Puschkinien vermehren: Tochterzwiebeln trennen und Samen aussäen
- Tochterzwiebeln trennst du, wenn die Blätter im Sommer einziehen; bis dahin bleibt das Laub stehen.
- Puschkinien bleiben möglichst ungestört und werden erst verjüngt, wenn ihre Blüte nachlässt.
- Tochterzwiebeln tragen grundsätzlich die Erbanlagen der Mutterpflanze, Sämlinge kombinieren die Anlagen beider Eltern.
- Für die Keimung der Samen werden 5 bis 10 °C angegeben, gesät wird in Töpfe im Frühbeet.
- Aus Samen gezogene Puschkinien blühen als grober Richtwert nach etwa drei Jahren zum ersten Mal.
- Neu gepflanzt wird von September bis Dezember in gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Boden.

Wenn deine Puschkinien im März blühen und du sie gern auch an anderen Stellen im Garten hättest, brauchst du keine neuen Zwiebeln zu kaufen. Ein vorhandener Horst liefert Tochterzwiebeln, und die verblühten Pflanzen liefern Samen. Entscheidend ist der Zeitpunkt, denn die Zwiebeln brauchen ihr grünes Laub, um Reserven für die nächste Blüte aufzubauen. Ich stecke deshalb schon während der Blüte einen Stab neben jeden Horst, den ich später teilen will. Im Sommer ist von den Pflanzen oberirdisch nichts mehr zu sehen.
Puschkinien (Puschkinia scilloides) sind winterharte, mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Zwiebelblumen mit himmelblauen Blüten. Die Pflanzen werden bis 15 cm hoch und blühen im März und April. Nach der Blüte ziehen sie im Sommer ein und überdauern als Zwiebel im Boden bis zum nächsten Frühjahr.
Tochterzwiebeln oder Samen: welcher Weg passt zu dir?
Puschkinien lassen sich auf zwei Wegen vermehren. Beim ersten nimmst du Tochterzwiebeln von der Mutterzwiebel ab und pflanzt sie neu. Beim zweiten sammelst du Samen und ziehst daraus junge Zwiebeln heran.
Die beiden Wege unterscheiden sich im Erbgut und in der Geduld, die sie verlangen. Tochterzwiebeln tragen grundsätzlich dieselben Erbanlagen wie die Mutterpflanze. SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. kombinieren dagegen die Anlagen beider Eltern, deshalb sind unveränderte Merkmale bei ihnen nicht garantiert. Wer eine bestimmte Pflanze mit ihren Eigenschaften erhalten will, bleibt also bei den Tochterzwiebeln.
Die Aussaat verlangt Geduld: Aus Samen gezogene Puschkinien blühen als grober Richtwert nach etwa drei Jahren zum ersten Mal. Dafür musst du für die Samen nichts ausgraben. Weil Puschkinien möglichst ungestört bleiben sollen, ist die Aussaat der schonendere Weg für einen Bestand, der gut blüht.
| Tochterzwiebeln | Aussaat | |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | wenn die Blätter einziehen | Keimung bei 5 bis 10 °C |
| Erbanlagen | wie die Mutterpflanze | Kombination beider Eltern |
| Danach | Pflanzung von September bis Dezember | Töpfe im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. |
Wie verschieden Vermehrung bei Zwiebeln und Knollen aussehen kann, zeigt der Abschnitt Vermehren im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Wann teilst du Puschkinien?
Puschkinien bleiben möglichst ungestört. Außerdem gelten sie als verwilderungsfähig, ein ungestörter Bestand kann sich also selbst ausbreiten. Zur Grabegabel greifst du deshalb erst, wenn du Zwiebeln für neue Plätze brauchst oder die Blüte nachlässt.
Der richtige Moment im Jahr kommt, wenn die Blätter einziehen. Bis dahin bleibt das Laub stehen, denn darüber baut die Zwiebel Reserven für die nächste Blüte auf. Bei Zwiebelpflanzen, die im Boden bleiben, dauert das Einziehen nach der Blüte im Mittel 6 bis 8 Wochen. Ich warte, bis die Blätter vollständig gelb oder braun eingetrocknet sind, und grabe erst dann. Wachsen deine Puschkinien im Rasen, mähst du diese Stellen ebenfalls erst nach dem Einziehen.
