Rasselblume: Aussaat, Pflege und Überwinterung der blauen Staude
- Kurzlebige, winterharte Staude: 50–60 cm hoch, Blüte von Juli bis September.
- Lichtkeimer: Samen nur 0–0,5 cm tief säen, Keimung bei 18–22 °C meist nach 7–14 Tagen.
- Abstand im Beet: 30 cm in der Reihe, 40 cm zwischen den Reihen.
- Volle Sonne und gut durchlässiger Boden, auf schweren Böden bleibt sie oft kurzlebig.
- Im Garten ist keine zusätzliche Düngung nötig, nach der Blüte wird zurückgeschnitten.
- Einzelne Blütenstände für eigenes Saatgut stehen lassen und die Samen kühl, dunkel und trocken lagern.

Die Blaue Rasselblume gilt als winterhart und ist trotzdem oft kurzlebig. Besonders auf schweren Böden hält sie sich nicht lange, in voller Sonne auf gut durchlässigem Boden ist sie dagegen am richtigen Platz. Ich setze sie deshalb nur an Stellen, an denen Regenwasser zügig versickert, und halte immer eigenes Saatgut bereit.
Botanisch heißt die Pflanze Catananche caerulea. Für ihre Kultur zählen vor allem drei Dinge: eine Aussaat mit Licht, ein Boden ohne Staunässe und eigene Samen für die Nachzucht.
Was für eine Pflanze ist die Rasselblume?
Die Rasselblume ist eine kurzlebige mehrjährige krautige Pflanze. Anders als einjährige Sommerblumen stirbt sie nach der ersten Saison nicht zwangsläufig ab, denn sie gilt als winterhart. Die Staude wird 50 bis 60 cm hoch. In der Breite nimmt sie 30 bis 40 cm ein. Die blauen Blüten erscheinen von Juli bis September, duften nicht und eignen sich als Schnittblumen.
| Merkmal | Blaue Rasselblume (Catananche caerulea) |
|---|---|
| Lebensform | kurzlebige mehrjährige krautige Pflanze |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | winterhart |
| Wuchshöhe | 50–60 cm |
| Wuchsbreite | 30–40 cm |
| Blütezeit | Juli bis September |
| Licht | volle Sonne |
| Bodenfeuchte | trocken, gute Trockenheitsresistenz |
| Duft | nicht duftend |
| Verwendung | sonnige Beete und Rabatten, Schnittblume |
Was ein- und mehrjährige Arten im Sommerblumenbeet grundsätzlich unterscheidet, erklärt der Überblick zu Lebensdauer und Herkunft der Sommerblumen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; gute Trockenheitsresistenz. Oft kurzlebig, besonders auf schwerem Boden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Geeignet sind sonnige Beete und Rabatten mit gut durchlässigem Boden; auf schweren Böden ist die Pflanze oft kurzlebig.
Pflege
- Pflege
Nach der Blüte zurückschneiden. Besonders auf schweren Böden kann die Pflanze kurzlebig sein; auf guten Wasserabzug achten.
- Düngung
Bei der Rasselblume ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze ist kurzlebig mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Welchen Standort und Boden braucht die Rasselblume?
Die Rasselblume braucht einen Platz in voller Sonne und gut durchlässigen Boden. Mit Trockenheit kommt sie gut zurecht. Im britischen Gartenbau wird sie für Kalk-, Lehm- und Sandboden geführt, beim pH-Wert für saure, neutrale und alkalische Böden. Tonboden fehlt in dieser Aufzählung, und auf schweren Böden bleibt die Staude oft kurzlebig: Ein toniges Beet ist für sie deshalb ein heikler Platz.
Vor dem Pflanzen mache ich die Fingerprobe mit leicht feuchter Erde. Zerfällt die Erde körnig, spricht das für Sand, lässt sie sich formen und klebt, eher für Ton. Tonige Böden lockerst du und arbeitest groben Humus, Kompost und bei Bedarf groben Sand ein; mehr dazu steht im Sommerblumen-Ratgeber unter Standort und Boden.
Wann und wie säe ich die Rasselblume aus?
Ich ziehe Rasselblumen in Schalen auf der Fensterbank vor, weil ich dort die Keimtemperatur halten kann. Die Kultur kann zwischen März und Juni beginnen, als Aussaatzeit gelten Mai und Juni. Die Samen keimen bei 18 bis 22 °C. In der Regel zeigen sich die Keimlinge nach 7 bis 14 Tagen. Die Keimung kann sich aber auch bei passender Wärme über bis zu 3 Monate hinziehen. Eine Schale, in der sich nach dieser Zeit noch nichts regt, halte ich deshalb weiter feucht.
Die Rasselblume ist ein Lichtkeimer. Die Samen brauchen Licht zum Keimen, deshalb säst du sie nur 0 bis 0,5 cm tief und drückst sie gut an.
| Aussaat | Wert |
|---|---|
| Kulturbeginn | März bis Juni |
| Aussaatzeit | Mai bis Juni |
| Saattiefe | 0–0,5 cm (Lichtkeimer) |
| Keimtemperatur | 18–22 °C |
| Keimdauer | meist 7–14 Tage, bei 20 °C Keimung innerhalb von 3 Monaten |
Für die Vorkultur halte ich mich an Handgriffe, die für viele Sommerblumen gelten.
- frische, als Aussaaterde gekennzeichnete Erde und saubere Gefäße mit Wasserabzug
- Samen andrücken und nicht tiefer als 0,5 cm bedecken
- Erde feucht halten, denn die Saat darf beim Keimen nicht austrocknen
- Folienabdeckung täglich lüften und nach der Keimung abnehmen
- nach der Keimung hell stellen und die Temperatur senken, weil viel Wärme bei wenig Licht lange, weiche Triebe begünstigt
- nach den ersten echten Blättern einzeln in eigene Töpfe pikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat.
