Ziergräser aussäen: So ziehst du Gräser Schritt für Schritt aus Samen
- Die einjährige Gräsermischung 'Ikebana' säst du von März bis Mai direkt an den vorgesehenen Standort.
- Die Saattiefe hängt an der Art: 'Ikebana' kommt etwa 0,5 bis 1 cm tief in die Erde, Blauschwingel wird nur angedrückt.
- Blauschwingel ziehst du im Haus bei 20 bis 25 °C auf feuchtem Anzuchtsubstrat vor.
- Während Quellung und Keimung muss das Saatsubstrat ständig ausreichend feucht bleiben.
- Bei Hybridsorten können Nachkommen aus selbst geernteten samen.liveutlich von der Mutterpflanze abweichen.

Viele Grassamen sind klein, und ihre Aussaat hängt an wenigen Handgriffen. Liegen die Samen zu tief oder trocknet das Saatbeet aus, wartest du womöglich vergeblich auf die ersten Halme. Ich säe einjährige Gräsermischungen direkt ins Beet und ziehe Blauschwingel im Haus vor. Auf beiden Wegen kontrolliere ich vor allem zwei Dinge: die Saattiefe und die Feuchte bis zur Keimung.
Lassen sich Ziergräser durch Samen vermehren?
Ja, Ziergräser lassen sich aus Samen ziehen. Entscheidend ist, was du säst. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen aus selbst geernteten samen.liveutlich von der Mutterpflanze abweichen. Willst du genau diese Sorte wieder haben, teilst du die Pflanze, statt ihre Samen auszusäen. Wie das geht, steht im Stauden-Überblick im Abschnitt über Teilen, Stecklinge und Selbstaussaat.
Bei einjährigen Gräsern stellt sich die Frage anders. Die Ziergräsermischung ‘Ikebana’ ist einjährig, du säst sie also jedes Jahr neu. Welche Arten es überhaupt gibt und welche zu deinem Gartenplatz passt, zeigt der Ratgeber über Ziergräser-Arten und ihre passenden Gartenplätze.
Ist es eine Hybridsorte, können Nachkommen aus eigenen samen.liveutlich abweichen. Einjährige Mischungen säst du jedes Jahr neu. Ist die KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. deines Saatguts fraglich, setzt du etwa 4 Wochen vor der Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. an. Saattiefe, Keimtemperatur und Keimdauer liest du auf der Tüte deiner Sorte nach.
Direktsaat oder Vorkultur: welcher Weg zu deinem Gras passt
Ob du direkt säst oder vorziehst, hängt an der Art und an der Angabe auf der Tüte. Die einjährige Ziergräsermischung ‘Ikebana’ kommt von März bis Mai direkt an den vorgesehenen Standort. Beim Blauschwingel läuft es anders: Seine Samen werden auf feuchtes Anzuchtsubstrat gedrückt und im Haus angezogen. Die Tabelle stellt beide Wege nebeneinander.
| Merkmal | Direktsaat: Mischung ‘Ikebana’ | Vorkultur: Blauschwingel |
|---|---|---|
| Ort | direkt am vorgesehenen Standort | im Haus auf Anzuchtsubstrat |
| Zeitraum | März bis Mai | nach Angabe auf der Tüte |
| Saattiefe | etwa 0,5 bis 1 cm | Samen auf feuchtes Substrat drücken |
| Temperatur | Keimung bei 10 bis 18 °C | Anzucht bei 20 bis 25 °C |
| Keimdauer | etwa 14 bis 21 Tage | nach Angabe auf der Tüte |
| Feuchte | Saatbeet bis zur Keimung gleichmäßig feucht | Substrat ständig ausreichend feucht |
Manche Stauden brauchen für die Keimung einen KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume.. Verlangt die Tüte deines Grases einen solchen Reiz, säst du nach dem Kaltkeimerverfahren. Wie Warm-, Übergangs- und Kältephase ablaufen, beschreibt der Stauden-Überblick unter Aussaat, Vorkultur und Pflanzung. Deine Termine behältst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick.
Das Saatbeet vorbereiten
Vor der Aussaat entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Bodenverdichtungen, damit ein durchlässiger, bewuchsfreier Boden entsteht. Gelockert wird im Frühjahr erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist, am besten mit Grabgabel oder Krail. Zu pH-Zielbereichen, Sandbeet und Düngung findest du mehr im Stauden-Überblick unter Standort und Boden sowie Düngen.
Die Oberfläche harke ich zum Schluss feinkrümelig und eben, damit die Samen gleichmäßig tief liegen.
Wo ein Gras später steht, hängt an seiner Art: Die weißrandige Japan-Segge braucht zum Beispiel einen frischen, humosen Platz im Halbschatten oder Schatten. Für sonnige Beete zeigt dir ein eigener Ratgeber, welche Gräser in die Sonne passen und was sie dort an Boden und Wasser brauchen. Für trockene Ecken gibt es eine Auswahl an Gräsern, die auf trockenen Plätzen zurechtkommen.