Wie trennst du die Tochterzwiebeln?
Für die Teilung brauchst du eine Grabegabel und zwei flache Schalen zum Sortieren. So gehst du vor:
- Ausheben: Setze die Grabegabel mit etwas Abstand zum markierten Horst an und hebe ihn mitsamt der Erde heraus.
- Freilegen: Schüttle die Erde ab, bis du Mutterzwiebel und Tochterzwiebeln unterscheiden kannst.
- Trennen: Nimm die Tochterzwiebeln ab, die sich ohne Gewalt von der Mutterzwiebel lösen.
- Sortieren: Behalte nur feste, gesunde Zwiebeln ohne weiche Stellen, Krankheitszeichen oder Fraßspuren.
- Lagern: Bewahre die Zwiebeln bis zur Pflanzzeit luftig und kühl auf und kontrolliere sie dabei auf Schimmel oder Fäulnis.
Beim Sortieren hilft dir die Größe. Eine größere Zwiebel ist bei Blumenzwiebeln ein Hinweis auf eine kräftigere Blüte. Weiche und matschige Zwiebeln sortierst du aus und entsorgst sie, denn geschwächte oder kranke Pflanzen taugen nicht als Ausgangsmaterial für neue Pflanzungen. Hattest du kranke Zwiebeln in der Hand, reinigst du das Werkzeug gründlich, bevor du an gesunden Pflanzen weiterarbeitest.
Ich verteile die abgetrennten Zwiebeln auf zwei Schalen, eine für die großen und eine für die kleinen. Die großen setze ich an die Plätze, die im Frühjahr gut zu sehen sind. Die kleinen pflanze ich in Reihen an eine ruhige Stelle, an der beim Jäten niemand versehentlich hineingräbt.
Die abgetrennten Zwiebeln kommen bis zum Herbst in eine verschlossene Plastiktüte. Darin bildet sich Schwitzwasser, und das begünstigt Fäulnis. Lagere sie stattdessen offen und luftig.
Tochterzwiebeln neu pflanzen
Gepflanzt wird von September bis Dezember. Setze jede Zwiebel mit der Spitze nach oben in gut durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Boden. Danach gießt du gründlich an, auch wenn die Erde schon feucht ist, ohne dabei StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. zu erzeugen. Wo die großen und die kleinen Zwiebeln hinkommen, kannst du vorher mit dem Beetplaner auf einer Skizze festhalten.
Für Puschkinien werden 5 bis 6 cm Pflanztiefe angegeben. In der Reihe stehen die Zwiebeln 5 bis 8 cm auseinander, zwischen den Reihen bleiben 10 cm.
Wie du Boden und Pflanzstelle vorbereitest und die Zwiebeln danach durchs Jahr pflegst, zeigt der Ratgeber zum Pflanzen und Pflegen von Puschkinien.
Wie verjüngst du einen alten Bestand?
Lässt die Blüte eines älteren Horstes nach, ist das der Anlass zum Verjüngen. Prüfe vorher, ob es andere Ursachen geben kann. Wurde das Laub im Vorjahr zu früh entfernt oder abgemäht, kann das die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Schwaches Wachstum kann außerdem durch Lichtmangel oder einen vernässten Boden entstehen.
Beim Verjüngen gehst du vor wie beim Teilen. Sobald die Blätter eingezogen sind, hebst du den Horst aus, trennst die Zwiebeln und sortierst sie. Ich setze danach nicht alle Zwiebeln an den alten Platz zurück, sondern verteile sie auf mehrere Stellen. Die kleinen Zwiebeln kommen zu den übrigen Jungzwiebeln in die Reihen.
Wie ziehst du Puschkinien aus Samen?
Samen gewinnen
Für die Aussaat brauchst du reife Samen von deinen eigenen Pflanzen. Bei Zwiebelblumen, die sich nicht über Samen vermehren sollen, werden verblühte Köpfe entfernt. Für die Samenernte gilt also das Gegenteil: Das Verblühte bleibt stehen. Ich lasse nur an einem Teil der Pflanzen Fruchtstände reifen und schneide bei den übrigen das Verblühte ab. Das Laub bleibt dabei an allen Pflanzen stehen.
