Ziermais im Klassenzimmer: Lernen mit bunten Kolben im Sachunterricht
- Im Klassenzimmer keimt der Mais, wachsen und reifen darf er draußen im Beet oder im schweren Kübel.
- Ziermais, Zuckermais und Popcornmais gehören alle zur Art Zea mays.
- Mais wird vom Wind bestäubt, darum säst du ihn im Block statt in einer einzelnen Reihe.
- Die Kulturdauer von Mais liegt bei 90 bis 110 Tagen.
- Für die Ferien braucht das Beet eine Gießpatenschaft, denn Mais braucht sehr viel Wasser.
- Probiert wird Zuckermais, die getrockneten Ziermaiskolben bleiben Bastelmaterial.

Ein Maisprojekt in der Grundschule hat zwei Engpässe: das Licht im Klassenzimmer und die Sommerferien. Ziermais wie ‘Glass Gem’ wird etwa 150 bis 200 cm hoch und braucht volle Sonne. Seine Kolben reifen erst im August und September. Ich plane solche Projekte deshalb in zwei Teilen: Auf der Fensterbank keimen die Körner, draußen im Schulbeet wachsen die Pflanzen bis zur Ernte.
Dazwischen liegen Versuche, Messreihen und Beobachtungen, die du gut im Sachunterricht unterbringst. Am Ende stehen getrocknete Kolben, mit denen die Kinder zählen, sortieren und basteln.
Warum passt Ziermais in den Sachunterricht?
Ziermais ist botanisch dieselbe Art wie Zuckermais und Popcornmais: Zea mays. Die bunten Kolben zeigen also Vielfalt innerhalb einer einzigen Art. Das lässt sich mit Kindern zählen, sortieren und vergleichen.
Ein Maiskorn ist groß genug, dass jedes Kind sein eigenes einzeln in einen kleinen Topf legen kann. Im Keimglas sehen die Kinder die Wurzeln wachsen, später im Beet die Rispen, die jungen Kolben und den Weg des Pollens. Gemeinsame Gartenarbeit gibt ihnen Gelegenheit, Naturvorgänge zu beobachten, Pflanzen zu pflegen und Verantwortung zu übernehmen.
Für die Fächer heißt das: Im Sachunterricht geht es um Keimung, Licht, Wasser und BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport.. In Mathematik messen die Kinder Abstände und zeichnen Diagramme. Deutsch bekommt ein Forscherheft, und in Kunst entstehen Mosaike und Gestecke aus Kolben und Körnern.
Wie planst du das Projekt übers Schuljahr?
Fensterbank für die Keimung, Beet für das Wachstum
Eine Fensterbank reicht für Keimversuche und das VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Für den Rest der Saison gehört der Mais nach draußen, denn er braucht einen warmen Standort in voller Sonne. Ich nehme dafür, wenn es irgend geht, ein Schulbeet.
Mais lässt sich auch im Kübel auf dem Schulhof ziehen. Hohe Pflanzen brauchen dann ein entsprechend schweres Gefäß, damit Wind sie nicht umkippt. Je kleiner das Gefäß ist, desto schneller trocknet die Erde aus. Ein Abzugsloch ist Pflicht, eine Kiesschicht ohne Loch ersetzt es nicht.
Bei der Lage des Beets hilft ein Blick nach Norden: Lichtbedürftige Nachbarbeete gehören nicht nördlich des Maises. Für das Folgejahr planst du gleich ein anderes Beet ein, denn für Mais gilt eine Fruchtwechselpause von 3 Jahren. Die Fläche kannst du vorab im Beetplaner skizzieren.
Regentonnen und gefüllte Bottiche verschließt du kindersicher, Dünger und Pflanzenschutzmittel kommen unter Verschluss. Gartengeräte prüfst du vor der Arbeit auf einwandfreien Zustand und feste Montage. Beim Hacken halten die Kinder ausreichend Abstand voneinander, und nach der Gartenarbeit waschen alle vor dem Essen die Hände.
