Leinkraut düngen: erst den Boden prüfen, dann gezielt versorgen
- Gewöhnliches Leinkraut gedeiht auf nur mäßig nährstoffreichen Böden, gedüngt wird nach Bodenuntersuchung.
- Für Marokkanisches Leinkraut ‚Licilia Azure‘ empfiehlt Select Seeds, vor der Pflanzung Kompost oder granulierten Dünger einzuarbeiten.
- Im Garten jährlich nicht mehr als 2 bis 3 l Kompost/m² geben, sonst droht eine Phosphatüberdüngung.
- Stickstoff nur in der Vegetationsperiode geben und ab dem Spätsommer weglassen.
- Gelbes Laub ist ein Hinweis, keine Diagnose: Auch hoher pH, Nässe oder Trockenheit stören die Nährstoffaufnahme.

Wenn du Leinkraut düngst wie deine Prachtstauden, bekommt es womöglich mehr, als es braucht. Beim Hohen Rittersporn unterstützen regelmäßige Nährstoffgaben Wachstum und reiche Blüte. Gewöhnliches Leinkraut gedeiht dagegen auf nur mäßig nährstoffreichen Böden. Bevor ich mein Leinkraut dünge, schaue ich deshalb zuerst in die letzte Bodenuntersuchung.
Leinkraut ist der deutsche Name der Gattung Linaria, und wie du düngst, hängt an der Art. Das Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris) ist ein tiefwurzelnder Rohbodenpionier, der sich auch über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. ausbreitet. Für das Marokkanische Leinkraut (Linaria maroccana) gibt es dagegen einen Sortenhinweis, der eine Gabe vor der Pflanzung vorsieht.
Braucht Leinkraut überhaupt Dünger?
Nur, wenn der Boden zu wenig liefert. Wie viel gedüngt werden muss, ergibt sich aus dem Bedarf der Pflanze und dem Vorrat, den der Boden schon mitbringt. Gewöhnliches Leinkraut kommt mit nur mäßig nährstoffreichem Boden aus. Steht es auf einem gut versorgten Gartenboden, bleibt für den Dünger also wenig zu tun, und genau das zeigt dir die Bodenprobe.
Für Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten gilt eine klare Regel: Gedüngt wird erst bei erkennbaren Mängeln. Zu viel Dünger kann bei ihnen ein untypisch starkes Wachstum anstoßen und die Winterhärte schwächen. Hast du dein Leinkraut auf einen mageren, durchlässigen Platz gesetzt, hältst du dich an diese Regel.
Beim Marokkanischen Leinkraut liegt der Fall anders. Für die Sorte ‚Licilia Azure‘ empfiehlt der Saatgutanbieter Select Seeds, vor der Pflanzung Kompost oder einen granulierten Dünger einzuarbeiten. Der Hinweis gilt für das Beet ebenso wie für Gefäße.
Standort und Boden: was davon die Düngung mitbestimmt
Gewöhnliches Leinkraut eignet sich für sonnige, lehmige Standorte, Linaria purpurea bevorzugt trockenen und gut durchlässigen Boden. Wie du den passenden Platz für Leinkraut im Garten findest, vom Beet bis zum Kübel, steht in einem eigenen Ratgeber.
Am Boden zählt für die Düngung vor allem der pH-Wert, weil die Verfügbarkeit der Spurennährstoffe stark von ihm abhängt. Gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist, und welche pH-Zielbereiche je Bodenart für Staudenbeete gelten, findest du im Grundlagenteil zu Standort und Boden. Bodentyp, Drainage und Lockerung behandelt der Ratgeber dazu, wie du den Boden für Leinkraut vorbereitest.
Erst messen: So liest du den Bedarf aus der Bodenprobe
Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, welcher Nährstoff knapp ist und welcher reichlich vorhanden. Aus dem Ergebnis lässt sich der Düngebedarf im Hausgarten nach Nährstoffart und Menge ableiten. Ich steche die Proben über das ganze Beet verteilt und mische die Erde in einem sauberen Eimer.
So nimmst du die Mischprobe.
- 10 bis 15 gleichmäßig verteilte Einstiche je einheitlich genutzter Fläche
- durch den Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe
- alles gut mischen und rund 500 g zur Untersuchung einsenden
- Stickstoff gesondert beauftragen, denn die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf
Liegen Phosphat, Kalium oder Magnesium in den hohen oder sehr hohen Gehaltsklassen D oder E, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Gibst du regelmäßig Kompost, lässt du den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf Phosphor- und Kaliumanreicherungen untersuchen. Ich notiere jede Kompostgabe mit Datum und Beet im Gartenheft, damit der nächste Untersuchungstermin nicht untergeht.
