Prinzeß-Astern für Insekten: was gefüllte Blüten bieten und wie du sie insektenfreundlich pflanzt
- Prinzeß-Astern sind einjährige Sommerastern (Callistephus chinensis) mit dicht gefüllten Blüten.
- Der Hersteller stuft die Sommeraster Prinzess Mischung als nicht nützlingsfreundlich ein.
- Gefüllte Zuchtformen sind häufig steril und bieten Bienen dann keine Nahrung.
- Ungefüllte Raublatt- und Glattblatt-Astern blühen bis zum ersten Frost und werden von Bienen, Schwebfliegen und Tagfaltern besucht.
- Ringelblumen, Kosmeen und ungefüllte Tagetes füllen die Lücken mit gut zugänglicher Blütennahrung.
- Offene Bodenstellen, Totholz und der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz helfen Wildbienen und Nützlingen.
- Sommerastern nicht in zwei aufeinanderfolgenden Kulturen auf dasselbe Beet setzen.

Prinzeß-Astern bringen von Juli bis Oktober dichte, bunte Blütenköpfe ins Beet. Wer sie als Futterpflanze für Bienen setzt, sollte vorher wissen, was diese Köpfe hergeben. Der Hersteller stuft die dicht gefüllte Sommeraster Prinzess Mischung als nicht nützlingsfreundlich ein. Ich pflanze Prinzeß-Astern deshalb wegen ihrer Farben und plane die Nahrung für Insekten mit ungefüllten Nachbarn gleich mit.
Prinzeß-Astern auf einen Blick
Prinzeß-Astern sind eine Form der Sommeraster und damit etwas anderes als die Herbstastern im Staudenbeet. Sommerastern sind einjährig, Herbstastern wie die Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae) dagegen mehrjährige Stauden.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Botanischer Name | Callistephus chinensis, Sommeraster |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Blütezeit | Juli bis Oktober |
| Wuchshöhe | Riesen-Prinzess-Serie als Richtwert bis etwa 80 cm |
| Farben | unter anderem Blau, Gelb, Feuerrot und Weiß, auch als Farbmischung |
| Blütenform | dicht gefüllt |
| Einstufung für NützlingeNützling ist kein biologischer Fachbegriff, sondern eine Sammelbezeichnung für wildlebende Tiere, die dem Menschen nützen: Sie fressen Schädlinge wie Blattläuse, bestäuben Pflanzen oder tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei. | vom Hersteller als nicht nützlingsfreundlich eingestuft |
| BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. der Art | durch Insekten, Sorten der Art können sich untereinander verkreuzen |
| Kulturstart | März bis Mai, vorgezogen oder direkt gesät |
| Abstand | in der Reihe 15 bis 30 cm, Reihenabstand 20 bis 40 cm, hohe Sorten mit Stütze |
Wie du die Farben einsetzt und welche Sorten und Farben es bei Prinzeß-Astern gibt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, neutraler bis alkalischer, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Vorkultur oder Direktsaat am endgültigen Standort sind möglich.
Bei 16 °C vorziehen oder direkt an den endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Hohe Sorten stützen; Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern.
- Düngung
Die Schnittblumenmischung Serenade Mix alle zwei Wochen düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Amerikanische Busch-Mischung wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.
Was Insekten an Prinzeß-Astern finden
Für Bienen und andere Blütenbesucher zählt, ob sie an Pollen und Nektar herankommen. Ungefüllte Blüten erleichtern ihnen diesen Zugang. Die Prinzess Mischung blüht dagegen dicht gefüllt. Gefüllte Zuchtformen sind häufig steril und bieten Bienen dann keine Nahrung. Vollständig gefüllte Zierblüten können außerdem als Pollenquelle ausfallen.
Eindeutig ist das Bild trotzdem nicht. Auch gefüllt blühende Zierpflanzen können noch zugänglichen Pollen oder Nektar bilden. Die Füllung allein bestimmt den Bienenwert deshalb nicht sicher. Die Gartenaster als Art wird von Insekten bestäubt. Die gefüllte Prinzess Mischung stuft ihr Hersteller trotzdem als nicht nützlingsfreundlich ein. Das spricht dafür, dass die Züchtung auf dichte Köpfe den Unterschied macht und nicht die Art selbst.
Ob an deinen Pflanzen trotzdem Besuch landet, zeigt dir der eigene Blick ins Beet.
An sonnigen Spätsommertagen stelle ich mich mittags vor das Asternbeet und schaue, wo Bienen, Hummeln und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. landen. Ich notiere, ob sie an den gefüllten Prinzeß-Astern sitzen oder an den ungefüllten Nachbarn. Nach diesen Notizen plane ich die Partner für das nächste Jahr.
Je üppiger und bunter eine Blüte, desto besser für Bienen? Für bienenfreundliche Sommerpflanzungen eignen sich viele ungefüllte und halbgefüllte Blüten als Pollen- und Nektarquellen. Stark gefüllte Blüten meidest du dort besser. Die Füllung ist ein Hinweis, aber kein sicheres Urteil über eine einzelne Sorte.