Aussaat in Töpfen im Frühbeet
Gesät wird in Töpfe oder andere Gefäße, die im Frühbeet stehen. Als Erde eignet sich nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Jedes Gefäß braucht ein Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Verteile die Samen auf der angedrückten Erde und bedecke sie mit Aussaaterde. Halte die Erde danach feucht, aber nicht nass.
Für die Keimung der Puschkinien-Samen werden 5 bis 10 °C angegeben. Ich beschrifte jeden Topf mit Art und Aussaatdatum, weil zwischen Aussaat und erster Blüte mehrere Jahre liegen.
Samen keimen auf der warmen Fensterbank am besten? Für Puschkinien stimmt das nicht. Puschkinien-Samen keimen bei 5 bis 10 °C, deshalb gehören die Töpfe ins Frühbeet und nicht ins geheizte Zimmer.
Sämlinge im Winter
Puschkinien sind winterhart, doch im Topf sind auch winterharte Pflanzen frostempfindlicher als im Gartenboden, weil das SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. schneller durchfriert. Getopfte Frühjahrszwiebeln überwinterst du deshalb kalt, ohne dass Substrat und Zwiebeln vernässen oder durchfrieren. Wie du Töpfe mit Puschkinien geschützt durch den Winter bringst, beschreibt der Ratgeber zu Puschkinien in Töpfen und Kästen.
Wie bringst du die Jungpflanzen zur ersten Blüte?
Bis ein Sämling blüht, vergehen als grober Richtwert etwa drei Jahre. In dieser Zeit wiederholt sich jedes Jahr derselbe Ablauf: Die Blätter wachsen im Frühjahr und ziehen im Sommer ein. Auch bei den kleinen Pflanzen bleibt das Laub stehen, bis es vollständig verwelkt ist. Darüber baut die junge Zwiebel ihre Reserven auf.
Nach dem Einziehen halte ich die Töpfe nicht nass. Puschkinien eignen sich für sommertrockene Plätze, und Staunässe begünstigt bei Blumenzwiebeln Fäulnis. Unkraut zwischen den Jungzwiebeln ziehe ich mit der Hand, statt zu hacken.
Ob die Jungpflanzen Dünger brauchen, hängt vom Nährstoffvorrat im Boden ab. Wenn du düngst, dann solange das Laub grün ist, denn bei gelbem, vertrocknendem Laub bringt Düngen keinen Nutzen mehr. Wie du Blumenzwiebeln grundsätzlich gießt und düngst, steht im Abschnitt Gießen und Düngen des Blumenzwiebel-Ratgebers.
Die jungen Zwiebeln setze ich ins Beet, sobald sie mir groß genug erscheinen, und zwar wie die Tochterzwiebeln von September bis Dezember. Damit Aussaat, Teilung und Pflanzzeit nicht durcheinandergeraten, trage ich die Termine in den Aussaatkalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken ein.
Wohin mit den neuen Puschkinien?
Puschkinien eignen sich für sommertrockene Plätze am Gehölzrand und können vor dem Austrieb von Herbst-Anemonen die Lücke im Beet füllen. Für eine Staudenpflanzung werden etwa 30 Zwiebeln je m² angesetzt, das ist eine Zielgröße für deine Nachzucht. Wie du Puschkinien mit anderen Frühjahrsblühern im Beet und auf dem Balkon kombinierst, zeigt der Ratgeber zur Gestaltung mit Puschkinien.
Standort und kranke Zwiebeln: das Wichtigste in Kürze
Puschkinien wachsen in Sonne oder HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. auf mäßig nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden. Bei schweren Böden wird für Blumenzwiebeln eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies unter den Zwiebeln empfohlen. Alles Weitere zu Boden und Pflege durchs Jahr steht im Pflanz-Ratgeber für Puschkinien.
Im Winter können im Herbst gepflanzte Zwiebeln bei zu viel Nässe oder Staunässe faulen. Weiche und matschige Zwiebeln, die dir beim Teilen auffallen, kommen deshalb nicht zurück in die Erde. Schadbilder und Vorbeugung findest du im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Blumenzwiebel-Ratgebers.

