Astern gießen im trockenen Sommer: wann, wie oft und wie viel
- Glattblatt-Astern brauchen gleichmäßig feuchten Boden und vertragen Trockenheit nur kurzfristig.
- Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht: Bodenart, Temperatur und Niederschläge bestimmen, wie oft du gießt.
- Bei Hitze und Trockenheit wässerst du Gartenbeete durchdringend mit etwa 20 bis 25 l/m², verteilt auf mehrere Gießgänge.
- Gieß morgens und bodennah, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub trocken bleibt.
- Welke Astern erst prüfen, dann gießen: Auch beginnende Wurzelfäule lässt Blätter welken.

Wenn Astern im Hochsommer die Blätter hängen lassen, ist der erste Griff oft der zur Gießkanne. Ich stecke vorher den Finger in die Erde, denn welke Blätter können Durst bedeuten, aber auch beginnende WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.. Wer Astern gut durch einen trockenen Sommer bringen will, schaut deshalb auf drei Dinge: die Asterngruppe, den Boden und den Zeitpunkt.
Brauchen Astern viel Wasser?
Das hängt von der Aster ab. Glattblatt-Astern brauchen für gesundes Wachstum gleichmäßig feuchten Boden und vertragen Trockenheit nur kurzfristig. Für Raublatt-Astern, Kissenastern und Sommerastern gibt es keine eigene Wasserregel. Bei ihnen richtest du dich nach Boden, Wetter und Fingerprobe.
Ein fester Gießrhythmus hilft bei keiner dieser Gruppen weiter. Wie oft du gießen musst, hängt von Bodenart, Temperatur und Niederschlägen ab. Ein Wochenplan, der in jedem Garten passt, lässt sich daraus nicht ableiten. Du gießt also nach Bodenfeuchte und nicht nach Kalender: Ist die Erde noch feucht, wartest du.
Welche Aster braucht was? Die Gruppen im Überblick
Hinter dem Namen Aster stecken im Garten verschiedene Pflanzen. Sommerastern (Callistephus chinensis) sind einjährig, Glattblatt-Astern gehören zu den Stauden. Raublatt-Astern (Symphyotrichum novae-angliae) sind mehrjährige Herbststauden. Die Tabelle zeigt je Gruppe ein Sortenbeispiel und das, worauf es beim Gießen ankommt.
| Astern-Gruppe | Sortenbeispiel | Worauf du beim Gießen achtest |
|---|---|---|
| Glattblatt-Aster, Staude | ‘Zauberspiel’: 80 bis 100 cm, reinweiß, beim Abblühen mit rosa Hauch | Boden gleichmäßig feucht halten, Trockenheit nur kurzfristig zumuten |
| Raublatt-Aster, mehrjährige Herbststaude | ‘Rudelsburg’: 120 bis 140 cm, hell magentarot | nach Bodenfeuchte und Witterung gießen |
| Kissenaster | ‘Rosenwichtel’: 20 bis 30 cm, lilarosa, Blüte Ende September bis Ende Oktober | nach Bodenfeuchte gießen, auch in trockenen Herbstwochen |
| Sommeraster, einjährig | Zwergastern-Mischung als Topf- und Balkonpflanze | Aussaat nicht austrocknen lassen, danach nach Bodenfeuchte gießen |
Glattblatt-Astern: gleichmäßig feucht halten
Bei Glattblatt-Astern ist die Lage klar: Sie brauchen gleichmäßig feuchten Boden und vertragen Trockenheit nur kurzfristig. In Trockenphasen prüfe ich bei ihnen den Boden, bevor die ersten Blätter schlapp werden. Sandreiche Böden lassen Wasser schnell durch und speichern wenig. Stehen Glattblatt-Astern auf Sand, musst du in trockenen Wochen deshalb öfter nach dem Boden sehen, weil er ihnen weniger Wasser vorhält.
Raublatt-Astern: Herbststauden ohne Sonderregel
Für Raublatt-Astern gibt es keine eigene Wassermenge. Ich gieße sie deshalb wie das übrige Staudenbeet nach Fingerprobe und Wetter. Hohe Sorten wie ‘Rudelsburg’ werden 120 bis 140 cm hoch. Hohe Leitstauden stehen im Staudenbeet eher im Hintergrund, ergänzt durch kleinere BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst.. Steht eine hohe Raublatt-Aster dort, gieße ich direkt an die Pflanzenbasis und nicht über die vorderen Pflanzen hinweg. Wie du ein Staudenbeet mit Astern nach Höhe und Farbe planst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Kissenastern: niedrig und spät in der Blüte
Kissenastern bleiben niedrig: Die Sorte ‘Rosenwichtel’ wird 20 bis 30 cm hoch und blüht lilarosa. Ihre Blüte reicht von Ende September bis Ende Oktober. Weil sich das Gießen nach Witterung und Niederschlag richtet, endet die Gießsaison bei Kissenastern nicht mit dem Sommer. Bleibt der Herbst trocken, prüfst du den Boden weiter, solange sie blühen.
