Kurkuma vermehren: Rhizom auswählen, an den Augen teilen und einsetzen
- Kurkuma wird durch Teilung des Rhizoms vermehrt.
- Geteilt wird im Frühjahr, als Pflanzzeit gelten April bis Mai.
- Für Konsumware nennt die Versuchsstation Haidegg 2 Augen je Teilstück.
- Die Teilstücke kommen 5 cm tief in die Erde.
- In der warmen Anzucht gedeiht Kurkuma bei 25 bis 30 °C besonders gut.
- Halte die Erde gut feucht, vermeide Staunässe und rechne mit Geduld bis zum Austrieb.

Ein festes Kurkumarhizom aus deiner eigenen Ernte oder aus dem Lebensmittelhandel genügt als Ausgangsmaterial, um Kurkuma zu vermehren. Entscheidend ist der Schnitt: Jedes Teilstück braucht Augen, denn aus diesen Knospen kommen die neuen Triebe. Ich teile meine Rhizome deshalb erst, wenn sie gewaschen vor mir liegen und ich jedes Auge sehe.
Das Kurkumarhizom ist botanisch keine Wurzel, sondern ein unterirdisch wachsender Spross. Die Augen darauf sind Knospen, aus denen neue Triebe wachsen. Vermehrt wird Kurkuma durch Teilung dieses Rhizoms, und aus jedem Teilstück mit Augen kann eine eigene Pflanze werden.
Curcuma longa heißt im Deutschen auch Gelbwurz oder Gelbwurzel und gehört zu den Ingwergewächsen. Was für die Vermehrung aller Zimmerpflanzen gilt, findest du in den Grundlagen zu Aussaat, Pflanzung und Vermehrung von Zimmerpflanzen.
Wann teilst du Kurkuma?
Kurkuma teilst du im Frühjahr, direkt bevor die Stücke in die Erde kommen. Die Kultur startet im März oder April. Als Pflanzzeit gelten April bis Mai. Ich teile das Rhizom an dem Tag, an dem ich die Stücke auch einsetze.
| Termin | Wert |
|---|---|
| Start der Kultur | März bis April |
| Pflanzzeit | April bis Mai |
| Kulturdauer | 210 bis 280 Tage |
| Erntezeit | November bis Dezember |
Die Kulturdauer liegt bei 210 bis 280 Tagen. Geerntet wird im November oder Dezember. Je früher du im Startfenster beginnst, desto mehr Zeit bleibt der Pflanze also bis zur Erntezeit. Wenn du die Termine deiner Zimmerpflanzen auf Papier planst, nimm den druckbaren Aussaatkalender für Zimmerpflanzen dazu.
Welches Rhizom eignet sich zum Teilen?
Als Mutterrhizom taugt ein Stück aus deiner eigenen Ernte oder eines aus dem Handel. Auch die Versuchsstation Haidegg hat mit Konsumware gearbeitet, also mit Rhizomen, die als Lebensmittel verkauft werden. Ob ein gekauftes Stück austreibt, zeigt sich allerdings erst in der Erde.
Beim Aussuchen nehme ich jedes Rhizom in die Hand und drücke es leicht an. Feste, pralle Stücke mit gut sichtbaren Augen kommen in die engere Wahl. Weiche oder schimmelige Rhizome lege ich zur Seite.
Rhizom fest und ohne weiche Stellen · Augen gut sichtbar · Messer sauber und scharf · Töpfe mit Abzugslöchern bereit · Erde durchlässig und feuchtigkeitsspeichernd
Wie bereitest du das Rhizom vor?
Steht dein Mutterrhizom noch im Topf, gräbst du es zuerst aus. Danach entfernst du die feinen Wurzeln und wäschst das Rhizom. Ich spüle es unter dem Wasserhahn ab, bis keine Erde mehr in den Ritzen sitzt, weil ich die Augen erst dann sicher erkenne. Anschließend lege ich es auf ein Brett und plane die Schnitte, bevor ich das Messer ansetze.
Wie viele Augen braucht jedes Teilstück?
Für Konsumware nennt die Versuchsstation Haidegg 2 Augen je Teilstück.
Plane die Schnitte so, dass an jedem Stück Augen sitzen. Ich schneide mit einem sauberen, scharfen Messer und setze die Klinge zwischen den Augen an, nie mitten durch ein Auge. Reststücke ohne Auge setze ich nicht ein, sie wandern bei mir in die Küche. Die fertigen Teilstücke lege ich auf Küchenpapier, bis die Schnittflächen nicht mehr feucht glänzen.
