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Guerilla Gardening mit Samenbomben: Rezept, Pflanzenwahl und Rechtslage

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Guerilla Gardening heißt, fremde Flächen ohne Absprache zu bepflanzen, zum Beispiel mit Samenbomben.
  • Das Schulrezept mischt Blumenerde, Tonerde und Samen im Verhältnis 5 zu 5 zu 1.
  • Die Kugeln werden ungefähr walnussgroß geformt und mehrere Tage auf Zeitungspapier getrocknet.
  • Klatsch-Mohn, Margerite und Gänseblümchen sind Lichtkeimer, Samenbomben gehören deshalb auf die Oberfläche.
  • Bei Wildblumenwiesenansaaten brauchen die Samen mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit.
  • Ein Eigentümer darf andere grundsätzlich von Einwirkungen auf sein Grundstück ausschließen.
Dicht blühende Wildblumenfläche mit rotem Klatschmohn, violettem Feld-Rittersporn und weißen kamilleartigen Blüten. Dazwischen stehen Gräser, Knospen und grüne Mohnkapseln im Sonnenlicht.
Foto: Maria M. · Pexels License · Quelle ↗

Eine Samenbombe ist in Sekunden geworfen. Ob daraus etwas blüht und ob du dir damit Ärger einhandelst, entscheidet sich vorher: beim Rezept, bei den Samen und bei der Frage, wem die Fläche gehört. Ich forme meine Kugeln deshalb erst, wenn ich weiß, wo sie landen sollen.

Was ist Guerilla Gardening?

Guerilla Gardening heißt, eine Fläche zu bepflanzen, die dir nicht gehört, ohne vorher zu fragen. Gemeint sind vergessene Ecken in der Stadt: kahle Baumscheiben, Grünstreifen, Böschungen und Brachen. Wer so gärtnert, will Blüten dorthin bringen, wo sich sonst niemand kümmert.

Samenbomben sind das typische Werkzeug dafür. Man nennt sie auch Saatbomben oder Seed Bombs. Es sind kleine Kugeln aus Erde, Tonerde und Samen, die du auf eine Fläche legst, ohne den Boden vorher zu bearbeiten.

Urban Gardening ist dagegen der Oberbegriff für jedes Gärtnern in der Stadt, vom Balkonkasten bis zum Gemeinschaftsgarten. Der Unterschied liegt in der Absprache mit dem Eigentümer. Genau daran hängt später die Rechtslage.

Was Samenbomben der Stadt ökologisch bringen

Aus einer Kugel wird noch keine Wiese. Wächst aber eine Blühfläche heran, finden Tiere dort Futter und Schutz: In artenreichen Wiesen bieten Gräser und Kräuter Nahrung und Deckung.

Für Insekten zählen zwei Dinge. Die Blüten sollten ungefüllt sein, und das Angebot sollte sich vom Frühjahr bis in den Spätherbst staffeln. Manche Wildbienen sind außerdem auf bestimmte Pflanzen festgelegt. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen. Nimmst du Glockenblumen in die Mischung, bietest du genau diesen Arten Futter.

Wie Wildblumen Insekten durchs Jahr versorgen, liest du im Ratgeber zum Nutzen von Wildblumen für Insekten.

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Samenbomben selber machen: das Schulrezept

Ich arbeite mit einem Rezept, das aus dem Schulunterricht stammt. Es braucht nur drei Zutaten und Wasser, deshalb kannst du es auch mit einer Kindergruppe umsetzen.

Zutat Menge
Blumenerde 5 Teile
Tonerde 5 Teile
Samen 1 Teil
Wasser schrittweise, bis die Masse formbar ist

So gehst du vor:

  1. Gib Blumenerde, Tonerde und Samen in eine Schüssel und vermische alles trocken.
  2. Gieß Wasser schrittweise dazu und knete, bis sich die Masse formen lässt.
  3. Roll daraus ungefähr walnussgroße Kugeln.
  4. Leg die Kugeln auf Zeitungspapier und lass sie mehrere Tage trocknen.
  5. Bewahr die trockenen Kugeln kühl und trocken auf, aber nicht in einer Plastiktüte.

Nach jeder Wasserzugabe knete ich durch und prüfe mit den Fingern, ob die Masse noch bröselt oder schon klebt. Erst wenn sich eine Probekugel rollen lässt, ohne zu reißen, forme ich die ganze Portion.

Tipp

Getrocknete Samenbomben lassen sich mehrere Wochen lagern, wenn sie kühl und trocken liegen. Ich nehme dafür Papiertüten und schreibe Mischung und Datum darauf.