Zeitplan vom Keimglas bis zur Kolbenschau
| Zeitraum | Am Mais | In der Klasse |
|---|---|---|
| März bis Mai | Start der Kultur, Vorziehen auf der Fensterbank | Keimglas ansetzen, Forscherheft anlegen |
| April bis Juli | Aussaatzeit für Mais | Beet abstecken, direkt säen |
| Mai | Auspflanzen vorgezogener Pflanzen nach dem AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. | Pflanzstellen markieren, Namensschilder stecken |
| Juni bis September | Blütezeit | Rispen beobachten, am festen Wochentag messen |
| August bis Oktober | Ernte je nach Sorte | Kolben trocknen, Körner zählen, basteln |
Zwischen Start und Ernte liegt eine Kulturdauer von 90 bis 110 Tagen. Die Blüte fällt in die Monate Juni bis September. Gerade Blüte und Kornfüllung sind die Phasen, in denen Mais auf Wasser angewiesen ist, und er braucht ohnehin sehr viel davon. Fallen die Sommerferien in diese Wochen, braucht das Beet also eine Gießpatenschaft. Ich vereinbare sie schon vor der Aussaat mit Eltern oder Nachbarn und hänge einen Gießplan mit Namen und Telefonnummern an die Klassentür.
Für den Überblick im Klassenraum kannst du dir den Aussaatkalender für Sommerblumen ausdrucken.
Welche Sorte passt zur Klasse?
| Sorte | Wuchshöhe | Kolben | Abstand | Ernte |
|---|---|---|---|---|
| ‘Glass Gem’ | etwa 150 bis 200 cm | bunt schimmernde Körner | etwa 30 cm in der Reihe, 50 cm zwischen den Reihen, im Block | August bis September |
| ‘Stars’n Stripes’ | 150 bis 180 cm | dunkelrotes Korn | etwa 30 × 40 cm, im Block | ab September bis Oktober |
‘Glass Gem’ bringt die Farbvielfalt mit, die Zähl- und Sortieraufgaben brauchen. Seine Kolben sind auch früher erntereif. ‘Stars’n Stripes’ eignet sich zusätzlich als Wind- oder Sichtschutz, und seine dunkelroten Kolben passen zur Herbstdekoration. Für eine Klasse, die vor allem zählen und sortieren will, nehme ich ‘Glass Gem’. Wie du mit Ziermais einen Sichtschutz pflanzt, zeigt ein eigener Ratgeber.
Saatgut einer Ziermaissorte, saubere Töpfe mit Wasserabzug, frische Aussaaterde, durchsichtige Gläser und Küchenpapier, Namensschilder und wasserfester Stift, Zollstock oder Maßband, Forscherheft, Lupe und Kamera, geprüfte Gartengeräte für das Beet.
Aussaat mit Kindern: Jedes Korn bekommt einen Namen
Vorziehen auf der Fensterbank
Größere Samen wie Mais legst du einzeln in kleine Töpfe. So hat jedes Kind seine eigene Pflanze, und ein Namensschild mit Aussaatdatum macht sie unverwechselbar. Nimm dafür frische Aussaaterde und saubere Töpfe mit Wasserabzug. Bei ‘Glass Gem’ kommt das Korn etwa 2 bis 3 cm tief in die Erde.
Während der Keimung und unmittelbar danach darf die Erde nicht austrocknen. Die Kinder prüfen die Feuchte mit dem Finger, bevor sie gießen. Nach der Keimung stellst du die Töpfe so hell wie möglich und eher kühler. Viel Wärme bei wenig Licht begünstigt nämlich lange, weiche Triebe.
‘Stars’n Stripes’ keimt bei 15 bis 25 °C Bodentemperatur nach 10 bis 20 Tagen. Diese Wartezeit gehört in den Klassenkalender, damit niemand vorzeitig nachgräbt.
Ausgepflanzt wird im Mai. Vorher gewöhnst du die Jungpflanzen mit der Klasse an draußen: tagsüber zuerst geschützt im Schatten, danach schrittweise in der Sonne. Bereit sind kräftige Jungpflanzen, deren Topfballen sichtbar durchwurzelt ist. Das prüfen die Kinder selbst, indem sie einen Topf vorsichtig umdrehen und den Ballen anschauen.
Direktsaat im Block
Mais wird vom Wind bestäubt. Für eine gute Befruchtung säst du ihn deshalb im Block, in mehreren versetzten Reihen oder im Kreis, nicht in einer einzelnen langen Reihe. Der Block sollte mindestens 4 m² groß sein. Ich stecke mit den Kindern einen Block ab, weil er sich mit Schnur und Holzstäben leicht markieren lässt.
Das Abstecken wird zur Mathestunde. Für Mais gelten 25 bis 30 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben etwa 50 cm frei. Das entspricht etwa 6 Pflanzen je m². Die Kinder messen mit dem Zollstock, stecken an jede Pflanzstelle einen Stab und rechnen nach, wie viele Pflanzen in ihren Block passen.
Beetflächen sollen möglichst nicht betreten werden, damit ihre Poren und ihre Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Deshalb arbeiten die Kinder beim Säen vom Rand aus. Bodentemperatur, Saatzeitpunkt und Keimung im Detail findest du in der Anleitung, wie du Ziermais Schritt für Schritt aussäst.
