Melody-Dahlien vermehren: Teilung, Stecklinge, Aussaat und was sortenecht bleibt
- Teilung und Stecklinge erhalten deine Melody-Sorte, Sämlinge kombinieren die Erbanlagen beider Eltern.
- Jedes Teilstück braucht mindestens 1 Knospe und möglichst viele unverletzte Wurzeln.
- Große Wurzelstöcke teilst du beim Vortreiben im zeitigen Frühjahr mit einem scharfen Messer.
- Kopfstecklinge schneidest du als Richtwert im zeitigen Frühjahr von vorgetriebenen Knollen.
- Die Keimtemperatur für Dahliensamen liegt bei 18 bis 20 °C, Sämlinge können als Richtwert schon im Aussaatjahr blühen.

Eine Melody-Dahlie, die dir gefällt, willst du im nächsten Sommer wieder im Beet haben, und zwar genau diese Sorte. Ich vermehre meine Melody-Dahlien deshalb über den Wurzelstock und schneide im Frühjahr Kopfstecklinge, wenn ich mehr Pflanzen brauche. Samen säe ich nur, wenn ich bewusst etwas Neues ausprobieren will. Ob die junge Pflanze deiner Sorte gleicht, entscheidet die Wahl des Wegs. Ob ein Teilstück austreibt, hängt an seiner Knospe.
Welcher Weg erhält deine Melody-Sorte?
Melody-Dahlien kaufst du als benannte Sorten, und genau deren Eigenschaften willst du beim Vermehren behalten. Teilung und StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. sind vegetative Vermehrung, die Tochterpflanzen tragen dasselbe Erbgut wie die Mutterpflanze. Sämlinge dagegen vereinen mütterliche und väterliche Erbteile. Unveränderte Sortenmerkmale sind bei ihnen deshalb nicht garantiert.
Vegetativ vermehrst du aus Pflanzenteilen wie dem Wurzelstock oder einem Trieb. Die Nachkommen sind genetisch mit der Ausgangspflanze identisch, deshalb dient dieser Weg dem Erhalt einer ausgewählten Pflanze. Bei der Aussaat kombinieren sich die Erbanlagen beider Eltern neu.
Bei der Teilung hat jedes Stück schon eigene Wurzeln. Dafür liefert sie nur so viele Pflanzen, wie dein Wurzelstock Knospen hergibt. Stecklinge verlangen mehr Aufmerksamkeit, weil sie ihre Wurzeln erst bilden müssen. Ich nehme sie, wenn ich von einer Sorte mehr Pflanzen will, als die Teilung bringt. Die Aussaat bringt neue Pflanzen mit offenem Ausgang, die als Richtwert schon im Sommer oder Herbst des Aussaatjahres blühen können.
Wie sich die drei Wege bei Dahlien allgemein unterscheiden, beschreibt der Ratgeber dazu, wann sich bei Dahlien Teilung, Steckling oder Aussaat eignet.
Was du an einer Melody-Dahlie eigentlich teilst
Eine Melody-Dahlie hat keine Zwiebel. Wie alle Dahlien speichert sie ihre Reserven in verdickten Wurzeln, während Tulpen und Narzissen dafür verdickte Blattteile ihrer Zwiebeln nutzen. Am ausgegrabenen Wurzelstock hängen diese Speicherwurzeln unten, oben sitzt der Rest des alten Stängels. Die Knospen für den neuen Austrieb liegen am WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt., also am Übergang zwischen Stängel und Wurzeln. Weil jedes Teilstück mindestens 1 Knospe braucht und diese am Wurzelhals sitzen, taugt eine einzelne Speicherwurzel ohne Stück vom Wurzelhals nicht als Teilstück.
Die Wildformen der Gartendahlien stammen aus Mexiko und Guatemala, winterhart sind Dahlien bei uns nicht. Zwischen Ausgraben und Teilen liegt deshalb immer ein frostfreier Winter im Lager. Wuchshöhe und Blütenfarbe hängen an der einzelnen Melody-Sorte, und nach dem Ausgraben sieht man sie keinem Wurzelstock mehr an.
