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Wegwarte aussäen: Zeitpunkt, Saattiefe und Ausdünnen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Säe die Wildform von Mai bis Juli direkt an den Platz, an dem sie bleiben soll.
  • Zum Keimen brauchen die Samen mindestens 14 bis 18 °C.
  • Wegwarte ist kein Lichtkeimer: Die samen.liver Wildform kommen etwa 1,5 bis 2 cm unter die Erde.
  • Säe in Reihen mit 20 bis 60 cm Abstand und dünne in der Reihe auf 10 bis 30 cm aus.
  • Halte die Saatrille feucht, bis nach 7 bis 21 Tagen die Keimlinge erscheinen.
  • Das Saatbett musst du weder aufdüngen noch abmagern, wichtig ist guter Wasserabzug.
Wegwarte mit einer hellblauen Blüte aus gezähnten Zungenblüten am behaarten Stängel vor unscharfem Grün
Foto: manfredrichter · Pixabay Content License · Quelle ↗

Säst du Wegwarte in kalten Boden, liegen die Samen unter ihrer Keimtemperatur. Zum Keimen brauchen sie mindestens 14 bis 18 °C. Ich säe die Wildform zwischen Mai und Juli, direkt in Reihen an den Platz, an dem sie bleiben soll. Danach kommt es auf drei Arbeitsschritte an: das Saatbett vorbereiten, in der richtigen Tiefe säen und die Sämlinge ausdünnen.

Kurz zur Wegwarte

Die Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine mehrjährige Pflanze und wird 20 bis 80 cm hoch. Von Juli bis Oktober blüht sie, außerdem gilt sie als nützlingsfreundlich. Was sie im Garten leistet und wofür du sie verwenden kannst, steht im Porträt der Wegwarte als robuste Wildstaude.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist ein vollsonniger Platz mit nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotene Sorte „BIO Zichoriensalat“ lässt sich im Hochbeet ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Wildform und Sorten zur Wurzelnutzung im Mai/Juni direkt säen. Blattsorten im April für die Sommer- oder im Juni/Juli für die Winterkultur direkt oder in Töpfe säen und ausreichend große Jungpflanzen auspflanzen.

Pflege

Pflege

Bei Kultur in trockeneren Gebieten bei Bedarf zusätzlich bewässern und zugleich guten Wasserabzug sicherstellen.

Düngung

Bei der Blattzichorie Catalogna Special ist in dauerhaften Salatbeständen gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig; bei nachgewiesenem Nährstoffmangel gilt dies nicht.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Steingärten, Blumenrabatten, Beete und Kiesgärten.

Aussaatkalender Wegwarte
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Blüte: Juli, August, September, Oktober; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober, NovemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberVorkulturBlüteErnte

Wann du Wegwarte aussäst

Die Wildform säst du im Mai oder Juni direkt ins Beet. Das Aussaatfenster reicht bis in den Juli hinein. Maßgeblich ist dabei die Wärme: Unter 14 bis 18 °C fehlt den Samen die Temperatur zum Keimen. Nach oben liegt die Grenze bei 20 bis 25 °C. Ich stecke vor der Saat ein Bodenthermometer in Saattiefe und säe erst, wenn es die untere Grenze erreicht.

Kurz erklärt

Zur Art Cichorium intybus gehören neben der wilden Wegwarte auch Kulturformen wie Radicchio, Zuckerhut, Blattzichorie und Wurzelzichorie. Die Wildform säst du von Mai bis Juli direkt ins Beet. Bei Blattsorten geht auch die Anzucht in Töpfen, ausgepflanzt werden dann ausreichend große Jungpflanzen. Prüfe vor der Saat die Bodentemperatur. Ich beschreibe hier die Wildform.

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Wie du das Saatbett vorbereitest

Der passende Platz

Die Wegwarte braucht volle Sonne, ihre Lichtzahl liegt bei 9 und steht für Volllicht. Der Boden sollte gut durchlässig sein, Kalk-, Lehm- und Sandboden kommen infrage. Wie du Licht und Boden einer Fläche einschätzt, liest du im Ratgeber zu Standort und Boden für Wildblumen.

