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Bonsai düngen: Welcher Dünger passt und was Hausmittel taugen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Menge je Gabe richtet sich nach der Verpackungsanweisung, die Grunddüngung im Substrat rechnest du mit.
  • Düngerlösung kommt nur auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
  • Depotdünger setzen je nach Feuchtigkeit und Temperatur frei und können im warmen Winterzimmer mehr abgeben, als der Baum braucht.
  • Hausmittel wie Kaffeesatz oder Jauche haben keine Verpackungsanweisung, und auch organische Dünger können den Salzgehalt erhöhen.
  • Verklumpende Lehmerde kann die Wasser- und Nährstoffaufnahme eines Bonsais behindern.
Bonsai mit ausladender Nadelkrone und knorrigem Stamm in flacher Schale unter einer Moosdecke
Foto: artyangel · Pixabay Content License · Quelle ↗

Kaffeesatz, Brennnesseljauche oder der Flüssigdünger aus dem Regal: Was du deinem Bonsai gibst, landet in einer flachen Schale mit wenig Substrat und damit nah an den Wurzeln. Wenn mich jemand fragt, ob ein Hausmittel für seinen Bonsai taugt, frage ich zuerst zurück, in welchem Substrat der Baum steht und ob er gerade neu austreibt. Welcher Dünger passt, hängt an Baumart, Substrat und dem, was du mit dem Baum vorhast. Wie du ihn gibst, entscheidet mit darüber, ob die Wurzeln ihn vertragen: Düngerlösung gehört auf bereits feuchtes Substrat.

Warum ein Bonsai Dünger braucht

Ein Bonsai holt seine Nährstoffe aus dem Substrat in seiner Schale. Frische Erde kann eine Grunddüngung mitbringen. Ist dieser Vorrat aufgebraucht, bekommt der Baum nur noch, was du nachdüngst. Bei jeder Nachdüngung rechnest du mit, was schon im Substrat steckt. Wie gut die Nährstoffe dann bei den Wurzeln ankommen, hängt außerdem an Substrat, Wasser und pH-Wert.

Kurz erklärt

Stickstoff braucht der Baum für Blatt- und Triebwachstum. Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt, Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Für diese drei steht die Abkürzung NPK auf der Packung. Zu den Hauptnährstoffen zählen außerdem Calcium, Magnesium und Schwefel.

Was die Düngung beim Bonsai leisten soll

Beim Bonsai ist möglichst viel Wachstum nicht das Ziel. Ein junger Baum im Aufbau soll Äste und Triebe bilden, ein fertig gestalteter Baum soll seine Form halten und gesund bleiben. Blühende Arten sollen Knospen ansetzen, fruchtende Arten Früchte. Nach diesem Ziel wählst du den Dünger aus, zusammen mit dem, was Baumart und Substrat vorgeben.

Welche Düngerart passt: flüssig, Depot oder übers Blatt

Ich dünge meine Bonsais vor allem mit Flüssigdünger, weil ich damit jede Gabe einzeln ansetze. Er kommt mit dem Gießwasser ins Substrat, und die Menge richtet sich nach der Verpackungsanweisung. Bei umhüllten Depotdüngern hängt es von Feuchtigkeit und Temperatur ab, wie schnell die Nährstoffe frei werden.

Zimmerpflanzen brauchen bei geringem Winterlicht weniger Nährstoffe, auch wenn der Raum warm bleibt. Ein Depotdünger kann im geheizten Zimmer also weiter Nährstoffe freisetzen, während dein Zimmerbonsai weniger braucht. Für Zimmerbonsais bleibe ich deshalb beim Flüssigdünger.

Blattdünger sprühst du auf das Laub. Er kann Nährstoffe zuführen, ist aber nur begrenzt einsetzbar: Verbrennungen sind möglich, und eine nachhaltige Wirkung fehlt. Die Versorgung über das Substrat ersetzt er nicht.

