Winterlinge kombinieren: Partner und Blühfolge für dein Frühlingsbeet
- Winterlinge blühen je nach Angabe von Januar bis März und ziehen danach im fortschreitenden Frühjahr ein.
- Zeitgleich passen Kleine Schneeglöckchen, frühe Krokusse und Zwergiris, danach übernehmen Blausterne, Märzenbecher und Balkan-Windröschen.
- Ab April tragen Traubenhyazinthen und Narzissen die Farbe weiter, späte Tulpen und Zierlauch schließen im Mai und Juni ab.
- Winterlinge brauchen Boden, der nicht austrocknet; viele Wildtulpen wollen es im Sommer trocken und gehören an einen anderen Platz.
- Sollen sie sich nicht weiter aussäen, entfernst du die verblühten Köpfe. Die ganze Pflanze ist giftig, besonders die Knolle.

Winterlinge können schon im Januar oder Februar ihre gelben Blüten öffnen. Im fortschreitenden Frühjahr ziehen sie ein und überdauern den Rest des Jahres als Knolle im Boden. Ohne Partner bleibt ihre Stelle danach lange leer. Ich plane eine Winterlingsgruppe deshalb immer zusammen mit Nachbarn, die im März, April und Mai übernehmen.
Welcher Partner passt, entscheidet nicht nur der Blühtermin. Auch der Boden muss für beide stimmen, sonst kann einer von ihnen kümmern. Hier findest du passende Paare, eine Blühfolge bis in den Juni, Ideen für verschiedene Gartenplätze und Wege, eine zu starke Ausbreitung zu bremsen.
Winterlinge im Kurzporträt
Der Winterling (Eranthis hyemalis) ist eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu., winterharte Pflanze, die mit Achsenknollen im Boden überdauert. Er bleibt sehr niedrig und verträgt Trockenheit ebenso schlecht wie StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Diese beiden Grenzen bestimmen, welche Partner neben ihm funktionieren.
| Merkmal | Winterling |
|---|---|
| Botanischer Name | Eranthis hyemalis |
| Blütezeit | Januar bis März, nach anderer Angabe Februar bis März |
| Wuchshöhe | 5–6 cm, nach anderer Angabe 7–8 cm |
| Wuchsbreite | 5–10 cm |
| Licht | Sonne bis HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. |
| Boden | humusreich, mäßig nährstoffreich, trocknet nicht aus; gedeiht am besten auf alkalischen Böden, toleriert die meisten BodenartenDie Bodenart beschreibt, wie grob oder fein die Körner eines Bodens sind, und bestimmt mit, wie gut er Wasser und Nährstoffe hält. Man unterscheidet Sand, Schluff und Ton, Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | winterhart |
| Pflanzzeit | September bis Dezember |
| Giftigkeit | ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle |
Wie sich Knolle, Zwiebel und Rhizom als Speicherorgane unterscheiden und wann welche Art an der Reihe ist, ordnet der Überblick zu Speicherorganen und Kalender je Art bei Blumenzwiebeln und Knollen ein.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist humusreicher, mäßig nährstoffreicher Boden, der nicht austrocknet. Sonne oder Halbschatten sind geeignet. Die Pflanze toleriert die meisten Bodenarten, gedeiht jedoch am besten auf alkalischen Böden.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Alkalische Böden werden bevorzugt; andere Bodenreaktionen werden toleriert.
- Substrat
Der Boden sollte humusreich und mäßig nährstoffreich sein und nicht austrocknen.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Balkonkasten, im Hochbeet, im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Aussaat ist in Töpfen oder Gefäßen im Frühbeet möglich.
Pflege
- Pflege
Den Boden nicht austrocknen lassen. Stark ausgetrocknete Knollen wachsen unter Umständen schlecht an.
- Düngung
Nach der Blüte einen milden organischen Langzeitdünger oder etwas Kompost aufstreuen und anschließend wässern. Nicht einarbeiten, um das empfindliche Wurzelsystem zu schonen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Welche Frühlingsblüher passen zu Winterlingen?