Eine einzelne lange Maisreihe am Schulzaun. Mais wird vom Wind bestäubt, und für eine gute Befruchtung wird er im Block gesät.
Ich lasse jedes Kind vor dem Säen sein Korn ins Forscherheft zeichnen, mit Farbe und Form. Bei der Ernte schlagen wir die Seite wieder auf und legen den Kolben daneben.
Keimversuche: Was braucht ein Maiskorn?
Das Keimglas
Für den Keimversuch kleidest du ein durchsichtiges Glas innen mit feuchtem Küchenpapier aus. Die Körner steckst du zwischen Glaswand und Papier, damit die Kinder die Wurzeln von außen sehen. Das Papier bleibt feucht, aber nicht nass, und eine Abdeckung schützt es vor dem Austrocknen. Sobald sich grüne Blätter zeigen, kommen die Keimlinge in Töpfe mit Erde.
Ein zweites Glas mit Sonnenblumenkernen macht daraus einen Vergleich. Sonnenblumen eignen sich wie Kapuzinerkresse für begleitete Keimversuche, bei denen Kinder große Samen beobachten. Die Kinder beschreiben und zeichnen, worin sich die Keimlinge in beiden Gläsern unterscheiden.
Bevor das Glas angesetzt wird, schreibt jedes Kind eine Vermutung ins Heft: Was zeigt sich zuerst, die Wurzel oder das erste Blatt? Nach der Keimung vergleicht die Klasse die Vermutungen mit den Zeichnungen.
Licht oder Dunkelheit?
Mais gehört nicht zu den Lichtkeimern. Ein Glas im dunklen Schrank kann deshalb ebenfalls keimen. Nach der Keimung braucht die Jungpflanze aber Licht. Fehlt es, wird sie lang, instabil und hellgrün. Ein Korn braucht zum Keimen also kein Licht, der Keimling zum Wachsen schon, und diesen Unterschied macht der Schrankversuch sichtbar.
So baust du den Versuch auf: zwei gleiche Gläser, gleich viele Körner, gleiches Papier und gleiches Wasser. Ein Glas steht am Fenster, das andere im Schrank. Nur eine Bedingung ändert sich, und das macht einen Versuch fair. Die Kinder halten fest, was in beiden Gläsern gleich bleibt und was sich ändert.
Keimprobe mit abgezählten Körnern
Ob vorhandenes Saatgut noch keimt, prüft eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern. Für ältere Grundschulkinder wird daraus eine Rechenaufgabe. Wie viele der gelegten Körner sind gekeimt, und welcher Anteil ist das? Jüngere Kinder legen gekeimte und nicht gekeimte Körner in zwei Reihen nebeneinander und vergleichen die Längen.
Beobachten und dokumentieren über den Sommer
Forscherheft und Wachstumsdiagramm
Kinder können das Pflanzenwachstum durch Messen, Zeichnen und Fotografieren regelmäßig dokumentieren. Jedes Kind führt dafür ein Forscherheft mit einer Seite pro Messtag. Gemessen wird immer am selben Wochentag und auf dieselbe Art, vom Boden bis zur höchsten Blattspitze. Nur so lassen sich die Werte später vergleichen.
Aus den Messwerten entsteht ein Diagramm. Auf der waagerechten Achse stehen die Wochen seit der Aussaat, auf der senkrechten die Höhe in Zentimetern. Misst die Klasse mehrere Pflanzen, bekommt jede eine eigene Farbe. Eine Messlatte am Beetrand macht die Höhe greifbar: Die Kinder markieren ihre eigene Größe daneben und tragen ein, ob und wann der Mais sie überholt.
Für das Heft pressen die Kinder außerdem ein Stück Maisblatt. Äußerlich trockene Pflanzenteile kommen dafür zwischen Löschpapier und Zeitungen und werden beschwert. Die Papiere wechselst du regelmäßig, bis alles vollständig getrocknet ist. Beschriftet wird der Beleg mit Pflanzenname, Fundort und Sammelzeitpunkt.
Blüte: Rispe, Griffel und Wind
Oben an der Maispflanze sitzt die Rispe mit den männlichen Blüten, die den Pollen abgeben. Aus den jungen Kolben weiter unten hängen die Griffel heraus. Der Wind trägt den Pollen von der Rispe zu den Griffeln.
In der Blütezeit gehen die Kinder an einem trockenen Tag ins Beet. Sie halten ein dunkles Blatt Papier unter eine Rispe und klopfen vorsichtig gegen den Stängel. Was herunterrieselt, betrachten sie mit der Lupe und zeichnen es ins Heft. Danach suchen sie die Griffel an den jungen Kolben und überlegen, wie der Pollen dorthin kommt.