Düngerart So kommen die Nährstoffe an Darauf achtest du
Flüssigdünger mit dem Gießwasser ins Substrat Menge nach Verpackungsanweisung, nur auf feuchtes Substrat
Umhüllter Depotdünger Freisetzung abhängig von Feuchtigkeit und Temperatur kann im warmen Raum auch bei sinkendem Bedarf weiter abgeben
Blattdünger über das Laub Verbrennungen möglich, keine nachhaltige Wirkung
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Bonsai-Dünger richtig anwenden

Dosierung: Packung lesen, Vorrat mitrechnen

Wie viel Dünger in eine Gabe gehört, steht in der Verpackungsanweisung, und daran halte ich mich. Ist die Erde vorgedüngt, steckt darin schon ein Vorrat, den du bei der Nachdüngung berücksichtigst. Das gilt besonders nach dem Umtopfen.

Zahl im Blick

Für viele Zimmerpflanzen wird während der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen empfohlen. Für deinen Zimmerbonsai ist das eine Orientierung, die Menge je Gabe bestimmt weiter die Verpackungsanweisung.

Wie sich die Abstände über das Jahr verändern, steht weiter unten beim Jahreslauf.

So gebe ich den Dünger

Ich lasse den Ballen nach Bedarf antrocknen und hebe die Schale vor und nach dem Gießen an. Am Gewicht schätze ich ein, wie feucht das Substrat ist. Ist es angetrocknet, gieße ich durchdringend mit klarem Wasser. Erst auf den feuchten Ballen kommt die Düngerlösung, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Das Wasser muss durch funktionsfähige Abzugslöcher ablaufen können. Was im Untersetzer stehen bleibt, gieße ich weg.

Mini-Checkliste

Bevor ich einem Bonsai Dünger gebe, gehe ich diese Punkte durch.

  • Zeigt der Baum gerade neue Triebe oder Blätter?
  • Ist der Ballen durchfeuchtet?
  • Steckt im Substrat schon eine Grunddüngung?
  • Kenne ich die Verpackungsanweisung des Düngers?
  • Sind die Abzugslöcher frei?

Alter, Größe und Standort

Für Alter und Größe gibt es keine Formel, mit der du die Düngermenge umrechnest. Die Dosierung gibt die Verpackung vor. Unterschiede zeigen sich beim Wasser: Der Wasserbedarf eines Zimmerbonsais hängt unter anderem von Lichtangebot und Zimmertemperatur ab. Unglasierte Tonschalen verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststoffgefäße nicht. Ich hebe deshalb jede Schale einzeln an, statt alle Bäume im selben Rhythmus zu gießen und zu düngen. Ob ein Baum noch aufgebaut wird oder fertig gestaltet ist, verändert das Ziel der Düngung; dazu mehr bei der Gestaltung.

Vorsicht nach dem Umtopfen

Der übliche Zeitpunkt für den Bonsai-Wurzelschnitt liegt im Frühjahr vor dem Neuaustrieb. Der Schnitt regt die Verzweigung der Versorgungswurzeln an, und die frisch geschnittenen Wurzeln sitzen danach in neuem Substrat. Ist diese Erde vorgedüngt, hat der Baum damit einen Vorrat. Mit dem ersten Dünger warte ich, bis ich neue Triebe sehe, und gebe ihn dann nur auf feuchtes Substrat.

Übrig gebliebene Erde lagerst du dunkel, kühl und trocken. Bei längerer Lagerung kann der Salzgehalt torffreier oder torfreduzierter Erden steigen, weil organisch gebundene Nährstoffe frei werden. Wer mit älterer Resterde umtopft, bringt also womöglich schon gelöste Salze in die Schale, bevor der erste Dünger fließt.

Achtung

Substrat aus einer Schale, in der ein Baum an Wurzelfäule gelitten hat, verwendest du nicht noch einmal zum Einpflanzen.

Blühende, fruchtende und Nadelbäume

Für diese Gruppen gelten dieselben Grundregeln: Verpackungsanweisung, feuchter Ballen, Vorrat im Substrat mitrechnen. Die Unterschiede liegen beim Substrat, beim Gießwasser und bei dem, worauf du am Baum achtest.

