Hundszunge aussäen: Warm-/Kalt-Vorbehandlung, richtige Saattiefe und Pikieren
- Für die Gewöhnliche Hundszunge nennt die Herstelleranleitung 0,5 bis 1 cm Saattiefe, die Samen kommen also unter die Erde.
- Die Warm-/Kalt-Vorbehandlung läuft in normaler Aussaaterde, direkt im Topf, in dem die Samen später keimen.
- Die Aussaat darf auch kurzzeitig nicht austrocknen, die Töpfe brauchen trotzdem einen Wasserabzug gegen Staunässe.
- Aus dem Topf pikierst du bei den ersten echten Blattpaaren, im Freilandanzuchtbeet auf etwa 5 cm, wenn sich die Pflänzchen berühren.
- Am Endplatz bekommt die Gewöhnliche Hundszunge 20 cm Pflanzabstand.
- Die Gewöhnliche Hundszunge ist giftig und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide.

Du hast ein Tütchen Hundszunge-Samen vor dir und fragst dich, ob die Körner oben auf die Erde gehören oder darunter. Für die Gewöhnliche Hundszunge nennt die Herstelleranleitung 0,5 bis 1 cm Saattiefe, die Samen kommen also unter die Erde. Dazu kommt eine Warm-/Kalt-Vorbehandlung, für die du normale Aussaaterde nimmst. Ich ziehe die Hundszunge deshalb in beschrifteten Töpfen vor, weil ich dort Feuchte und Temperatur selbst steuere.
Hundszunge-Aussaat auf einen Blick
| Schritt | Wert | Gilt für |
|---|---|---|
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm | Gewöhnliche Hundszunge, Angabe der Herstelleranleitung |
| Substrat für die Warm-/Kalt-Vorbehandlung | normale Aussaaterde | Gewöhnliche Hundszunge |
| Salzgehalt der Aussaaterde | unter 0,5 g je Liter | Jungpflanzenanzucht allgemein |
| Pikierabstand im Freilandanzuchtbeet | etwa 5 cm, sobald sich die Pflanzen berühren | Zweijahresblumen |
| Pflanzabstand am Endplatz | 20 cm | Gewöhnliche Hundszunge, Angabe der Herstelleranleitung |
Gewöhnliche Hundszunge: was du vor dem Säen wissen solltest
Gemeint ist hier die Gewöhnliche Hundszunge, botanisch Cynoglossum officinale. Ihren Namen hat sie von den länglichen Blättern, die an eine Hundezunge erinnern. Sie wächst zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, zur Blüte kommt sie erst im zweiten Jahr. Die Werte in dieser Anleitung gelten für genau diese Art. Steht auf deinem Tütchen eine andere Hundszunge, richtest du dich bei Saattiefe und Abstand nach der Packung.
Die Gewöhnliche Hundszunge ist giftig und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide. Sie gehört nicht in Salat, Tee oder auf den Teller, auch wenn sie zu den Borretschgewächsen zählt. In frei zugänglichen Bereichen eines Kita-Gartens werden Pflanzen mit giftigen Bestandteilen nicht gepflanzt, dort hat die Hundszunge also keinen Platz.
Wann du Hundszunge säst
Der Aussaattermin für Hundszunge hängt an der Vorbehandlung. Die Samen liegen zuerst in einer warmen und danach in einer kalten Phase in feuchter Aussaaterde. Wie lange jede Phase dauert, entnimmst du der Anleitung deines Saatguts. Von dort rechnest du deinen Starttermin zurück.
Plane außerdem genug Zeit am Endplatz ein. Weil die Hundszunge erst im zweiten Jahr blüht, belegt sie ihr Beetstück länger als eine einjährige Sommerblume. Wann deine übrigen Sommerblumen an der Reihe sind, zeigt dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Stratifikation: die Warm-/Kalt-Vorbehandlung Schritt für Schritt
Stratifikation heißt, dass Samen in feuchtem Substrat eine Wärme- oder Kältephase durchlaufen, bevor sie keimen. Bei der Gewöhnlichen Hundszunge ist es eine Warm-/Kalt-Vorbehandlung, also erst warm und danach kalt.