Ich stecke im Spätsommer neben jede Melody-Dahlie ein Etikett mit dem Sortennamen. Beim Ausgraben binde ich es an den Stängelrest, und beim Teilen schreibe ich den Namen auf jeden Topf.
Wann im Jahr was ansteht
Teilung und Stecklinge brauchen denselben Startpunkt: einen vorgetriebenen Wurzelstock. Ich lege mich deshalb je Wurzelstock auf einen Weg fest und treibe so viele Stöcke vor, wie ich für beide Wege brauche.
| Zeitpunkt | Arbeit |
|---|---|
| Herbst, vor dem ersten Nachtfrost bis kurz nach dem ersten leichten Frost | Wurzelstöcke ausgraben, Stängel etwa 10 bis 15 cm über dem Boden kürzen |
| Winter | Wurzelstöcke frostfrei und dunkel lagern |
| Februar oder Anfang März | Wurzelstöcke hell, kühl und frostfrei in Töpfen vortreiben |
| zeitiges Frühjahr | große Wurzelstöcke teilen, Kopfstecklinge schneiden |
| nach den letzten Frösten, üblicherweise ab Mitte Mai | Teilstücke, bewurzelte Stecklinge und abgehärtete Sämlinge auspflanzen |
| Sommer oder Herbst des Aussaatjahres | Sämlinge können als Richtwert erstmals blühen |
Die Termine trage ich mir in den druckbaren Aussaatkalender für Blumenzwiebeln ein.
Knollenteilung: so teilst du den Wurzelstock
Große Wurzelstöcke teilst du beim Vortreiben im zeitigen Frühjahr. Dafür setzt du sie im Februar oder Anfang März hell, kühl und frostfrei in Töpfe. Ich teile erst, wenn sich die Knospen am Wurzelhals zeigen, damit ich sehe, wo der Schnitt hin muss.
- Wurzelstock prüfen. Zum Teilen nimmst du nur gesunde, unverletzte und kräftige Wurzelstöcke. Übel riechende Nassfäule kann auf die bakterielle Welkekrankheit und StängelfäuleStängelfäule ist eine Pflanzenkrankheit, bei der der Stängel meist am Stängelgrund fault: Schwarze, eingesunkene Flecken umfassen ihn, die Leitungsbahnen werden unterbrochen, die Pflanze welkt plötzlich und stirbt ab. Bei Tomaten löst sie ein Pilz aus. hindeuten. Solche Teilknollen entferne ich und entsorge sie über den Müll, nicht auf dem Kompost.
- Schnitt planen. Den Wurzelstock drehe ich so, dass ich von oben auf den Wurzelhals schaue. Dann suche ich die Stellen, an denen sich eine Knospe samt ihren Speicherwurzeln abtrennen lässt.
- Schneiden. Mit einem scharfen Messer schneidest du durch den Wurzelhals. Jedes Teilstück behält mindestens 1 Knospe und möglichst viele unverletzte Wurzeln.
- Nichts abreißen. Abgebrochene Wurzeln hinterlassen frische Wunden, durch die Pilze eindringen können. Lieber setze ich das Messer ein weiteres Mal an, als an einer Wurzel zu ziehen.
- Messer säubern. Zwischen zwei Wurzelstöcken wische ich die Klinge ab, weil anhaftende Erde Krankheiten verschleppen kann.
- Einzeln weiterziehen. Jedes Teilstück kommt in einen eigenen Topf mit dem Sortennamen und treibt dort weiter.
Ab März im Haus vorgezogene Dahlien, die nach den letzten Frösten ins Beet kommen, können etwa 4 bis 6 Wochen früher blühen als direkt ins Freiland gepflanzte Knollen. Beim Auspflanzen liegt der Wurzelhals mit den Knospen etwa 5 cm unter der Erdoberfläche. Das Pflanzloch gräbst du so groß, dass das Teilstück hineinpasst, ohne dass etwas abbricht. Wie viel Platz die zusätzlichen Pflanzen im Beet bekommen, plane ich vorher im Beetplaner.
