Zimmerpflanzen für dunkle Ecken: zehn Arten und wie viel Licht sie brauchen
- Miss das Licht mit einem Luxmeter genau an dem Platz, an dem die Pflanze stehen soll.
- Geringer Lichtbedarf heißt als grobe Orientierung etwa 500 bis 1.000 Lux, so bei Drachenbaum, Bogenhanf und Einblatt.
- Glücksfeder und Einblatt kommen auch mit wenig Licht aus und bleiben kleiner als Fensterblatt und Kentiapalme.
- Efeutute und Grünlilie bevorzugen helle Plätze, die Kentiapalme hat einen mittleren Lichtbedarf.
- Bei geringerem Winterlicht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, auch im warmen Raum.

Bei einer dunklen Ecke entscheidet zuerst das Licht, ob eine Zimmerpflanze dort zurechtkommt. Steht eine Art mit höherem Lichtbedarf zu dunkel, können ihre Blätter vergilben und abfallen. Bevor ich eine Pflanze für eine Ecke aussuche, messe ich deshalb das Licht genau dort, wo später der Topf stehen soll.
Hier findest du zehn Zimmerpflanzen für schattige Plätze, sortiert nach ihrem Lichtbedarf. Drei davon stelle ich lieber an den helleren Rand der Ecke: Efeutute, Grünlilie und Kentiapalme. Geht es dir vor allem um wenig Aufwand, hilft dir der Ratgeber zu Zimmerpflanzen, die als besonders pflegeleicht gelten.
Wie viel Licht brauchen Zimmerpflanzen in einer dunklen Ecke?
Jede Art bringt ihren eigenen Lichtbedarf mit. Gärtnerisch werden Zimmerpflanzen deshalb in Lichtstufen eingeteilt, gemessen als Beleuchtungsstärke in Lux. Jede Stufe ist eine Orientierung und keine Schwelle, ab der Wachstum sicher ist.
| Lichtbedarf | Orientierung | Beispiele |
|---|---|---|
| gering | etwa 500 bis 1.000 Lux | Drachenbaum, Bogenhanf, Einblatt |
| mittel | etwa 1.000 bis 2.000 Lux | Gummibaum, Kentiapalme |
| hoch | etwa 2.000 bis 3.000 Lux | Zimmeralpenveilchen |
Für eine dunkle Ecke suchst du in der Zeile mit geringem Lichtbedarf.
Lux ist die Einheit der Beleuchtungsstärke. Sie gibt an, wie viel Licht auf eine Fläche fällt, und ein Luxmeter zeigt sie dir als Zahl an.
So misst du das Licht an deinem Platz
Für eine Zahl brauchst du ein Luxmeter. Leg es genau an den Platz, an dem der Topf stehen soll, und nicht auf die Fensterbank daneben. Berücksichtige dabei den Abstand zum Fenster und lichthemmende Vorhänge. Ohne Messgerät gibt dir der Schatten deiner Hand einen ersten Eindruck: Je schärfer er sich abzeichnet, desto mehr Licht kommt an.
Ich messe eine neue Ecke morgens, mittags und am Nachmittag, einmal bei offenem und einmal bei zugezogenem Vorhang. Im Winter wiederhole ich die Messung, bevor ich etwas umstelle.
Und wenn das Tageslicht nicht reicht?
Dann kann eine Pflanzenlampe das Licht ergänzen. Maßgeblich sind zwei Dinge: die Lichtintensität, die deine Art braucht, und ein Spektrum, das für Pflanzen geeignet ist.
Woran du merkst, dass es zu dunkel ist
Vergilben Blätter und fallen ab, kann das auf Lichtmangel hindeuten. Dieselben Zeichen können aber auch von Temperaturschwankungen, WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. oder NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. kommen. Ich prüfe deshalb zuerst die Erde und den Lichtwert am Platz, bevor ich die Pflanze umstelle.
Grünlilie oder Efeutute in die dunkelste Ecke stellen. Beide bevorzugen helle Plätze, die Efeutute ohne volle Sonne und die Grünlilie ohne direkte Mittagssonne. Für die Ecke selbst passen Einblatt, Glücksfeder, Drachenbaum und Bogenhanf besser.
Zehn Zimmerpflanzen für schattige Plätze im Porträt
Zuerst kommen die Arten für wenig Licht, dann jene ohne feste Lux-Stufe, am Ende die für den helleren Rand. Bei Schusterpalme, Fensterblatt und Philodendron ordne ich keine Lux-Stufe zu. Dort entscheiden deine Messung und der Blick auf die Pflanze: Kommen neue Blätter nach, und bleiben die älteren grün?