Gräser direkt ins Beet säen: Schritt für Schritt
Reihensaat oder Breitsaat
Ich säe Gräser im Beet in Reihen, weil ich die jungen Halme dann leichter von Wildgras unterscheiden kann. Ziehe dafür flache Rillen in der Saattiefe deiner Art und markiere Anfang und Ende jeder Reihe mit einem Stab. Für eine Fläche mit einer Mischung wie ‘Ikebana’ kannst du auch breitwürfig säen. Mische feines Saatgut dafür mit trockenem Sand, dann siehst du, wo du schon gestreut hast. Anschließend harkst du die Samen flach ein, sodass sie in der angegebenen Tiefe liegen.
Wie tief Grassamen in die Erde gehören
Die Mischung ‘Ikebana’ wird etwa 0,5 bis 1 cm tief gesät. Blauschwingel-Samen werden dagegen nur auf feuchtes Anzuchtsubstrat gedrückt. Eine Einheitstiefe für Grassamen gibt es also nicht. Maßgeblich ist deshalb die Angabe auf der Tüte deiner Sorte und nicht eine Faustregel.
Lichtkeimer sind Samen, die zum Keimen Licht brauchen. Steht dieser Hinweis auf deiner Saatgut-Tüte, drückst du die Samen nur an und bedeckst sie nicht mit Erde.
Andrücken, angießen, beschriften
Drück die Samen nach dem Säen mit einem Brett an, damit sie Kontakt zur Erde bekommen. Gieß anschließend mit einer feinen Brause, sodass nichts weggeschwemmt wird. Bis zur Keimung hältst du das Saatbeet gleichmäßig feucht. An jede Reihe stecke ich ein Etikett mit Art und Aussaatdatum.
Gräser im Haus vorziehen: Schritt für Schritt
Nimm Schalen oder Töpfe mit Abzugslöchern, denn überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Fülle sie mit Anzuchtsubstrat und feuchte es vor dem Säen an. Blauschwingel-Samen drückst du auf das feuchte Substrat, ohne sie einzugraben. Angezogen wird er im Haus bei 20 bis 25 °C.
Die Feuchte prüfe ich mit der Fingerkuppe. Bei torffreiem Substrat fühle ich auch weiter unten nach, weil eine trockene Oberfläche feuchte tiefere Schichten verdecken kann.
Sobald sich die Sämlinge greifen lassen, pikierst du sie einzeln in Töpfe und ziehst sie hell weiter. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du sie schrittweise an das Wetter draußen. Ins Beet kommen sie erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Plane die Anzucht so, dass die Jungpflanzen im Frühjahr ins Beet kommen und nicht erst im Herbst. Für Ziergräser der Freifläche gilt das zeitige Frühjahr bei bereits erwärmtem Boden als günstigster Pflanzzeitpunkt. Herbstpflanzungen können dagegen schlechter anwachsen.
Keimung: Feuchte, Wärme und Geduld
Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung muss das Saatsubstrat ständig ausreichend feucht bleiben. Draußen beschatte ich das Saatbeet bei praller Sonne leicht. Nachgegossen wird mit feiner Brause, sobald die Oberfläche heller wird.
Auch die Wärme muss zur Art passen. Die Mischung ‘Ikebana’ keimt bei 10 bis 18 °C. Unter diesen Bedingungen vergehen etwa 14 bis 21 Tage bis zur Keimung. Liegt die Temperatur außerhalb der Spanne deiner Art, kann die Keimung länger dauern oder lückenhaft ausfallen.
Ich zähle ab dem Datum auf dem Etikett. Vor dem Ende der angegebenen Keimdauer grabe ich nicht nach, sondern halte nur die Feuchte.
Ausdünnen und Verpflanzen: wann die Sämlinge Platz brauchen
Stehen die Sämlinge zu dicht, nehmen sie sich gegenseitig Licht und Wasser. Beim Ausdünnen entfernst du deshalb die schwächeren Pflanzen, bis die kräftigsten im Endabstand deiner Sorte stehen. Diesen Abstand findest du auf der Saatgut-Tüte. Ausgedünnt wird, sobald du die Sämlinge sicher als deine Gräser erkennst und greifen kannst. Ich schneide überzählige Sämlinge mit einer kleinen Schere knapp über dem Boden ab, damit ich die Wurzeln der Nachbarn nicht mit herausreiße.
Wie viel Platz ein Gras am Ende braucht, unterscheidet sich stark. Bei der Rasen-Schmiele werden die Blatthorste etwa 30 bis 50 cm hoch. Ihre BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. erreichen ungefähr 1 m. Das Riesen-Federgras bildet sogar bis zu 2 m hohe Blütenhalme. Richte die Abstände deshalb nach der Endgröße deiner Art aus und nicht nach den Sämlingen. Wie du Gräser im Beet kombinierst und in Gruppen setzt, behandelt der Stauden-Überblick unter Gestalten und kombinieren.
