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Winterlinge gesund erhalten: Rostpilz, Fäulnis und Wühlmäuse erkennen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion

Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Speziell für Winterlinge sind ein Rostpilz mit Wirtswechsel zu Pflaumen und Kirschen und ein Brandpilz ohne Wirtswechsel beschrieben.
  • Winterlinge vertragen Staunässe ebenso schlecht wie Trockenheit, deshalb zählt der Boden auch in der Sommerruhe.
  • Pflanze nur feste, ungeschrumpfte Knollen ohne weiche Stellen oder Schimmel; geschrumpfte legst du vorher einige Tage in feuchten Sand.
  • Flecken auf Blättern sind Hinweise, keine Diagnose; pilzliche und bakterielle Blattflecken lassen sich nur im Labor sicher zuordnen.
  • Befallene Teile gehören in den Hausmüll, nicht auf den Kompost, und Werkzeug wie Schuhe reinigst du danach.
  • Ein lückenlos geschlossener Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite kann Knollen vor Wühlmausfraß schützen.
Winterling mit gelben, becherförmigen Blüten über einem Kranz tief geschlitzter Blätter, Regentropfen auf dem Laub, auf dunkler Erde
Foto: kingrolf · Pixabay Content License · Quelle ↗

Bleiben im Februar Lücken im gelben Teppich, kann die Ursache unter der Erde liegen. Winterlinge vertragen Staunässe ebenso schlecht wie Trockenheit. Dazu kommen zwei Pilze, die speziell an Winterlingen beschrieben sind. Ich schaue bei Ausfällen deshalb zuerst auf Boden und Knollen und erst danach auf mögliche Erreger.

Der Winterling (Eranthis hyemalis) gehört zu den ersten Zwiebel- und Knollenblühern und kann schon im Januar oder Februar erscheinen. Hummeln und Honigbienen finden an ihm frühe Nahrung. Im fortschreitenden Frühjahr zieht er ein und überdauert den Rest des Jahres mit Achsenknollen im Boden; warum Winterlinge als Frühlingsanzeiger gelten, steht in einem eigenen Ratgeber.

Welche Krankheiten und Schädlinge treffen Winterlinge?

Speziell für den Winterling sind zwei Pilze beschrieben: der Rostpilz Leucotelium cerasi und der Brandpilz Urocystis eranthidis. Die übrigen Probleme können Zwiebel- und Knollenpflanzen allgemein treffen. Knollen können bei Nässe faulen, vor dem Pflanzen austrocknen, im Lager schimmeln oder von Wühlmäusen angefressen werden. Die Übersicht zeigt, was hinter den einzelnen Problemen steckt und wo du ansetzt.

Problem Was dahintersteckt Was du tun kannst
Rostpilz Leucotelium cerasi wechselt zwischen Winterlingen und Prunus-Arten wie Pflaumen oder Kirschen befallene Blätter in den Hausmüll geben, im Spätsommer die Blätter benachbarter Pflaumen und Kirschen anschauen
Brandpilz Urocystis eranthidis parasitiert Winterlinge ohne Wirtswechsel, auch gemeinsam mit dem Rostpilz auffällige Pflanzen bestimmen lassen, befallene Teile nicht kompostieren
Knollenfäule zu viel Nässe oder Staunässe im Winter weiche und matschige Knollen aussortieren, Wasserabzug verbessern
Ausgetrocknete Knollen Winterlinge vertragen Trockenheit schlecht geschrumpfte Knollen vor dem Pflanzen einige Tage in feuchten Sand legen
Lagerschimmel Penicillium nach ungeeigneter Lagerung schimmelige Knollen nicht pflanzen, nie luftdicht lagern
Wühlmäuse Fraß an Zwiebeln und Knollen im Boden Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite, Verwühlprobe

Blattläuse und Schnecken fehlen in dieser Liste mit Absicht: Für Winterlinge sind sie nicht als typische Schädlinge beschrieben. Was du tust, wenn du trotzdem welche findest, steht weiter unten bei den Schädlingen.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Eranthis
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist humusreicher, mäßig nährstoffreicher Boden, der nicht austrocknet. Sonne oder Halbschatten sind geeignet. Die Pflanze toleriert die meisten Bodenarten, gedeiht jedoch am besten auf alkalischen Böden.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Alkalische Böden werden bevorzugt; andere Bodenreaktionen werden toleriert.

