Blumen · Stauden & Ziergräser · Anbau

Islandmohn aussäen: Zeitpunkt, Saattiefe und Pflege bis zur Blüte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Aussaatzeit reicht von Mai bis August, die Kultur kann schon ab Januar beginnen.
  • Islandmohn ist Lichtkeimer: 0 bis 0,5 cm tief säen und bis zur Keimung ständig feucht halten.
  • Die Sämlinge laufen nach 10 bis 21 Tagen auf.
  • In der zweijährigen Schnittkultur reichen sechs Wochen Vorkultur, gepflanzt wird Ende September.
  • Im Beet 20 cm Abstand in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen.
  • Sonniger Platz mit gutem Wasserabzug, bei überwinterter Kultur nach Mitte September nicht mehr düngen.
Eine leuchtend gelbe Islandmohnblüte (Papaver nudicaule) steht im Vordergrund, umgeben von grünen Blättern und weiteren Knospen.
Foto: 浪 郭 · Pexels License · Quelle ↗

Bei Islandmohn entscheiden zwei Dinge über die Aussaat: wie tief die Samen liegen und wie nass der Boden ist. Die Samen sind Lichtkeimer, du säst sie also flach und bedeckst sie nur sehr dünn. Nässe ist das zweite Risiko, denn auf schweren Böden und in nassen Wintern können Bestände ausfallen. Ich säe Islandmohn im Sommer in Schalen und pikiere die Sämlinge als kleine Tuffs. Ende September setze ich die Jungpflanzen an einen sonnigen Platz mit gutem Wasserabzug.

Islandmohn im Steckbrief

Islandmohn, botanisch Papaver nudicaule, gilt als mehrjährige Pflanze. Im Garten wird er aber zweijährig kultiviert. Bei dieser Kultur säst du im einen Jahr, die Blüte folgt im nächsten.

Merkmal Islandmohn (Papaver nudicaule)
Lebensform mehrjährige Pflanze, im Garten zweijährig kultiviert
Kulturdauer 490 bis 504 Tage
Wuchshöhe 30 bis 60 cm
Wuchsbreite 20 bis 30 cm
Blütezeit Mai bis August
Licht sonnig
Boden gut drainierter, sandiger Lehm; verträgt sehr nasse Verhältnisse schlecht
Winterhärte winterhart
Verwendung Beet, Steingarten, alpine Pflanzungen, Kübel; Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten

Welche Farbvarianten und Sorten es gibt und wie du sie im Beet kombinierst, zeigt der Ratgeber zu den Farbvarianten und Sorten des Islandmohns.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Papaver
Hund
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Für die Serie Garden Gnome im Freiland humosen, sandig-lehmigen Boden mit gutem Wasserabzug wählen.

Bodenreaktion

Die Pflanze verträgt schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden.

Substrat

Gut durchlässiger sandiger Lehm ist geeignet; sehr nasse Verhältnisse werden schlecht vertragen. Die Pflanze kommt mit nährstoffreichem wie mit eher armem Boden zurecht.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Steingarten, alpine Pflanzungen und Kübel.

Pflege

Pflege

Schwere Böden und nasse Winter vermeiden; können Bestände dort ausfallen.

Düngung

Die Serie Garden Gnome gering bis mäßig düngen. Hohe Ammonium- und Stickstoffgaben vermeiden, da sie weiches, auseinanderfallendes Wachstum fördern; bei überwinterter Kultur ab Mitte September nicht mehr düngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.

Aussaatkalender Isländischer Mohn
GartenkalenderVorkultur: Januar, Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: JanuarVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustVorkulturAussaatBlüte

Wann säst du Islandmohn aus?

Die Aussaatzeit für Islandmohn reicht von Mai bis August. Die Kultur kann aber schon früher beginnen, ein Start ist von Januar bis Juni möglich. Der Herbst ist beim Islandmohn dagegen Pflanzzeit und keine Saatzeit. Wie die Schritte bei der zweijährigen Kultur aufeinander folgen, zeigt der Zeitplan.

