewicht einschätzen lässt.

Ob wirklich ein Nährstoff fehlt, klärst du mit dem Ratgeber dazu, wie du Nährstoffmangel am Bonsai erkennst und behebst.

Wenn das Substrat die Aufnahme bremst

Bonsais brauchen ein wasserdurchlässiges Substrat; stark verklumpende und verhärtende Lehmerde kann bei ihnen die Wasser- und Nährstoffaufnahme behindern. In Zierpflanzensubstraten kann außerdem ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Wie du Bonsai-Erde passend mischst und pflegst, steht in einem eigenen Ratgeber, die Grundlagen erklärt der Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Substrat, pH-Wert und Hydrokultur.

Wie viel Dünger bekommt ein Bonsai?

Die Menge bestimmt die Verpackungsanweisung deines Düngers, nicht das Augenmaß. Ich lese sie vor dem Anmischen und messe die Menge für meine Gießkanne ab, statt direkt aus der Flasche zu gießen.

Dazu kommt, was schon im Topf steckt. Bei der Nachdüngung von Topfpflanzen zählt die Grunddüngung mit, die das Substrat bereits enthält. Wer sie übersieht, gibt Dünger zu einem Vorrat, der schon da ist.

Mythos-Check

„Mit organischem Dünger kann man nicht überdüngen.“ Das stimmt so nicht. Auch die Freisetzung aus organischen Düngern kann zu Überversorgung und erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen.

Wer nicht schätzen will, kann die Salzlast im Topf messen.

Kurz erklärt

Eine EC-Messung erfasst die gesamte gelöste Salzbelastung im Substrat. Welcher einzelne Nährstoff wie stark vertreten ist, zeigt sie nicht.

Damit Messungen mit Einstichelektroden vergleichbar sind, brauchst du eine kontrollierte Substratfeuchte, immer dieselbe Einstichtiefe und ein geprüftes Messgerät. Auch eine Substratanalyse ist nur eine Momentaufnahme, die du zusammen mit Pflanzenzustand, Wachstumsphase und Substratmischung liest. Wie Fortgeschrittene solche Werte nutzen, beschreibt der Ratgeber dazu, wie du die Bonsai-Düngung präzise abstimmst.

Marias Erfahrung

Ich führe für jeden Bonsai einen Zettel mit Datum, Dünger und abgemessener Menge. Daneben notiere ich, wann ich umgetopft habe und ob die neue Erde vorgedüngt war.

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Darf ich auf trockene Erde düngen?

Nein. Düngerlösung gehört auf bereits feuchtes Substrat, das beugt Wurzelschäden vor. Ob der Ballen wirklich feucht ist, verrät die Oberfläche nicht immer. Bei torffreien oder torfreduzierten Erden kann sie trocken aussehen, obwohl das Substrat weiter unten noch nass ist. Prüf deshalb auch die Feuchte im unteren Bereich, bevor du gießt oder düngst.

Ist der Ballen ausgetrocknet, gießt du ihn zuerst durchdringend mit klarem Wasser. Erst danach kommt die Düngerlösung dazu. Ich nehme dafür zimmerwarmes Regenwasser, weil kaltes oder hartes Leitungswasser empfindlichen Arten Probleme bereiten kann.

Wann im Jahr düngst du?

Als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit gängiger Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober. Bei geringerem Winterlicht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn der Raum warm bleibt. Was dein Bonsai in Frühjahr, Sommer und Herbst bekommt und wie oft, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Bonsai im Jahreslauf düngst.

Welcher Dünger passt zum Bonsai?

Bei der Wahl entscheidet die Form, wie die Nährstoffe im Topf ankommen. Die Tabelle zeigt, worauf du je Düngerform achtest.

Düngerform So werden die Nährstoffe frei Darauf achtest du
Flüssigdünger als Düngerlösung mit dem Gießwasser nur auf feuchtes Substrat, Menge nach Verpackungsanweisung
Umhüllter Depotdünger abhängig von Feuchtigkeit und Temperatur Freisetzung kann im warmen Zimmer weiterlaufen
Organischer Dünger nach und nach durch Mineralisierung kann ebenfalls zu Überversorgung und mehr Salz beitragen
Blattdünger über die Blätter mögliche Verbrennungen, keine nachhaltige Wirkung

Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Freisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Zimmerpflanzen brauchen bei wenig Winterlicht aber weniger Nährstoffe, auch im warmen Raum. Im geheizten Winterzimmer kann ein Depotdünger also weiter Nährstoffe abgeben, die der Baum gerade weniger braucht.

Stickstoff, Phosphor, Kalium und der Rest

Stickstoff braucht der Baum für Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Zu den Hauptnährstoffen gehören außerdem Calcium, Magnesium und Schwefel. Welcher Dünger zu deiner Baumart und deinem Substrat passt, erklärt der Ratgeber dazu, welche Nährstoffe ein Bonsai braucht.