Die Düngermenge in g/m² ergibt sich aus dem Düngebedarf eines Nährstoffs in g/m², mal 100, geteilt durch den Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in Prozent. Den Bedarf liefert die Düngeempfehlung zu deiner Bodenprobe, den Gehalt die Packungsangabe. Nährstoffe, die du schon mit Kompost gegeben hast, rechnest du mit.
Welcher Nährstoff wofür?
Jeder HauptnährstoffHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. hat in der Pflanze eigene Aufgaben. Wer sie kennt, düngt gezielt nach Messwert, statt auf Verdacht nachzulegen.
| Nährstoff | Aufgabe in der Pflanze |
|---|---|
| Stickstoff | Eiweiß, ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub., Wachstum von Blättern und Trieben |
| Phosphor | Energiehaushalt, Erbsubstanz, Zellmembranen |
| Kalium | Zellinnendruck und damit Wasserhaushalt |
| Calcium | Zellwandaufbau |
| Magnesium | Bestandteil des Chlorophylls |
| SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft. | Eiweißaufbau |
| Eisen, Mangan, Kupfer, Zink | Chlorophyll- und Eiweißaufbau |
| Bor | Zellwachstum und Fortpflanzung |
| MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. | Nitratabbau |
Ob die Spurennährstoffe bei der Pflanze ankommen, hängt stark vom Boden-pH ab. Liegt der pH-Wert über 7,0, kann Eisen stark eingeschränkt verfügbar sein, selbst wenn der Boden Vorräte hat. Unter pH 5,5 kann dagegen Molybdän schlecht verfügbar sein.
Phosphorbetonter Dünger macht Leinkraut blühfreudiger? Phosphor dient dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er nicht. Auch Kompost kann den Boden bereits mit Phosphat überversorgen. Ob überhaupt Bedarf besteht, zeigt dir erst die Bodenprobe.
Womit düngst du Leinkraut?
Infrage kommen Kompost, Horndünger, Pflanzenjauche und mineralische Dünger. Welchen du nimmst, entscheidet die Bodenprobe mit.
Kompost: Boden verbessern, Menge begrenzen
Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Er liefert aber selbst Nährstoffe, die du bei der Düngung mitrechnen musst. Im Garten sollte die jährliche Kompostgabe 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten, sonst droht eine Phosphatüberdüngung. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du weitere Kompostgaben ein.
Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert dem Boden auch Calcium. Das berücksichtigst du, bevor du zusätzlich kalkst. Steht dein Leinkraut in einer Pflanzung mit Polster- oder Wildstauden auf kargem Boden, ist Kompost zur Anreicherung dort nicht sinnvoll.
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl
Horndünger enthalten typischerweise 10 bis 14 % Stickstoff und gehören damit zu den stickstoffbetonten organischen Düngern. Deren Nährstoffe werden erst durch mikrobiellen Abbau pflanzenverfügbar und deshalb langsamer frei als bei mineralischen Düngern. Die Standardbodenuntersuchung erfasst Stickstoff aber nicht, er muss gesondert beauftragt werden. Willst du Leinkraut nach Bedarf mit Horndünger versorgen, brauchst du also genau diesen Zusatzauftrag, sonst fehlt dir für den Stickstoff der Messwert.
Pflanzenjauche
Pflanzenjauche verdünnst du für die Wurzeldüngung in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gießt sie rund um die Pflanze in den Wurzelbereich. Eine allgemeingültige Menge oder einen festen Rhythmus gibt es dafür nicht, weil Pflanzenbedarf und Bodenvorrat mitzählen. Ich gieße verdünnte Jauche nur auf feuchten Boden und halte die Blätter dabei trocken.
Mineralische Dünger
Leicht lösliche mineralische Dünger wirken schnell. Wendest du sie nicht bedarfsgerecht an, können sie vor allem Stickstoffverluste durch Auswaschung verursachen. Bei umhüllten Depotdüngern gibt die Hüllschicht die Nährstoffe nach und nach frei. Düngst du überwiegend mineralisch, braucht der Boden zusätzlich organisches Material, damit seine Struktur langfristig erhalten bleibt.