Blühende Bonsais, zum Beispiel Azaleen

Azaleen sind kalkempfindliche Moorbeetpflanzen. Für kalkempfindliche Topfpflanzen eignen sich speziell abgestimmte Azaleen- oder Moorbeetsubstrate. Bevor ich bei einer Azalee über Dünger nachdenke, prüfe ich, ob sie in einem solchen Substrat steht. Steht sie im Zimmer, gieße ich mit zimmerwarmem Regenwasser, weil kaltes oder hartes Leitungswasser empfindlichen Arten Probleme bereiten kann.

Einzelne Pflanzengruppen haben beim Düngen eigene Rhythmen, ein Blühschema für alle blühenden Bonsais gibt es nicht. Während der Blüte halte ich mich an die Verpackungsanweisung und sehe mir Knospen und Laub genau an.

Fruchtende Bonsais

Bäume, die Früchte tragen sollen, etwa Zierapfel oder Zitrus, düngst du nach denselben Regeln. Für den Fruchtansatz gibt es keine Düngerzahl, die für alle Arten gilt. Vergilben Blätter und fallen ab, kann das auf Nährstoffmangel hindeuten, ebenso aber auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder Wasserstress. Ich prüfe dann zuerst Standort, Temperatur und Gießverhalten, bevor ich am Dünger etwas ändere.

Nadelbäume wie Kiefer und Wacholder

Nadelbäume düngst du nach denselben Grundregeln wie Laubbäume. Eine Sonderregel mit festen Werten für alle Nadelbäume gibt es nicht, die Ansprüche unterscheiden sich je nach Art. Steht dein Nadelbaum im Freien, gilt die Orientierung für Zimmerpflanzen nicht für ihn. Bei Nadelbäumen richte ich mich nach dem Neuaustrieb: Erst wenn er sichtbar ist, bekommt der Baum Dünger, und danach achte ich auf die Farbe der jungen Nadeln.

Substrat und Düngung: wann Nährstoffe nicht ankommen

Ein Bonsai braucht ein wasserdurchlässiges Substrat. Es soll Wasser speichern, überschüssiges Wasser ableiten und den Wurzeln ausreichend Luft bieten. Stark verklumpende und verhärtende Lehmerde kann die Wasser- und Nährstoffaufnahme behindern, auch wenn genug Dünger darin steckt.

Anhaltende Nässe kann Sauerstoffmangel und Wurzeltod verursachen, sodass der Baum trotz feuchter Erde wie vertrocknet wirkt. Wer bei schlappem Laub in nasser Erde zum Dünger greift, behandelt also womöglich das falsche Problem. Bei torffreien oder torfreduzierten Erden prüfe ich die Feuchte auch weiter unten, weil die Oberfläche trocken erscheinen kann, während das Substrat darunter noch nass ist.

Auch der pH-Wert entscheidet mit, ob Nährstoffe bei den Wurzeln ankommen. Handelsübliche Fertigsubstrate für den Großteil der Zierpflanzen sind auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt. In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Für Azaleen wird dagegen ein Substrat-pH von 4,0 bis 4,5 angegeben. Mehr dazu, wie Substrat, pH-Wert und Nährstoffaufnahme bei Zimmerpflanzen zusammenhängen, findest du in den Grundlagen zur Zimmerpflanzenpflege.

Passt dazu

Welche Bestandteile in eine Bonsai-Erde gehören, erklärt der Ratgeber dazu, wie du die Erde für deinen Bonsai mischst und pflegst.

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Organisch oder mineralisch: Vor- und Nachteile

Organische Dünger enthalten ihre Nährstoffe in gebundener Form. Erst durch Mineralisierung werden sie nach und nach pflanzenverfügbar. Mineralische Flüssigdünger bringen die Nährstoffe dagegen gelöst mit dem Gießwasser ins Substrat. Ich lese deshalb bei jedem Dünger zuerst, ob er organisch oder mineralisch ist, weil davon abhängt, wie schnell die Nährstoffe verfügbar werden.