Substrat

Der Boden sollte humusreich und mäßig nährstoffreich sein und nicht austrocknen.

Anbauort

Die angebotenen Sorten lassen sich im Balkonkasten, im Hochbeet, im Kübel und im Topf ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Aussaat ist in Töpfen oder Gefäßen im Frühbeet möglich.

Pflege

Pflege

Den Boden nicht austrocknen lassen. Stark ausgetrocknete Knollen wachsen unter Umständen schlecht an.

Düngung

Nach der Blüte einen milden organischen Langzeitdünger oder etwas Kompost aufstreuen und anschließend wässern. Nicht einarbeiten, um das empfindliche Wurzelsystem zu schonen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.

Aussaatkalender Winterling
GartenkalenderBlüte: Februar, März; Pflanzung: September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDBlüteBlüte: FebruarBlüte: MärzPflanzungPflanzung: SeptemberPflanzung: OktoberPflanzung: NovemberPflanzung: DezemberBlütePflanzung

Woran erkennst du Pilzbefall an Winterlingen?

Flecken, Beläge oder Faulstellen sind Hinweise, keine Diagnose. Blattflecken können durch Pilze, Bakterien, Schadtiere oder nichtparasitäre Einflüsse entstehen. Pilzliche und bakterielle Blattflecken lassen sich nur durch eine Laboruntersuchung sicher zuordnen. Bei unklaren Schäden hilft dir eine Pflanzenschutzberatung weiter.

Rostpilz: Winterling und Kirsche teilen sich einen Erreger

Leucotelium cerasi ist ein Rostpilz mit Wirtswechsel. Im Frühjahr nutzt er Winterlinge zur Sporenbildung, im Spätsommer die Blätter von Prunus-Arten wie Pflaumen oder Kirschen. Winterlinge eignen sich für humose, durchlässige Plätze zwischen und vor Gehölzen. Stehen sie dort unter Pflaumen oder Kirschen, wachsen beide Wirte des Pilzes auf engem Raum. Ich schaue bei einem Rostverdacht deshalb im Spätsommer auch auf die Blätter der benachbarten Obstbäume.

Kurz erklärt

Wirtswechsel bedeutet, dass ein Pilz im Lauf des Jahres zwei verschiedene Pflanzenarten nutzt. Beim Rost des Winterlings sind das der Winterling selbst und Prunus-Arten wie Pflaume oder Kirsche.

Brandpilz: Er bleibt beim Winterling

Der Brandpilz Urocystis eranthidis parasitiert Winterlinge ohne Wirtswechsel. Er kann zusammen mit dem Rostpilz auf derselben Pflanze vorkommen. Der Blick auf Pflaumen und Kirschen hilft dir also nur beim Rost, beim Brandpilz spielt ein zweiter Wirt keine Rolle. Bevor du größere Teile des Bestands ausgräbst, lass auffällige Pflanzen bestimmen.

Grauschimmel und weiche Faulstellen

Grauschimmel zeigt sich an Zierpflanzen als grauer Sporenträgerrasen auf faulenden Pflanzenteilen. Entdeckst du so einen Belag an Winterlingen, kann das auf Grauschimmel hindeuten. Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, Luftbewegung und Pflanzen, die zur Nacht trocken sind. Wenn du wässerst, dann morgens direkt in den Wurzelbereich, weil benetzte Blätter so schneller abtrocknen.

Wenn Winterlinge nur kümmern

Schwaches Wachstum beweist allein keinen Nährstoffmangel. Es kann auch durch Lichtmangel, Bodenvernässung oder Wurzelfäulen entstehen. Ich notiere mir bei einem Verdacht, wie viele Pflanzen betroffen sind, wie sie im Beet verteilt sind und was ich bisher unternommen habe. Diese Angaben helfen bei der Diagnose, gerade wenn du eine Beratung fragst.