Für die Planung deiner übrigen Sommerblumen hilft dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Wie pflanze ich die Rasselblume richtig?
Vorgezogene Pflanzen gewöhne ich bei mildem Wetter schrittweise ans Freiland, zuerst geschützt im Schatten und erst danach in der Sonne. Gekaufte Rasselblumen pflanze ich wie andere Stauden im Frühjahr oder im Herbst. Gut geeignet sind Ende März bis Mitte Mai sowie Mitte September bis Ende Oktober, bei frostfreiem, nicht heißem Wetter und nicht nassem Boden. Einen ausgetrockneten Topfballen wässere ich vorher, dicht verfilzte Wurzeln reiße ich auf.
Frei wachsende Rasselblumen im Beet bekommen 30 cm Abstand in der Reihe und 40 cm Abstand zwischen den Reihen. Das entspricht ihrer Wuchsbreite von 30 bis 40 cm.
Wie sich die Pflanzen auf deiner Fläche verteilen, kannst du mit dem Beetplaner für dein Gartenbeet durchspielen.
Welche Fehler bei Standort, Pflanzung und Abstand Rasselblumen kümmern lassen und wie du sie behebst, zeigt der Ratgeber zu typischen Anbaufehlern bei Rasselblumen.
Wie pflege ich die Rasselblume im Sommer?
Gießen nach Bedarf
Die Rasselblume gilt als trockenheitsresistent; welkt sie trotzdem, prüfe ich zuerst die Bodenfeuchte, weil Welke auch auf beginnende Wurzelfäule hindeuten kann. Wie du Rasselblumen bedarfsgerecht und wassersparend gießt, zeigt ein eigener Ratgeber. Warum die Staude in einen wassersparenden, klimaangepassten Garten passt, erklärt ein zweiter.
Düngen: im Beet nicht nötig
Im Garten braucht die Rasselblume keine zusätzliche Düngung. Ich dünge sie im Beet deshalb gar nicht. Versorgst du das übrige Beet, richte die Düngung nach einer Bodenuntersuchung und rechne die Stickstoffnachlieferung aus dem Humus mit ein.
Bringt Blütendünger mehr Blüten? Ein phosphatbetonter Blütendünger ist kein sinnvoller Pauschalweg, um Blüten zu fördern. Die Rasselblume braucht im Garten ohnehin keinen Zusatzdünger.
Blüte, Ausputzen und Rückschnitt
Die Rasselblume blüht von Juli bis September. Verwelkte Blüten schneide ich vor dem Samenansatz ab, weil das bei Sommerblumen die Bildung weiterer Blüten fördern kann. AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. begrenzt aber die Samenbildung, und die Rasselblume ist oft kurzlebig: Wer jeden welken Kopf entfernt, hat keine eigenen Samen für die Nachzucht. Ich lasse deshalb einzelne BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen. Nach der Blüte und der Samenernte schneide ich die Pflanze zurück.
Wie bringe ich die Rasselblume durch den Winter?
Im Beet gilt die Rasselblume als winterhart. Weil sie auf schweren Böden trotzdem oft kurzlebig bleibt, kümmere ich mich vor dem Winter eher um den Wasserabzug als um eine Abdeckung. Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit des Bodens und begünstigt Staunässe. Ist eine Pflanze an einer schweren Stelle eingegangen, setze ich die nächste an einen durchlässigeren Platz.
Das Beet ist der vorgesehene Platz für die Rasselblume. Hältst du sie trotzdem im Kübel, müssen die Abzugslöcher offen bleiben, damit überschüssiges Wasser abfließt. In frei stehenden Gefäßen friert der Wurzelballen außerdem schneller durch als im Gartenboden. Mehr zu Gefäßen im Winter steht im Sommerblumen-Ratgeber unter Topf, Überwintern und StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze..
Wie vermehre ich die Rasselblume?
Ich vermehre meine Rasselblumen über Samen. Weil die Staude oft kurzlebig ist und ihre Samen trockenes Lagern vertragen, lohnt sich ein eigener Vorrat. Für die Ernte lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und schneidest sie bei trockenem Wetter. Dunkle, trockene Körner zeigen häufig an, dass die Samen reif sind.
Zu Hause trocknest du die Samen auf Papier nach und trennst sie von Pflanzenresten. Danach lagerst du sie beschriftet, kühl, dunkel und trocken. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Ob älteres Saatgut noch keimt, teste ich mit einer KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Dafür lege ich abgezählte Samen auf feuchtes, nicht nasses Küchenpapier und decke es gegen Austrocknung ab.
Auf jede Samentüte schreibe ich Art und Erntejahr, bevor sie in die Kiste kommt. So weiß ich bei der Keimprobe immer, welche Tüte ich gerade teste.
Was tun bei Schädlingen und Krankheiten?
Kümmert eine Rasselblume, schaue ich zuerst nach, ob sich im Wurzelbereich Wasser staut. Fraßspuren vom Blattrand her und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken, ein abwischbarer weißer Belag auf der Blattoberseite kann auf Echten Mehltau hindeuten. Schnecken sammelst du ab, befallene Blätter entfernst du; Vorbeugung und weitere Handgriffe beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber unter Krankheiten und Schädlinge.
Wo passt die Rasselblume im Garten hin?
Die Rasselblume gehört in sonnige Beete und Rabatten mit gut drainiertem Boden und liefert dort auch Stiele für die Vase. Mit welchen Partnern du Rasselblumen kombinierst und wie du sie als Schnitt- und Trockenblume nutzt, zeigt ein eigener Ratgeber. Wie du einen Steingarten mit Rasselblumen anlegst, beschreibt ein weiterer Beitrag.