Merkmal Organischer Dünger Mineralischer Flüssigdünger
Verfügbarkeit nach und nach durch Mineralisierung gelöst mit dem Gießwasser
Steuerung Freisetzung läuft im Substrat weiter Menge je Gabe nach Verpackungsanweisung
Risiko kann zu Überversorgung und erhöhtem Salzgehalt beitragen Überdüngung kann Salzschäden verursachen
Mythos-Check

„Organisch ist automatisch schonend.“ Auch die Freisetzung aus organischen Düngern kann zu Überversorgung und erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen. Organisch sagt etwas über die Herkunft der Nährstoffe, nicht über ihre Menge.

Bonsai düngen mit Hausmitteln

Kaffeesatz, Brennnesseljauche und Bittersalz tauchen als Hausmittel für Bonsais immer wieder auf. Dem Kaffeesatz wird nachgesagt, als organisches Material Nährstoffe zu liefern. Brennnesseljauche gilt als Stickstoffquelle, Bittersalz als Magnesiumquelle. Keines davon hat eine Verpackungsanweisung, und nach ihr richtet sich sonst die Dosierung eines Düngers. Damit fehlt dir bei Hausmitteln der Anhaltspunkt für die Menge.

Wer Bittersalz bei gelben Blättern einsetzen will, sollte wissen: Gelbe Blätter können mehrere Ursachen haben, wie bei den fruchtenden Bonsais beschrieben. Ich setze Hausmittel deshalb nicht an die Stelle eines Düngers mit Verpackungsanweisung.

Wer seine Bonsai-Pflege ökologisch ausrichten will, findet bei den natürlichen Düngern mehr als Küchenreste. Welche sich eignen und wie du sie anwendest, zeigt der Ratgeber dazu, welche natürlichen Dünger zu Bonsais passen.

Düngung als Gestaltungselement

Wuchs: Aufbau oder Erhalt

Stickstoff braucht der Baum für Blatt- und Triebwachstum. Bei einem jungen Baum, dessen Äste noch länger werden sollen, ist dieses Wachstum erwünscht. Bei einem fertig gestalteten Baum, der seine Silhouette halten soll, bedeutet kräftiges Triebwachstum vor allem mehr Rückschnitt. Ich lege deshalb für jeden Baum fest, ob er gerade aufgebaut wird oder seine Form halten soll, und wähle den Dünger danach aus. Auf der Packung achte ich dabei besonders auf den Stickstoffanteil.

Blattgröße

Kleine Blätter gehören zum Bild eines Bonsais. Eine verlässliche Formel, wie viel weniger Stickstoff zu wie viel kleineren Blättern führt, gibt es nicht. Vergilbtes oder schwaches Laub ist kein Gestaltungsziel, sondern kann auf ein Problem hindeuten. Wenn ich auf kleineres Laub hinarbeite, ändere ich am Dünger nur eine Sache auf einmal und schaue mir die nächsten Triebe genau an.

Marias Erfahrung

Ich führe zu jedem Bonsai eine Notiz mit Datum, Düngerart und einem Satz dazu, wie die neuen Triebe und Blätter aussehen. Beim nächsten Düngen lese ich zuerst diese Notiz.

Jahreslauf, Überdüngung und Feinabstimmung

Düngen im Jahreslauf

Für gängige Zimmerpflanzen dient März bis Oktober als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit. Bei Zimmerpflanzen sinkt der Bedarf im Winter mit dem Licht, auch im warmen Raum. Was dein Bonsai in Frühjahr, Sommer und Herbst bekommt und warum der Winter anders läuft, liest du im Ratgeber dazu, wie du deinen Bonsai im Jahreslauf düngst.

Wenn es zu viel war

Überdüngung kann Salzschäden verursachen. Dann stellst du das Düngen ein und topfst gegebenenfalls um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst. Woran du zu viel Dünger erkennst, erklärt der Ratgeber dazu, welche Fehler beim Bonsai-Düngen passieren und wie du sie vermeidest.

