Sommerazaleen-Aussaat: Schritt für Schritt vom Samen bis ins Beet
- Sommerazaleen (Clarkia amoena) sind einjährige Sommerblumen und nicht winterhart.
- Vorkultur von März bis Mai, vorgezogene Pflanzen kommen ab Mai ins Beet.
- Lichtkeimer: etwa 0 bis 0,5 cm tief säen, also andrücken und höchstens dünn bedecken.
- Keimung bei 18 bis 22 °C innerhalb von 7 bis 14 Tagen.
- Pikieren, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blattpaare stehen.
- Im Beet etwa 20 cm in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen einplanen.
Bei der Aussaat von Sommerazaleen musst du auf zwei Dinge achten: Die Samen bleiben fast an der Oberfläche, und die Saat darf während der Keimung nicht austrocknen. Ich säe sie deshalb flach, drücke sie nur an und prüfe die Oberfläche mit dem Finger, bevor ich sprühe. Du kannst Sommerazaleen in Schalen vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. oder direkt ins Beet säen. Beide Wege beschreibe ich Schritt für Schritt bis zur Jungpflanze im Beet.
Kurz zum Namen
Die Sommerazalee heißt botanisch Clarkia amoena und ist eine einjährige Sommerblume. Mit den Azaleen teilt sie nur den deutschen Namen, im Saatguthandel begegnet sie dir zum Beispiel als ‘Godetia Mischung’. Woher sie kommt, erzählt der Ratgeber darüber, wie die Sommerazalee entdeckt und für den Garten gezüchtet wurde.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffarmer bis mäßig nährstoffreicher, leicht saurer, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen.
Pflege
- Pflege
Heiß-feuchte Bedingungen vermeiden; nach der Blüte zurückschneiden.
- Düngung
Für die Garten- und Topfkultur der Sommerazalee kann Langzeitdünger verwendet werden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Wann säst du Sommerazaleen aus?
Vorziehen kannst du Sommerazaleen wie die ‘Godetia Mischung’ von März bis Mai. Für die Saat ins Freie gelten April und Mai als Aussaatzeit. Die britische Royal Horticultural Society nennt für die Art die Direktsaat an den endgültigen Standort. In Schalen vorgezogene Pflanzen dürfen ab Mai ins Beet.
Die Vorkultur kann also schon im März beginnen, die Saat ins Beet erst im April. Wer früh Jungpflanzen haben will, zieht deshalb in Schalen vor. Ich ziehe eine Schale vor, wenn ich Lücken im Staudenbeet füllen will, und säe den Rest direkt in Reihen. Wenn du mehrere Sommerblumen planst, behältst du die Termine mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Was brauchen die Samen zum Keimen?
Sommerazaleen sind Lichtkeimer und werden nur etwa 0 bis 0,5 cm tief gesät. Die Keimtemperatur liegt bei 18 bis 22 °C. Nach 7 bis 14 Tagen zeigen sich die Keimlinge. Während und unmittelbar nach der Keimung darf die Saat nicht austrocknen.
Lichtkeimer sind Samen, die zum Keimen Licht brauchen. Du drückst sie deshalb nur an oder bedeckst sie höchstens dünn mit Erde.
Weil die Samen fast offen liegen und zugleich nicht austrocknen dürfen, gehört in der Vorkultur eine durchsichtige Abdeckung über die Schale. Luftdicht schließen darf sie aber nicht. Die wichtigsten Werte für die Aussaat findest du in dieser Tabelle.
| Aussaatwert | Sommerazalee |
|---|---|
| Vorkultur | März bis Mai |
| Aussaatzeit | April bis Mai |
| Saattiefe | 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer |
| Keimtemperatur | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Auspflanzen vorgezogener Pflanzen | ab Mai |
| Abstand in der Reihe | 20 bis 25 cm |
| Reihenabstand | 25 bis 30 cm |
| Wuchshöhe | 40 bis 60 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Blütezeit | Juni bis September |
| Tausendkorngewicht (Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten.) | 0,2 bis 0,627 g |
| Winterhärte | nicht winterhart |
Vorkultur in Schalen Schritt für Schritt
Für die Vorkultur nimmst du frische Erde, die ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnet ist. Gute Aussaaterde ist nährstoffarm, humos und durchlässig. Die Schale muss sauber sein und einen Wasserabzug haben, damit keine Staunässe entsteht. Das Tausendkorngewicht der Art liegt bei Wild- und Genbankmaterial bei nur 0,2 bis 0,627 g. Gemeint ist das Gewicht von tausend Samen, es sind also winzige Körner. So feines Saatgut säst du breitwürfig in eine Schale, statt jedes Korn einzeln in einen Topf zu legen.
frische Aussaaterde, eine saubere Schale mit Wasserabzug, etwas Sand, ein Brettchen zum Andrücken, eine durchsichtige Haube, eine Blumenspritze und ein heller Platz.
- Füll die Schale mit Aussaaterde, streich die Oberfläche glatt und feuchte sie an.
- Misch unpilliertes Saatgut mit etwas Sand und streu es gleichmäßig über die Fläche.