Was an den Nachbarn auftaucht

Winterlinge lassen sich zeitgleich mit früh blühenden Krokussen und Schneeglöckchen kombinieren. Diese Nachbarn haben eigene Erreger: Botrytis galanthina an Schneeglöckchen, Botrytis croci an Krokussen. Einen Befund an der Nachbarpflanze überträgst du deshalb nicht ungeprüft auf die Winterlinge. Wenn du das Beet ohnehin neu planst, zeigt dir ein eigener Ratgeber, welche Frühblüher zu Winterlingen passen.

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Was passiert unter der Erde?

Bei zu viel Nässe oder Staunässe im Winter können im Herbst gepflanzte Blumenzwiebeln faulen. Stark ausgetrocknete Winterlingsknollen wachsen dagegen unter Umständen schlecht an. Der Winterling zieht im Frühjahr ein und verbringt den Rest des Jahres als Knolle im Boden. Weil er Trockenheit schlecht verträgt, prüfst du seinen Platz auch im Sommer, wenn oben nichts mehr zu sehen ist. Gräbst du an einer Fehlstelle nach, sortierst du weiche und matschige Knollen aus und entsorgst sie.

Gesunde Knollen auswählen und richtig lagern

Ich prüfe gekaufte Knollen einzeln zwischen den Fingern, bevor sie in die Erde kommen. Gut sind feste, ungeschrumpfte Knollen ohne weiche Stellen oder Schimmel. Geschrumpfte Winterlingsknollen legst du vor dem Pflanzen einige Tage in feuchten Sand, damit sie wieder Wasser aufnehmen. Bis dahin gehören sie nicht in luftdichte Beutel, weil Schwitzwasser Fäulnis begünstigt. Ungeeignet gelagerte Blumenzwiebeln können außerdem von Penicillium-Schimmel befallen werden.

Jetzt dran

Winterlinge werden von September bis Dezember gepflanzt. Wann welche Art in die Erde kommt, zeigt dir der druckbare Kalender für Blumenzwiebeln.

Achtung

Beim Winterling ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle. Aussortierte Knollen lässt du deshalb nicht offen im Garten liegen, sondern gibst sie in den Hausmüll.

Wühlmäuse und andere Schädlinge

Wühlmäuse an den Knollen

Gegen Wühlmausfraß kann ein lückenlos geschlossener Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite Zwiebeln und Knollen schützen. Fraßgefährdete Knollen setzt du dafür gruppenweise in den versenkten Korb. Ob überhaupt eine Wühlmaus am Werk ist, zeigt die Verwühlprobe. Dazu öffnest du einen Gang auf 20 bis 30 cm und legst ein Möhrenstück hinein. Eine Wühlmaus verschließt den Gang wieder und benagt die Möhre, ein Maulwurf unterwühlt dagegen den offenen Abschnitt.

Auch die Hügel geben einen Hinweis. Wühlmaushügel sind häufig flacher und unregelmäßiger als Maulwurfshügel, deren Gangöffnung typischerweise mittig unter dem Erdhaufen liegt. Sitzstangen für Greifvögel und Steinhaufen als Unterschlupf für Wiesel fördern natürliche Gegenspieler. Fallen setzt du vorzugsweise im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr, wenn weniger natürliche Nahrung verfügbar ist.

Blattläuse und Schnecken

Findest du an Winterlingen Blattläuse, schau zuerst nach Marienkäfern, Florfliegen und Schwebfliegen. Vorhandene Nützlinge können einen Eingriff überflüssig machen. Einen schwachen Befall kannst du mit einem Wasserstrahl abspülen. Bei Schnecken lohnt ein Blick auf die Mulchdecke, denn eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen.

Mythos-Check

Bierfallen halten Schnecken vom Beet fern? Offene Bierfallen können Schnecken aus benachbarten Gärten anlocken, und nur ein kleiner Teil der angelockten Tiere fällt hinein. Außerdem können sie Nützlinge töten.

