Krankheiten und Schädlinge bei Kornraden: Mehltau, Läuse und Schnecken erkennen
- Bei der Kornrade gehört Mehltau zu den Problemen, auf die du in der Pflege achten solltest.
- Echter Mehltau ist ein abwischbarer weißer Belag auf der Blattoberseite, Falscher Mehltau sitzt fest auf der Unterseite.
- Blattläuse bilden Kolonien unter Blättern und an Triebspitzen, oft mit krausen Blättern und Honigtau.
- Bei schwachem Blattlausbefall reicht häufig ein Wasserstrahl.
- Am nährstoffarmen, gut durchlässigen Standort düngst du die Kornrade nicht zusätzlich.
- Bierfallen können zusätzliche Schnecken anlocken und Laufkäfer oder Spinnen töten.

Ein weißer Belag auf den Blättern, klebrige Triebspitzen oder angefressene Jungpflanzen: Wenn deine Kornrade so aussieht, willst du wissen, ob du eingreifen musst. Bevor ich bei meinen Kornraden etwas unternehme, drehe ich ein paar Blätter um und wische mit dem Finger über jeden Belag. Dieser Handgriff grenzt oft schon ein, worum es gehen kann.
Die Kornrade (Agrostemma githago) ist eine einjährige krautige Pflanze mit purpurrosa Blüten und feinen dunklen Adern. Bei ihr gehört Mehltau zu den Problemen, auf die du in der Pflege achten solltest. Blattläuse und Schnecken können dazukommen, wie an vielen anderen Gartenblumen auch. Manches, was zunächst krank aussieht, gehört dagegen zum normalen Lebenslauf der Pflanze.
Was du an der Kornrade siehst und was dahinterstecken kann
Ein Symptom ist ein Hinweis, keine sichere Diagnose. Die Tabelle hilft dir beim ersten Einordnen, bevor du zur Schere greifst.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was ich dann tue |
|---|---|---|
| Weißer Belag auf der Blattoberseite, lässt sich abwischen | Echten Mehltau | befallene Blätter abschneiden, Laub beim Gießen trocken lassen |
| Fester Belag auf der Blattunterseite, oben gelbliche bis braune Flecken | Falschen Mehltau | befallene Teile abschneiden, Laub beim Gießen trocken lassen |
| Kolonien unter Blättern oder an Triebspitzen, gekräuselte Blätter, klebriger HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. | Blattläuse | mit Handschuhen abstreifen, mit dem Wasserstrahl abspülen |
| Fraß an Sämlingen und frisch gesetzten Jungpflanzen | Schnecken | absammeln, Einzelpflanzen mit Kragen schützen |
| Flache, bodennahe Blattrosette im Herbst und Winter | keine Krankheit, so überwintern Herbstkeimer | stehen lassen |
| Pflanze und Kapseln trocknen nach der Blüte ab | normales Ende einer einjährigen Pflanze | Kapseln ausreifen lassen |
Keimen Kornraden nach einer Herbstaussaat noch im Herbst, überwintern sie als bodennahe RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz.. Das ist kein Kümmern, sondern die Form, in der sie den Winter verbringen. Was du an der Kornrade im Lauf des Jahres beobachten kannst, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Bevorzugt volle Sonne.
- Bodenart
Lehmige oder sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure bis neutrale Böden sind geeignet, ebenso Böden mit pH 6–8.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, frischer Boden; zeitweilige Trockenheit wird vertragen.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich als Zierpflanze an Beeträndern von Bauern- oder Schnittblumengärten; nicht als Futter- oder Nahrungspflanze einsetzen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht bedecken.
Pflege
- Pflege
Reiche Samenbildung und schnelle Ausbreitung beachten; auf Mehltau achten.
- Düngung
Kornrade auf nährstoffarmem, gut durchlässigem Gartenboden nicht zusätzlich düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze dient als Zierpflanze und ist für Menschen, Vögel und Nutztiere giftig.