- Drück die Samen mit dem Brettchen an und bedecke sie höchstens dünn.
- Leg eine durchsichtige Haube auf, die nicht luftdicht schließt, und lüfte bis zur Keimung täglich.
- Stell die Schale hell bei 18 bis 22 °C auf.
- Halte die Oberfläche feucht, bis die Keimlinge stehen.
Ich gieße die Schale nicht mit der Kanne, sondern feuchte die Oberfläche mit der Blumenspritze an, damit die Samen an ihrem Platz bleiben. Sobald die Keimlinge da sind, nimmst du die Haube ab und senkst die Temperatur. Viel Wärme bei Lichtmangel begünstigt nämlich lange, weiche Triebe. Zu wenig Licht macht Jungpflanzen außerdem lang, instabil und hellgrün, deshalb bekommen die Sämlinge den hellsten Platz, den du hast. Wie du Anzuchtplatz, Abdeckung und Licht für Sommerblumen allgemein einrichtest, zeigt der Ratgeber, wie du Sommerblumen unter Glas vorziehst.
Bei älterem Saatgut lohnt vorher eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Leg die Samen auf feucht gehaltenes, nicht nasses Küchenpapier und deck es gegen Austrocknen ab.
Wann und wie pikierst du die Sämlinge?
Pikieren kannst du, sobald nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. die ersten echten Blattpaare entwickelt sind. Halte jeden Sämling dabei am Keimblatt, ohne daran zu ziehen. Setz ihn mit gerader, nicht umgebogener Wurzel ins neue Pflanzloch. Dann schließt du das Loch seitlich, gießt an und drückst die Erde leicht an. Die PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. darf etwas Dünger enthalten, anders als die nährstoffarme Aussaaterde.
Ich pikiere jeden Sämling in einen eigenen kleinen Topf und hebe ihn mit dem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. aus der Schale. Beim Auspflanzen setze ich später den ganzen Ballen ins Beet.
Abhärten, auspflanzen und Abstände
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen tagsüber an die Außentemperaturen. Bei mildem Wetter stehen sie zuerst geschützt im Schatten und erst nach einigen Tagen auch in der Sonne. Werden die Nächte kalt, holst du sie wieder in den Schutz. In Schalen vorgezogene Sommerazaleen dürfen ab Mai ins Beet. Sind dann noch Frostnächte angesagt, lies nach, wie du Sommerazaleen vor Spätfrost schützt.
Gepflanzt wird mit etwa 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 30 cm frei. Das Raster gilt für einzeln gesetzte Jungpflanzen und genauso für Direktsaaten, die du auf diesen Abstand vereinzelst. Die Pflanzen werden etwa 40 bis 60 cm hoch. Wenn du die Reihen vorher aufzeichnen willst, hilft dir der Beetplaner für dein Gartenbeet.
Direktsaat ins Beet, Hochbeet und Topf
Für die Direktsaat brauchst du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbett. Dazu lockerst du den Boden, entfernst den Bewuchs und ziehst die Fläche mit dem Rechen glatt. Die Samen kommen genauso flach in die Erde wie in der Schale: andrücken und höchstens dünn bedecken. Ich spanne eine Schnur und säe in Reihen mit 30 cm Abstand, damit ich die Sämlinge später vom Unkraut unterscheiden kann.
Soll die Ansaat früh blühen, gießt du sie während der Auflaufphase in Trockenzeiten täglich. Stehen die Sämlinge zu dicht, vereinzelst du sie rechtzeitig auf etwa 20 cm in der Reihe.
Die Samen nach dem Streuen einharken. Dabei können sie tiefer landen als die empfohlenen 0 bis 0,5 cm. Drück sie stattdessen mit der Rückseite des Rechens an.
Auch im Hochbeet und im Topf lassen sich Sommerazaleen ziehen. Ein Gefäß für draußen braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch. Gesät wird dort nach demselben Muster wie im Beet.
Standort und Pflege nach dem Auspflanzen
Sommerazaleen brauchen einen sonnigen Platz, heiß-feuchte Bedingungen meidest du besser. Was Sommerblumen allgemein an Licht, Platz und Boden brauchen, steht im Kapitel Standort und Boden des Sommerblumen-Ratgebers. Für diese Art im Besonderen liest du, wo Sommerazaleen gesund wachsen und wie du ihren Boden vorbereitest.
Nach der Blüte schneidest du die Pflanzen zurück, und als Schnittblumen eignen sie sich auch für die Vase. Wie du sie bis zur Blüte begleitest, zeigt der Ratgeber, wie du Sommerazaleen von der Aussaat bis zur Blüte pflegst. AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Unkraut behandelt der Sommerblumen-Ratgeber im Kapitel Pflege.
Saatgut fürs nächste Jahr
Sommerazaleen sind einjährig und nicht winterhart, du säst sie also jedes Jahr neu. Für eigenes Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest bei trockenem Wetter. Sammle nur braune, ausgereifte Samen. Danach trocknest du sie auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und lagerst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Ich schreibe Art und Erntejahr auf jede Tüte, bevor sie in die Saatgutkiste kommt. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.