„Bienen bestäuben den Mais.“ Mais wird vom Wind bestäubt. Bienen können an ihm Pollen sammeln, Nektar liefert er ihnen nicht.
Insekten im Maisbeet
Weil Mais Bienen keinen Nektar bietet, lohnt ein Blühsaum am Beetrand. Ringelblume, Schmuckkörbchen und Zinnien eignen sich als bienenfreundliche Lückenfüller im Gemüsegarten. Die großen Ringelblumensamen können Kinder gut greifen und gezielt in die Erde legen. So entsteht neben dem Mais ein zweiter Beobachtungsort mit Blütenbesuchern.
Mit der Lupe geht es auch unter die Maisblätter. Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Marienkäfer sowie Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. gehören zu ihren natürlichen Feinden. Fehlen solche Gegenspieler, kann der Blattlausbefall stark werden. Daraus zeichnen die Kinder eine kleine Nahrungskette: Maispflanze, Blattlaus, Marienkäfer.
Was Blätter und Kolben verraten
Färben sich Maisblätter rot bis blauviolett, kann das an einer vorübergehend gehemmten Phosphataufnahme bei Kälte und Nässe liegen. Das kann auch dann passieren, wenn der Boden genug PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5. enthält. Für die Klasse wird daraus eine Wetterbeobachtung: Die Kinder notieren die Färbung zusammen mit dem Wetter der Woche.
Bei der Ernte lohnt ein Blick auf die Kolbenspitzen. Bei Wassermangel setzen Maiskolben weniger Samen an, besonders an der Spitze. Auch die Befruchtung spielt mit hinein, und genau deshalb wird Mais im Block gesät. Lücken sind darum ein Anlass für ein Gespräch über Wasser und Wind, aber kein Beweis für eine einzelne Ursache.
Pflege über den Sommer in Kürze
Den Boden bereitest du locker, krümelig und ohne Verdichtungen vor, an einem warmen Platz in voller Sonne. Welcher Platz auf dem Schulgelände dafür passt, beschreibt der Ratgeber, welchen Standort Ziermais braucht.
Mais braucht sehr viel Wasser und ist ein StarkzehrerStarkzehrer sind Gemüsearten mit hohem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff, etwa Kohl, Kürbis, Tomaten und Zucchini. In der Fruchtfolge kommen sie zuerst auf ein frisch versorgtes Beet, zum Beispiel nach einer Kompostgabe., der zur Beetvorbereitung Kompost bekommt. Wann und wie viel du gießt und düngst, zeigt der Ratgeber, wie du Ziermais gießt, düngst und von Unkraut freihältst.
Solange die Pflanzen klein sind, ist regelmäßiges Hacken bei Mais besonders wichtig. Silbrig glänzende Beulen, die aufreißen und schwarzes Sporenpulver freisetzen, können auf Maisbeulenbrand hindeuten. Wie du vorbeugst und von Hand eingreifst, steht im Ratgeber dazu, wie du bei Sommerblumen Krankheiten und Schädlingen vorbeugst.
Ernte und Trocknen mit Kindern
Ziermais bleibt lange an der Pflanze. Bei ‘Glass Gem’ reifen die Kolben für eine intensive Färbung möglichst lange aus. Danach trocknen sie an einem schattigen, luftigen Ort nach. Geerntet wird diese Sorte im August und September, ‘Stars’n Stripes’ ab September bis Oktober.
Die Kinder ernten paarweise: Ein Kind hält den Stängel, das andere dreht den Kolben ab. Muss eine Schere helfen, prüfst du sie vorher, und eine erwachsene Person ist dabei. Zum Nachtrocknen hängt die Klasse die Kolben an einer Schnur an einem schattigen, luftigen Platz im Schulhaus auf.
Zum Vergleich eignet sich Zuckermais vom Markt. Er wird milchreif geerntet: Die Griffel sind dann braun und eintrocknend, und ein angeritztes Korn gibt milchigen Saft ab. Ziermais wartet dagegen, bis die Farbe ausgereift ist. Daraus entsteht eine Frage für den Stuhlkreis: Warum erntet man dieselbe Pflanzenart zu so verschiedenen Zeitpunkten?
Basteln mit Kolben, Körnern und Blättern
Herbstgesteck und Trockenblumen-Loop
Für ein Herbstgesteck kombinieren die Kinder ganze Kolben mit Trockenblumen aus dem Schulgarten. Strohblumen passen dazu, weil sie beim Trocknen ihre Farbe behalten. Die Samenkapseln der Jungfer im Grünen schneidest du für Trockensträuße vor der SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen..
