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Bambusdüngung: Wachstum nach Wuchstyp und Phase richtig fördern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Bambus wächst in fester Folge: erst die Halme, dann Zweige und Blätter, danach die Rhizome.
  • Zu Bambus passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor.
  • Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode, ab dem Spätsommer nicht mehr.
  • Die Ausbreitung begrenzt eine widerstandsfähige Rhizomsperre, nicht der Dünger.
  • Auch niedrige Bambusse der Gattungen Pleioblastus und Sasa können stark Ausläufer treiben.
  • Im Winter gießt du bei frostfreiem Boden weiter, gedüngt wird nicht.
Wasserstrahlen und Tropfen aus einer gelben Gießkannenbrause vor unscharfem grünem Hintergrund
Foto: Sasha · Pexels License · Quelle ↗

Bambus wächst schnell, und je nach Art breitet er sich unter der Erde flächig aus. Wer düngt, möchte kräftige Halme, aber keine Ausläufer im Nachbarbeet. Ich richte die Düngung meines Bambus deshalb nach seinem Wuchstyp und nach der Phase, in der er gerade wächst. Bei der Ausbreitung verlasse ich mich nicht auf den Dünger, sondern auf die Rhizomsperre.

Wie Bambus wächst: erst Halme, dann Laub, dann Rhizome

Bambus wächst in einer festen Reihenfolge. Zuerst strecken sich die neuen Halme in die Länge. Danach treiben an ihnen Zweige und Blätter aus. Erst im Anschluss wächst der Bambus unter der Erde weiter und verlängert seine Rhizome.

Für die Pflege heißt das: Was du über der Erde siehst, ist schon fertig, wenn unten die Ausbreitung beginnt. Ein kräftiger Austrieb verrät dir deshalb noch nicht, wohin die Rhizome später ziehen.

Kurz erklärt

Rhizome sind die unterirdischen Triebe des Bambus. Je nach Gattung und Art breiten sie sich flächig aus oder bilden eher geschlossene Horste. Daher kommen die Gartennamen Laufbambus und Horstbambus.

Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich. Beim Bambus kann sie Wurzeln und Rhizome faulen lassen. Ich gieße deshalb morgens direkt in den Wurzelbereich und prüfe vorher, ob der Boden noch nass ist.

Laufbambus, Horstbambus, Kleinbambus: was der Wuchstyp für die Düngung ändert

Zu Bambus passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor. Der Wuchstyp ändert vor allem zwei Dinge: welche Fläche du versorgst und ob du zusätzlich eine Rhizomsperre brauchst.

Laufbambus: düngen innerhalb der Sperre

Laufbambus breitet seine Rhizome flächig aus. Bildet er stark Ausläufer, braucht er eine widerstandsfähige Rhizomsperre, die ihn räumlich begrenzt. Ich streue den Dünger bei solchen Pflanzungen nur auf die Fläche innerhalb der Sperre, also dorthin, wo der Bambus stehen soll.

Horstbambus: düngen rund um den Horst

Horstbambus bildet eher geschlossene Horste, seine Rhizome bleiben beieinander. Den Dünger verteile ich hier rund um den Horst, wo die Wurzeln sitzen. Weißt du nicht, welchen Typ du im Garten hast, lass dir beim Kauf Gattung und Art nennen, denn davon hängt die Ausbreitung ab.

Kleinbambus: niedrig heißt nicht kompakt

Bei niedrigen Bambussen liegt der Gedanke nahe, sie blieben auch unter der Erde klein. Arten der Gattungen Pleioblastus und Sasa können aber stark Ausläufer treiben und brauchen deshalb ebenfalls eine Rhizomsperre. Für dauerhaft bepflanzte Kübel eignen sich schwach und niedrig wachsende Arten mit kompaktem Wurzelwerk besonders. Weil Pleioblastus und Sasa zwar niedrig bleiben, aber stark Ausläufer treiben können, fragst du beim Kleinbambus nach dem Wurzelwerk und nicht nur nach der Höhe.

Im Kübel hängt die Düngung stark am Substrat. Torffreie Erden sind meist vorgedüngt, ihre Ersatzstoffe können aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Wie du Bambus im Kübel nach Gefäßgröße und Substrat düngst, erkläre ich in einem eigenen Ratgeber.