Kombinierst du Zwiebelpflanzen mit unterschiedlichen Blühterminen, verlängert sich die Blütezeit einer Mischpflanzung auch auf kleiner Fläche. Für Winterlinge brauchst du deshalb zwei Gruppen von Partnern: solche, die gleichzeitig blühen, und solche, die übernehmen, wenn die Winterlinge einziehen. Beide Gruppen müssen mit einem humusreichen Boden zurechtkommen, der weder austrocknet noch vernässt.
Zeitgleich: Schneeglöckchen, frühe Krokusse und Märzenbecher
Das Kleine Schneeglöckchen blüht im Februar und März. In der Natur besiedelt es frische bis sickerfeuchte Laubmischwälder und Parkwiesen und teilt damit die Vorliebe der Winterlinge für Boden, der nicht austrocknet. Ich setze beide in eigenen Trupps nebeneinander, damit Gelb und Weiß als Flächen stehen.
Frühe Krokusse wie Crocus chrysanthus und Crocus sieberi blühen ebenfalls im Februar und März. Sie lassen sich zeitgleich mit Winterlingen, Schneeglöckchen und Zwergiris kombinieren. Gib ihnen den helleren Teil der Pflanzung, denn botanische Krokusse bevorzugen volle Sonne.
Für lichte Gehölzplätze kommt der Märzenbecher dazu. Die Unterart Leucojum vernum subsp. carpathicum wächst gern in durchlässigem, lehmig-humosem Boden, der nicht austrocknet. Märzenbecher blühen von Februar bis April und reichen damit über das Ende der Winterlingsblüte hinaus.
Eine frühe Narzisse ist ‘February Gold’, die bereits ab Februar blühen kann. Narzissen brauchen für die Gartenkultur aber mindestens einen halben Tag Sonne. Ihr Platz ist deshalb eher der Gehölzrand als die Fläche direkt unter der Krone.
Die Übergabe im März und April
Wenn die Winterlinge ausklingen, übernehmen Blausterne. Der in Deutschland heimische Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) wird 10 bis 20 cm hoch und blüht im März und April. Er wächst auf frischen, nährstoffreichen Standorten in Laubmischwäldern und waldnahen Auenwiesen. Weiß blüht der Sibirische Blaustern ‘Alba’, der etwa 15 cm hoch wird.
Das Balkan-Windröschen bleibt mit knapp 15 cm ähnlich niedrig und blüht ebenfalls im März und April. Es wächst an sonnigen bis leicht schattigen Plätzen mit gut durchlässigem Boden. Für den schattigeren Teil eignen sich der Europäische Hundszahn und die Strahlen-Anemone ‘White Splendour’, die beide im März und April blühen. Den Hundszahn setzt du in halbschattige Bereiche unter sommergrünen Gehölzen. Die Strahlen-Anemone passt an halbschattige bis lichtschattige Plätze mit humosem, sommertrockenem bis frischem Boden.
Das Buschwindröschen gedeiht unter Gehölzen oder am Gehölzrand auf frischen, humosen Böden. Wie die Winterlinge nutzt es das Licht, bevor die Laubbäume austreiben. Großblumige Krokusse der Crocus-vernus-Gruppe blühen in dieser Phase ebenfalls und vertragen als Gartenkrokusse auch Halbschatten.
Von April bis in den Juni
Ab April tragen Traubenhyazinthen die Farbe weiter. Muscari armeniacum blüht kobaltblau im April und Mai, Muscari azureum schon Ende März bis Anfang April. Muscari azureum bevorzugt feuchte, nicht staunasse Böden und passt damit gut in die Nähe der Winterlinge.
Die weiße Narzisse ‘Thalia’ blüht im April und Mai, ebenso die Weinbergstulpe. Die Weinbergstulpe passt an sonnige bis lichtschattige Plätze mit durchlässigem Boden. Bei zu starker Beschattung kann sie nur Blätter statt Blüten bilden. Sie ist in Deutschland besonders geschützt.
