Zimmerpflanzen-Zwiebeln im Schatten: Welche Arten wohin passen
- Die Klivie zählt zu den Zimmerpflanzen mit geringem Lichtbedarf und eignet sich für einen Platz am Fenster oder in Fensternähe.
- Ein blühender Ritterstern hält seine Blüten ohne direkte Sonne bei möglichst höchstens 18 °C länger, nach der Blüte braucht er einen hellen Platz.
- Zimmergloxinien stehen hell ohne direkte Sonne bei Mindesttemperaturen von etwa 18 °C, ihre Blätter bleiben trocken.
- Zimmeralpenveilchen haben einen hohen Lichtbedarf von etwa 2.000 bis 3.000 Lux und gehören nicht in die dunkle Ecke.
- Am lichtarmen Platz gießt du zurückhaltend nach Topfgewicht und Feuchteprobe und düngst nur, wenn der Standort Wachstum zulässt.

Du möchtest eine Ecke ohne Sonne mit Blüten füllen und denkst an Zwiebelpflanzen? Das kann gelingen, wenn Art und Platz zusammenpassen, denn beim Licht liegen die Kandidaten weit auseinander. Das Zimmeralpenveilchen gehört zu den Zimmerpflanzen mit hohem Lichtbedarf, die Klivie zu denen mit geringem. Ich sortiere meine Zwiebelpflanzen deshalb nicht nach der Blütenfarbe, sondern nach dem Licht, das an ihrem Platz ankommt.
Zimmerpflanzen-Zwiebeln nenne ich hier alle Zimmerpflanzen mit einem Speicherorgan. Der Ritterstern hat eine echte Zwiebel, Zimmergloxinie und Alpenveilchen bilden eine Knolle. Das Kurkumarhizom ist botanisch ein unterirdisch wachsender Spross. Die Klivie hat keine Zwiebel, sondern fleischige Speicherwurzeln.
Was Schatten im Zimmer für Zwiebelpflanzen heißt
Mit Schatten meine ich im Zimmer zwei verschiedene Plätze. Der eine ist hell, bekommt aber keine direkte Sonne. Der andere liegt weiter vom Fenster entfernt oder hinter einem lichthemmenden Vorhang. Fensterabstand und Vorhänge berücksichtigst du deshalb bei der Standortwahl immer mit.
Wie viel Licht tatsächlich ankommt, misst ein Luxmeter direkt am geplanten Platz. Die gartenbauliche Einteilung ordnet Zimmerpflanzen in Lichtstufen ein. Die Werte sind eine Orientierung und keine garantierte Wachstumsschwelle.
| Lichtstufe | Orientierung | Beispiel |
|---|---|---|
| geringer Lichtbedarf | etwa 500 bis 1.000 Lux | Drachenbaum |
| mittlerer Lichtbedarf | etwa 1.000 bis 2.000 Lux | Gummibaum |
| hoher Lichtbedarf | etwa 2.000 bis 3.000 Lux | Zimmeralpenveilchen |
Ich messe nicht am Fenster, sondern genau dort, wo der Topf stehen soll. Das Luxmeter halte ich auf Höhe der Blätter. Erst danach suche ich die Pflanze für den Platz aus.
Die Grundlagen stehen im Kapitel, wie Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit den Standort von Zimmerpflanzen bestimmen. Woran du Lichtmangel erkennst und wann Kunstlicht sinnvoll ist, zeigt der Ratgeber dazu, wie viel Licht Zimmerpflanzen-Zwiebeln brauchen und wann eine Lampe hilft. Suchst du eher grüne Pflanzen für sehr dunkle Ecken, findest du eine Auswahl an Zimmerpflanzen, die an schattigen Standorten gedeihen.