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Bambus im Jahreslauf düngen

Zum Start: wenn der Boden warm und feucht ist

Ich streue den Langzeitdünger erst, wenn sich der Boden erwärmt hat und feucht ist. Wärme und Bodenfeuchte zusammen beschleunigen, wie schnell Bodenlebewesen Nährstoffe aus dem Humus freisetzen. Organische Dünger geben bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum etwas ab, bei feuchtwarmem Wetter unter Umständen sehr viel.

Ein Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe nach und nach ab. Das passt zum Bambus, der von den Halmen über das Laub bis zu den Rhizomen weiterwächst. Wie viel du streust, richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und der Angabe auf der Packung.

Im Sommer: bei Hitze erst wässern

Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit gibst du Flüssigdünger niedrig konzentriert auf den Boden, den du vorher angefeuchtet hast. Über die Blätter gibst du ihn in dieser Zeit nicht. Ich wässere dafür morgens direkt im Wurzelbereich und dünge danach.

Wie du Flüssigdünger bei Bambus richtig einsetzt, erkläre ich gesondert. Auch die Anpassung der Düngung an Trockenheit, Niederschlag und Temperaturschwankungen hat einen eigenen Ratgeber.

Ab dem Spätsommer: kein Stickstoff mehr

Stickstoff gehört in die Vegetationsperiode. Ab dem Spätsommer lässt du ihn weg, damit der Bambus ausreichend aushärten kann. Für Kalium gilt diese Grenze nicht: Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung kann auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen. Ob dein Boden Kalium braucht, zeigt dir die Bodenprobe.

Marias Erfahrung

Ich trage im Gartenkalender ein, wann ich den Langzeitdünger gestreut habe. Beim Spätsommer steht dort ein fester Vermerk: ab jetzt kein Stickstoff mehr für den Bambus.

Im Winter: gießen ja, düngen nein

Bambus braucht auch im Winter Wasser, wenn der Boden frostfrei ist. Stickstoff außerhalb der Vegetationsperiode kann dagegen als Nitrat ausgewaschen werden. Im Winter greifst du deshalb zur Gießkanne und nicht zum Dünger. Für Bambus im Kübel gilt dasselbe, denn überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keinen Dünger.

Mini-Checkliste

Boden warm und feucht: Langzeitdünger streuen. Hitze oder Trockenheit: erst den Boden anfeuchten, dann Flüssigdünger niedrig konzentriert geben. Ab dem Spätsommer: keinen Stickstoff mehr. Mitte Oktober bis Ende November: Kalium nur, wenn die Bodenprobe Bedarf zeigt. Winter: bei frostfreiem Boden gießen, nicht düngen.

Lässt sich die Ausbreitung über den Dünger steuern?

Naheliegend ist der Gedanke, Laufbambus über den Dünger zu lenken: am Rand knapp halten, in der Mitte gut versorgen. Darauf würde ich mich nicht verlassen. Bambus, der stark Ausläufer bildet, braucht eine widerstandsfähige Rhizomsperre, die ihn räumlich begrenzt. Der Dünger versorgt die Pflanze, die Grenze zieht die Sperre.

Mehr Stickstoff ist ebenfalls keine Lösung. Überhöhte oder zu häufige Gaben können als Nitrat ausgewaschen werden. Deshalb dünge ich nur die Fläche, auf der der Bambus wachsen soll, und halte mich an die Menge, die Boden und Packung vorgeben.

Weil die Rhizome erst nach Halmen und Laub wachsen, gehe ich den Rand der Sperre ab, wenn die neuen Halme ihr Laub gebildet haben. Dort schaue ich nach neuen Ausläufern.

Mythos-Check

„Wer Laufbambus am Rand knapp düngt, braucht keine Rhizomsperre.“ Stark ausläuferbildender Bambus braucht eine widerstandsfähige Rhizomsperre, um räumlich begrenzt zu bleiben. Das gilt auch für niedrige Arten der Gattungen Pleioblastus und Sasa.

Boden, Bodenprobe und Kompost: was du vor dem Düngen klärst

Gelbe Blätter bedeuten nicht automatisch, dass Dünger fehlt. Eisenmangelchlorosen können durch einen zu hohen Boden-pH entstehen, aber auch durch verdichteten oder vernässten Boden. Bei einem pH-Wert über 7,0 kann Eisen stark eingeschränkt verfügbar sein, auch wenn der Boden Vorräte davon hat.

Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, welcher Nährstoff in welcher Menge fehlt. Die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf, Stickstoff beauftragst du gesondert. Bambus soll wenig Phosphor bekommen, und nach Kompostgaben können sich Phosphor und Kalium im Boden anreichern. Wer seinen Bambus mit Kompost versorgt, lässt den Boden deshalb alle 4 bis 5 Jahre untersuchen.

Zeigt die Probe stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du weitere Kompostgaben ein. Die Grundlagen zu Nährstoffbedarf, Düngerarten, Bodenprobe und Überdüngung findest du im Abschnitt Düngen bei Stauden und Ziergräsern, Boden und pH-Wert im Abschnitt Standort und Boden.

Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Weil er selbst Nährstoffe liefert, rechnest du ihn in die Düngung ein. Wie du Bambus mit Kompost versorgst und welche organischen und bodenbiologischen Düngemethoden für Bambus infrage kommen, zeigen eigene Ratgeber.

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Häufige Fragen

Wie wird Bambus richtig gedüngt und welche Nährstoffe benötigt er?
Zu Bambus passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor. Du streust ihn, wenn der Boden warm und feucht ist, und gibst Stickstoff nur in der Vegetationsperiode, ab dem Spätsommer nicht mehr. Eine bedarfsgerechte Kaliumgabe kann auch zwischen Mitte Oktober und Ende November folgen. Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Packungsangabe, Nährstoffe aus Kompost rechnest du mit.
Wie beeinflusst die Düngung das Bambuswachstum und die Ausbreitung?
Bambus wächst in fester Folge: erst die Halme, dann Zweige und Blätter, danach die Rhizome unter der Erde. Ein Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe nach und nach ab und begleitet so diesen Ablauf. Für die räumliche Begrenzung braucht stark ausläuferbildender Bambus eine widerstandsfähige Rhizomsperre. Mehr Stickstoff hilft dabei nicht weiter, denn überhöhte oder zu häufige Gaben können als Nitrat ausgewaschen werden.
Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Laufbambus und horstwachsendem Bambus bei der Düngung?
Beide bekommen einen stickstoffbetonten Langzeitdünger mit wenig Phosphor. Laufbambus breitet seine Rhizome flächig aus und braucht bei starker Ausläuferbildung eine Rhizomsperre, den Dünger streust du dann nur innerhalb der Sperre. Horstbambus bildet eher geschlossene Horste, bei ihm verteilst du den Dünger rund um den Horst. Auch niedrige Bambusse der Gattungen Pleioblastus und Sasa können stark Ausläufer treiben und brauchen eine Sperre.
Wie wird eine Bodenanalyse für die Bambusdüngung durchgeführt?
Du nimmst auf der einheitlich genutzten Fläche 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Proben aus dem Oberboden. Gestochen wird bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe. Die Proben mischst du und schickst rund 500 g davon zur Untersuchung. Die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen.
Wie beeinflusst der pH-Wert des Bodens die Nährstoffaufnahme bei Bambus?
Bei einem pH-Wert über 7,0 kann Eisen stark eingeschränkt verfügbar sein, sodass Mangelsymptome trotz vorhandener Vorräte im Boden möglich sind. Unter pH 5,5 kann Molybdän schlecht verfügbar sein. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die jeweilige Bodenart zu niedrig ist. Eisenmangelchlorosen können allerdings auch durch verdichteten oder vernässten Boden entstehen.
Wie erstellt man einen effektiven Düngeplan für Bambus im Jahresverlauf?
Den Langzeitdünger streust du, sobald der Boden warm und feucht ist. Bei Hitze oder längerer Trockenheit kommt Flüssigdünger niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Ab dem Spätsommer gibst du keinen Stickstoff mehr, eine bedarfsgerechte Kaliumgabe ist noch zwischen Mitte Oktober und Ende November möglich. Im Winter gießt du bei frostfreiem Boden weiter, düngst aber nicht.
Stimmt es, dass Bambus ohne Düngung genauso gut wächst?
Pauschal lässt sich das nicht sagen, es hängt vom Nährstoffvorrat im Boden ab. Eine Bodenuntersuchung zeigt, welcher Nährstoff in welcher Menge fehlt, und Kompost oder andere Gaben rechnest du dabei mit. Fehlt etwas, passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor, gegeben in der Vegetationsperiode.
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