Schritt Zeitpunkt oder Dauer
Kulturbeginn Januar bis Juni möglich
Aussaat Mai bis August
Pikieren als Tuff (zweijährige Schnittkultur) sieben Tage nach der Keimung
Vorkultur (zweijährige Schnittkultur) sechs Wochen ab Aussaat reichen
Abhärten drinnen gezogener Jungpflanzen etwa eine Woche
Auspflanzen (zweijährige Schnittkultur) Ende September
Düngen bei überwinterter Kultur nach Mitte September nicht mehr
Blüte Mai bis August

In Freilandversuchen zum Schnittblumenanbau gingen Islandmohnpflanzen bei steigenden Sommertemperaturen ein, nachdem ihre Blütenleistung nachgelassen hatte. Zusammen mit der zweijährigen Kultur heißt das: Wer jeden Sommer Islandmohn blühen sehen will, sät jedes Jahr neu. Die Termine für Islandmohn und andere Stauden hast du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken beisammen.

Frühjahr: früher Start in der Schale

Willst du früh im Jahr beginnen, säst du in Schalen. Stell sie an einen Platz, an dem du die Keimtemperatur halten kannst. Die Werte dafür stehen in der Tabelle zur Direktsaat weiter unten. Ab Mai beginnt die eigentliche Aussaatzeit, dann ist auch die Direktsaat ins Beet möglich.

Sommer: Aussaat von Mai bis August

Im Sommer kannst du direkt ins Beet säen oder vorziehen. Ich ziehe Islandmohn in Schalen vor, weil ich die Sämlinge dort besser im Blick habe. Für die zweijährige Schnittkultur reicht eine Vorkultur von sechs Wochen ab der Aussaat. Den Aussaattag lege ich so, dass diese Vorkultur vor dem Pflanztermin Ende September abgeschlossen ist.

Herbst: Pflanzzeit für die zweijährige Kultur

Bei der zweijährigen Schnittkultur kommen die vorgezogenen Jungpflanzen Ende September ins Beet. Der späte Termin beugt vorzeitigem Blühen im Pflanzjahr vor. Die Blütezeit von Mai bis August liegt dann im folgenden Jahr.

Mythos-Check

„Islandmohn sät man im Herbst.“ Das passt nicht zu seiner Aussaatzeit von Mai bis August. Im Herbst kommen bei der zweijährigen Kultur die vorgezogenen Jungpflanzen ins Beet, gesät werden sie vorher im Sommer.

Anzeigen

Wie säst du Islandmohn direkt ins Beet?

Für die Direktsaat bereitest du das Saatbett gründlich vor. Wurzelunkräuter entfernst du, und verdichteten Boden lockerst du, sobald er ausreichend abgetrocknet ist. Steht im Beet Wasser, beseitigst du auch tiefer liegende Verdichtungen. Danach harke ich die Oberfläche fein und eben.

Die Samen sind sehr fein und brauchen Licht zum Keimen. Ich mische sie vor dem Säen mit trockenem Sand, damit sie sich gleichmäßiger verteilen. Dann streue ich sie in Reihen aus, drücke sie mit einem Brett an und bedecke sie nur sehr dünn mit Erde. Bis zur Keimung hältst du die Saat ständig feucht, ich nehme dafür eine feine Brause.

Die Reihen legst du mit 30 cm Abstand an. Stehen die Sämlinge zu dicht, ziehst du überzählige heraus, bis in der Reihe 20 cm zwischen den Pflanzen bleiben. Wie viele Reihen auf deine Fläche passen, kannst du im Beetplaner für deine Fläche einteilen.

Aussaat-Daten Islandmohn Wert
Saattiefe 0 bis 0,5 cm
Keimtemperatur (min.) 12 bis 18 °C
Keimtemperatur (max.) 18 bis 20 °C
Keimdauer 10 bis 21 Tage
Abstand in der Reihe 20 cm
Reihenabstand 30 cm
Tausendkorngewicht (Wild- und Genbankmaterial) 0,0728 bis 0,13 g
Kurz erklärt

Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen. Ihre Samen liegen deshalb an der Oberfläche oder nur unter einer sehr dünnen Erdschicht.

Wie ziehst du Islandmohn vor?