Feinabstimmung für Fortgeschrittene

Eine EC-Messung erfasst die gesamte gelöste Salzbelastung im Substrat, aber nicht die einzelnen Nährstoffe. Auch eine Substratanalyse ist nur eine Momentaufnahme, die du zusammen mit Pflanzenzustand, Wachstumsphase und Substratzusammensetzung beurteilst. Mit solchen Messungen arbeitet der Ratgeber dazu, wie du die Bonsai-Düngung fein abstimmst.

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Häufige Fragen

Welche Nährstoffe benötigen Bonsai für gesundes Wachstum?
Stickstoff braucht ein Bonsai für Blatt- und Triebwachstum, Phosphor ist am Energiehaushalt beteiligt und Kalium reguliert den Wasserhaushalt. Zu den Hauptnährstoffen zählen außerdem Calcium, Magnesium und Schwefel. Ob diese Nährstoffe bei den Wurzeln ankommen, hängt auch am Substrat: In Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern.
Was ist der Unterschied zwischen organischem und anorganischem Dünger für Bonsai?
Organische Dünger enthalten gebundene Nährstoffe, die erst durch Mineralisierung nach und nach pflanzenverfügbar werden. Mineralische Flüssigdünger bringen die Nährstoffe gelöst mit dem Gießwasser ins Substrat, die Menge je Gabe richtet sich nach der Verpackungsanweisung. Schonender ist organisch nicht automatisch: Auch die Freisetzung aus organischen Düngern kann zu Überversorgung und erhöhtem Salzgehalt im Substrat beitragen.
Flüssigdünger oder Langzeitdünger: Was eignet sich besser für Bonsai?
Flüssigdünger gibst du mit dem Gießwasser, und jede Gabe dosierst du neu nach der Verpackungsanweisung. Bei umhüllten Langzeit- oder Depotdüngern hängt die Freisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab, nicht vom aktuellen Bedarf des Baums. Weil Zimmerpflanzen bei wenig Winterlicht weniger Nährstoffe brauchen, auch in warmen Räumen, lässt sich Flüssigdünger bei Zimmerbonsais genauer an den Bedarf anpassen.
Wie beeinflusst das Bodensubstrat die Nährstoffaufnahme bei Bonsai?
Bonsais brauchen ein wasserdurchlässiges Substrat, das Wasser speichert, überschüssiges Wasser ableitet und den Wurzeln Luft lässt. Stark verklumpende und verhärtende Lehmerde kann die Wasser- und Nährstoffaufnahme behindern, und anhaltende Nässe kann Sauerstoffmangel und Wurzeltod verursachen. Beim Nachdüngen zählt außerdem die Grunddüngung mit, die schon im Substrat steckt.
Wie wirkt sich der pH-Wert auf die Nährstoffverfügbarkeit aus?
Handelsübliche Fertigsubstrate für den Großteil der Zierpflanzen sind auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt. Liegt der pH-Wert in Zierpflanzensubstraten unter 5, kann das die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern. Kalkempfindliche Azaleen sind eine Ausnahme, für sie wird ein Substrat-pH von 4,0 bis 4,5 angegeben.
Welche Dosierung ist bei der Bonsai-Düngung angemessen?
Die Menge je Gabe richtet sich nach der Verpackungsanweisung des Düngers, und eine Grunddüngung im Substrat rechnest du mit. Als Orientierung für Zimmerbonsais dient die Empfehlung für viele Zimmerpflanzen: in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen. Gib die Düngerlösung nur auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
Wie düngt man Bonsai nach dem Umtopfen richtig?
Prüfe nach dem Umtopfen zuerst, ob das neue Substrat vorgedüngt ist, denn diese Grunddüngung zählt bei der Nachdüngung mit. Mit der ersten Düngergabe wartest du, bis der Baum sichtbar neu austreibt. Die Lösung gibst du dann nur auf bereits feuchtes Substrat, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.
Wie kann die Blattdüngung bei Bonsai eingesetzt werden?
Blattdüngung kann Nährstoffe über das Laub zuführen, ist aber nur begrenzt einsetzbar. Sie kann Verbrennungen verursachen und hat keine nachhaltige Wirkung. Setze sie deshalb höchstens als Ergänzung ein, die Versorgung über das Substrat ersetzt sie nicht.
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