Winterlinge gesund erhalten: Rostpilz, Fäulnis und Wühlmäuse erkennen
- Speziell für Winterlinge sind ein Rostpilz mit Wirtswechsel zu Pflaumen und Kirschen und ein Brandpilz ohne Wirtswechsel beschrieben.
- Winterlinge vertragen Staunässe ebenso schlecht wie Trockenheit, deshalb zählt der Boden auch in der Sommerruhe.
- Pflanze nur feste, ungeschrumpfte Knollen ohne weiche Stellen oder Schimmel; geschrumpfte legst du vorher einige Tage in feuchten Sand.
- Flecken auf Blättern sind Hinweise, keine Diagnose; pilzliche und bakterielle Blattflecken lassen sich nur im Labor sicher zuordnen.
- Befallene Teile gehören in den Hausmüll, nicht auf den Kompost, und Werkzeug wie Schuhe reinigst du danach.
- Ein lückenlos geschlossener Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite kann Knollen vor Wühlmausfraß schützen.

Bleiben im Februar Lücken im gelben Teppich, kann die Ursache unter der Erde liegen. Winterlinge vertragen Staunässe ebenso schlecht wie Trockenheit. Dazu kommen zwei Pilze, die speziell an Winterlingen beschrieben sind. Ich schaue bei Ausfällen deshalb zuerst auf Boden und Knollen und erst danach auf mögliche Erreger.
Der Winterling (Eranthis hyemalis) gehört zu den ersten Zwiebel- und Knollenblühern und kann schon im Januar oder Februar erscheinen. Hummeln und Honigbienen finden an ihm frühe Nahrung. Im fortschreitenden Frühjahr zieht er ein und überdauert den Rest des Jahres mit Achsenknollen im Boden; warum Winterlinge als Frühlingsanzeiger gelten, steht in einem eigenen Ratgeber.
Welche Krankheiten und Schädlinge treffen Winterlinge?
Speziell für den Winterling sind zwei Pilze beschrieben: der Rostpilz Leucotelium cerasi und der Brandpilz Urocystis eranthidis. Die übrigen Probleme können Zwiebel- und Knollenpflanzen allgemein treffen. Knollen können bei Nässe faulen, vor dem Pflanzen austrocknen, im Lager schimmeln oder von Wühlmäusen angefressen werden. Die Übersicht zeigt, was hinter den einzelnen Problemen steckt und wo du ansetzt.
| Problem | Was dahintersteckt | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Rostpilz Leucotelium cerasi | wechselt zwischen Winterlingen und Prunus-Arten wie Pflaumen oder Kirschen | befallene Blätter in den Hausmüll geben, im Spätsommer die Blätter benachbarter Pflaumen und Kirschen anschauen |
| Brandpilz Urocystis eranthidis | parasitiert Winterlinge ohne Wirtswechsel, auch gemeinsam mit dem Rostpilz | auffällige Pflanzen bestimmen lassen, befallene Teile nicht kompostieren |
| KnollenfäuleKnollenfäule meint meist den Befall von Kartoffelknollen durch den Pilz Phytophthora infestans, den Erreger der Kraut- und Knollenfäule; die Knollen faulen oft erst im Lager. Allgemeiner heißt so jede Fäulnis an Knollen, auch an Blumenknollen. | zu viel Nässe oder Staunässe im Winter | weiche und matschige Knollen aussortieren, Wasserabzug verbessern |
| Ausgetrocknete Knollen | Winterlinge vertragen Trockenheit schlecht | geschrumpfte Knollen vor dem Pflanzen einige Tage in feuchten Sand legen |
| Lagerschimmel | Penicillium nach ungeeigneter Lagerung | schimmelige Knollen nicht pflanzen, nie luftdicht lagern |
| Wühlmäuse | Fraß an Zwiebeln und Knollen im Boden | Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite, Verwühlprobe |
Blattläuse und Schnecken fehlen in dieser Liste mit Absicht: Für Winterlinge sind sie nicht als typische Schädlinge beschrieben. Was du tust, wenn du trotzdem welche findest, steht weiter unten bei den Schädlingen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist humusreicher, mäßig nährstoffreicher Boden, der nicht austrocknet. Sonne oder Halbschatten sind geeignet. Die Pflanze toleriert die meisten Bodenarten, gedeiht jedoch am besten auf alkalischen Böden.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Alkalische Böden werden bevorzugt; andere Bodenreaktionen werden toleriert.