Tipps für die Samenmischung

Die Samen bestimmen, wie du die Kugeln später ausbringst. Klatsch-Mohn, Margerite und Gänseblümchen sind Lichtkeimer und werden oberflächennah gesät. Die Wegwarte ist dagegen kein Lichtkeimer, ihre Saattiefe liegt bei 0,5 bis 2 cm. Für beide Gruppen forme ich getrennte Kugeln.

Staffle außerdem die Blütezeiten über die Saison. Klatsch-Mohn blüht von Mai bis September, die Wegwarte von Juli bis Oktober. Bei fertigen Mischungen prüfst du vorher die Artenliste.

Welche Samen in die Kugeln gehören

Für Samenbomben nehme ich Arten, deren Aussaat- und Keimdaten ich kenne. Die Auswahl in der Tabelle staffelt sich in der Blüte und wird unterschiedlich hoch.

Art Aussaat Keimdauer Saattiefe Blüte Wuchshöhe
Gänseblümchen März bis Juli 7 bis 21 Tage 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer März bis November 5 bis 20 cm
Klatsch-Mohn April bis Juni 5 bis 14 Tage 0 bis 1 cm, Lichtkeimer Mai bis September 40 bis 80 cm
Margerite März bis Juli 10 bis 21 Tage 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer Mai bis Oktober 60 bis 80 cm
Blaue Rasselblume Mai bis Juni 7 bis 14 Tage 0 bis 0,5 cm, Lichtkeimer Juli bis September 50 bis 60 cm
Wegwarte Juni bis Juli 7 bis 21 Tage 0,5 bis 2 cm Juli bis Oktober 20 bis 80 cm
Gewöhnliche Nachtkerze März bis April 14 bis 21 Tage 0,5 cm Juni bis September 200 cm

Auch die Kornblume nehme ich gern dazu. Sie wird 0,5 bis 1 cm tief gesät. Ihre Keimdauer liegt bei 7 bis 21 Tagen.

Für trockene Stellen kommen Arten infrage, die Trockenheit vertragen: Klatsch-Mohn, Blaue Rasselblume und Gewöhnliche Nachtkerze. Liegt die Fläche dagegen auf lehmigem Wiesenboden, passen Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume.

Am Straßenrand zählt die Höhe. Die Veitshöchheimer Sommerblumenmischungen für den innerstädtischen Straßenraum bleiben unter 1 m Wuchshöhe, damit sie Sichtachsen weniger beeinträchtigen. Die Gewöhnliche Nachtkerze wird 200 cm hoch, sie gehört deshalb nicht in Kugeln für Straßenränder und Einmündungen.

Die Bezeichnung Wildblumen allein garantiert keine heimischen Arten, prüf deshalb die Artenliste und die Angaben heimisch und mehrjährig. Als Herkunftsnachweis für gebietseigenes Saatgut dienen die Zertifikate VWW Regiosaaten und Regiozert. Mehr zur Wahl von Mischung und Herkunft steht im Wildblumen-Ratgeber unter Mischungen und Saatgut.

Achtung

Die Kornrade lasse ich aus Samenbomben für öffentliche Flächen heraus. Sie gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere und soll nicht als Futter- oder Nahrungspflanze eingesetzt werden. Prüf die Artenliste fertiger Mischungen darauf, vor allem wenn du mit Kindern arbeitest.

Wann und wo du Samenbomben auslegst

Der richtige Zeitpunkt

Samen keimen nur, wenn sie lange genug feucht bleiben. Bei einer Wildblumenwiesenansaat brauchen sie mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um zu quellen und zu keimen. Bevorzugte Saatfenster liegen von Anfang März bis Ende April und von Mitte August bis Ende September, jeweils vor beginnender feuchter Witterung. Einjährige Sommerblumenmischungen kannst du ab Mitte April ausbringen.

Vor jeder Aktion schaue ich in den Wetterbericht und lege die Kugeln aus, wenn eine feuchte Phase beginnt. Die Aussaatzeiten der einzelnen Arten stehen in der Tabelle oben.

Der richtige Ort

Alle Arten aus der Tabelle vertragen volle Sonne, Margerite und Gänseblümchen kommen auch mit Halbschatten zurecht. Liegt eine Baumscheibe unter einer dichten Krone, eignet sich eine spezielle Gehölzsaum-Mischung.

Ich suche mir Stellen mit offenem Boden statt dichtem Bewuchs. Vor einer regulären Wildblumenansaat werden konkurrenzstarke Pflanzen wie Quecke und Giersch mitsamt Wurzeln entfernt, und das ist auf fremdem Grund nicht möglich. Außerdem frage ich nach, ob und wann die Fläche gemäht wird.

Auslegen statt vergraben

Häufiger Fehler

Samenbomben werden vergraben. Klatsch-Mohn, Margerite und Gänseblümchen sind aber Lichtkeimer, und die Margerite säst du höchstens etwa 0,5 cm tief. In einer vergrabenen Kugel liegen diese Samen zu tief, deshalb gehören solche Kugeln auf die Oberfläche.