Ist die Knospe am Wurzelhals zu sehen? Hängt an jedem Teilstück ein Stück Wurzelhals? Sind die Wurzeln geschnitten statt abgerissen? Ist das Messer sauber? Steht der Sortenname auf dem Topf?
Kopfstecklinge: mehr Pflanzen aus einem Wurzelstock
Für Kopfstecklinge brauchst du einen vorgetriebenen Wurzelstock, geschnitten wird als Richtwert im zeitigen Frühjahr. Wie bei der Teilung tragen die Stecklinge die Eigenschaften der Mutterpflanze, deine Melody-Sorte bleibt also erhalten.
Ich schneide junge Triebe mit einem scharfen, sauberen Messer knapp unter einem Blattknoten ab, sobald sich ihre ersten richtigen Blätter entfaltet haben. Die unteren Blätter entferne ich, damit keines in der Erde steckt. Der Steckling kommt einzeln in einen kleinen Topf mit durchlässiger, nährstoffarmer AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an.. Er steht hell und warm, aber nicht in der prallen Mittagssonne. Die Erde hältst du feucht, ohne dass Wasser im Topf steht, denn Dahlien vertragen keine Staunässe.
Eine durchsichtige Haube hält die Luft um den Steckling feucht. Ich nehme sie ab und lüfte, sobald sich innen Tropfen sammeln, weil Luftbewegung zur Vorsorge gegen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. gehört. Ob sich Wurzeln gebildet haben, prüfe ich mit leichtem Zug am Steckling. Spürst du Widerstand, sitzen wahrscheinlich schon Wurzeln in der Erde.
Wie bei Beet- und Balkonpflanzen üblich, setzt du bewurzelte Stecklinge je nach Stärke ihrer Wurzeln in den endgültigen Topf um. Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab, indem du sie kühler stellst und mehr lüftest. Ins Beet kommen sie nach den letzten Frösten, üblicherweise ab Mitte Mai.
Aussaat: neue Dahlien aus Melody-Samen
samen.liveiner Melody-Dahlie ergeben Pflanzen mit mütterlichen und väterlichen Erbteilen. Bei gezielter Kreuzungszüchtung wird kontrolliert mit dem Pollen der gewünschten Partnerpflanze bestäubt, damit keine unerwünschte Fremdbestäubung passiert. Im Garten fehlt diese Kontrolle, und Bienen können Dahlienblüten besuchen, an deren Pollen oder Nektar sie herankommen. Wer der Vater ist, kannst du bei deinen Sämlingen also nicht bestimmen.
„Aus den Samen meiner Melody wächst wieder dieselbe Sorte.“ Das trifft nicht zu, denn unveränderte Sortenmerkmale sind bei Sämlingen nicht garantiert. Sortenecht vermehrst du deine Melody nur über Teilung oder Stecklinge.
Samen gewinnen und aussäen
Welke Dahlienblüten entfernst du sonst zeitnah, damit die Pflanze weniger Kraft in die Samenbildung steckt und weitere Blüten bildet. Für Saatgut lasse ich an einer Pflanze einzelne Blüten ausreifen und putze die übrigen weiter aus. Die Samenstände lasse ich an der Pflanze trocknen, danach bewahre ich die Samen trocken auf.
Gesät wird im Haus in nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Dahliensamen sind keine LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., du bedeckst sie also mit Erde. Den Termin wähle ich so, dass die Sämlinge bis zum Auspflanzen nach den letzten Frösten pikiert und abgehärtet sind.
| Aussaat von Dahlien | Angabe |
|---|---|
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 18 bis 20 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Licht | kein Lichtkeimer |
| Auspflanzen | nach den letzten Frösten, üblicherweise ab Mitte Mai |
| erste Blüte | als Richtwert im Sommer oder Herbst des Aussaatjahres |
Pikiert wird, wie bei Beet- und Balkonpflanzen üblich, sobald die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. entwickelt sind und das erste Laubblatt sichtbar wird. Abgehärtet werden die Sämlinge wie die Stecklinge, also kühler aufgestellt und gut gelüftet.