Den Abschluss bilden späte Tulpen und Zierlauch, die die Frühlingsfolge im Mai und Juni fortsetzen. Gartentulpen bevorzugen sonnige Plätze, Zierlauch sonnige bis leicht halbschattige mit durchlässigem Boden ohne Staunässe. Beide setzt du an den hellen Rand der Pflanzung, nicht in die Winterlingsfläche unter den Gehölzen.
| Blütezeit | Partner | Standort |
|---|---|---|
| Januar bis März | Winterling | Sonne bis Halbschatten, humusreich, trocknet nicht aus |
| Februar und März | Kleines Schneeglöckchen | frisch bis sickerfeucht |
| Februar und März | frühe Krokusse (Crocus chrysanthus, Crocus sieberi) | botanische Krokusse in voller Sonne |
| Februar bis April | Märzenbecher (Leucojum vernum subsp. carpathicum) | lichte Gehölzplätze, lehmig-humos, trocknet nicht aus |
| ab Februar | Narzisse ‘February Gold’ | mindestens ein halber Tag Sonne |
| März und April | Zweiblättriger Blaustern, Sibirischer Blaustern ‘Alba’ | sonnig bis halbschattig, humusreich, im Frühjahr feucht |
| März und April | Balkan-Windröschen | sonnig bis leicht schattig, gut durchlässig |
| März und April | Europäischer Hundszahn, Strahlen-Anemone ‘White Splendour’ | halbschattig bis lichtschattig |
| März und April | großblumige Krokusse (Crocus-vernus-Gruppe) | auch Halbschatten |
| Ende März bis Anfang April | Muscari azureum | feucht, nicht staunass |
| April und Mai | Muscari armeniacum | sonnig bis halbschattig, durchlässig |
| April und Mai | Narzisse ‘Thalia’, Weinbergstulpe | Narzisse mindestens ein halber Tag Sonne, Weinbergstulpe sonnig bis lichtschattig |
| Mai und Juni | späte Tulpen, Zierlauch | sonnig, Zierlauch auch leicht halbschattig |
Welche Partner einen anderen Platz brauchen
Manche Frühlingsblüher sehen neben Winterlingen gut aus, wollen aber einen anderen Boden. Sorten von Galanthus elwesii bevorzugen im Unterschied zur allgemeinen Empfehlung für Schneeglöckchen sonnige, im Sommer trockenere Standorte. Puschkinien eignen sich für sommertrockene Plätze am Gehölzrand, und Muscari macrocarpum braucht sommerliche Wärme und Trockenheit. Diese drei pflanzt du besser in eine eigene Zone neben der Winterlingsfläche.
Am anderen Ende stehen Schachbrettblumen. Sie gehören zur Pflanzenauswahl für wechselfeuchte Einstauflächen, auf denen zeitweise Wasser steht. Winterlinge vertragen Staunässe schlecht und passen dort nicht dazu.
Winterlinge und Wildtulpen landen an derselben Stelle. Winterlinge brauchen einen Boden, der nicht austrocknet. Viele Wildtulpen wollen dagegen sonnige Plätze mit durchlässigem, im Sommer trockenem Boden, damit ihre Zwiebeln ausreifen. Am selben Fleck kann deshalb eine der beiden leiden. Gib den Wildtulpen den sonnigen, trockeneren Rand und den Winterlingen den frischen Bereich unter den Gehölzen.
Beim Winterling ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle. Narzissen enthalten in allen Teilen giftige Amaryllidaceenalkaloide wie Lycorin. Verschluckt können sie schwere Magen-Darm-Beschwerden auslösen, auch Haut- oder Augenkontakt kann reizen. Beim Buschwindröschen sind alle Teile giftig, sein Saft kann Hautverätzungen verursachen. Keine dieser Pflanzen gehört in die Küche. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wendest du dich sofort an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe.
Gestaltungsideen mit Winterlingen
Unter Laubgehölzen
Frühblühende Zwiebelpflanzen nutzen das Licht, bevor die Bäume austreiben. Winterlinge brauchen Sonne bis Halbschatten und blühen von Januar bis März. Unter laubabwerfenden Gehölzen bekommen sie dieses Licht also genau in ihrer Blütezeit, auch wenn der Platz im Sommer schattig wird.