Welche Insekten im Asternbeet Nahrung finden
Wer Insekten füttern will, plant das Asternbeet als Mischpflanzung. Die Prinzeß-Astern liefern die Farbe, die Nahrung kommt von ungefüllten Nachbarn.
Honigbienen, Wildbienen und Hummeln
Raublatt- und Glattblatt-Astern blühen bis zum ersten Frost. An ihren Blüten sind Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Tagfalter unterwegs. Die Sommeraster blüht von Juli bis Oktober und teilt sich damit die Saison mit diesen Herbstastern. Ungefüllte Herbstastern im selben Beet bieten also genau in diesen Wochen Futter, auf das du dich bei den gefüllten Prinzeß-Astern nicht verlassen kannst. Myrten-Astern ergänzen das Angebot für Bienen im Oktober.
Hummeln brauchen ein möglichst durchgehendes Blütenangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst. Löwenmäulchen gehören zu ihren Nektarpflanzen. Moschusmalve und Wilde Malve bieten Hummeln, Bienen und Schwebfliegen Pollen und Nektar.
Schwebfliegen, Schlupfwespen und Marienkäfer
Erwachsene Schwebfliegen und SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. finden an ungefüllten Ringelblumen und Kosmeen gut zugängliche Blütennahrung. Damit unterstützen diese Blumen auch die Blattlausfeinde im Garten. Dazu zählen Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen. Ungefüllte Tagetes-Sorten bieten Insekten zusätzlich frei zugänglichen Nektar. Über Winter finden Marienkäfer in Laubschichten und PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. Schutz.
Bei Blattläusen an den Astern schaust du zuerst, ob schon Nützlinge da sind. Nur wenn es nötig ist, spülst du die Läuse mit einem Wasserstrahl ab. Ich suche dafür dieselben Triebe nach Marienkäfern und Larven ab, bevor ich zum Schlauch greife.
Tagfalter
Tagfalter besuchen die Blüten der Raublatt- und Glattblatt-Astern. Die Raupen von Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs fressen dagegen an Brennnesseln. Auch Wildmalven dienen verschiedenen Schmetterlingsarten als Raupenfutter. Eine Brennnesselecke am Gartenrand ergänzt das Asternbeet deshalb um Futter, das keine Blüte liefert.
So pflanzt du Prinzeß-Astern insektenfreundlich
Herbstastern als Nachbarn
Raublatt-Astern brauchen sonnige Standorte mit frischem bis feuchtem Boden. Sommerastern wollen ebenfalls Sonne und einen feuchten, gut durchlässigen Boden. Beide passen damit in dasselbe Beet, solange der Boden nicht vernässt.
Raublatt-Astern werden je nach Sorte 60 bis 150 cm hoch. Hohe Sorten wie die hell magentarote ‘Rudelsburg’ mit 120 bis 140 cm setzt du nach hinten, die Prinzeß-Astern davor. So stehen die hohen Leitstauden im Hintergrund und die kleineren Begleiter vorn. Hohe Fetthennen können verkahlende Stängelbereiche der Raublatt-Astern verdecken. Raublatt-Astern wachsen horstig ohne AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. und gelten als gut mehltauresistent. Auf zu nährstoffreichem Boden können sie allerdings an Standfestigkeit verlieren.
Ich pflanze die Herbstastern im Frühjahr und setze die Sommerastern später in die Lücken davor. Wie du Farben und Gartentypen planst, findest du in den Ideen dazu, wie du Prinzeß-Astern in Beeten und Kombinationen einsetzt.
Ungefüllte Sommerblumen für die Lücken
Sommerblumen eignen sich als Lückenfüller im Staudenbeet. Für Insekten wählst du dafür ungefüllte Arten. Kosmeen lassen sich mit Zinnien, Ringelblumen, Astern, Rittersporn und Tagetes kombinieren. Wie gut eine Kosmee Bienen anzieht, kann von der Sorte abhängen. Stehen gelassene Samenstände der Schmuckkörbchen bieten körnerfressenden Vögeln wie dem Distelfink Nahrung.
Neben Prinzeß-Astern passen Ringelblumen und Kosmeen für Schwebfliegen und Schlupfwespen. Ungefüllte Tagetes bieten frei zugänglichen Nektar, Männertreu liefert Nektar und Pollen. Gartenlevkojen ergänzen die BienenweideAls Bienenweide bezeichnet man Blütenpflanzen, die Honig- und Wildbienen reichlich Nektar und Pollen bieten. Auch eine Fläche, die mit solchen Pflanzen bepflanzt oder eingesät ist, heißt Bienenweide. als einjährige Blume.
Blüten vom Frühjahr bis zum Frost
Für Insekten sollten ungefüllt blühende Pflanzen vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst Nahrung bereitstellen. Im zeitigen Frühjahr übernehmen das Krokusse, Traubenhyazinthen und Lungenkraut. Im Sommer folgen Schmuckkörbchen und Kornblume, im Herbst ungefüllte Herbstastern.