Holzasche aus dem Ofen landet auf dem Beet. Holzasche gehört auch bei naturbelassenem Holz weder direkt in den Garten noch auf den Kompost, denn größere Anteile können Schwermetalle im Kompost anreichern. Tiermist kompostierst du, bevor er ins Beet kommt.
Wann im Jahr düngst du Leinkraut?
Organische Dünger brauchen ein arbeitendes Bodenleben, denn erst die BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. machen ihre Nährstoffe verfügbar. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe setzen sie kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel. Über das Jahr verteilt sich die Arbeit so:
| Zeitraum | Was du tust | Bedingung |
|---|---|---|
| Spätwinter oder Frühjahr | Kompost ausbringen | nur bei Bedarf, im Garten jährlich nicht mehr als 2 bis 3 l/m² |
| vor der Pflanzung | bei Marokkanischem Leinkraut ‚Licilia Azure‘ Kompost oder granulierten Dünger einarbeiten | im Beet und im Gefäß |
| Vegetationsperiode | Stickstoff geben | nur nach Bedarf, Messwert gesondert beauftragen |
| ab dem Spätsommer | keine Stickstoffdüngung mehr | damit die Pflanzen ausreichend aushärten |
| Mitte Oktober bis Ende November | Kaliumdüngung ist möglich | nur, wenn Kaliumbedarf besteht |
| Winter | im Kübel nicht düngen | gilt für überwinternde Kübelpflanzen |
Für Leinkraut, das bei dir im Beet überwintert, ist der Spätsommer die Grenze für Stickstoff. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter. Stickstoff, der außerhalb der Vegetationsperiode gegeben wird, kann zudem als Nitrat ausgewaschen werden.
Marokkanisches Leinkraut ziehst du aus Samen. Der Ratgeber dazu zeigt dir, wann und wie du Leinkraut säst und die Sämlinge bis zum Auspflanzen bringst. Die Aussaattermine im Staudenbeet hast du mit dem Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken im Blick.
Im Herbst wartet der Kompost, er kommt erst im Spätwinter oder Frühjahr aufs Beet. Die Bodenprobe kannst du schon jetzt nehmen, damit die Werte vor der nächsten Düngung vorliegen. Leinkraut im Kübel, das draußen überwintert, bekommt über den Winter keinen Dünger.
So bringst du den Dünger aus
Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf. Ohne ausreichende Bodenfeuchte kommt also auch passender Dünger schlecht an. Gib Dünger deshalb auf feuchten Boden und nicht auf nasse Blätter. Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit feuchtest du den Boden vorher an und gibst Flüssigdünger nur niedrig konzentriert. Gewöhnliches Leinkraut kannst du besonders bei Trockenheit mäßig gießen, und wie oft und wie viel Wasser Leinkraut braucht, steht in einem eigenen Ratgeber.
Auch der Mulch spielt bei den Nährstoffen mit. Beim Abbau kohlenstoffreicher organischer Mulchmaterialien können Bodenorganismen vorübergehend Stickstoff binden. Roher Rindenmulch ist deshalb für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Für nährstoffarme Pflanzungen auf leichten Böden eignen sich mineralische Mulchstoffe, wenn organischer Mulch unerwünscht zusätzliche Nährstoffe zuführen würde.
Gründüngung eignet sich im Blumen- und Staudenbeet vor allem für größere, vorübergehend freie Flächen oder zur Vorbereitung einer Neuanlage.
Leinkraut im Topf und Balkonkasten
Im Gefäß wurzelt Leinkraut nur in dem Substrat, das du ihm gibst. Ein größeres Gefäß kann dabei mehr Wasser und Nährstoffe speichern als ein kleines. Der Sortenhinweis für ‚Licilia Azure‘ gilt ausdrücklich auch für die GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen.: Kompost oder granulierter Dünger kommt vor der Pflanzung ins Substrat. Mischst du Balkonkastenerde selbst, kann vollständig verrotteter Kompost bis zu 30 % davon ausmachen.
Torffreie Erden sind meist vorgedüngt, ihre Ersatzstoffe können aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Bei torffreien Bioerden passt du die Nachdüngung deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Bevor ich im Kübel flüssig dünge, prüfe ich die Feuchte unten im Topf und feuchte trockene Erde zuerst mit klarem Wasser an. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Draußen überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keinen Dünger.