Wie setzt du die Teilstücke ein?
| Beim Einsetzen | Wert |
|---|---|
| Augen je Teilstück (Konsumware, Versuchsstation Haidegg) | 2 |
| Pflanztiefe | 5 cm |
| Pflanzabstand in der Reihe | 40 cm |
| Reihenabstand | 40 cm |
Die Teilstücke kommen 5 cm tief in die Erde. Ich lege sie waagerecht hin und drehe die Augen nach oben. Für Kurkuma eignet sich ein gut durchlässiger, feuchtigkeitsspeichernder Boden mit reichlich organischer Substanz. Ein Topfsubstrat muss also Wasser speichern, Überschuss ableiten und den Wurzeln genug Luft lassen.
Der Topf braucht funktionsfähige Abzugslöcher. Nimm keinen übergroßen Topf, denn er erhöht das Risiko, zu viel zu gießen und die Wurzeln zu schädigen. Gefäßgröße und Platz im Freien behandelt der Ratgeber, wie du Kurkuma im Topf auf Balkon und Terrasse anbaust.
Setzt du mehrere Stücke in ein Gewächshausbeet oder einen großen Kasten, gilt ein Pflanzabstand von 40 cm in der Reihe. Zwischen den Reihen hältst du ebenfalls 40 cm frei. Die Aufteilung einer solchen Fläche zeichnest du mit dem Beetplaner für Reihen und Abstände vor.
Was tust du, bis die Stücke austreiben?
Nach dem Einsetzen gießt du die Stücke leicht an. In der warmen Anzucht gedeiht Kurkuma bei 25 bis 30 °C besonders gut. Halte die Erde in dieser Zeit gut feucht, aber vermeide StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Mit dem Düngen wartest du, bis die Pflanze wächst.
Ob genug Wasser im Topf ist, prüfe ich mit der Hand: Ich hebe ihn vor und nach dem Gießen an und schätze den Feuchtezustand am Gewicht. Bei torffreier Erde prüfe ich zusätzlich die Feuchte weiter unten, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann. Bis ein Stück erstmals sichtbar austreibt, kann Geduld nötig sein.
Aus Ungeduld nachgießen, obwohl der Topf noch schwer ist. Dann steht das Teilstück in nasser Erde, und genau diese Staunässe soll die Anzucht vermeiden. Heb den Topf an, bevor du gießt.
Beim Einsetzen schreibe ich das Datum auf das Topfschild. Beim Kontrollieren sehe ich so, wie lange das Stück schon in der Erde liegt, und grabe nicht nach, nur weil sich noch nichts zeigt.
Wie geht es nach dem Austrieb weiter?
Nach dem Austrieb braucht Kurkuma eine hohe Luftfeuchtigkeit und helles, indirektes Licht, etwa im warmen Wintergarten, im Gewächshaus oder am Fenster. Belaubte Kurkuma sollte nachts nicht unter 12 °C kommen, weil sonst die Blätter Schaden nehmen. Wie du Temperatur, Licht und Luftfeuchte einstellst, zeigt dir der Ratgeber dazu, welche Bedingungen Kurkuma im Gewächshaus braucht.
Gelbe Blätter mit Blattfall während der Saison können außer auf NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. auch auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. hindeuten. Den weiteren Weg bis zur Erntereife beschreibt der Ratgeber, wie du Kurkuma vom Rhizom bis zur Ernte anbaust.
Ernte, Küche und das nächste Mutterrhizom
Geerntet wird im November oder Dezember, sobald die oberen Blätter im Spätherbst zu welken beginnen. Wie du gräbst, trocknest, mahlst und lagerst, erklärt die Anleitung, wann du Kurkuma-Rhizome erntest und wie du sie verarbeitest.
Als Gewürz wird das Rhizom häufig getrocknet und zu Pulver vermahlen. Es schmeckt etwas bitter, erdig-holzig und leicht scharf. Sein Curcumin sorgt für die orangegelbe Farbe, mit der Kurkuma auch Reisgerichte färbt.
Ein Rhizom für die nächste Vermehrung topfe ich einzeln ein und überwintere es kühl bei etwa 10 °C. Im Frühjahr rege ich es durch leichtes Angießen wieder zum Austrieb an.