Sommerastern: Gießen ab der Aussaat
Bei Sommerastern beginnt das Gießen schon mit der Aussaat. Das Saatgut darf während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen. Nach dem PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. schließt du das Pflanzloch behutsam, wässerst und drückst die Erde leicht an. Wie du Astern Schritt für Schritt aussäst, pikierst und auspflanzt, beschreibt ein eigener Ratgeber. Später im Beet gießt du Sommerastern wie die übrigen Astern nach Bodenfeuchte. Für Topf und Balkon eignet sich zum Beispiel die Zwergastern-Mischung.
Wann und wie gießt du Astern?
Gieß Astern vorzugsweise morgens und direkt im Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen. Morgendliches Gießen verringert Verdunstungsverluste, und Pflanzen wie Boden trocknen tagsüber wieder ab. Bodennahes Gießen bringt das Wasser dorthin, wo die Wurzeln sitzen, und senkt ebenfalls die Verdunstung.
Vor dem Gießen steht die Kontrolle. Ich stecke den Finger in die Erde und entscheide erst dann. Ist sie noch feucht, warte ich, ist sie trocken, gieße ich gründlich. Auch nach einem Regenschauer prüfe ich den Boden, bevor ich das Gießen ausfallen lasse.
Gesammeltes Regenwasser ist weich und salzarm und eignet sich deshalb gut als Gießwasser. Spielen kleine Kinder im Garten, verschließt du Regentonne und gefüllte Bottiche kindersicher.
Ich gieße meine Astern morgens mit der Kanne ohne Brause direkt an der Pflanzenbasis. Die unteren Triebe schiebe ich dabei kurz zur Seite, damit das Laub trocken bleibt.
„Astern muss man jeden Tag gießen.“ So pauschal stimmt das nicht. Die Gießhäufigkeit richtet sich nach Pflanzenbedarf, Bodenfeuchte und Witterung und nicht nach einem festen Tagesabstand. Selbst bei Hitze gießt du nicht nach Tagesschema, sondern durchdringend in mehreren Gießgängen.
Beim Pflanzen: Ballen zuerst wässern
Staudenastern pflanzt du von Ende März bis Mitte Mai oder von Mitte September bis Ende Oktober. Das Wetter sollte dabei frostfrei und nicht heiß sein, der Boden nicht nass. Ausgetrocknete Topfballen wässerst du vor dem Pflanzen, dicht verfilzte WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. reißt du auf.
Wie viel Wasser brauchen Astern bei Hitze und Trockenheit?
Eine Literzahl, die nur für Astern gilt, gibt es nicht. Für Gartenbeete gibt es aber einen Richtwert, mit dem ich auch im Asternbeet arbeite.
Bei Hitze und Trockenheit wässerst du Gartenbeete durchdringend mit etwa 20 bis 25 l/m². Diese Menge verteilst du auf mehrere Gießgänge. Der Wert gilt pro Quadratmeter Beet und nicht pro Pflanze, eine tägliche Pauschalmenge ist er nicht.
In der Praxis gebe ich einen Teil der Menge, lasse ihn einsickern und gieße dann nach. Um die Menge abzuschätzen, zähle ich die Kannen, die ich auf eine abgemessene Fläche gieße, und rechne auf den Quadratmeter um.
Wie lange das Wasser vorhält, hängt vom Boden ab. Sandreiche Böden lassen Wasser schnell durch und speichern wenig. Tonreiche Böden lassen es langsamer durch und vernässen leichter. Gerade auf tonreichem Boden lohnt es sich deshalb, die Menge auf mehrere Gießgänge zu verteilen, weil er Wasser nur langsam aufnimmt. Welchen Boden du hast, verrät eine Fingerprobe mit leicht feuchter Erde: Sandboden ist körnig und zerfällt, Tonboden lässt sich gut formen und klebt.
Welke Astern: Wassermangel oder Staunässe?
Welke Blätter sind kein eindeutiges Zeichen für Durst. Sie können durch TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. entstehen, aber auch durch beginnende Wurzelfäule. Bevor du bei welken Astern nachgießt, prüfst du deshalb die Bodenfeuchte. Ist die Erde trocken, gießt du durchdringend. Ist sie nass, setzt du das Gießen aus, denn mehr Wasser hilft dann nicht weiter.
Staunässe droht dort, wo Wasser nicht abfließen kann. Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit des Bodens und begünstigt so Staunässe. Hängende Blätter sofort mit einer Extraportion Wasser zu beantworten, ist auf schwerem Boden deshalb ein Risiko. Steht der Boden schon nass, kann weiteres Gießen die Lage verschärfen.
Boden trocken und Aster welk: morgens durchdringend gießen. Boden nass und Aster welk: Gießen aussetzen und prüfen, ob das Wasser abfließen kann. Boden feucht und Aster frisch: abwarten und vor dem nächsten Gießen wieder prüfen.
Dieselbe Abwägung zwischen Trockenheit und Staunässe stellt sich auch bei anderen Gartenblumen. Wie du Adonisröschen übers Jahr ohne Staunässe und Trockenschäden gießt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Wasser im Boden halten: Mulch, Kompost und Humus
Was im Boden bleibt, musst du nicht nachgießen. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden und seine Aufheizung. Auf offenem Gartenboden schützt eine dünne Mulchdecke außerdem vor Verkrustung.