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Wie beugst du Krankheiten bei Winterlingen vor?

Standort und Boden

Winterlinge brauchen humusreichen, mäßig nährstoffreichen Boden, der nicht austrocknet, in Sonne oder Halbschatten. Bei schweren Böden wird für Blumenzwiebeln eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies empfohlen. Alles zum Setzen steht im Ratgeber, wie du Winterlinge richtig pflanzt, den Überblick über alle Arten gibt der Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen.

Gießen und Düngen

Beim Düngen hältst du dich mit Stickstoff zurück, denn stark stickstoffbetonte Düngung kann einen stärkeren Blattlausbesatz begünstigen. Für Beete mit frühlingsblühenden Blumenzwiebeln wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist empfohlen. Die Grundpflege mit Wasser und Nährstoffen findest du im Pflanzratgeber für Winterlinge und im Abschnitt Gießen und Düngen des Ratgebers zu Blumenzwiebeln und Knollen.

Laub stehen lassen

Bei kleinen Geophyten wie dem Winterling bleibt das Laub stehen, bis es vollständig verwelkt ist. Wer grünes Laub zu früh entfernt, kann die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Wie du die Pflanzen nach der Blüte begleitest, zeigt der Ratgeber, wie du Winterlinge nach der Blüte und über die Ruhephase pflegst.

Häufiger Fehler

Das Beet nach der Blüte aufräumen, solange das Laub noch grün ist. Lass es stehen, bis es vollständig verwelkt ist. Sollen sich die Winterlinge über Samen ausbreiten, schneidest du auch die abgeblühten Köpfe nicht ab.

Was tust du, wenn Winterlinge befallen sind?

Kranke Teile entfernen, Erreger nicht verschleppen

Erhärtet sich ein Verdacht, entfernst du befallene Blätter und weiche Knollen und gibst sie in den Hausmüll. Auf den Hauskompost gehören sie nicht, weil Krankheitserreger bei unzureichender Rottetemperatur überdauern können. Anhaftende Erde kann Erreger mit Werkzeugen und Schuhen verschleppen. Reinige beides deshalb, bevor du in einem gesunden Teil des Gartens weiterarbeitest.

Marias Erfahrung

Kranke Blätter stecke ich schon beim Abzupfen in eine Tüte, statt sie auf dem Weg abzulegen. Danach spüle ich Pflanzkelle und Schuhsohlen ab, bevor ich ins nächste Beet gehe.

Natürlich oder chemisch eingreifen?

Natürlich eingreifen heißt beim Winterling: vorbeugen, kontrollieren, kranke Teile entfernen und vorhandene Nützlinge schonen. Jauchen, Schmierseife oder Kaffeesatz wird viel nachgesagt, doch eine Wirkung an Winterlingen ist nicht nachgewiesen, und pflanzliche Herkunft allein ist keine Freigabe für den Pflanzenschutz. Wie diese Stufen bei allen Zwiebel- und Knollenpflanzen ineinandergreifen, beschreibt der Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Als letzte Stufe kommt nach gesicherter Diagnose nur ein Pflanzenschutzmittel infrage, das für den Haus- und Kleingarten gegen genau diesen Erreger an dieser Kultur zugelassen ist. Dann hältst du dich an Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit und vorgeschriebene Entsorgung. Bedenke außerdem: Ein Einsatz zur Blütezeit kann die Hummeln und Bienen treffen, die an Winterlingen frühe Nahrung finden.

Bestand nach Ausfällen neu aufbauen

Sind an einer Stelle Knollen gefault, verbesserst du zuerst den Wasserabzug, bevor du nachpflanzt. Für die Nachpflanzung nimmst du nur feste, gesunde Knollen ohne Fraßspuren. Aus gesunden Teilen des Bestands kannst du nach der Blüte Wurzelknollen teilen und an die lückige Stelle umpflanzen. Über Samen geht es langsamer, denn bis zur ersten Blüte vergehen etwa 4 Jahre. Ich markiere Fehlstellen im Frühjahr mit Stäben, damit ich sie nach dem Einziehen wiederfinde.