Mehltau an der Kornrade: Echten und Falschen unterscheiden
Weil Mehltau bei der Kornrade zu den Pflegethemen gehört, suche ich beim Kontrollgang gezielt danach. Ich schaue zuerst auf die Blattoberseite und drehe dann einzelne Blätter um. Lässt sich ein weißer Belag oben mit dem Finger abwischen, deutet das auf Echten Mehltau hin. Sitzt ein Belag dagegen fest auf der Unterseite und zeigt das Blatt oben gelbliche bis braune Flecken, kommt eher Falscher Mehltau infrage.
Echter Mehltau zeigt typischerweise einen abwischbaren weißen Belag auf der Blattoberseite. Falscher Mehltau bildet einen Belag auf der Blattunterseite, der sich nicht abwischen lässt, dazu gelbliche bis braune Flecken auf der Oberseite.
So gehe ich bei Mehltau vor
Befallene Blätter und Triebspitzen schneide ich ab und nehme sie aus dem Beet. Krankes Pflanzenmaterial kommt bei mir auch dann weg, wenn ich sonst zurückhaltend schneide. Ist eine einzelne Pflanze rundum befallen, ziehe ich sie lieber heraus, als sie bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen zu lassen. Bei einer einjährigen Pflanze ist das ein überschaubarer Verlust.
Gegossen wird bei mir, wenn überhaupt, morgens und direkt an den Wurzelbereich. Weil die Kornrade zeitweilige Trockenheit verträgt und Gießwasser ohnehin an die Wurzel gehört, gibt es keinen Grund, ihre Blätter von oben zu beregnen.
Ausgerissene und kranke Kornraden gibst du nicht an Tiere weiter. Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere und gehört nicht in den Einsatz als Futter- oder Nahrungspflanze.
Blattläuse an Kornraden erkennen und loswerden
Blattläuse sitzen als Kolonien unter den Blättern oder an den Triebspitzen. Häufig kräuseln sich die Blätter, und auf dem Laub liegt klebriger Honigtau. Mein erster Handgriff: Ich streife die Läuse an jungen Triebspitzen vorsichtig mit Handschuhen ab. Bei schwachem Befall reicht es häufig auch, die Kolonien mit einem Wasserstrahl abzuspülen.
Bei blattlausfressenden SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. nutzen die erwachsenen Tiere Blüten als Nahrung, während ihre Larven Blattläuse fressen. Ein blühendes Beet kann also genau die Tiere versorgen, deren Nachwuchs an deinen Läusekolonien frisst. Die Kornrade selbst gilt als nützlingsfreundlich. Was Wildblumen darüber hinaus für Insekten tun, liest du im Grundlagen-Abschnitt zum Nutzen von Wildblumen für Insekten.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. oder Rapsöl gegen Läuse, BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. zur Stärkung, Milch gegen Mehltau: Solche Hausmittel werden gern weitergegeben, weil sie billig und schnell zur Hand sind. Wie verlässlich sie an der Kornrade wirken, ist nicht gesichert. Ich beginne deshalb mit Handschuh und Wasserstrahl und mische keine Spritzbrühe nach Hörensagen.
Schnecken an jungen Kornraden
Schnecken können an Sämlingen und jungen Pflanzen fressen. Ich säe Kornraden direkt ins Beet und sammle Schnecken, die ich dort finde, von Hand ab. Hast du einzelne Kornraden vorgezogen und frisch ausgepflanzt, kann ein Schneckenkragen sie schützen. Das gilt nur, solange keine überhängenden Pflanzenteile eine Brücke über den Kragen bilden.
Eine Bierfalle neben das Beet stellen und auf Ruhe hoffen. Bierfallen können zusätzliche Schnecken aus der Umgebung anlocken und zugleich Laufkäfer oder Spinnen töten.
So läuft mein Kontrollgang
Blattläuse sitzen oft unter den Blättern, und Falscher Mehltau zeigt seinen Belag auf der Blattunterseite. Wer nur von oben auf das Beet schaut, übersieht also beides. Deshalb gehört das Umdrehen der Blätter bei mir zu jedem Blick auf die Kornraden.
