Hundszunge pflegen: So bringst du die Zweijährige zur Blüte und zur Samenreife
- Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) ist zweijährig: Blüte und Samen kommen erst im zweiten Jahr.
- Sie wächst warm und sonnig bis leicht schattig, auf trockenem bis frischem, lehmigem oder sandigem, mäßig kalkreichem Boden.
- Lass die Jungpflanzen des ersten Jahres beim Herbstputz stehen, denn erst im zweiten Jahr blühen sie.
- Für den Bestandserhalt müssen die Samen reifen: Mähe oder schneide erst danach.
- Gieße und dünge nach Bedarf, Bodenfeuchte und Bodenuntersuchung statt nach festem Plan.
- Die Pflanze ist giftig und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide; sie gehört nicht in die Küche.

Wenn deine Hundszunge im ersten Sommer nur Blätter treibt, ist nichts schiefgelaufen. Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) ist zweijährig und blüht erst in ihrem zweiten Jahr. Die wichtigsten Handgriffe fallen deshalb in den Herbst zwischen den beiden Jahren und in die Zeit der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen.. Ich richte meine Pflege nach dem Alter jeder einzelnen Pflanze, nicht nach dem Kalender.
Was die Gewöhnliche Hundszunge ausmacht
Drei Eigenschaften bestimmen, wie du mit Hundszungen umgehst: Sie sind zweijährig, sie verbreiten sich über Samen, und sie sind giftig. Ihre Samen haben eine hakige Oberfläche, die an Tierfell haften kann.
Zweijährig heißt, dass eine Pflanze ihren Lebenszyklus auf zwei Gartenjahre verteilt. Im ersten Jahr wächst sie heran, im zweiten blüht sie und bildet Samen. Danach ist ihr Zyklus abgeschlossen, und Nachwuchs kommt aus den Samen.
Über die zwei Jahre ergibt sich daraus ein fester Ablauf, an dem sich die Pflege orientiert:
| Phase | Was die Pflanze tut | Was du tust |
|---|---|---|
| Erstes Jahr | wächst heran, blüht noch nicht | von Hand jäten, Sämlinge schonen |
| Herbst und Winter | steht als Jungpflanze im Beet | beim Aufräumen stehen lassen und markieren |
| Zweites Jahr | blüht und bildet Samen | Samen reifen lassen, erst danach mähen oder schneiden |
| Nach der Samenreife | hat ihren Zyklus abgeschlossen | Samen ernten oder ausfallen lassen, dann die Pflanze entfernen |
Die Gewöhnliche Hundszunge ist giftig und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide. Sie ist eine Zierpflanze und nichts zum Essen. Sammelst du Wildpflanzen, isst du nur, was du sicher von giftigen Arten unterscheiden kannst. Im Familiengarten bekommt die Hundszunge einen Platz, an dem kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen.
Welcher Standort passt zu Hundszungen?
Die Gewöhnliche Hundszunge wächst an warmen, sonnigen bis leicht schattigen Standorten. Ihr Boden ist dort trocken bis frisch, lehmig oder sandig und mäßig kalkreich. Im Garten suchst du ihr deshalb einen warmen, hellen Platz, an dem der Boden nicht dauerhaft nass bleibt.
Sandreiche Böden lassen Wasser schnell durch, tonreiche Böden lassen es langsamer durch und vernässen leichter. Ein schwerer, tonreicher Boden passt damit schlecht zu den trockenen bis frischen Standorten, auf denen die Hundszunge wächst. Ich prüfe den Boden vorher mit der Fingerprobe an leicht feuchter Erde. Zerfällt sie körnig, spricht das eher für Sand; lässt sie sich gut formen und klebt, eher für Ton. Diese Probe ordnet den Boden allerdings nur näherungsweise ein.
Mäßig kalkreich heißt nicht, dass du vorsorglich Kalk ausbringst. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt, und das zeigt dir eine Bodenuntersuchung. Planst du ein neues Beet für die Hundszunge, kannst du deine Beetfläche mit dem Beetplaner durchplanen.
Gießen und Düngen nach Bedarf
Wie oft du Hundszungen gießt, richtet sich nach Pflanzenbedarf, Bodenfeuchte und Witterung, nicht nach einem festen Rhythmus. Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger, wie feucht die Erde ist, und gieße dann am Boden, damit das Laub trocken bleibt. Gedüngt wird im Garten nach Pflanzenbedarf und Bodenuntersuchung statt nach Kalender. Im Sommerblumen-Ratgeber liest du, wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst.
Das erste Jahr: Jungpflanzen ungestört wachsen lassen
Im ersten Jahr zählt vor allem, dass die jungen Hundszungen ungestört heranwachsen. Ich jäte rund um die Pflanzen von Hand und schaue dabei genau hin, damit keine eigenen Sämlinge mit dem Unkraut im Eimer landen. Drängen sich Sämlinge aus SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. zu dicht, vereinzle ich sie, damit Licht und Luft zwischen die Pflanzen kommen.
Den Boden lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Schichten zu wenden, und betrittst die Beetfläche möglichst nicht, damit ihre Poren erhalten bleiben. Mehr zu Unkraut und Beetpflege findest du im Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel zur Pflege.
Willst du Hundszungen neu säen, arbeitest du mit einer Warm-Kalt-Vorbehandlung in normaler Aussaaterde. Zeitpunkt, Ablauf und Saattechnik stehen in der Anleitung, wie du Hundszunge von der Vorbehandlung bis zum Auspflanzen aussäst.