Welche Zimmerpflanzen-Zwiebeln wohin passen
Die Tabelle ordnet die Kandidaten nach dem Platz, den sie im Zimmer brauchen.
| Pflanze | Speicherorgan | Platz im Zimmer | Für den Schatten? |
|---|---|---|---|
| Klivie | fleischige Speicherwurzeln | am Fenster oder auf einer Blumenbank in Fensternähe | ja, geringer Lichtbedarf |
| Ritterstern (Amaryllis) | Zwiebel | in der Blüte ohne direkte Sonne, danach hell | nur während der Blüte |
| Zimmergloxinie | Knolle | hell, ohne direkte Sonne | nur der helle Platz ohne Sonne |
| Kurkuma | Rhizom | halbschattig, helles indirektes Licht | HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone., wenn es warm ist |
| Glücksklee | Zwiebeln | hell und eher kühl, im Sommer draußen halbschattig | nur der helle Platz |
| Zimmeralpenveilchen | Knolle | hell bis halbschattig, kühl | nein, hoher Lichtbedarf |
Klivie: wenig Licht, aber nah am Fenster
Klivien werden zu den Zimmerpflanzen mit geringem Lichtbedarf gerechnet. Empfohlen werden sie für einen Platz am Fenster oder auf einer Blumenbank in Fensternähe. Selbst für die genügsame Klivie ist also ein Platz nahe am Fenster vorgesehen. Für die fensterlose Ecke plane ich deshalb keine blühende Zwiebelpflanze ein.
Ritterstern (Amaryllis): Schatten passt zur Blütezeit
Der als Amaryllis angebotene Ritterstern durchläuft in der üblichen Winterblütenkultur drei Phasen. Er blüht im Winter, wächst im Sommer und ruht im Herbst. Seine Blüten halten länger, wenn er ohne direkte Sonne bei möglichst höchstens 18 °C steht. Nach der Blüte kommt er an einen hellen Platz und bekommt in der Wachstumsphase Dünger, damit die Zwiebel Reserven aufbauen kann. Der kühle Platz ohne direkte Sonne passt also zur Blütezeit, im Sommer braucht der Ritterstern wieder Licht.
Ich stelle meinen Ritterstern zur Blüte an einen hellen Platz abseits der Sonne und hole ihn nach dem Verblühen zurück ans Fenster.
Zwiebelgröße und Blütenstiele
Beim Kauf gibt der Zwiebelumfang einen Hinweis darauf, wie viele Blütenstiele du erwarten kannst.
| Rittersterntyp | Umfang für etwa 1 Blütenstiel | Umfang für etwa 2 Blütenstiele |
|---|---|---|
| großblütig | 24 bis 26 cm | 28 bis 30 cm |
| kleinblütig | 20 bis 22 cm | 24 bis 26 cm |
Die Werte sind Erwartungen, keine Zusage für jede einzelne Zwiebel.
Zimmergloxinie: hell, warm und mit trockenen Blättern
Die Zimmergloxinie Sinningia speciosa gehört zu den Gesneriengewächsen und bildet eine Knolle. Die Pflanze steht hell, aber ohne direkte Sonne. Dazu braucht sie Mindesttemperaturen von etwa 18 °C. In die dunkle Ecke gehört sie also nicht, an einen hellen Platz abseits der Mittagssonne schon.
Gloxinien werden über den Untersetzer oder den Übertopf gegossen, damit ihre empfindlichen Knollen und Blattpolster geschont werden. Ich nehme dafür zimmerwarmes Wasser. Mit zu kaltem Wasser überbraustes Gloxinienlaub kann nämlich unregelmäßige, gelblich-weiße Flecken entwickeln.
Gloxinien von oben über die Blätter gießen oder besprühen. Die Blätter von Gloxinien der Gattung Sinningia sollen vor Nässe geschützt bleiben. Gieß deshalb über den Untersetzer oder den Übertopf.
Gloxinien-Serien im Überblick
| Serie | Blüte | Wuchs |
|---|---|---|
| Avanti | einfache Blüten an kurzen, kräftigen Stielen | je nach Kultur etwa 25 cm hoch und 25 cm breit |
| Brocade | gefüllte Blüten | kompakt, mit kleinen Blättern |
| Multibells | nach oben gerichtete Blüten | aufrecht |
Avanti gibt es unter anderem in White, Scarlet und Blue with White Edge. Brocade wird unter anderem in Blue and White, Red sowie Red and White angeboten.
Alpenveilchen: kühl ja, dunkel nein
„Alpenveilchen lieben kühle, dunkle Ecken.“ Kühl stimmt: In Zimmerkultur hält man Zimmeralpenveilchen bei etwa 12 bis 15 °C. Dunkel stimmt nicht, denn sie gehören zur Gruppe mit hohem Lichtbedarf von etwa 2.000 bis 3.000 Lux.