Für die Vorbehandlung nimmst du normale Aussaaterde. Ein Gemisch aus Sand oder VermiculitVermiculit ist ein natürliches Mineral, das durch starkes Erhitzen zu einem leichten, porösen Granulat aufgebläht wird. Als Zusatz in Anzucht- und Pflanzerden lockert es das Substrat und speichert Wasser sowie gelöste Nährstoffe. im Gefrierbeutel brauchst du dafür nicht, denn die Samen liegen gleich in dem Topf, in dem sie später keimen. Das spart dir einen Arbeitsschritt: Nach der Kaltphase musst du nichts mehr aussäen.
Auf Topf und Erde kommt es dabei an. Töpfe und Anzuchtschalen brauchen einen Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Aussaaterde für die Jungpflanzenanzucht sollte einen Salzgehalt unter 0,5 g je Liter haben. Ich säe in kleine Töpfe statt in eine große Schale, weil ich sie für die Kaltphase leichter umstelle.
So bereitest du die Vorbehandlung vor:
- Topf mit Abzugsloch, gefüllt mit normaler Aussaaterde
- Samen 0,5 bis 1 cm tief einlegen, Erde andrücken und angießen
- Etikett mit Art, Beginn der Warmphase und Wechsel in die Kaltphase
- in beiden Phasen feucht halten, die Erde darf nicht austrocknen
- sobald sich Keimlinge zeigen, den Topf hell stellen
Durch beide Phasen hindurch zählt die Feuchte. Die Aussaat zweijähriger Sommerblumen darf auch kurzzeitig nicht austrocknen, und das gilt in der warmen wie in der kalten Phase.
Ich schreibe auf jedes Etikett zwei Daten: wann die Warmphase beginnt und wann der Topf in die Kälte wechselt. So sehe ich jedem Topf an, in welcher Phase er steht, auch wenn mehrere Aussaaten nebeneinander stehen.
Wie tief du Hundszunge säst
Für die Gewöhnliche Hundszunge nennt die Herstelleranleitung 0,5 bis 1 cm Saattiefe. Mit dem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. drücke ich kleine Mulden in die Erde, lege die Samen hinein und schiebe Erde darüber. Danach drücke ich die Oberfläche leicht an, damit die Samen rundum Kontakt zur feuchten Erde haben. Im Beet ziehst du eine Rille in derselben Tiefe und schließt sie nach dem Säen wieder.
„Hundszunge ist ein Lichtkeimer und darf nicht mit Erde bedeckt werden.“ Für die Gewöhnliche Hundszunge passt das nicht zur Herstelleranleitung, die eine Saattiefe von 0,5 bis 1 cm nennt. Säst du eine andere Hundszunge, gilt die Tiefe auf deiner Packung.
Direktsaat oder Vorkultur: was ich dir empfehle
Ich empfehle dir die Vorkultur in Töpfen. Dort steuerst du die warme und die kalte Phase selbst und merkst sofort, wenn die Erde abtrocknet. Das ist bei der Hundszunge wichtig, weil die Vorbehandlung in feuchter Aussaaterde läuft und die Aussaat zweijähriger Sommerblumen auch kurzzeitig nicht austrocknen darf. Die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. spart dir Töpfe und Platz auf der Fensterbank, dafür hast du Feuchte und Temperatur im Beet weniger in der Hand.
Vorkultur im Topf
Bei der Vorkultur ist die Vorbehandlung schon die Aussaat. Du säst in den Topf, führst ihn durch die warme und die kalte Phase und wartest dort auf die Keimlinge. Den Ablauf findest du in der Checkliste zur Stratifikation, nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. geht es mit dem PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. weiter.
Direktsaat ins Anzuchtbeet
Wenn du direkt säst, bereitest du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. vor. Für Zweijahresblumen bietet sich ein eigenes Anzuchtbeet im Freiland an, in dem die Sämlinge stehen, bis sie an ihren Endplatz umziehen. Die Samen legst du in derselben Tiefe wie im Topf in Rillen und hältst das Beet feucht, bis die Sämlinge stehen. Ich markiere die Rillen mit Stäbchen, damit ich beim Jäten weiß, wo die Hundszunge auflaufen soll.