Winterlinge, Knotenblumen, Schneeglöckchen und Blausterne eignen sich für humose, durchlässige Bereiche zwischen und vor Gehölzen. Blausterne lassen sich dort mit Schneeglöckchen und Buschwindröschen kombinieren, und Schneeglanz kann mit Krokussen verwildern. Für einen Naturgarten wählst du heimische Partner: Das Kleine Schneeglöckchen und der Zweiblättrige Blaustern sind in Deutschland heimisch, der Sibirische Blaustern ist ein etablierter Neophyt.
Für ein natürliches Bild streust du die Knollen aus und pflanzt sie dort, wo sie liegen bleiben. Trotzdem gilt: Mehrere Pflanzen derselben Art an einer Stelle wirken stärker als weit verstreute Einzelpflanzen.
Ich streue jede Art für sich über ihre eigene Zone und pflanze die Knollen dort, wo sie liegen bleiben. An den Rändern lasse ich die Trupps ineinanderlaufen, statt alle Arten gleichmäßig zu mischen. Die Stellen markiere ich mit Stäben, bevor das Laub einzieht, damit ich im Sommer nicht hineingrabe.
Farbspiele mit Gelb
Gelb und Weiß ist die Kombination für die frühe Zeit, denn Kleine Schneeglöckchen blühen gleichzeitig mit den Winterlingen. Später greifen der Sibirische Blaustern ‘Alba’, die weiße Traubenhyazinthe Muscari armeniacum ‘Album’ und die Narzisse ‘Thalia’ das Weiß wieder auf. So zieht sich eine Farbe durch die ganze Folge, obwohl die Pflanzen wechseln.
Gelb und Blau trifft sich im März, wenn die ersten Blausterne neben den letzten Winterlingen stehen. Die kobaltblauen Traubenhyazinthen kommen erst, wenn die Winterlinge vorbei sind. Das Gelb übernehmen dann Narzissen, die sich gestalterisch mit Blausternen kombinieren lassen.
Gelb und Violett erreichst du mit frühen Krokussen, die zeitgleich mit den Winterlingen blühen. Wähle dafür Krokusse in Violett und setze sie in den sonnigeren Teil der Fläche.
Für Gelb in Gelb lassen sich gelbe Narzissen als zusammenhängendes Blütenband entlang eines Zauns einsetzen. Davor setze ich einen Streifen Winterlinge, damit das Band schon vor den Narzissen einen gelben Saum bekommt.
Zwischen Stauden und Gräsern
Nach dem Einziehen der Winterlinge entsteht im Beet eine Lücke. Heranwachsende Stauden und Gräser können das vergilbende Laub frühlingsblühender Zwiebelpflanzen verdecken. Später austreibende Stauden wie Taglilien verdecken einziehendes Laub, das du erst nach dem vollständigen Abtrocknen entfernst.
Als Vorlage für halbschattige Plätze nehme ich die Pflanzmischung Schattenspiel. Sie verbindet Schneeglöckchen, Elfen-Krokusse, Schneeglanz und Narzissen mit Funkien, Farnen und Kaukasus-Vergissmeinnicht. Gedacht ist sie für halbschattige bis schattige Standorte mit keinem bis mäßigem Wurzeldruck. Winterlinge gehören nicht zur Originalmischung; ich setze sie in den halbschattigen Teil, weil sie Sonne bis Halbschatten brauchen.
Der Winterrückschnitt einer Staudenmischpflanzung mit Frühjahrszwiebeln muss vor dem Austrieb der ersten Frühjahrsgeophyten erfolgen. Winterlinge können schon im Januar oder Februar erscheinen. Ein Beet mit Winterlingen braucht seinen RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. also früher als eines, das erst mit Tulpen beginnt, und ich schneide dort als Erstes zurück.
Im Steingarten
Im Steingarten liefern niedrige Narzissen, Wildtulpen, Wildkrokusse, Blausterne und Winterlinge die Frühlingsblüte, Zierlauch und Lilien folgen später. Polsterpflanzen wie Hauswurz, Fetthenne, Polsterglockenblumen, Blaukissen und Polsterphlox ergänzen die Zwiebelblumen. Grundlage ist ein gut wasserdurchlässiger Boden ohne Verdichtungen und Staunässe.
Diese Durchlässigkeit kommt den Winterlingen entgegen, Trockenheit dagegen nicht. Im Steingarten suchst du ihnen deshalb die Stellen, an denen Wasser abzieht, der Boden aber frisch bleibt. Die sonnigen, sommertrockenen Partien überlässt du den Wildtulpen.