Zum Verpflanzen wähle ich einen bedeckten Tag. Die Sämlinge hebe ich mit Erdballen aus und gieße sie am neuen Platz gründlich an.
Bis das Gras eingewachsen ist
Neu angelegte Staudenpflanzungen wässerst du in den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt und durchdringend. Je Gießgang sind das etwa 25 l/m². Bei meinen ausgepflanzten Gräsern halte ich es genauso; mehr zum Gießen in der Anwachszeit steht im Stauden-Überblick.
Wie du Ziergräser vom Einwachsen über das Gießen bis zum Winterschutz pflegst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Standfeste Stängel und Fruchtstände dürfen über den Winter stehen bleiben; in sommergrünen Staudenpflanzungen schneidest du erst im Spätwinter zurück. Ein Teil der dürren Stängel kann sogar ganzjährig stehen, damit Insekten weiter Unterschlupf finden. Wann und wie du Ziergräser je nach Art und Wuchsform schneidest, erklärt der Ratgeber zum Gräserschnitt.
Wenn nichts keimt: Ursachen und Abhilfe
Bleibt eine Saatreihe leer, gehe ich die folgenden Punkte der Reihe nach durch.
Die Samen liegen zu tief
Samen, die laut Tüte nur angedrückt werden, gehören nicht unter eine Erdschicht. Säe beim nächsten Versuch genau nach Tütenangabe und drück die Samen nur an.
Das Saatbeet nach dem Säen noch einmal kräftig durchharken. Dabei geraten flach zu säende Samen tiefer, als die Tüte vorgibt. Drück sie stattdessen mit einem Brett an.
Das Saatbeet ist ausgetrocknet
Trocknet das Substrat während Quellung und Keimung aus, können die Keimlinge Schaden nehmen. Säe in dem Fall neu und kontrolliere die Feuchte mit der Fingerprobe, vor allem an sonnigen Tagen.
Die Temperatur passt nicht zur Art
Die Mischung ‘Ikebana’ keimt draußen bei 10 bis 18 °C. Blauschwingel wird dagegen im Haus bei 20 bis 25 °C angezogen. Säst du eine wärmebedürftige Art bei kühlem Wetter ins Freie, kann die Keimung ausbleiben oder sich hinziehen. Im Haus steuerst du die Temperatur selbst, draußen bestimmt sie das Wetter.
Das Saatgut ist zu alt
Bei Saatgutresten mit fraglicher Keimfähigkeit setzt du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe an. Lege dafür eine abgezählte Probe auf feuchtes Küchenpapier und halte sie bei der Temperatur deiner Art feucht. Nach der angegebenen Keimdauer zählst du, wie viele Samen gekeimt sind. Keimt nur ein Teil, säst du entsprechend dichter; keimt kaum etwas, nimmst du frisches Saatgut.
Das Substrat ist zu nass
Feucht heißt nicht nass. Gieß so, dass kein Wasser in der Schale stehen bleibt, und nutze nur Gefäße mit Abzugslöchern. Wie du Krankheiten im Beet vorbeugst und Befall kontrollierst, behandelt der Stauden-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Du erkennst deine Sämlinge nicht
Im Beet keimen neben deiner Aussaat auch Wildkräuter und Wildgräser. Ich jäte deshalb nur zwischen den markierten Reihen. In der Reihe lasse ich alles stehen, bis ich die jungen Halme sicher zuordnen kann.
Samen von eigenen Gräsern ernten und aufbewahren
Für die eigene Saat ernte ich nicht von Hybridsorten, weil deren Nachkommen abweichen können. Die Samenstände schneide ich bei trockenem Wetter, wenn sie an der Pflanze abgetrocknet sind. Zu Hause lasse ich sie in einer Papiertüte nachtrocknen und reibe die Samen anschließend aus. Die trockenen Samen fülle ich in ein dicht schließendes Glas und beschrifte es mit Art und Erntejahr.
Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine Orientierung, keine Garantie für jede Art. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C.
An Pflanzen, von denen du keine Samen willst, schneidest du verwelkte Blütenstände rechtzeitig ab. Das kann bei vielen Stauden unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern. Manche Gräser breiten sich zusätzlich unterirdisch aus: Die Mandschurische Breitblatt-Segge wächst über flach verlaufende Rhizome kräftig in die Breite. Wie du Gräser im Naturgarten so auswählst, dass sie sich nicht unkontrolliert ausbreiten, steht im Ratgeber zum naturnahen Garten.
Sieh deine Saatgutreste durch und notiere das Erntejahr auf jeder Tüte. Ist die Keimfähigkeit fraglich, plane die Keimprobe etwa 4 Wochen vor deinem Aussaattermin ein.