Nicht jedes Material passt. Stroh, Holz und Rinde sind stickstoffarm und können bei ihrer Zersetzung Stickstoff im Boden binden. Roher, nicht kompostierter RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. ist für Beete mit Einjahresblumen ungeeignet. Sommerastern sind einjährig, deshalb nehme ich im Sommerasternbeet angewelkten Grasschnitt statt roher Rinde. Bei feuchtem Wetter und Schneckengefahr legst du Mulch nur dünn aus.
Grasschnitt eignet sich als Mulch, wenn er gesund und frei von Unkrautsamen ist. Lass ihn vorher anwelken und leg ihn wiederholt in dünnen Schichten aus, damit er nicht verklebt oder schimmelt.
Neben Mulch hilft Humus, Wasser im Boden zu halten. Humusaufbau durch Kompost, Gründüngung oder organisches Mulchen verbessert die Wasseraufnahme und die Wasserspeicherung des Bodens. In Sandboden verbessert organisches Material die Wasserspeicherung, in schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und die Durchlüftung.
Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht als pauschale Herbstgabe, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Im Staudenbeet streust du ihn nach dem Frühjahrsrückschnitt auf den abgetrockneten Boden und arbeitest ihn leicht ein. Wie viel dein Beet verträgt, hängt von den Nährstoffwerten ab: Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumgehalten wird die Kompostgabe eingeschränkt.
Astern im Topf gießen
Im Topf sind Wurzelraum und Substratvorrat begrenzt. Wie oft du gießen musst, hängt dort von Wetter, Topfgröße und Gefäßmaterial ab. Ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser speichern.
Gieß so, dass das Substrat bis zum Topfboden durchfeuchtet ist. Überschüssiges Wasser muss durch offene Abzugslöcher ablaufen können. Wasser im Untersetzer kippst du nach dem Gießen und nach Regen weg, damit an den Wurzeln keine Staunässe entsteht.
Bei torffreier Erde täuscht die Oberfläche. Sie kann schon trocken sein, während es weiter unten noch nass ist, und auch eine dunkle Farbe garantiert keine feuchte Erde. Ich prüfe deshalb mit dem Finger tiefer im Topf und hebe kleinere Töpfe kurz an, um das Gewicht zu fühlen. Welkende Topfpflanzen können zudem unter Hitze leiden oder unter Wurzeln, die durch Dauernässe abgestorben sind. Eine trockene Oberfläche bei welken Topfastern beweist also noch keinen Durst.
Auf dem Balkon gießt du vorzugsweise morgens und bei Bedarf zusätzlich abends, immer direkt im Wurzelbereich. Kästen mit Wasserspeicher unterstützen erst eingewurzelte Pflanzen, etwa 2 bis 3 Wochen nach der Pflanzung. Bis dahin gießt du ganz normal. Welche Gefäße und welche Erde Astern brauchen, zeigt der Ratgeber, wie du Astern in Töpfen auf Balkon und Terrasse ziehst.
Gießtechnik: Kanne, Schlauch oder Tropfschlauch?
Ob Kanne, Schlauch oder Tropfschlauch: Wichtig ist, dass das Wasser bodennah an die Wurzeln kommt. Tropfbewässerung versorgt Pflanzen gezielt im Wurzelbereich und kann Wasser sparen, die Tropfer musst du aber vor Verstopfen und Verkalken schützen. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf gießt und düngst, zeigt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.
Boden, pH-Wert und Dünger kurz eingeordnet
Damit Gießwasser einsickert und gespeichert wird, braucht der Boden intakte Poren. Betritt Beetflächen deshalb möglichst nicht und lockere bestehende Beete mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Wie du Astern von der Keimung bis zur Überwinterung pflegst, zeigt der Pflegeratgeber für Astern.
Mit dem Gießen hängt der pH-Wert über die Nährstoffe zusammen. Staunässe oder hoher Kalkgehalt können die Eisenverfügbarkeit einschränken, obwohl genug Eisen im Boden ist; gelbe junge Blätter mit zunächst grünen Adern können darauf hinweisen. Ob dein Boden Kalk braucht, klärt eine Bodenuntersuchung, und wie du mehrjährige Astern übers Jahr mit Nährstoffen versorgst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Dünger bringst du möglichst auf feuchten Boden aus, damit die Nährstoffe gleich wirken können. Bei großer Hitze und Trockenheit gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf vorher angefeuchtete Erde und nicht über das Laub. Wie viel Dünger nötig ist, richtet sich nach Bodenuntersuchung und Pflanzenbedarf.
Krankheiten: wenn Nässe oder Trockenheit Folgen haben
Echter MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. an Astern kann auch bei trocken-warmer Witterung auftreten und beginnt häufig mit weißen Blattflecken, die sich zu einem mehlartigen Belag ausbreiten. Ausreichender Pflanzabstand verbessert die Luftzirkulation und das Abtrocknen der Blätter und kann so das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten senken. Pflanzen mit Asternwelke gehören nicht auf den Kompost; mehr zu Vorbeugung und Eingreifen von Hand steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.