Im Rasen
Auch im Rasen lassen sich Zwiebelblumen ansiedeln. Für eine Gruppe hebst du ein Rasenstück an, setzt die Knollen ein und legst das Stück wieder auf. Gemäht wird erst, wenn das Laub der Zwiebelblumen eingezogen ist.
Winterlinge ziehen im fortschreitenden Frühjahr ein. Krokuslaub bleibt dagegen bis zum Welken stehen, und die Stellen werden bis dahin beim Mähen ausgespart. In einer gemischten Rasenfläche legt also der Partner mit dem spätesten Laub den ersten Mähtermin fest.
Im Balkonkasten
Winterlinge eignen sich für Balkonkasten, Kübel und Topf. In herbstlich bepflanzte Balkonkästen lassen sich außerdem niedrige Tulpen, Narzissen, Anemonen, Krokusse und Schneeglöckchen integrieren. So entsteht auch auf kleinem Raum eine Folge. Wähle einen breiten und tiefen Kasten, denn er schützt die Wurzeln im Winter besser als ein kleines Gefäß. Wie du Winterlinge im Gefäß kultivierst und überwinterst, zeigt der Ratgeber zu Winterlingen in Topf und Kübel.
So planst du die Blühfolge für dein Beet
Ich beginne die Planung beim Boden und erst danach bei der Farbe. Bleibt eine Stelle frisch, passt sie für Winterlinge. Trocknet sie im Sommer aus, gehört sie Wildtulpen und anderen Partnern, die Sommertrockenheit brauchen. Danach verteile ich die Blühzeiten so, dass jede Zeile der Blühfolge-Tabelle besetzt ist.
- Prüfe den Boden: Bleibt er frisch, oder trocknet er im Sommer aus?
- Besetze jede Phase mit mindestens einem Partner: Januar bis März, März und April, April und Mai, Mai und Juni.
- Sortiere die Partner nach Licht: frische Halbschattenplätze für Winterlinge und Blausterne, hellere Ränder für Narzissen, Tulpen und Zierlauch.
- Lege fest, welche Arten sich über Samen ausbreiten dürfen.
- Plane Stauden ein, die nach dem Einziehen die Lücke füllen.
Für die Stückzahlen der Partner gibt es Richtwerte. Sie gelten jeweils für die genannte Pflanze und den genannten Zusammenhang.
| Pflanze oder Pflanzung | Richtwert | Bezug |
|---|---|---|
| kleine Zwiebelblumen | mindestens 20 Stück | je sichtbare Pflanzgruppe |
| Tulpen und Narzissen | mindestens 10 Stück | je sichtbare Pflanzgruppe |
| Schneeglöckchen | 10–15 Zwiebeln | je Gruppe für ein natürliches Pflanzbild |
| Krokusse | etwa 20 Pflanzen je m² | deutliche Wirkung in Staudenmischpflanzungen |
| Schneeglanz | etwa 30 Zwiebeln je m² | als Teil einer Staudenmischpflanzung |
| alle Zwiebelpflanzen zusammen | 20–50 je m² | Staudenmischpflanzung auf Freiflächen |
Im Herbst ist Pflanzzeit für die ganze Folge. Winterlinge kommen von September bis Dezember in die Erde. Frühlingsblühende Zwiebeln setzt du am besten im September oder Oktober; spielt das Wetter mit, ist auch der November noch möglich. Traubenhyazinthen pflanzt du als Richtwert von Ende September bis Mitte November. Schneeglöckchenzwiebeln trocknen leicht aus, weil ihnen eine feste Außenhülle fehlt, und gehören nach dem Kauf zügig in die Erde.
Die Lage der Trupps kannst du vorher im Beetplaner als Skizze anlegen. Welche Zwiebel wann in die Erde kommt, hältst du im Kalender für Blumenzwiebeln zum Ausdrucken fest.
Ausbreitung im Zaum halten: wenn es zu viel wird
Winterlinge sind verwilderungsfähig. Unter Gehölzen ist das meist gewollt, im Staudenbeet oder im Steingarten nicht immer. Wie stark sich ein Bestand ausbreitet, steuerst du vor allem über die Samen.