- Substrat
Der Boden sollte humusreich und mäßig nährstoffreich sein und nicht austrocknen.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Balkonkasten, im Hochbeet, im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Aussaat ist in Töpfen oder Gefäßen im Frühbeet möglich.
Pflege
- Pflege
Den Boden nicht austrocknen lassen. Stark ausgetrocknete Knollen wachsen unter Umständen schlecht an.
- Düngung
Nach der Blüte einen milden organischen Langzeitdünger oder etwas Kompost aufstreuen und anschließend wässern. Nicht einarbeiten, um das empfindliche Wurzelsystem zu schonen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Woran erkennst du Pilzbefall an Winterlingen?
Flecken, Beläge oder Faulstellen sind Hinweise, keine Diagnose. Blattflecken können durch Pilze, Bakterien, Schadtiere oder nichtparasitäre Einflüsse entstehen. Pilzliche und bakterielle Blattflecken lassen sich nur durch eine Laboruntersuchung sicher zuordnen. Bei unklaren Schäden hilft dir eine Pflanzenschutzberatung weiter.
Rostpilz: Winterling und Kirsche teilen sich einen Erreger
Leucotelium cerasi ist ein Rostpilz mit Wirtswechsel. Im Frühjahr nutzt er Winterlinge zur Sporenbildung, im Spätsommer die Blätter von Prunus-Arten wie Pflaumen oder Kirschen. Winterlinge eignen sich für humose, durchlässige Plätze zwischen und vor Gehölzen. Stehen sie dort unter Pflaumen oder Kirschen, wachsen beide Wirte des Pilzes auf engem Raum. Ich schaue bei einem Rostverdacht deshalb im Spätsommer auch auf die Blätter der benachbarten Obstbäume.
Wirtswechsel bedeutet, dass ein Pilz im Lauf des Jahres zwei verschiedene Pflanzenarten nutzt. Beim Rost des Winterlings sind das der Winterling selbst und Prunus-Arten wie Pflaume oder Kirsche.
Brandpilz: Er bleibt beim Winterling
Der Brandpilz Urocystis eranthidis parasitiert Winterlinge ohne Wirtswechsel. Er kann zusammen mit dem Rostpilz auf derselben Pflanze vorkommen. Der Blick auf Pflaumen und Kirschen hilft dir also nur beim Rost, beim Brandpilz spielt ein zweiter Wirt keine Rolle. Bevor du größere Teile des Bestands ausgräbst, lass auffällige Pflanzen bestimmen.
Grauschimmel und weiche Faulstellen
GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. zeigt sich an Zierpflanzen als grauer Sporenträgerrasen auf faulenden Pflanzenteilen. Entdeckst du so einen Belag an Winterlingen, kann das auf Grauschimmel hindeuten. Zur Vorsorge gehören ausreichende Standweite, Luftbewegung und Pflanzen, die zur Nacht trocken sind. Wenn du wässerst, dann morgens direkt in den Wurzelbereich, weil benetzte Blätter so schneller abtrocknen.
Wenn Winterlinge nur kümmern
Schwaches Wachstum beweist allein keinen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Es kann auch durch Lichtmangel, Bodenvernässung oder WurzelfäulenBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. entstehen. Ich notiere mir bei einem Verdacht, wie viele Pflanzen betroffen sind, wie sie im Beet verteilt sind und was ich bisher unternommen habe. Diese Angaben helfen bei der Diagnose, gerade wenn du eine Beratung fragst.
Was an den Nachbarn auftaucht
Winterlinge lassen sich zeitgleich mit früh blühenden Krokussen und Schneeglöckchen kombinieren. Diese Nachbarn haben eigene Erreger: Botrytis galanthina an Schneeglöckchen, Botrytis croci an Krokussen. Einen Befund an der Nachbarpflanze überträgst du deshalb nicht ungeprüft auf die Winterlinge. Wenn du das Beet ohnehin neu planst, zeigt dir ein eigener Ratgeber, welche Frühblüher zu Winterlingen passen.
