Gefranste Tulpen pflegen: Nachsorge für fransige Sorten nach der Blüte
- Gefranste Tulpen heißen auch Crispa-Tulpen und tragen feine Fransen am Blütenblattrand.
- Verblühte Köpfe mit einem scharfen Messer abschneiden, damit die Kraft in die Brutzwiebeln geht.
- Abgefallene Blütenblätter vom Laub sammeln, weil sie bei Regen faulen können; bei gefüllten Sorten fällt mehr davon an.
- Laub stehen lassen, bis es gelb oder braun eingetrocknet ist.
- Düngen bringt nur bei grünem Laub etwas, bei vergilbendem nicht mehr.

Wenn gefranste Tulpen abblühen, sieht das Beet schnell zerzaust aus. Die Fransen werden braun, Blütenblätter fallen auf die Blätter darunter, und die Hand greift zur Schere. Dabei lagert die Zwiebel genau in dieser Zeit über das grüne Laub Reserven für das nächste Frühjahr ein. Ich gehe nach der Blüte durch das Beet, nehme die verblühten Köpfe ab und lasse jedes Blatt stehen.
Was fransige Tulpen ausmacht
Fransige oder gefranste Tulpen tragen feine Fransen am Rand ihrer Blütenblätter. Es gibt sie mit einfachen und mit gefüllten Blüten. Die gefüllte und gefranste Sorte ‘Queensland’ zum Beispiel wird etwa 30 cm hoch.
Gefranste Tulpen heißen auch Crispa-Tulpen. Fransig, gefranst oder Crispa meinen dasselbe Merkmal, nämlich den fein gefransten Rand der Blütenblätter.
Für die Nachsorge gelten bei allen gefransten Sorten die Regeln für Gartentulpen. Sortengerecht wird die Pflege über die Blütenform: Die Füllung entscheidet, wie viel Blütenmasse beim Abblühen auf dem Laub landet und was Insekten von der Blüte haben.
Tulpen eignen sich auch als Schnittblumen. Lies nach, wie du gefranste Tulpen für die Vase schneidest und lange frisch hältst.
So pflegst du gefranste Tulpen nach der Blüte sortengerecht
Nach der Blüte kommt es bei gefransten Tulpen auf drei Dinge an: die Blütenform deiner Sorte, trockenes Laub und den richtigen Zeitpunkt fürs Düngen.
Gefüllt oder einfach: was die Blütenform verändert
Gefüllte gefranste Tulpen wie ‘Queensland’ tragen schwere Blüten mit vielen Blütenblättern. Abgefallene Blütenblätter, die auf dem Laub haften bleiben, können bei Regen faulen. Weil gefüllte Blüten mehr Blütenblätter abwerfen, braucht das Laub unter diesen Sorten nach dem Abblühen besonders viel Aufmerksamkeit. Wie du gefüllte gefranste Tulpen von der Pflanzung bis zum Einziehen des Laubs begleitest, zeigt der Ratgeber zur Pflege gefüllter gefranster Tulpen.
Einfache gefranste Sorten werfen weniger Blütenmasse ab. Für bienenfreundliche Pflanzungen gelten ungefüllte und geeignete halbgefüllte Blüten als bessere Wahl, stark gefüllte Blüten meidest du dort.
Gefranste Tulpen putzt du anders aus als Wildtulpen. Bei Wildtulpen, die sich selbst aussäen sollen, bleiben einige Fruchtstände bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen. Die verblühten Köpfe gefranster Sorten schneidest du dagegen ab, damit die Pflanze ihre Kraft in die Brutzwiebeln steckt statt in Samen. Ich nehme dafür ein scharfes Messer und keine Schere.
Stehen deine gefransten Tulpen im Topf, kannst du sie nach der Blüte aus dem Blickfeld räumen. Das Laub zieht dann an einem ungestörten Platz weiter ein.
Wenn Regen angesagt ist, gehe ich vorher bei den gefüllten Sorten durch das Beet und zupfe die Blütenblätter vom Laub. Neben jede Tulpengruppe stecke ich einen Stab, damit ich die Stellen nach dem Einziehen wiederfinde.
Grauschimmel vorbeugen: nichts Nasses auf dem Laub
GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. geht auf einen Botrytis-Pilz zurück, ebenso das TulpenfeuerTulpenfeuer ist eine Pilzkrankheit der Tulpen, ausgelöst durch den Grauschimmelerreger Botrytis tulipae. Befallene Tulpen treiben mit verkrüppelten, graubraun gefleckten Blättern aus; der Pilz überdauert in kranken Zwiebeln im Boden.. Anhaltende Nässe begünstigt bei Tulpen Fäulnis und Pilzbefall, und Tulpenfeuer kann bei feuchtem Wetter einen grauen Pilzbelag bilden. Vorbeugen heißt nach der Blüte deshalb vor allem, Nasses und Faulendes vom Laub fernzuhalten.
Abgefallene Blütenblätter sammelst du vom Laub ab, bevor sie im Regen faulen. Musst du nach der Blüte gießen, dann morgens und direkt im Wurzelbereich. Bei Tulpen im Topf hältst du Blätter und Blüten beim Gießen möglichst trocken. Befallene Pflanzenteile gehören nicht auf den Hauskompost, weil Erreger bei unzureichender RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können. Diese Handgriffe senken das Risiko, einen sicheren Schutz vor Befall bieten sie nicht.