Keimung: Feuchte und Licht im Blick
Bis die ersten Keimlinge erscheinen, hältst du die Erde gleichmäßig feucht. Bevor ich gieße, fühle ich mit dem Finger in die Erde. Ist deine Aussaaterde torffrei, prüfst du dabei auch unter der Oberfläche, weil diese schnell abtrocknet. Zu nass soll die Erde aber auch nicht sein: Der Wasserabzug im Topf sorgt dafür, dass keine Staunässe entsteht.
Einen Topf, in dem sich noch nichts zeigt, halte ich weiter feucht und räume ihn nicht vorschnell aus. Zuerst erscheinen die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., danach die ersten echten Blätter. Sobald das erste Grün da ist, braucht der Sämling ausreichend Licht.
Die Töpfe bleiben nach dem Auflaufen an einem dunklen Platz stehen. Lichtmangel begünstigt dann lange, instabile Triebe. Stell die Sämlinge an einen hellen Platz, sobald sich das erste Grün zeigt.
Pikieren und Vereinzeln: mehr Platz für die Sämlinge
Aus dem Topf oder der Saatschale pikierst du, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blattpaare entwickelt sind. Im Freilandanzuchtbeet gibt es ein anderes Signal: Berühren sich die Pflänzchen, setzt du sie auf etwa 5 cm Abstand. Dort bleiben sie, bis sie an den Endplatz kommen.
So gehe ich beim Pikieren vor. Die Erde gieße ich vorher an, damit sie an den Wurzeln hält. Mit dem Pikierstab hebe ich jeden Sämling einzeln heraus und fasse ihn dabei an einem Blatt, nicht am Stängel. Im neuen Topf mit Abzugsloch drücke ich ein Pflanzloch vor, setze den Sämling ein und drücke die Erde rundum an. Zum Schluss gieße ich an, damit sich die Erde um die Wurzeln schließt.
Im Anzuchtbeet arbeitest du mit denselben Handgriffen und setzt die Sämlinge innerhalb des Beets auf den neuen Abstand. Nach dem Pikieren stehen die Töpfe wieder hell, damit die Jungpflanzen nicht lang und instabil werden.
Abhärten und Auspflanzen
Vorgezogene Jungpflanzen gewöhnst du schrittweise an das Freiland. Bei mildem Wetter stellst du sie zuerst geschützt in den Schatten und später auch in die Sonne. Ich pflanze aus, wenn die Wurzeln den Topfballen zusammenhalten, und gieße die Töpfe vorher durch.
Am Endplatz setzt du die Hundszunge mit 20 cm Pflanzabstand, so gibt es der Hersteller für die Gewöhnliche Hundszunge an. Aus dem Anzuchtbeet hebst du die Jungpflanzen mit Erde am WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. aus und pflanzt sie im selben Abstand. Wähle den Platz gleich so, dass die Rosette dort bis zur Blüte im zweiten Jahr stehen bleiben kann. Wie viele Pflanzen dein Beet bei diesem Abstand aufnimmt, planst du im Beetplaner.
Gießen, Düngen und Schädlinge in der Sämlingszeit
Welkt ein Sämling im Topf, prüfst du zuerst die Feuchte der Erde, bevor du nachgießt. Auch Dauernässe und abgestorbene Wurzeln können Welke verursachen. Im Sommerblumen-Ratgeber steht, wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst.
Gedüngt wird im Beet nach der Bodenuntersuchung, die auch die Stickstoffnachlieferung aus Humus berücksichtigt. Einen Düngeplan nach Kalender brauchst du dafür nicht.
Schnecken sammle ich an den Jungpflanzen ab. Bei schwachem Blattlausbefall reicht an Zierpflanzen meist ein Wasserstrahl, mehr dazu steht im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen desselben Ratgebers. Wie es mit der etablierten Pflanze weitergeht, liest du im Ratgeber, wie du Hundszungen über die Saison pflegst.
Ziehst du neben der Hundszunge weitere Sommerblumen, helfen dir die Anleitungen, wie du Schmuckkörbchen direkt ins Beet oder in Vorkultur säst und wie du Sommerastern säst und bis zum Auspflanzen bringst.