| Pflanze | Licht | Platz und Wuchs |
|---|---|---|
| Einblatt (Spathiphyllum wallisii) | halbschattig bis schattig, ohne volle Sonne; etwa 500 bis 1.000 Lux | bleibt kleiner als Fensterblatt und Kentiapalme |
| Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia) | kommt auch mit wenig Licht aus | bleibt kleiner als Fensterblatt und Kentiapalme |
| Drachenbaum (Dracaena fragrans) | etwa 500 bis 1.000 Lux | schwertförmige Blätter, palmenartiger Wuchs |
| Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) | etwa 500 bis 1.000 Lux | aufrechte, schwertförmige Blätter |
| Schusterpalme (Aspidistra elatior) | keine feste Lux-Stufe | bleibt kleiner als Fensterblatt und Kentiapalme |
| Fensterblatt (Monstera deliciosa) | keine feste Lux-Stufe | braucht mehr Platz |
| Philodendron | keine feste Lux-Stufe | kletternd oder hängend |
| Efeutute (Epipremnum aureum) | hell, ohne volle Sonne | hängend |
| Grünlilie (Chlorophytum comosum) | hell, ohne direkte Mittagssonne | Büschel mit Kindeln an AusläufernAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. |
| Kentiapalme (Howea forsteriana) | etwa 1.000 bis 2.000 Lux | braucht mehr Platz |
Efeutute, Einblatt und Bogenhanf werden gern als Luftreiniger beschrieben. Unter üblichen Wohn- und Bürobedingungen reinigen Zimmerpflanzen die Raumluft aber nicht nennenswert. Wähle deine Pflanze für die Ecke deshalb nach Licht und Platz.
Einblatt (Spathiphyllum wallisii)
Für eine wirklich dunkle Ecke schaue ich zuerst nach dem Einblatt. Es bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Platz ohne volle Sonne. Die passende Temperatur liegt dabei bei 15 bis 23 °C. Beim Lichtbedarf steht es mit Drachenbaum und Bogenhanf in der Stufe von etwa 500 bis 1.000 Lux. Außerdem bleibt es kleiner als Fensterblatt und Kentiapalme, sodass es auch in eine schmale Ecke passt. Zu den dunkelgrünen, glänzenden Blättern kommen weiße BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe..
Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia)
Die Glücksfeder zählt wie das Einblatt zu den Zimmerpflanzen, die auch mit wenig Licht auskommen. Ihre glänzenden, gefiederten Blätter sitzen an fleischigen Stielen, der Wuchs ist eher buschig. Auch sie bleibt kleiner als Fensterblatt und Kentiapalme. Damit eignet sie sich für Ecken, in denen eine große Pflanze keinen Raum hätte.
Drachenbaum (Dracaena fragrans)
Für Drachenbäume nennt die gartenbauliche Einteilung einen geringen Lichtbedarf von etwa 500 bis 1.000 Lux. Mit seinen langen, schwertförmigen Blättern und dem palmenartigen Wuchs wirkt er gut als einzelne Pflanze. Für Dracaena fragrans werden in der Schulkultur 18 bis 20 °C empfohlen. Temperaturen unter 15 °C vermeidest du. Die Sorten ‘Green Jewel’ und ‘Lemon lime’ hältst du feucht, ohne dass StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. entsteht.
Bogenhanf (Sansevieria trifasciata)
Der Bogenhanf teilt sich die untere Lichtstufe mit Drachenbaum und Einblatt. Seine aufrechten, schwertförmigen Blätter tragen je nach Pflanze gelbe Ränder oder Querstreifen. Er kommt mit wenig Wasser aus und wird sparsam gegossen. Weil Zimmerpflanzen bei geringerem Winterlicht zusätzlich weniger Wasser brauchen, prüfst du in einer dunklen Ecke im Winter besonders genau, ob seine Erde überhaupt Wasser braucht.
Schusterpalme (Aspidistra elatior)
Die Schusterpalme bildet dunkelgrüne, lanzettförmige Blätter, die direkt aus der Erde wachsen und dichte Büschel formen. Wie Einblatt und Glücksfeder bleibt sie kleiner als Fensterblatt und Kentiapalme. Eine Lux-Stufe ordne ich ihr nicht zu. Nach dem Umstellen achte ich darauf, ob neue Blätter nachkommen und die älteren grün bleiben.
Fensterblatt (Monstera deliciosa)
Das Fensterblatt fällt durch seine großen, gelöcherten Blätter auf. Es braucht mehr Platz als Einblatt, Glücksfeder oder Schusterpalme, plane also eine große Ecke ein. In der Zimmerkultur hältst du seine Topferde gleichmäßig feucht. Eine Kletterhilfe wie ein Stab gibt der Pflanze Halt.
Philodendron
Philodendren gibt es kletternd und hängend, zum Beispiel den Baumfreund (Philodendron scandens) mit herzförmigen Blättern. Du kannst sie an einem Rankgitter hochleiten oder aus einer Ampel hängen lassen. Wie gut ein Philodendron mit deiner Ecke zurechtkommt, zeigt dir der Neuaustrieb nach dem Umstellen.
Efeutute (Epipremnum aureum)
Die Efeutute bevorzugt einen hellen Standort ohne volle Sonne. In einer dunklen Ecke stelle ich sie deshalb an den Rand, der dem Fenster am nächsten ist. Als Hängepflanze passt sie auf ein Regal oder in eine Ampel. Ihre herzförmigen, oft gemusterten Blätter hängen dann frei herab.