Aussaat in Schalen

Für die Vorkultur nimmst du Schalen oder kleine Töpfe mit salzarmer Aussaaterde. Überschüssiges Gießwasser muss ablaufen können, die Gefäße brauchen also Abzugslöcher. Gesät wird wie im Beet: flach, angedrückt und nur sehr dünn bedeckt. Während Quellung und Keimung bleibt das Substrat ständig ausreichend feucht. Eine Haube hält die Feuchte, beim ersten Keimling nimmst du sie ab. Danach stehen die Sämlinge hell, aber geschützt vor praller Sonne.

Tipp

Hast du noch Islandmohn-Samen aus früheren Jahren und bist unsicher, ob sie keimen, mach etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe. So bleibt dir Zeit, frisches Saatgut zu besorgen.

Pikieren als Tuff

In der zweijährigen Schnittkultur werden die Sämlinge sieben Tage nach der Keimung pikiert. Sie kommen dabei nicht einzeln in den Topf, sondern als Tuff, also als kleines Büschel aus mehreren Sämlingen. Ich hebe sie mit einem Pikierstab heraus und halte sie an den Keimblättern, ohne daran zu ziehen.

Marias Erfahrung

Ich stecke beim Säen ein Schild mit dem Saatdatum in jede Schale. Sobald die ersten Keimlinge stehen, schreibe ich auch dieses Datum dazu. So sehe ich, wann pikiert wird und wann die sechs Wochen Vorkultur vorbei sind.

Abhärten und Auspflanzen

Haben die Jungpflanzen drinnen gestanden, härtest du sie vor dem Auspflanzen etwa eine Woche ab. Sie stehen dafür an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz. In der zweijährigen Schnittkultur ist Ende September Pflanzzeit. Vor dem Pflanzen tauche ich jeden Topfballen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Im Beet bekommen die Pflanzen 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen lässt du 30 cm frei.

Anzeigen

Welcher Platz passt zu Islandmohn?

Für Islandmohn wählst du einen sonnigen Platz. Die Pflanzendatenbank PFAF nennt neben Sonne zwar auch eine Vorliebe für Halbschatten, ich pflanze ihn trotzdem in die Sonne. Beim Boden zählt vor allem der Wasserabzug, setz ihn deshalb in gut drainierten, sandigen Lehm. Sehr nasse Verhältnisse verträgt Islandmohn schlecht. Ob er eher fruchtbaren oder eher mageren Boden mag, ist nicht eindeutig geklärt. Beim pH-Wert ist er tolerant und verträgt schwach saure, neutrale und schwach alkalische Böden. Wie du Licht, Feuchte und pH-Wert allgemein bewertest, erklärt der Stauden-Überblick unter Standort und Boden für Stauden.

Wie pflegst du die Jungpflanzen bis zur Blüte?

Gießen

Islandmohn mag frischen Boden, aber keine Nässe. Ich prüfe mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist, bevor ich gieße. Wie du neu gesetzte Stauden in der Anwachszeit durchdringend wässerst, steht im Stauden-Überblick im Kapitel Gießen.

Düngen

Beim Düngen hältst du dich zurück. Für die Sorte ‘Garden Gnome’ gibt der Züchter unter mitteleuropäischen Bedingungen eine geringe bis mäßige Düngung an. Hohe Gaben von Ammonium und Stickstoff meidest du, weil sie weiches Wachstum fördern, das auseinanderfällt. Bei der überwinterten Kultur ist nach Mitte September Schluss mit dem Düngen. Wer Ende September pflanzt, setzt seine Jungpflanzen also ohne Düngergabe ins Beet.

Krankheiten erkennen

Vergilben die unteren Blätter und zeigen sie bräunliche Verfärbungen und Nekrosen, kann das bei Islandmohn auf Falschen Mehltau hinweisen. Wie du im Staudenbeet vorbeugst, kontrollierst und mechanisch eingreifst, beschreibt der Stauden-Überblick im Kapitel Krankheiten und Schädlinge.

Über den Winter

Islandmohn ist winterhart, das Risiko im Winter ist Nässe: In nassen Wintern und auf schweren Böden können Bestände ausfallen. Im Kübel isolierst du den Topf so, dass du weiter gießen kannst. Mehr zu Winterstängeln, Winternässe und Kübeln in der kalten Zeit steht im Stauden-Überblick unter Pflege im Jahreslauf.