Zimmer-Alpenveilchen bevorzugen einen hellen bis halbschattigen Standort. Ich suche für meine deshalb einen hellen, kühlen Raum und stelle sie nicht in Heizungsnähe. Das Zimmer-Alpenveilchen Cyclamen persicum überdauert den trockenen Sommer mithilfe einer Knolle. Nach dem Verblühen wird die Düngung für die Ruhephase eingestellt.
Glücksklee und Kurkuma: hell und kühl oder warm im Halbschatten
Glücksklee
Grüner Glücksklee steht im Zimmer hell und eher kühl, im Sommer draußen halbschattig. Belaubt hältst du ihn mäßig feucht und überspritzt ihn nicht mit Wasser, um Fäulnis vorzubeugen. Als SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. eignet sich eine wasserdurchlässige, humushaltige Erde. Bei saisonaler Kultur können die Blätter im Oktober oder November natürlich vergilben.
Kurkuma
Kurkuma wächst halbschattig und mag helles, indirektes Licht, etwa am Fenster eines warmen Raums. Wärme gehört dazu: Während der Kultur gedeiht die Pflanze bei 25 bis 30 °C besonders gut. Bei belaubter Kurkuma sollten die Nachttemperaturen nicht unter 12 °C sinken, sonst nehmen die Blätter Schaden. Nach dem Austrieb braucht sie außerdem eine hohe Luftfeuchtigkeit. Als Blütezeit gelten Juli bis August. Die eigentlichen Blüten sind gelblichweiß bis gelb, die oberen Hochblätter weißlich und oft rötlich getönt.
Gießen und Düngen am schattigen Platz
Im lichtarmen Winter brauchen Zimmerpflanzen weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn der Raum warm bleibt. Ich übertrage diese Zurückhaltung auf jeden lichtarmen Platz. Eine allgemeingültige Faustzahl für Gießabstände gibt es nicht. Ich hebe den Topf deshalb vor und nach dem Gießen an und schätze die Feuchte am Gewicht. Bei torffreier Erde prüfe ich zusätzlich die Feuchte im unteren Bereich, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann.
Bleibt ein Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Eine Pflanze kann dann trotz nasser Erde welken, weil geschädigte Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen. Bei den meisten Topfpflanzen bleibt überschüssiges Wasser deshalb nicht im Untersetzer stehen.
Gedüngt wird nur, wenn die übrigen Standortbedingungen Wachstum ermöglichen. Zusammen mit dem geringeren Nährstoffbedarf bei wenig Licht heißt das: Dünger ersetzt am dunklen Platz kein fehlendes Licht. Beim Ritterstern gehört der Dünger zur aktiven Blatt- und Wachstumsphase, beim Alpenveilchen endet er nach dem Verblühen. Die Menge richtet sich nach der Dosierungsanweisung, und die Lösung kommt auf bereits feuchte Erde. Den Ablauf je Phase und Art findest du im Ratgeber dazu, wie du Zimmerpflanzen-Zwiebeln je Wachstumsphase gießt und düngst.
Topf und Erde
Gefäße für die Erdkultur brauchen funktionsfähige Abzugslöcher. Ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen. Welche Erde zu welcher Pflanzengruppe passt, beschreibt das Grundlagenkapitel „Substrat, pH-WertDer pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch etwas ist, etwa Gartenboden, Blumenerde, Gießwasser oder Kompost. Die Skala reicht von 0 bis 14; der Wert 7 gilt als neutral, niedrigere Werte sind sauer, höhere alkalisch. und HydrokulturHydrokultur ist eine Kulturmethode ohne Erde: Die Wurzeln wachsen in einem neutralen Füllsubstrat wie Blähton, und eine Nährlösung aus Wasser und gelösten Nährstoffen versorgt die Pflanze.“ der Zimmerpflanzen-Übersicht.
Luftfeuchtigkeit, Krankheiten und Schädlinge
Wird Luft ohne zusätzliche Wasserzufuhr erwärmt, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit. Kontrollieren kannst du sie mit einem HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist., und wie du sie regelst, steht im Ratgeber dazu, welche Luftfeuchtigkeit Zimmerpflanzen-Zwiebeln brauchen und wie du sie misst.