Was passiert unter der Erde?
Bei zu viel Nässe oder Staunässe im Winter können im Herbst gepflanzte Blumenzwiebeln faulen. Stark ausgetrocknete Winterlingsknollen wachsen dagegen unter Umständen schlecht an. Der Winterling zieht im Frühjahr ein und verbringt den Rest des Jahres als Knolle im Boden. Weil er Trockenheit schlecht verträgt, prüfst du seinen Platz auch im Sommer, wenn oben nichts mehr zu sehen ist. Gräbst du an einer Fehlstelle nach, sortierst du weiche und matschige Knollen aus und entsorgst sie.
Gesunde Knollen auswählen und richtig lagern
Ich prüfe gekaufte Knollen einzeln zwischen den Fingern, bevor sie in die Erde kommen. Gut sind feste, ungeschrumpfte Knollen ohne weiche Stellen oder Schimmel. Geschrumpfte Winterlingsknollen legst du vor dem Pflanzen einige Tage in feuchten Sand, damit sie wieder Wasser aufnehmen. Bis dahin gehören sie nicht in luftdichte Beutel, weil Schwitzwasser Fäulnis begünstigt. Ungeeignet gelagerte Blumenzwiebeln können außerdem von Penicillium-Schimmel befallen werden.
Winterlinge werden von September bis Dezember gepflanzt. Wann welche Art in die Erde kommt, zeigt dir der druckbare Kalender für Blumenzwiebeln.
Beim Winterling ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Knolle. Aussortierte Knollen lässt du deshalb nicht offen im Garten liegen, sondern gibst sie in den Hausmüll.
Wühlmäuse und andere Schädlinge
Wühlmäuse an den Knollen
Gegen Wühlmausfraß kann ein lückenlos geschlossener Drahtkorb mit etwa 15 mm Maschenweite Zwiebeln und Knollen schützen. Fraßgefährdete Knollen setzt du dafür gruppenweise in den versenkten Korb. Ob überhaupt eine Wühlmaus am Werk ist, zeigt die Verwühlprobe. Dazu öffnest du einen Gang auf 20 bis 30 cm und legst ein Möhrenstück hinein. Eine Wühlmaus verschließt den Gang wieder und benagt die Möhre, ein Maulwurf unterwühlt dagegen den offenen Abschnitt.
Auch die Hügel geben einen Hinweis. Wühlmaushügel sind häufig flacher und unregelmäßiger als Maulwurfshügel, deren Gangöffnung typischerweise mittig unter dem Erdhaufen liegt. Sitzstangen für Greifvögel und Steinhaufen als Unterschlupf für Wiesel fördern natürliche Gegenspieler. Fallen setzt du vorzugsweise im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr, wenn weniger natürliche Nahrung verfügbar ist.
Blattläuse und Schnecken
Findest du an Winterlingen Blattläuse, schau zuerst nach Marienkäfern, Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse.. Vorhandene NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. können einen Eingriff überflüssig machen. Einen schwachen Befall kannst du mit einem Wasserstrahl abspülen. Bei Schnecken lohnt ein Blick auf die Mulchdecke, denn eine feuchte Mulchdecke kann Nacktschnecken begünstigen.
Bierfallen halten Schnecken vom Beet fern? Offene Bierfallen können Schnecken aus benachbarten Gärten anlocken, und nur ein kleiner Teil der angelockten Tiere fällt hinein. Außerdem können sie Nützlinge töten.
Wie beugst du Krankheiten bei Winterlingen vor?