Herbst und Winter: die Pflanzen des ersten Jahres durchbringen
Zwischen den beiden Jahren entscheidet sich, ob im nächsten Sommer Hundszungen blühen. Aus den Jungpflanzen des ersten Jahres werden die blühenden Pflanzen des Folgejahres, deshalb bleiben sie beim Herbstputz stehen. Wachsen beide Jahrgänge nebeneinander, unterscheidest du genau: Die abgeblühten Pflanzen haben ihren Zyklus beendet, die jungen stehen noch am Anfang.
Beim Aufräumen im Herbst landen die Jungpflanzen zusammen mit den abgeblühten Pflanzen im Gartenabfall. Dann fehlt im nächsten Sommer genau die Generation, die blühen sollte.
Ich stecke im Herbst neben jede Jungpflanze einen Stab, damit ich beim Aufräumen sehe, was stehen bleibt. Die abgeblühten Pflanzen nehme ich erst heraus, wenn ihre Samen geerntet oder ausgefallen sind. Die Stäbe ziehe ich im Frühjahr erst, wenn ich die Pflanzen sicher wiedererkenne.
Steht eine Hundszunge im Kübel, friert ihr WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. schneller durch als im Gartenboden. Ich rücke solche Gefäße im Winter an einen geschützteren Platz und halte die Abzugslöcher frei, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Wasser im Untersetzer leere ich nach Regen aus, damit an den Wurzeln keine Nässe steht.
Das zweite Jahr: Blüte und Samenreife
Im zweiten Jahr blüht die Hundszunge und bildet ihre Samen. Für den Bestandserhalt muss sie zur Samenreife kommen, bevor gemäht wird. Wächst sie bei dir in einer Wiesenecke, mähst du dort also erst, wenn die Samen reif sind.
Jede Pflanze blüht nur in ihrem zweiten Jahr, und der Nachwuchs kommt aus ihren Samen. Die Blüten der kommenden Jahre hängen deshalb an den Samen, die du in diesem Sommer reifen lässt. Ich lasse darum in jedem Sommer an einem Teil der Pflanzen die Samen ausreifen.
Bei Balkonpflanzen wie Petunien und Fleißigem Lieschen fördert das Entfernen verblühter Blüten die weitere Blüte und vermindert Krankheitsherde. Bei der Hundszunge bildet ein abgeschnittener BlütenstandEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. aber keine Samen mehr, also schneidest du nur dort, wo du keinen Nachwuchs willst. Wie du Sommerblumen ausputzt, steht ebenfalls im Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel zur Pflege. Pflegst du ein ganzes Beet aus Blütenmischungen, hilft dir der Ratgeber, wie du Samenmischungen für ein Blumenbeet auswählst und das Beet über die Saison pflegst.
Samen ernten, lagern und die Selbstaussaat lenken
Lässt du die Samen an der Pflanze ausfallen, sät sich die Hundszunge selbst aus. Erntest du sie, bestimmst du selbst, wo neue Pflanzen wachsen. Willst du die Ausbreitung begrenzen, schneidest du überzählige Blütenstände ab, bevor die Samen reifen. Denk dabei an die hakigen Samen: Solche Samen können im Fell von Hund oder Katze an Stellen gelangen, an denen du keine Hundszunge haben möchtest.
Zum Ernten wartest du, bis die Samen braun und ausgereift sind. Geerntet wird an einem trockenen, sonnigen Tag. Ich lege die Samenstände zum Nachtrocknen auf Papier und trenne die Samen danach von den Pflanzenresten. Beschriftet lagerst du sie kühl, dunkel und trocken; erst vollständig getrocknete Samen kommen luftdicht verschlossen ins Lager. Wie du die geernteten Samen aussäst, beschreibt die Aussaatanleitung für die Hundszunge.
Was fehlt meiner Hundszunge?
Die Anzeichen in der Tabelle können an Zierpflanzen allgemein auftreten. An der Hundszunge sind sie Hinweise, keine sichere Diagnose.
| Was du siehst | Was dahinterstecken kann | Erster Handgriff |
|---|---|---|
| Weiße Flecken, die zu einem mehlartigen, abwischbaren Belag auf der Blattoberseite zusammenwachsen, auch bei trockenwarmem Wetter | Echter MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. | erkrankte Blätter entfernen und betroffene Triebe zurückschneiden, um die Ausbreitung einzudämmen |
| Fraß vom Blattrand her, silbrige Schleimspuren | Schnecken | absammeln, bei erneuter Zuwanderung einen Schneckenzaun setzen |
| Blattläuse auf Blättern und Trieben | schwacher Blattlausbefall | mit einem Wasserstrahl abspritzen |
| Grauer Belag auf faulenden Pflanzenteilen bei hoher Luftfeuchte | GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. | befallene Teile entfernen |
| Welke Blätter | TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. oder beginnende WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. | erst die Bodenfeuchte prüfen, dann über das Gießen entscheiden |
| Unklare Blattflecken, die Pflanze kümmert | Ursache offen | Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst untersuchen lassen |
Ich schaue beim Rundgang auf und unter die Blätter und nehme kranke Teile gleich heraus. Danach reinige ich Schere und Handschuhe, bevor ich an gesunde Pflanzen gehe.
Vorbeugen und eingreifen
Genug Abstand zwischen den Pflanzen, gute Belichtung und Durchlüftung und keine Stickstoffüberdüngung unterstützen die Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Kommt es trotzdem zu Befall, sammelst du Schädlinge ab und entfernst kranke Pflanzenteile. Wie du bei Sommerblumen vorbeugst und von Hand eingreifst, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel zu Krankheiten und Schädlingen.