Düngen nach der Blüte: nur, solange das Laub grün ist
Frühjahrszwiebeln wie Tulpen können Nährstoffe einlagern, solange ihr Laub grün ist. Wird das Laub gelb und trocknet ein, bringt weiteres Düngen keinen Nutzen mehr. Bei Zwiebelpflanzen, die im Beet bleiben, dauert das Einziehen nach der Blüte im Mittel 6 bis 8 Wochen.
Die Grundversorgung läuft bei Tulpen über das Beet. Im Staudenbeet können Tulpen über die Beetdüngung im zeitigen Frühjahr mit Kompost und HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. versorgt werden. Stehen sie zwischen Stauden, die im Sommer gedüngt werden, brauchen sie im Herbst oder Frühjahr keine zusätzliche Düngung. Für Beete mit frühlingsblühenden Blumenzwiebeln wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist empfohlen.
Wie viel du gibst, hängt vom Boden ab. Eine Bodenuntersuchung zeigt Unter- oder Überversorgung, und Kompost rechnest du als Dünger mit an. Organische Dünger setzen bei Trockenheit, Frost oder stauender Nässe keine oder nur wenige Nährstoffe frei, deshalb gibst du Bodendünger möglichst auf feuchten Boden.
Schwaches Wachstum beweist allein keinen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Auch Lichtmangel, Bodenvernässung oder WurzelfäulenBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. können dahinterstecken. Die Grundlagen zu Nährstoffen und Zeitpunkt stehen im Abschnitt Gießen und Düngen des Ratgebers zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Die Grundschritte bis zum Herbst in Kürze
Für die allgemeinen Schritte nach der Blüte reicht hier ein Überblick. Ausführlich beschreibt sie der Abschnitt Pflege im Blumenzwiebel-Ratgeber, das Lagern der Abschnitt Ausgraben und Überwintern.
Gießen, solange das Laub grün ist
Solange das Laub grün ist, gießt du bei Trockenheit durchdringend, bevor auch der Untergrund austrocknet. Wenig Regen, Wärme und Wind trocknen den Boden schneller aus, Staunässe vermeidest du trotzdem.
Laub einziehen lassen
Das Laub bleibt stehen, bis es gelb oder braun eingetrocknet ist, damit die Zwiebel Reservestoffe einlagern kann. Erst dann entfernst du es. Heranwachsende Stauden und Gräser können das vergilbende Laub im Beet verdecken.
Ruhephase im Sommer
Eine sommerliche Trockenphase begünstigt bei Tulpen die reiche Blüte der folgenden Saison. Regelmäßige Sommerbewässerung benachbarter Pflanzen kann ruhende Zwiebeln dagegen faulen lassen. An sommertrockenen Standorten bleiben die Zwiebeln im Boden, in feuchten Lagen gräbst du sie nach dem Eintrocknen des Blütenstängels aus.
Lagern bis zum Herbst
Ausgegrabene Tulpenzwiebeln bewahrst du mitsamt dem einziehenden Laub kühl, dunkel und luftig auf. Kontrolliere sie regelmäßig auf Schimmel oder Fäulnis und lagere sie getrennt von Äpfeln, deren ReifegasReifegas ist die gängige Bezeichnung für Ethylen, ein Gas, das manches Obst selbst bildet, besonders Äpfel. Es lässt Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen, welken oder austreiben. Ethylen einen vorzeitigen Austrieb fördern kann. Zwiebeln aus einem Bestand mit Tulpenfeuer hebst du nicht zum Wiederpflanzen auf.
Wiederpflanzen im Herbst
Für Tulpen wird die Herbstpflanzung von Ende September bis Mitte November empfohlen. Prüfe die Zwiebeln vorher auf braune Flecken und Pilz-Dauerkörper und gib Mist, Kompost oder anderen Dünger nicht direkt ins Pflanzloch. Die Pflanzzeiten deiner übrigen Zwiebelblumen findest du im Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken.
Boden: Wasser muss abziehen können
Tulpen brauchen lockeren, durchlässigen und humosen Boden; auf schweren Böden wird eine Drainageschicht aus Sand oder Kies von 3 bis 5 cm empfohlen. Welcher Platz zu gefüllten gefransten Tulpen passt, liest du im Ratgeber zum richtigen Standort für gefüllte gefranste Tulpen. Die Grundlagen stehen im Abschnitt Standort und Boden des Blumenzwiebel-Ratgebers.
Wenn Tulpenfeuer oder Grauschimmel auftreten
Kommen die Blätter im Frühjahr verkrüppelt und mit grau-braunen Flecken aus der Erde, kann das auf Tulpenfeuer hindeuten. Schlecht austreibende Zwiebeln gräbst du bei diesem Verdacht mitsamt der umgebenden Erde aus und entsorgst sie über den Hausmüll. Nach Befall wechseln Tulpen auf ein anderes Beet; wie du Befall erkennst, beschreibt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Blumenzwiebel-Ratgeber.