Für einen Trockenblumen-Loop bespannst du einen Holz- oder Metallring mit Garn. Durch dieses Geflecht stecken die Kinder Maisblätter, Strohblumen und kleine Kolbenstücke. Der Ring lässt sich danach für neue Gestaltungen mehrfach verwenden.
Kommen echte Kerzen ins Gesteck, stehen sie in nicht brennbaren Kerzenhaltern statt direkt eingesteckt. Das Gesteck hält Abstand zu Gardinen und anderen brennbaren Materialien, und offenes Licht bleibt nie unbeaufsichtigt.
Mosaik, Zählbild und Maisfiguren
Ausgelöste Körner sortieren die Kinder zuerst nach Farben. Dabei entsteht eine Strichliste, aus der ein Säulendiagramm wird: Welche Farbe kommt auf diesem Kolben am häufigsten vor? Danach kleben sie die Körner auf Karton, als Mosaik, Muster oder Anfangsbuchstabe ihres Namens.
Aus den trockenen Hüllblättern binden die Kinder kleine Figuren und flechten Zöpfe. Nach dem Basteln und nach der Gartenarbeit waschen sich alle vor dem Essen die Hände. Probiert wird Zuckermais, die Ziermaiskolben bleiben Bastelmaterial.
Mais in anderen Kulturen: Milpa, Grieß und Mehl
Mais stammt aus Lateinamerika. Dort sind Bohnen und Kürbisse seine klassischen Mischkulturpartner. Zwischen den Maisreihen können außerdem Radieschen, Pflücksalat oder Kresse gesät werden. Für die Klasse wird Kresse zwischen den Reihen zu einem kleinen Zwischenversuch, den die Kinder selbst säen und ernten.
Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts. Der Effekt ist schwer belegbar und nur bei guter Bodenverbesserung, richtigem Pflanzenabstand und ausreichender Wasserversorgung zu erwarten. Welche Partner in einer Mischkultur zusammenpassen, kannst du mit der Klasse nachschlagen.
Kommt ein Kürbis dazu, nimm einen ausdrücklich als Speisekürbis gekennzeichneten. In Bereiche, in denen Kinder frei arbeiten, gehören keine Pflanzen mit giftigen Bestandteilen. Zierkürbisse enthalten giftige Bitterstoffe und scheiden für das Schulbeet deshalb aus.
Was aus Mais wird, zeigt ein Vergleichstisch im Klassenzimmer. Zuckermais wird milchreif gekocht, gedünstet oder gegrillt. Aus Hartmais wird Grieß, aus Zahnmais Mehl. Popcornmais wird mit eigenen Sorten angeboten. Neben einer Weltkarte verbinden die Kinder so Herkunft und Nutzung der Pflanze.
Vielfalt im Kolben: Biodiversität und eigenes Saatgut
Die Farben auf einem einzigen Kolben sind Vielfalt innerhalb einer Art. Daran lässt sich besprechen, dass es Vielfalt zwischen Arten gibt und Vielfalt innerhalb einer Art. Vergleicht die Klasse Kolben von ‘Glass Gem’ mit denen von ‘Stars’n Stripes’, wird der Unterschied zwischen zwei Sorten derselben Art sichtbar.
Wer Körner für das nächste Jahr aufheben will, lässt sie gut nachtrocknen. Danach beschriften die Kinder sie mit Sortenname und Ernteangabe und lagern sie kühl, dunkel und trocken. Ob die Nachkommen wie die Mutterpflanze aussehen, hängt von der Sorte ab. Bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. spalten die Merkmale in der Folgegeneration wieder auf, deshalb prüfst du vorher die Sortenangabe.
Mais wird vom Wind bestäubt, und bei ‘Glass Gem’ sollte eine Fremdbestäubung mit Feldmais vermieden werden. Liegt ein Maisacker in der Nähe der Schule, besprichst du das deshalb, bevor die Klasse eigene Körner als Saatgut nutzt. Für das Folgejahr ist ohnehin ein anderes Beet dran.
Kolbenschau zum Abschluss
Zum Abschluss legen die Kinder ihre Arbeiten nebeneinander: Forscherheft, Diagramm, gepresstes Blatt, Zählbild und den eigenen Kolben. Im Schulflur ausgestellt, zeigt die Reihe den Weg vom Korn bis zum Kolben. Ich lasse jedes Kind dafür einen Satz zu seiner Station vorbereiten, den es beim Rundgang vorträgt.