Natürliche Dünger

Hornspäne oder Hornmehl kannst du zur vorbeugenden Stickstoffversorgung schon vor dem Pflanzen in torffreie Gefäßerde mischen. Welche weiteren natürlichen Dünger zu Bonsai passen und wie du sie anwendest, steht in einem eigenen Ratgeber.

Wann darfst du nach dem Umtopfen wieder düngen?

Den Wurzelschnitt macht man beim Bonsai üblicherweise im Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Er regt die Verzweigung der Versorgungswurzeln an. Weil März für gängige Zimmerpflanzen grob den Beginn der Hauptwachstumszeit markiert, können Saisonstart und frischer Wurzelschnitt zusammenfallen. Umtopfen und der erste Dünger der Saison liegen dann dicht beieinander.

Enthält das neue Substrat eine Grunddüngung, rechnest du sie beim Nachdüngen mit ein. Prüf deshalb vor dem ersten Düngen, ob die Erde vorgedüngt ist.

Zahl im Blick

Kübelpflanzen, die frisch in vorgedüngte Blumenerde umgetopft wurden, brauchen gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Für Bonsai-Substrat ohne Vordüngung ist das kein Maßstab.

Nach dem Umtopfen beobachte ich zuerst den Austrieb und fange erst mit dem Düngen an, wenn neue Triebe kommen. Die erste Gabe richte ich wie immer nach der Verpackungsanweisung und gebe sie auf feuchte Erde.

Wie verteilst du den Dünger gleichmäßig?

Flüssigdünger lässt sich gut verteilen, weil er als Lösung mit dem Gießwasser kommt. Ich gieße die Lösung langsam in mehreren Runden über die gesamte Oberfläche, damit sie den ganzen Ballen erreicht und nicht nur eine Seite. Dabei gieße ich auch nah am Stamm und am Topfrand.

Feste und umhüllte Dünger verteilst du über die ganze Substratfläche, nicht als Häufchen an einer Stelle. So kommen die Nährstoffe nicht nur unter einem Fleck an.

Pflanzgefäße für die Erdkultur brauchen funktionsfähige Wasserabzugslöcher. Ich sehe beim Gießen nach, ob unten Wasser abläuft, und mache verstopfte Löcher frei.

Jetzt dran

Heb den Topf an und prüf die Feuchte auch unten im Substrat. Ist der Ballen trocken, gieß ihn zuerst durchdringend mit klarem Wasser. Miss die Düngermenge nach der Verpackungsanweisung ab. Gib die Lösung langsam über die ganze Oberfläche und schau, ob unten Wasser abläuft.

Zu viel gedüngt: Was jetzt?

Bei Salzschäden durch Überdüngung stellst du das Düngen ein. Gegebenenfalls topfst du den Baum um und tauschst dabei einen Teil der alten Erde aus. Danach gilt dasselbe wie bei jedem Erdwechsel: Prüf zuerst, ob die neue Erde vorgedüngt ist. Dünge erst dann wieder nach Verpackungsanweisung und nur auf feuchtes Substrat.

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Häufige Fragen

Wie dosiert man Dünger richtig ohne die Wurzeln zu schädigen?
Die Menge richtet sich nach der Verpackungsanweisung des Düngers, nicht nach Augenmaß. Rechne die Grunddüngung mit ein, die das Substrat bereits enthält, besonders nach dem Umtopfen in neue Erde. Gib Düngerlösung nur auf bereits feuchtes Substrat, das beugt Wurzelschäden vor. Auch organische Dünger können zu Überversorgung und erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen.
Was ist der Unterschied zwischen Flüssigdünger und Langzeitdünger für Bonsais?
Flüssigdünger gibst du als Lösung mit dem Gießwasser, und zwar nur auf bereits feuchtes Substrat; die Menge richtet sich nach der Verpackungsanweisung. Bei Langzeitdüngern in Form umhüllter Depotdünger hängt die Nährstofffreisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab. In einem warmen Zimmer kann ein Depotdünger deshalb auch im Winter Nährstoffe abgeben, obwohl Zimmerpflanzen bei wenig Winterlicht weniger davon brauchen.
Warum sollte man nach dem Umtopfen mit der Düngung warten?
Frisches Substrat kann bereits eine Grunddüngung enthalten, und die zählt beim Nachdüngen mit. Kübelpflanzen in vorgedüngter Blumenerde brauchen gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Für Bonsai-Substrat ohne Vordüngung ist das kein fester Maßstab, deshalb prüfst du zuerst, ob die neue Erde vorgedüngt ist. Düngerlösung gibst du danach nur auf bereits feuchtes Substrat, um Wurzelschäden vorzubeugen.
Was ist der Unterschied zwischen Nährstoffversorgung und Nährstoffzufuhr bei Bonsais?
Zufuhr ist das, was du als Dünger gibst, Versorgung ist das, was die Wurzeln davon tatsächlich aufnehmen. Beides kann auseinanderlaufen: In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Stark verklumpende und verhärtende Lehmerde kann bei Bonsais die Wasser- und Nährstoffaufnahme behindern. Wenn ein Bonsai trotz Düngung schwächelt, lohnt deshalb ein Blick auf Substrat und pH-Wert.
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