Kugeln mit Lichtkeimern lege ich auf den Boden und drücke sie mit der Schuhsohle leicht an. Kugeln mit Wegwarte drücke ich in lockeren Boden, weil sie tiefer gesät wird. Wirf nur dorthin, wo du die Stelle später wiederfindest.

Mini-Checkliste

Weißt du, wem die Fläche gehört, und hast du gefragt? Bekommt die Stelle Sonne? Beginnt eine feuchte Wetterphase? Liegen die Lichtkeimer obenauf? Erreichst du die Stelle mit der Gießkanne?

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Nach dem Werfen: die Fläche begleiten

Ich notiere für jede Aktion Ort, Datum und Mischung. Danach gehe ich die Stellen wieder ab und schaue, was aufläuft. Klatsch-Mohn keimt nach 5 bis 14 Tagen. Bei der Gewöhnlichen Nachtkerze dauert es 14 bis 21 Tage. Im ersten Jahr bildet sie nur eine Blattrosette, die Blüte folgt im zweiten.

Bei neu angelegten Blühmischungen gehört die Wasserversorgung bis zum Bestandsschluss zur Etablierungspflege. Zusammen mit den mindestens drei Wochen Keimfeuchte heißt das: Wer Kugeln wirft und nie wiederkommt, lässt die Ansaat genau dann allein, wenn sie Wasser braucht. Samenbomben lege ich deshalb nur dort aus, wo ich mit der Gießkanne hinkomme. Wie lange eine junge Ansaat feucht bleiben sollte, steht im Wildblumen-Ratgeber unter Gießen und Witterung.

Wächst auf einer abgestimmten Fläche Beikraut schneller als die Wildblumen, kann ein Schröpfschnitt helfen. Zeitpunkt und Schnitthöhe findest du im Wildblumen-Ratgeber unter Die ersten Wochen.

Achte auch darauf, ob sich eine Art stärker ausbreitet als gewollt. Bei der Gewöhnlichen Nachtkerze sind Selbstaussaat und Ausbreitung ausdrücklich zu beachten. Klatsch-Mohn, Wegwarte und Gänseblümchen gelten als verwilderungsfähig.

Was rechtlich gilt

Rechtlich ist der Ausgangspunkt klarer, als das Wort Grauzone vermuten lässt. Ein Eigentümer darf andere grundsätzlich von Einwirkungen auf sein Grundstück ausschließen, soweit Gesetze oder Rechte Dritter nichts anderes bestimmen. Auch Baumscheibe, Grünstreifen und Brache haben einen Eigentümer. Säst du dort ungefragt, entscheidet er, ob er das duldet.

Dazu kommt das Naturschutzrecht. Gärten, die Gebäuden zugeordnet sind, zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall. Umgekehrt kann freie Natur unter Umständen auch innerhalb einer Ortschaft liegen. Für eine Brache mitten in der Stadt ist die Einordnung also offen, während der Garten am Haus grundsätzlich nicht dazu zählt.

Welche Folgen dir im Einzelfall drohen, hängt vom Eigentümer, von der Fläche und von dieser Einordnung ab. Verbindlich klärt das die zuständige Stelle deiner Stadt.

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Abgestimmte Wege ersparen dir diese Unsicherheit. Die Stadt Köln bietet zum Beispiel Patenschaften für Baumbeete und öffentliche Grünflächen an, die mit der Stadt abgestimmt sind. Frag bei deiner Stadt nach, ob es ein vergleichbares Angebot gibt.

Marias Erfahrung

Wenn ich eine Fläche im Blick habe, frage ich bei der Stadt nach, wem sie gehört und wann dort gemäht wird. Dabei nenne ich auch die Arten, die ich aussäen möchte, damit die Mischung abgestimmt ist.

Samenbomben kannst du genauso im eigenen Garten auslegen. Dort planst du die Fläche wie jede andere Aussaat und kannst deine Beete im Beetplaner einteilen.

Samenbomben als Schulprojekt

Weil das Rezept aus dem Schulunterricht stammt, passt es gut in ein Klassenprojekt. Mischen, Kneten und Formen können Kinder selbst übernehmen. Für die Beobachtung danach bietet sich das Vorgehen des Tagfalter-Monitorings an. Dort werden feste Zählstrecken von April bis September mindestens zehnmal, besser wöchentlich, begangen.