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Häufige Fragen

Welche Krankheiten und Schädlinge können Winterlinge befallen?
Speziell für Winterlinge sind der Rostpilz Leucotelium cerasi, der zwischen Winterlingen und Pflaumen oder Kirschen wechselt, und der Brandpilz Urocystis eranthidis ohne Wirtswechsel beschrieben. Dazu kommen Probleme, die Zwiebel- und Knollenpflanzen allgemein treffen können: Fäulnis bei Staunässe im Winter, Schimmel nach ungeeigneter Lagerung und Fraß durch Wühlmäuse. Außerdem vertragen Winterlinge Trockenheit schlecht, und stark ausgetrocknete Knollen wachsen unter Umständen schlecht an.
Wie erkennt man Pilzkrankheiten bei Winterlingen?
Flecken, Beläge oder Faulstellen sind nur Hinweise, denn Blattflecken können auch durch Bakterien, Schadtiere oder nichtparasitäre Einflüsse entstehen. Ein grauer Sporenträgerrasen auf faulenden Pflanzenteilen kann auf Grauschimmel hindeuten. Sicher zuordnen lassen sich pilzliche und bakterielle Blattflecken nur durch eine Laboruntersuchung, bei unklaren Schäden hilft eine Pflanzenschutzberatung. Notiere dafür, wie viele Pflanzen betroffen sind und wie sie im Beet verteilt sind.
Wie beugst du Krankheiten bei Winterlingen am besten vor?
Gib Winterlingen einen humusreichen, mäßig nährstoffreichen Boden in Sonne oder Halbschatten, der weder austrocknet noch staunass wird. Pflanze nur feste, ungeschrumpfte Knollen ohne weiche Stellen oder Schimmel und lagere sie bis dahin nicht in luftdichten Beuteln. Lass das Laub stehen, bis es vollständig verwelkt ist, und gib kranke Pflanzenteile in den Hausmüll statt auf den Kompost.
Sind Winterlinge giftig?
Ja, beim Winterling ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle. Iss keine Pflanzenteile und lass ausgegrabene Knollen nicht offen im Garten liegen. Wurde möglicherweise etwas verschluckt, entferne Pflanzenreste aus dem Mund, löse kein Erbrechen aus und wende dich an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe.
Hilft Bodenverbesserung gegen Krankheiten bei Winterlingen?
Ein durchlässiger Boden senkt das Risiko, dass Knollen bei Staunässe im Winter faulen, eine Garantie ist er aber nicht. Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Bei schweren Böden wird für Blumenzwiebeln zusätzlich eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies empfohlen. Weil Winterlinge auch Trockenheit schlecht vertragen, soll der Boden Wasser abziehen lassen, ohne auszutrocknen.
Wie behandelt man befallene Winterlinge richtig?
Lass einen Verdacht zuerst bestimmen, denn Flecken allein sind keine Diagnose. Befallene Blätter und weiche Knollen kommen in den Hausmüll, nicht auf den Kompost, und Werkzeuge sowie Schuhe reinigst du danach, weil anhaftende Erde Erreger verschleppen kann. Ein Pflanzenschutzmittel kommt nur als letzte Stufe infrage, wenn es für den Haus- und Kleingarten gegen genau diesen Erreger an dieser Kultur zugelassen ist. Dann hältst du dich an Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit und vorgeschriebene Entsorgung.
Wie schützt man Winterlinge natürlich vor Schädlingen?
Gegen Wühlmäuse kann ein lückenlos geschlossener Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite die Knollen schützen, und Sitzstangen für Greifvögel sowie Steinhaufen für Wiesel fördern natürliche Gegenspieler. Findest du Blattläuse, prüfe zuerst, ob schon Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen da sind; einen schwachen Befall spülst du mit einem Wasserstrahl ab. Hausmitteln wie Jauchen oder Schmierseife wird einiges nachgesagt, eine Wirkung an Winterlingen ist aber nicht nachgewiesen.
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