Erde aus Balkonkästen und kleineren Kübeln bis etwa 30 l Inhalt kannst du wiederverwenden, wenn sie im Vorjahr erstmals genutzt wurde und krankheitsfrei ist. Entferne die alten Wurzelballen und mische etwa ein Drittel frisches Substrat unter.
Leinkraut im Mischbeet: wenn die Nachbarn mehr wollen
Für Prachtstauden sind im Frühjahr 3 l Kompost/m² vorgesehen, leicht in den Boden eingearbeitet. Gewöhnliches Leinkraut gedeiht dagegen auf nur mäßig nährstoffreichen Böden. Verteilst du die Kompostgabe pauschal über das ganze Beet, bekommt das Leinkraut die Ration seiner anspruchsvolleren Nachbarn also gleich mit.
Im Mischbeet verteile ich den Frühjahrskompost nur um die Prachtstauden und spare die Leinkrautgruppen dabei aus. Die Grenzen der Gruppen markiere ich mir im Herbst mit einem Stab, solange die Pflanzen noch zu sehen sind.
Mit welchen Pflanzen sich Leinkraut im Beet kombinieren lässt, zeigt ein eigener Ratgeber. Legst du ein Beet neu an, kannst du die Aufteilung vorab im Beetplaner skizzieren und Leinkraut dabei als eigene Gruppe setzen.
Mangel oder zu viel Dünger? Zeichen vorsichtig deuten
Blattfarbe und Wuchs geben dir Hinweise, aber keine Diagnose. Vergilbt das Laub, kann eine ChloroseChlorose ist eine unnatürliche Gelbfärbung der Blätter, weil das Blattgrün schlecht ausgebildet oder zerstört wird. Am häufigsten ist bei uns die Eisenmangel-Chlorose, oft ausgelöst durch kalkhaltigen Boden und Leitungswasser. dahinterstecken. Hinter einer Eisenmangelchlorose kann aber auch ein zu hoher pH-Wert stecken, ebenso verdichteter oder vernässter Boden. Auch Trockenheit und Staunässe können über eine gestörte Nährstoffaufnahme Mangelsymptome hervorrufen.
Wächst dein Leinkraut nach dem Düngen untypisch stark, kann das auf zu viel Dünger hindeuten. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann ein Überangebot genau solches Wachstum auslösen und zugleich die Winterhärte mindern.
Lässt Marokkanisches Leinkraut im Hochsommer in der Blüte nach, muss das kein Nährstoffproblem sein. Starke Sommerhitze kann seine Blüte bremsen, während Nachmittagsschatten die Sommerblüte begünstigen kann. Bei vielen Sommerblumen und Stauden kann zudem die Samenbildung weitere Blüten vermindern, deshalb kann das Entfernen welker Blüten die weitere Blüte fördern.
| Was du siehst | Mögliche Ursache | Was du zuerst prüfst |
|---|---|---|
| vergilbendes Laub | Chlorose, auch durch zu hohen pH-Wert oder verdichteten, vernässten Boden | pH-Wert, Bodenfeuchte, Verdichtung |
| Mangelzeichen trotz Düngung | gestörte Nährstoffaufnahme bei Trockenheit oder Staunässe | Feuchte im Wurzelraum |
| untypisch starkes Wachstum nach dem Düngen | zu viel Dünger | letzte Gaben und Bodenwerte |
| nachlassende Blüte bei Marokkanischem Leinkraut im Hochsommer | starke Hitze, Samenbildung | Nachmittagsschatten, welke Blüten |
| welkende Triebe | Wurzel- oder Stängelgrundfäule bei anhaltender Bodenfeuchte | Nässe und Durchlüftung im Boden |
Kommt ein Mangelzeichen von Nässe oder einem hohen pH-Wert, kann zusätzlicher Dünger wenig ausrichten. Bei pH über 7,0 sind Mangelsymptome trotz vorhandener Bodenvorräte möglich. Prüfe deshalb Feuchte und pH-Wert, bevor du nachdüngst.
Welkende Staudentriebe können auch von Wurzel- oder Stängelgrundfäulen kommen, deren Erreger bei anhaltender Bodenfeuchte und schlechter Durchlüftung günstige Bedingungen finden. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung gehört bei anfälligen Stauden neben ausreichenden Pflanzabständen und guter Belichtung zur Vorbeugung gegen Echten Mehltau. Welche Krankheiten und Schädlinge Leinkraut treffen und wie du vorbeugst, beschreibt ein eigener Ratgeber.