Feuchtwarme Luft und ein enger Stand begünstigen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten., besonders an geschwächten Zimmerpflanzen in der dunklen Jahreszeit. Warme, trockene Heizungsluft begünstigt dagegen SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall.. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du Krankheiten und Schädlinge an Zimmerpflanzen-Zwiebeln erkennst und behandelst, und im Grundlagenkapitel „Krankheiten und Schädlinge“.
Ruhephase und Vermehrung
In der Ruhe darf es dunkel werden: Ruhende Rittersternzwiebeln können bis zum erneuten Austrieb dunkel und kühl bei etwa 16 °C stehen. Eingezogener Glücksklee überwintert kühl und frostfrei ohne Gießen. Wie du die Ruhe vorbereitest und die Zwiebeln wieder antreibst, zeigt der Ratgeber, was Zimmerpflanzen-Zwiebeln von Austrieb bis Ruhephase brauchen; die Grundlagen stehen im Kapitel „Ruhezeit und Überwinterung“.
Neu gesetzt wird Glücksklee im April, gekaufte Zwiebeln kommen dabei 5 cm tief in die Erde. Wie Zwiebeln, Knollen und Rhizome gepflanzt und vermehrt werden, beschreibt das Grundlagenkapitel „Aussaat, Pflanzung und Vermehrung“.
Zwiebeln in Schale und Glas
Den Ritterstern kannst du mit niedrigeren Grünpflanzen in einer Schale oder einem Korb zusammenstellen. In ein gemeinsames Gefäß kommen nur Pflanzen mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe. Zum Treiben in Gefäßen eignen sich kurzstielige Sorten, weil sie weniger leicht kippen. Treibst du eine Hyazinthe im Glas, bleibt zwischen Wasseroberfläche und Zwiebelboden ein Abstand von etwa 0,5 bis 1 cm. Narzissen und Hyazinthen pflegst du nach der Blüte weiter, bis ihre Blätter vergilben, denn über die grünen Blätter werden Reservestoffe in die Zwiebel eingelagert. Ideen findest du im Ratgeber dazu, wie du mit Zimmerpflanzen-Zwiebeln Arrangements für jeden Raum gestaltest.
Giftige Zwiebelpflanzen sicher aufstellen
Mehrere Zwiebelpflanzen fürs Zimmer sind giftig, deshalb gehören sie außer Reichweite von Kindern und Haustieren.
Beim Ritterstern Hippeastrum vittatum ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Zwiebel. Glücksklee enthält Calciumoxalat und gilt in allen Pflanzenteilen als schwach giftig. Bei der Gelben Narzisse sind alle Pflanzenteile giftig, besonders die Zwiebel, und auch das Blumenwasser. Bei der Hyazinthe sind alle Pflanzenteile für Menschen gering giftig. Beim Umgang mit Tulpenzwiebeln trage ich Handschuhe, weil Hautkontakt eine Tulpenzwiebel-Dermatitis auslösen kann. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wendest du dich sofort an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löst kein Erbrechen aus. Ein Haustier bringst du bei Verdacht sofort in eine tierärztliche Praxis und nimmst verdächtige Pflanzenreste mit.
Welche Arten betroffen sind und wie du Familie und Haustiere schützt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du giftige Zimmerpflanzen-Zwiebeln zu Hause sicher handhabst.
Bevor du umstellst: drei Prüffragen
Ein schattigerer Platz ist für Zwiebelpflanzen eine Frage von Art, Phase und Temperatur.
Diese drei Fragen kläre ich, bevor eine Zwiebelpflanze an einen schattigeren Platz kommt.
- Passt die Art? Zimmeralpenveilchen und Gloxinien brauchen einen hellen Platz.
- Passt die Phase? Ein blühender Ritterstern hält seine Blüten ohne direkte Sonne länger, nach der Blüte kommt er wieder ins Helle.
- Ist der Platz dunkel und warm zugleich? Wenig Licht und zu hohe Temperatur können zusammen Blattfall verursachen. Direkt über der Heizung trifft außerdem besonders warme, trockene Luft auf die Pflanze.