Meine Kornraden stehen am Beetrand, wo ich ohne Bücken an Triebspitzen und Blattunterseiten komme. Zum Kontrollgang nehme ich Handschuhe und eine Schere mit, damit kranke Blätter gleich aus dem Beet kommen.
Oben auf den Blättern ein weißer Belag, der sich abwischen lässt? Unten ein fester Belag, oben gelbliche bis braune Flecken? Läusekolonien an Triebspitzen, krause Blätter, klebriger Honigtau? Fraß an Sämlingen oder frisch gesetzten Pflanzen? Was krank ist, nehme ich gleich mit aus dem Beet.
Und Rost, Welke oder Viren?
Allgemeine Gartenratgeber zählen oft viele weitere Probleme auf, von Rost über Welkekrankheiten bis zu Viren, Thripsen und SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall.. Solche Schäden können an vielen Gartenpflanzen auftreten. Passt dein Schadbild in keine Zeile der Tabelle oben, behandle nicht auf Verdacht. Schneide kranke Teile ab und lass das Schadbild von einer Gartenberatung in deiner Nähe einordnen, bevor du zu einem Mittel greifst.
Vorbeugen: Platz, Boden und Nährstoffe
Vorbeugen fängt beim Platz an. Die Kornrade bevorzugt volle Sonne und einen gut durchlässigen, frischen Boden, lehmig oder sandig, und verträgt zeitweilige Trockenheit. Wo im Garten die Kornrade ihren passenden Platz findet, beschreibe ich bei ihren Standortansprüchen.
Am nährstoffarmen, gut durchlässigen Gartenstandort düngst du die Kornrade nicht zusätzlich. Die Grundlagen zum Düngen und Gießen von Wildblumen findest du im Wildblumen-Ratgeber.
Die Kornrade säst du direkt ins Beet, im Frühjahr oder im Herbst. Ihre Samen brauchen regelmäßig bearbeitete Stellen ohne Bewuchs, an denen sie aufkeimen können. Wie du Kornraden aussäst und bis zur Blüte pflegst, steht in meinem Aussaat-Ratgeber.
Chemie am Kornradenbeet: warum ich von Hand jäte
Kornradensamen gelangten früher mit dem Wintergetreide ins Brotmehl und machten die Pflanze zu einem gefürchteten Ackerunkraut. Intensive Saatgutreinigung und chemische Unkrautbekämpfung verdrängten sie später aus vielen Getreidefeldern. Wie die Kornrade vom Ackerunkraut zur gefährdeten Wildblume wurde, erzähle ich ausführlich an anderer Stelle.
Mittel, die gegen jedes Grün wirken, schädigen auch die erwünschten Pflanzen eines Zierbeets. Zusammen mit dieser Geschichte heißt das für mich: BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. zwischen Kornraden ziehe ich von Hand.
Greifst du gegen Krankheiten oder Schädlinge als letztes Mittel doch zur Chemie, dann nur zu einem Pflanzenschutzmittel mit Zulassung für Haus- und Kleingarten. Lies die Gebrauchsanweisung, trag Schutzkleidung, halte die Wartezeit ein und entsorge Reste vorschriftsmäßig. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen, und ihr Einsatz gehört zu den Belastungen, die Insekten zusetzen können.
Gesunde Kornraden bis zur Samenreife
Kornradensamen bleiben im Boden nur wenige Monate keimfähig. Für das nächste Jahr planst du deshalb besser mit einer neuen Aussaat als mit einer Samenreserve im Boden. Ich lasse dafür die Pflanzen ausreifen, die bis zum Schluss gesund aussahen, und ernte ihre Kapseln.
In Deutschland steht die Kornrade in Kategorie 2 der Roten Liste. Wie es dazu kam, liest du im Beitrag über ihren Weg vom Ackerunkraut zur Wildblume.