Sommerblumen eignen sich zugleich als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Dieselbe Fläche trägt so zwei Blühphasen: Im Frühjahr blühen dort Zwiebelblumen für Bienen, ab dem Sommer stehen dort Prinzeß-Astern für die Farbe. Ich setze die vorgezogenen Sommerastern in die Lücken, die einziehende Zwiebelblumen hinterlassen.
Jedes Jahr ein anderes Beet
Sommerastern sollen nicht in zwei aufeinanderfolgenden Kulturen auf demselben Beet stehen. Als einjährige Pflanzen säst du sie ohnehin jedes Jahr neu. Die Herbstastern bleiben dagegen als Stauden an ihrem Platz. Plane deshalb mehrere Beete in der Nähe ungefüllter Partner ein, zwischen denen die Prinzeß-Astern wechseln. Wo sie im Vorjahr standen, hältst du fest, wenn du deine Beete im Beetplaner skizzierst.
Sommerastern auf dem Balkon
Für Kästen und Töpfe gibt es eine Zwergastern-Mischung der Sommeraster, die als einjährige Topf- und Balkonpflanze gilt. Für Insekten ergänzt du den Kasten um Arten, die sich in Versuchen als bienenattraktive Balkonpflanzen bewährt haben. Dazu gehören Zweizahn, Lobelie, Ziersalbei und Strohblume.
Setze ungefüllte Raublatt- oder Glattblatt-Astern ins selbe Beet. Fülle Lücken mit Ringelblumen, Kosmeen oder ungefüllten Tagetes. Plane Frühblüher wie Krokus und Lungenkraut für den Saisonstart ein. Lass offene Bodenstellen und Totholz für Wildbienen liegen. Verzichte auf chemischen Pflanzenschutz. Pflanze Sommerastern jedes Jahr auf ein anderes Beet.
Nistplätze, Winterquartiere und schonender Pflanzenschutz
Blüten allein reichen Wildbienen nicht, sie brauchen auch Nistplätze. Dafür eignen sich unter anderem offene Bodenstellen und Totholz. Bodennistende Wildbienen nutzen besonnte, unbewachsene und möglichst ungestörte Stellen. Stein- und Holzhaufen ergänzen das Angebot um Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten.
Einige spezialisierte Wildbienen sind auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Deshalb ergänzt du Gartenstauden um heimische Arten regionaler Herkunft. Die Berg-Aster (Aster amellus) ist in Deutschland heimisch, die Raublatt-Aster stammt dagegen aus Nordamerika. Die Berg-Aster passt an sonnige Plätze mit trockenem bis frischem, vorzugsweise kalkhaltigem Boden. Kompakte Bergastern lassen sich dort mit Salbei und Lavendel kombinieren.
Über Winter stehen gelassene Staudenstängel bieten Insekten Quartiere, Samenstände können Vögeln Nahrung liefern. Ich lasse die Stängel meiner Herbstastern stehen und schneide die dürren Reste erst im Frühjahr ab, damit der neue Austrieb Platz hat. Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz schont im Garten auch die nützlichen Insekten.
Anbau, Pflege und Vase in Kürze
Standort und Boden
Für Sommerastern nennen britische Kulturangaben einen geschützten, vollsonnigen Platz und nährstoffreichen, neutralen bis alkalischen Boden. Was du bei Licht und pH-Wert beachtest und wie du ungeeigneten Boden verbesserst, erklärt der Ratgeber dazu, welche Licht- und Bodenbedingungen Prinzeß-Astern brauchen.
Aussaat
Die Kultur der Sommerastern startet von März bis Mai, als Vorkultur oder als DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. am endgültigen Standort. Die Sämlinge der Prinzess Mischung vereinzelst du nach der Keimung rechtzeitig auf den vorgesehenen Abstand. Passende Termine findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Gießen und Düngen
Sommerastern bewahrst du vor zu nassem Boden und vor übermäßiger Stickstoffdüngung. Gegossen wird vorzugsweise morgens im Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen. Wie du Sommerblumen nach Phase und Bedarf versorgst, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen.
Pflege und Krankheiten
Verblühtes entfernst du regelmäßig, um die Blüte zu verlängern, und hohe Sorten bekommen eine Stütze. Färbt sich der untere Pflanzenbereich braun bis schwarz, kann das auf die pilzbedingte Asternwelke hindeuten. Befallene Pflanzen gehören nicht auf den Kompost, und am betroffenen Standort gilt für Astern eine Anbaupause von 5 bis 7 Jahren. Weitere Krankheiten und Schädlinge behandelt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Für die Vase
Sommerastern schneidest du für die Vase, wenn sich zwei bis drei Blütenkreise geöffnet haben. Schnittblumen erntest du vorzugsweise frühmorgens und stellst sie sofort ins Wasser.