Zum Verwildern über Samen werden Winterlinge nach der Blüte nicht geköpft. Sollen sie sich nicht weiter aussäen, entfernst du die verblühten Köpfe, bevor Samen entstehen. Ich knipse sie an den Rändern der Fläche ab, wo keine neuen Pflanzen hinsollen, und lasse sie in der Mitte stehen.
Ein junger Winterling braucht etwa 4 Jahre bis zur ersten Blüte. Was sich heute aussät, zeigt sich also erst Jahre später als Blüte. Wer die Ausbreitung bremsen will, köpft deshalb schon, bevor die Fläche voll wirkt.
Ist ein Bestand schon zu dicht, nimmst du Knollen heraus. Winterlinge lassen sich nach der Blüte teilen und umpflanzen, so wandert ein Teil an einen Platz, an dem er willkommen ist. Taucht ein einzelner Winterling mitten in der Staudenpflanzung auf, stichst du ihn aus. Hacken ist dafür keine gute Idee, weil es in Staudenmischpflanzungen mit Blumenzwiebeln die Entwicklung des ganzen Bestands stört.
Denk auch an die Partner, denn viele breiten sich ebenfalls aus. Buschwindröschen wandern über verzweigte Rhizome, Schneeglöckchen über Tochterzwiebeln und über Samen, die Ameisen verschleppen. Blaustern und Schneeglanz verwildern über Samen, Muscari neglectum über Tochterzwiebeln und SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat.. In einer gemischten Fläche entscheidest du deshalb für jede Art einzeln, ob ihre Samen reifen dürfen.
Eine Grenze ziehst du auch schon bei der Pflanzung. Setze Winterlinge dorthin, wo eine wachsende Fläche nicht stört, etwa unter Gehölze, und nicht in Beete, in denen du regelmäßig hackst.
Winterlinge als frühe Nahrung für Insekten
Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse liefern Hummeln und Honigbienen frühe Nahrung. Honigbienen nutzen Nektar als Energiequelle und Pollen als Eiweißquelle. Krokusse bieten Bienen und Hummeln beides, Buschwindröschen dagegen reichlich Pollen, aber keinen Nektar.
Die grünen Blätter unmittelbar unter der Winterlingsblüte sind Hochblätter, keine gewöhnlichen Laubblätter. In der Blüte sitzen röhrenförmige Nektarblätter, die Insekten anlocken.
Eine Pflanzenauswahl mit Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst verlängert das Nahrungsangebot für Insekten. Ein bienenfreundlicher Garten braucht deshalb neben Frühjahrsblühern auch ein sommerliches Blütenangebot und Nistplätze. Bevorzuge dabei ungefüllte Blüten, denn vollständig gefüllte bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Was der Blühbeginn der Winterlinge über den Verlauf des Vorfrühlings zeigt, beschreibt der Ratgeber zu Winterlingen als natürlichem Frühlingskalender.
Pflanzen, Pflege und Probleme in Kürze
Winterlinge pflanzt du von September bis Dezember. Sie vertragen Trockenheit und Staunässe schlecht, und stark ausgetrocknete Knollen wachsen unter Umständen schlecht an. Standortwahl, Tiefe und Abstand zeigt der Ratgeber zum richtigen Pflanzen von Winterlingen.
Nach der Blüte lässt du das Laub stehen, bis es von selbst verwelkt, damit die Knolle Reserven für die nächste Saison aufbaut. Wie du Winterlinge über die Ruhephase bringst und wie Aussaat und Teilung gelingen, steht im Ratgeber zur Pflege von Winterlingen nach der Blüte. Die artübergreifenden Grundlagen zur Pflege bündelt der Überblick über Blumenzwiebeln und Knollen.
Kümmern Winterlinge, kann ein zu nasser oder zu trockener Boden dahinterstecken; ein einzelnes Symptom ist aber noch keine Diagnose. Welche Krankheiten und Schädlinge auftreten können und wie du vorbeugst, zeigt der Ratgeber zu Krankheiten und Schädlingen bei Winterlingen.