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Häufige Fragen

Was sind Samenbomben und wie funktionieren sie?
Samenbomben, auch Saatbomben oder Seed Bombs genannt, sind kleine Kugeln aus Erde, Tonerde und Samen. Du legst sie auf eine Fläche, ohne den Boden vorher zu bearbeiten. Keimen können die Samen erst, wenn sie lange genug feucht bleiben: Bei einer Wildblumenwiesenansaat brauchen sie dafür mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit. Deshalb legst du Samenbomben am besten vor einer feuchten Wetterphase aus.
Welche Zutaten benötigt man für die Herstellung von Samenbomben?
Ein Rezept aus dem Schulunterricht mischt Blumenerde, Tonerde und Samen im Verhältnis 5 zu 5 zu 1. Wasser kommt schrittweise dazu, bis sich die Masse formen lässt. Daraus rollst du ungefähr walnussgroße Kugeln und trocknest sie mehrere Tage auf Zeitungspapier. Kühl und trocken gelagert, aber nicht in Plastiktüten, lassen sie sich mehrere Wochen aufbewahren.
Was unterscheidet Urban Gardening von Guerilla Gardening?
Urban Gardening ist der Oberbegriff für jedes Gärtnern in der Stadt, vom Balkonkasten bis zum Gemeinschaftsgarten. Guerilla Gardening meint das Bepflanzen fremder Flächen ohne Absprache mit dem Eigentümer, zum Beispiel mit Samenbomben. Rechtlich ist das der entscheidende Unterschied, denn ein Eigentümer darf andere grundsätzlich von Einwirkungen auf sein Grundstück ausschließen.
In welcher rechtlichen Grauzone bewegt sich das Guerilla Gardening?
Die Lage ist weniger grau, als der Begriff vermuten lässt: Ein Eigentümer darf andere grundsätzlich von Einwirkungen auf sein Grundstück ausschließen, soweit Gesetze oder Rechte Dritter nichts anderes bestimmen. Auch Baumscheiben, Grünstreifen und Brachen haben einen Eigentümer. Naturschutzrechtlich kann eine Fläche zudem unter Umständen auch innerhalb einer Ortschaft zur freien Natur zählen. Welche Folgen im Einzelfall drohen, klärt verbindlich die zuständige Stelle deiner Stadt; sicherer sind abgestimmte Wege wie die Patenschaften für Baumbeete, die etwa die Stadt Köln anbietet.
Wie lassen sich Samenbomben-Aktionen optimal zeitlich planen?
Für Wildblumenwiesenansaaten eignen sich bevorzugt Anfang März bis Ende April und Mitte August bis Ende September, jeweils vor beginnender feuchter Witterung. Einjährige Sommerblumenmischungen kannst du ab Mitte April ausbringen. Weil die Samen einer Wildblumenwiesenansaat mindestens drei Wochen durchgehende Feuchtigkeit brauchen, lohnt vorher der Blick auf den Wetterbericht. Frag außerdem nach den Mähterminen der Fläche, damit die Ansaat nicht vor der Blüte gemäht wird.
Welche Wildblumensamen eignen sich besonders für Saatbomben in deutschen Städten?
Infrage kommen Arten, die zur Fläche passen, etwa Klatsch-Mohn, Margerite, Gänseblümchen, Wegwarte und Kornblume. Klatsch-Mohn, Margerite und Gänseblümchen sind Lichtkeimer, die Kugeln gehören deshalb auf die Oberfläche und nicht in den Boden. Am Straßenrand zählt die Höhe: Die Veitshöchheimer Sommerblumenmischungen für den innerstädtischen Straßenraum bleiben unter 1 m, damit sie Sichtachsen weniger beeinträchtigen. Weil die Bezeichnung Wildblumen allein keine heimischen Arten garantiert, lohnt vor dem Kauf ein Blick in die Artenliste.
Führen Samenbomben wirklich zu dauerhaften Veränderungen oder sind das nur Mythen?
Eine dauerhafte Blühfläche garantiert keine Samenbombe. Klatsch-Mohn, Wegwarte und Gänseblümchen gelten zwar als verwilderungsfähig, für gezielt angelegte einjährige Sommerblumenflächen ist aber jedes Jahr eine neue Einsaat vorgesehen. Bei neuen Blühmischungen gehört außerdem die Wasserversorgung bis zum Bestandsschluss zur Etablierungspflege. Wer die Fläche nach dem Auslegen begleitet und die Aktion mit der Stadt abstimmt, kann die Chancen auf eine bleibende Blühfläche verbessern.
Welchen Beitrag leisten Samenbomben zur Förderung der Artenvielfalt in Städten?
Samenbomben können Blüten dorthin bringen, wo vorher keine waren, eine Wirkung auf die Artenvielfalt ist damit aber nicht garantiert. In artenreichen Wiesen bieten Gräser und Kräuter Tieren Nahrung und Deckung. Insektenfreundlich sind ungefüllte Blüten und ein Angebot, das sich vom Frühjahr bis in den Spätherbst staffelt. Manche Wildbienen sind spezialisiert: Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen.
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