Standort und Boden
Winterlinge brauchen humusreichen, mäßig nährstoffreichen Boden, der nicht austrocknet, in Sonne oder Halbschatten. Bei schweren Böden wird für Blumenzwiebeln eine 3 bis 5 cm starke Drainageschicht aus Sand oder Kies empfohlen. Alles zum Setzen steht im Ratgeber, wie du Winterlinge richtig pflanzt, den Überblick über alle Arten gibt der Abschnitt Standort und Boden im Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Gießen und Düngen
Beim Düngen hältst du dich mit Stickstoff zurück, denn stark stickstoffbetonte Düngung kann einen stärkeren Blattlausbesatz begünstigen. Für Beete mit frühlingsblühenden Blumenzwiebeln wird alle 2 Jahre im Herbst eine Auflage aus Kompost, Lauberde oder verrottetem Mist empfohlen. Die Grundpflege mit Wasser und Nährstoffen findest du im Pflanzratgeber für Winterlinge und im Abschnitt Gießen und Düngen des Ratgebers zu Blumenzwiebeln und Knollen.
Laub stehen lassen
Bei kleinen Geophyten wie dem Winterling bleibt das Laub stehen, bis es vollständig verwelkt ist. Wer grünes Laub zu früh entfernt, kann die Blüte im Folgejahr beeinträchtigen. Wie du die Pflanzen nach der Blüte begleitest, zeigt der Ratgeber, wie du Winterlinge nach der Blüte und über die Ruhephase pflegst.
Das Beet nach der Blüte aufräumen, solange das Laub noch grün ist. Lass es stehen, bis es vollständig verwelkt ist. Sollen sich die Winterlinge über Samen ausbreiten, schneidest du auch die abgeblühten Köpfe nicht ab.
Was tust du, wenn Winterlinge befallen sind?
Kranke Teile entfernen, Erreger nicht verschleppen
Erhärtet sich ein Verdacht, entfernst du befallene Blätter und weiche Knollen und gibst sie in den Hausmüll. Auf den Hauskompost gehören sie nicht, weil Krankheitserreger bei unzureichender RottetemperaturDie Rottetemperatur ist die Temperatur im Inneren eines Komposthaufens, die entsteht, weil Mikroorganismen beim Abbau des Materials Wärme freisetzen. Liegt sie in der Heißrotte über 55 °C, hilft sie, Krankheitserreger abzutöten. überdauern können. Anhaftende Erde kann Erreger mit Werkzeugen und Schuhen verschleppen. Reinige beides deshalb, bevor du in einem gesunden Teil des Gartens weiterarbeitest.
Kranke Blätter stecke ich schon beim Abzupfen in eine Tüte, statt sie auf dem Weg abzulegen. Danach spüle ich Pflanzkelle und Schuhsohlen ab, bevor ich ins nächste Beet gehe.
Natürlich oder chemisch eingreifen?
Natürlich eingreifen heißt beim Winterling: vorbeugen, kontrollieren, kranke Teile entfernen und vorhandene Nützlinge schonen. Jauchen, SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. oder Kaffeesatz wird viel nachgesagt, doch eine Wirkung an Winterlingen ist nicht nachgewiesen, und pflanzliche Herkunft allein ist keine Freigabe für den Pflanzenschutz. Wie diese Stufen bei allen Zwiebel- und Knollenpflanzen ineinandergreifen, beschreibt der Ratgeber zu Blumenzwiebeln und Knollen im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Als letzte Stufe kommt nach gesicherter Diagnose nur ein Pflanzenschutzmittel infrage, das für den Haus- und Kleingarten gegen genau diesen Erreger an dieser Kultur zugelassen ist. Dann hältst du dich an Gebrauchsanweisung, Schutzkleidung, Wartezeit und vorgeschriebene Entsorgung. Bedenke außerdem: Ein Einsatz zur Blütezeit kann die Hummeln und Bienen treffen, die an Winterlingen frühe Nahrung finden.
Bestand nach Ausfällen neu aufbauen
Sind an einer Stelle Knollen gefault, verbesserst du zuerst den Wasserabzug, bevor du nachpflanzt. Für die Nachpflanzung nimmst du nur feste, gesunde Knollen ohne Fraßspuren. Aus gesunden Teilen des Bestands kannst du nach der Blüte Wurzelknollen teilen und an die lückige Stelle umpflanzen. Über Samen geht es langsamer, denn bis zur ersten Blüte vergehen etwa 4 Jahre. Ich markiere Fehlstellen im Frühjahr mit Stäben, damit ich sie nach dem Einziehen wiederfinde.