Blüte, Vase und Samen

Islandmohn blüht von Mai bis August. Mit welchen Pflegegriffen du die Blüte verlängerst, zeigt der Ratgeber für eine längere Blütezeit beim Islandmohn.

Islandmohn wird auch gezielt für den Schnitt zweijährig kultiviert. Wie du die Stiele schneidest und die Blüten in der Vase frisch hältst, steht im Ratgeber zu Islandmohn als Schnittblume für die Vase.

Lässt du Samenstände stehen, kann sich Islandmohn selbst aussäen. Willst du das nicht, entfernst du verwelkte Blüten rechtzeitig, denn das kann bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Wie du die Selbstaussaat förderst, lenkst und Samen erntest, beschreibt der Ratgeber zur natürlichen Vermehrung von Islandmohn im Garten.

Im Steingarten, auf dem Balkon oder in der Wildblumenwiese gelten eigene Regeln für Standort und Pflege. Die zeigt der Ratgeber, wie du Islandmohn für eine üppige Blüte kultivierst.

Passendes Saatgutaus dem samen.live Shop
Sperli Islandmohn SPERLI's Zauberspiel
Sperli Islandmohn SPERLI's Zauberspiel
Zum Shop
Kiepenkerl Islandmohn Pastell Mischung
Kiepenkerl Islandmohn Pastell Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit, um Islandmohn auszusäen?
Die Aussaatzeit für Islandmohn reicht von Mai bis August, die Kultur kann aber schon ab Januar beginnen. Bei der zweijährigen Schnittkultur werden die vorgezogenen Jungpflanzen Ende September gepflanzt, damit sie nicht vorzeitig im Pflanzjahr blühen. Ihre Blütezeit von Mai bis August liegt dann im folgenden Jahr. Der Herbst ist beim Islandmohn also Pflanzzeit und keine Saatzeit.
Wie lange dauert die Blütezeit von Islandmohn?
Islandmohn blüht von Mai bis August. Bei der zweijährigen Kultur fällt diese Blütezeit in das Jahr nach der Pflanzung. In Freilandversuchen zum Schnittblumenanbau gingen die Pflanzen bei steigenden Sommertemperaturen ein, nachdem ihre Blütenleistung nachgelassen hatte. Wer jedes Jahr Islandmohn blühen sehen will, sät deshalb jedes Jahr neu.
Worin unterscheidet sich Islandmohn von anderen Mohnarten?
Im Vergleich mit dem Orientalischen Mohn, auch Türkischer Mohn genannt, bleibt Islandmohn mit 30 bis 60 cm Wuchshöhe deutlich niedriger. Der Orientalische Mohn wird 70 bis 100 cm hoch. Gesät wird er von April bis Juni, Islandmohn dagegen von Mai bis August. Islandmohn wird im Garten zweijährig kultiviert und als Lichtkeimer nur 0 bis 0,5 cm tief gesät.
Wie empfindlich ist Islandmohn gegen Staunässe?
Islandmohn verträgt sehr nasse Verhältnisse schlecht. Auf schweren Böden und in nassen Wintern können Bestände ausfallen. Setz ihn deshalb an einen sonnigen Platz in gut drainierten, sandigen Lehm. Im Topf brauchst du freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Wie lässt sich Islandmohn in Töpfen kultivieren?
Islandmohn eignet sich auch für Kübel. Zur Aussaat nimmst du Schalen oder kleine Töpfe mit salzarmer Aussaaterde und säst die Lichtkeimer flach, nur 0 bis 0,5 cm tief. Jedes Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit sich kein Wasser staut. Im Winter isolierst du den Kübel so, dass du weiterhin gießen kannst.
Stimmt es, dass Islandmohn nur einjährig ist?
Nein. Botanisch gilt Islandmohn als mehrjährige Pflanze, im Garten wird er aber zweijährig kultiviert: Gesät wird im einen Jahr, die Blüte folgt im nächsten. Auf schweren Böden und in nassen Wintern können Bestände ausfallen. In Freilandversuchen zum Schnittblumenanbau gingen die Pflanzen außerdem bei steigenden Sommertemperaturen ein, nachdem die Blüte nachgelassen hatte.
Zuletzt geprüft:
↑