Grünlilie (Chlorophytum comosum)
Die Grünlilie bevorzugt in der Wohnung einen hellen, absonnigen, luftigen und warmen Platz. Absonnig heißt: hell, aber ohne direkte Sonne. Für die tiefe Ecke ist sie damit keine gute Wahl, für einen hellen Platz daneben schon. Ihre langen, schmalen Blätter wachsen in Büscheln, und an Ausläufern bilden sich Kindel.
Kentiapalme (Howea forsteriana)
Die Kentiapalme mit ihren gefiederten Wedeln wird der Gruppe mit mittlerem Lichtbedarf zugeordnet. Als Orientierung gelten für sie etwa 1.000 bis 2.000 Lux, also dieselbe Stufe wie beim Gummibaum. Misst du in deiner Ecke Werte der unteren Stufe, liegt der Platz damit unter ihrer Orientierung. Dazu braucht sie mehr Platz als Einblatt, Glücksfeder oder Schusterpalme. Für große Räume und Arbeitsplätze lohnt der Blick darauf, welche Grünpflanzen mit den Bedingungen im Büro zurechtkommen.
Soll in der schattigen Ecke auch etwas blühen, lies, welche Zwiebelpflanzen sich für schattige Plätze in der Wohnung eignen.
Wie kombinierst du Pflanzen in einer schattigen Ecke?
In ein gemeinsames Gefäß gehören nur Pflanzen mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe. Efeutute und Einblatt teilen sich deshalb kein Gefäß, weil die Efeutute hell ohne volle Sonne stehen will und das Einblatt halbschattig bis schattig. Achte bei bepflanzten Gefäßen auf freie Wasserabzugslöcher, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann.
Für Grün in der Höhe kann eine Efeutute vom Regal hängen, während unten in der Ecke das Einblatt steht. Fensterblatt und Kentiapalme planst du wegen ihres Platzbedarfs als einzelne große Pflanze ein. Zwischen den Töpfen lasse ich Luft, damit der Stand nicht zu eng wird.
Pflege im Schatten: was sich ändert
Die Grundlagen zum Gießen, Düngen, Standort und zu Krankheiten und Schädlingen stehen im Zimmerpflanzen-Ratgeber. Wie die laufende Grundpflege mit Gieß- und Düngeroutine übers Jahr aussieht, liest du im Ratgeber zur Grundpflege von Grünpflanzen im Jahresverlauf. Hier steht nur, was sich in einer dunklen Ecke ändert.
Gießen: erst prüfen, dann wässern
Bei geringerem Winterlicht brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser, auch wenn der Raum warm bleibt. Ich hebe die Töpfe vor dem Gießen an und prüfe bei torffreier Erde auch die Feuchte unten im Topf, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann. Anhaltende Nässe kann Wurzeln durch Sauerstoffmangel zerstören, sodass eine Pflanze trotz feuchter Erde welkt.
Düngen: nur, wenn die Pflanze wächst
Gedüngt wird nur, wenn die übrigen Standortbedingungen Wachstum ermöglichen. Für viele Zimmerpflanzen wird in der Wachstumsphase im Frühling und Sommer eine Flüssigdüngung alle 2 bis 4 Wochen empfohlen. Bekommt eine Pflanze im Winter zu wenig Licht, braucht sie in dieser Zeit keinen Dünger.
Standort: nicht direkt über der Heizung
Direkt über einer Heizung ist es für Zimmerpflanzen häufig ungünstig, weil dort besonders warme und trockene Luft auf sie trifft. Kommen wenig Licht und zu hohe Temperatur zusammen, kann das Blattfall verursachen, und eine dunkle Ecke über dem Heizkörper vereint beides. Mehr zu Temperatur und Luftfeuchtigkeit steht im Zimmerpflanzen-Ratgeber im Abschnitt Standort.
Schädlinge und Grauschimmel im Blick behalten
Warme, trockene Heizungsluft begünstigt SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall., die sich durch helle Sprenkel und teils feine Gespinste zeigen. Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen dagegen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., besonders an geschwächten Pflanzen in der dunklen Jahreszeit. Beim Anheben der Töpfe sehe ich mir die Blattunterseiten an, und wie du vorbeugst und kontrollierst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Umtopfen: kein zu großer Topf
Umgetopft wird bei Bedarf vorzugsweise im Frühjahr. Nimm keinen übermäßig großen Topf, denn ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen.
Leg das Luxmeter an den Platz in deiner Ecke und miss bei offenem Vorhang. Zeigt es wenig Licht, such zuerst bei Einblatt, Glücksfeder, Drachenbaum und Bogenhanf. Ist der Platz hell, aber ohne direkte Sonne, passen auch Efeutute und Grünlilie. Für die Kentiapalme orientierst du dich an etwa 1.000 bis 2.000 Lux.