Was aus den Sämlingen wird
Bei der Kreuzung kombinieren sich die Erbanlagen neu, deshalb können sich deine Sämlinge deutlich voneinander unterscheiden. Du wählst sie gezielt aus, sobald sie blühen. Gefällt dir ein Sämling, vermehrst du ihn von da an nur noch über Teilung oder Stecklinge, dann bleibt er, wie er ist. Eine Melody-Sorte ist er trotzdem nicht, sondern eine eigene neue Pflanze.
Typische Fehler beim Vermehren von Melody-Dahlien
Teilen, bevor die Knospen zu sehen sind
Frisch aus dem Lager erkenne ich die Knospen am Wurzelhals schlecht. Wer dann schon teilt, schneidet leicht Stücke ohne Knospe ab. Treib den Wurzelstock zuerst vor und setz das Messer an, wenn sich die Knospen zeigen.
Einzelne Speicherwurzeln eintopfen
Pralle Wurzeln, die beim Teilen abfallen, sehen nach Reserve aus. Ohne Stück vom Wurzelhals fehlt ihnen aber die Knospe, aus der ein Trieb wachsen könnte. Ich sortiere solche Stücke gleich aus, statt ihnen einen Topf zu geben.
Wurzeln abreißen statt schneiden
Abgerissene oder beim Pflanzen abgebrochene Wurzeln sind frische Verletzungen, durch die Pilze eindringen können. Schneide deshalb sauber und grab das Pflanzloch groß genug für das ganze Teilstück.
Kranke Pflanzen weitervermehren
Gelbgrüne Blattmuster und gestauchter Wuchs können auf Dahlienmosaik hindeuten, das über Blattläuse und infizierte Knollen weitergegeben wird. Auch das Tomatenbronzefleckenvirus kann mit vegetativ vermehrtem Material in neue Pflanzen gelangen. Ich markiere auffällige Pflanzen schon im Sommer und nehme sie nicht als Ausgangsmaterial, denn einen Virusverdacht klärt erst eine Laboruntersuchung sicher. Wie du Melody-Dahlien sonst vor Befall schützt, liest du im Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen an Melody-Dahlien.
Stecklinge zu nass halten
Steht Wasser im Topf oder bleibt die Haube dauerhaft beschlagen, fehlt den Stecklingen die Luftbewegung, die zur Vorsorge gegen Grauschimmel gehört. Bei torffreier Anzuchterde prüfe ich die Feuchte auch unter der Oberfläche. Tiefere Schichten können trotz trockener Oberfläche noch nass sein.
Nach dem Vermehren: was die jungen Pflanzen brauchen
Standort und Pflege
Dahlien wachsen sonnig bis halbschattig in nährstoff- und humusreichem Boden, nasse und schwere Böden vertragen sie nicht. Während des Wachstums brauchen sie gleichmäßige Bodenfeuchte ohne Staunässe, und hohe Sorten stützt du mit Stäben. Wie du Dahlien vortreibst, setzt und bis zur Blüte pflegst, zeigt der Ratgeber zur Dahlienpflege vom Setzen bis zur Blüte.
Düngen
Dahlien im Freiland bekommen organischen Dünger vor der Pflanzung, eine weitere Düngung ist unter diesen Bedingungen normalerweise nicht nötig. Was im Kübel und je nach Sorte anders läuft, erklärt der Ratgeber zum Düngen von Melody-Dahlien.
Überwinterung
Bis zur nächsten Teilung lagern die Wurzelstöcke frostfrei und dunkel bei etwa 4 bis 8 °C. Vor dem Einlagern darf kein Wasser in den hohlen Stängeln zurückbleiben, weil es Fäulnis begünstigt. Wie du Dahlienknollen ausgräbst und einlagerst, steht im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen unter Ausgraben und Überwintern.