Boden lockern und Unkraut entfernen

Lockere den Boden und ziehe Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch mitsamt ihren Wurzeln heraus. Diese konkurrenzstarken Pflanzen gehören vor jeder Wildblumenaussaat aus dem Beet. Läuft viel Samenunkraut auf, bearbeitest du den Boden vor der abschließenden Saatbettbereitung wiederholt flach. Verdichtete Stellen, etwa nach Bauarbeiten, lockerst du vor der Aussaat gründlich.

Ich grabe das Beet um und lasse die Erde sich setzen. Sackt sie nach einem kräftigen Regen nicht mehr sichtbar nach, harke ich die Oberfläche feinkrümelig und eben. Erst dann ziehe ich die Saatrillen.

Kompost oder Dünger ins Saatbett?

Beim Nährstoffbedarf der Wegwarte gehen die Empfehlungen auseinander: Mal heißt es nährstoffreicher Boden, mal magerer Grund. Die Stickstoffzahl der Wegwarte liegt bei 5, also in der Mitte der Skala. Im Garten passt sie in Kies- und Steingärten ebenso wie in Beete und Rabatten. Beides zusammen heißt: Für die Aussaat musst du den Boden weder aufdüngen noch eigens abmagern. Ich säe deshalb in den vorhandenen Beetboden und arbeite vorher weder Kompost noch Dünger ein.

Steht die Wegwarte in einer artenreichen, mageren Blumenwiese, bleibt die Fläche ungedüngt. So werden konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert. Zeigt dagegen eine Bodenuntersuchung einen Mangel, richtest du die Düngung nach ihrem Ergebnis. Eine Standarduntersuchung ermittelt dafür Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.

Wegwarte säen: Saattiefe, Abstand und Saatgut

Wie tief kommen die Samen in die Erde?

Die Saattiefe der Wegwarte reicht insgesamt von 0,5 bis 2 cm. Für die Wildform nennt die Hamburger Schulgartenanleitung eine Erdbedeckung von etwa 1,5 bis 2 cm. Das passt dazu, dass Wegwarte kein Lichtkeimer ist. Die flacheren Werte gehören zu Kulturformen: Für einzelne Zuckerhut-Angebote und die Futter-Zichorie Spadona sind etwa 0,5 bis 1 cm angegeben. Radicchio und Zichoriensalat werden etwa 1 bis 2 cm tief gesät.

Ich ziehe die Rillen mit der Kante der Harke und lege die Samen hinein. Dann schiebe ich die Erde darüber und drücke sie mit dem Harkenrücken an, damit die Samen Bodenschluss bekommen.

Häufiger Fehler

Wegwarte wie Wiesensaat ausstreuen. Feines Kräutersaatgut für eine Blumenwiese bleibt auf der Bodenoberfläche und wird nur angewalzt. Die Wildform der Wegwarte ist dagegen kein Lichtkeimer und gehört etwa 1,5 bis 2 cm unter die Erde. Steckt sie in einer fertigen Wiesenmischung, gilt die Anleitung dieser Mischung.

Welcher Abstand in der Reihe und zwischen den Reihen?

Gesät wird in Reihen, den Endabstand in der Reihe stellst du erst beim Ausdünnen her. Die Maße im Überblick:

Maß Wert
Abstand in der Reihe nach dem Ausdünnen 10 bis 30 cm
Abstand zwischen den Reihen 20 bis 60 cm
Wuchsbreite der Pflanze 20 bis 40 cm
Kulturform Direktsaat in Reihen, Sämlinge auf Endabstand ausgedünnt

Ich richte mich bei der Wahl nach dem Platz: Im schmalen Randstreifen bleibe ich am unteren Ende der Spannen, auf freier Fläche nutze ich sie nach oben aus. Wie viele Reihen in dein Beet passen, siehst du, wenn du die Reihen im Beetplaner einzeichnest.

Wie viel Saatgut brauche ich?

Für die Reihensaat rechnest du nicht in Gramm je Quadratmeter, sondern vom Endabstand her. Gemessen wurde für Wegwarte-Saatgut eine Keimrate von 77 %. Lege auf jede spätere Pflanze mehr als ein Korn in die Rille. Die überzähligen Sämlinge ziehst du beim Ausdünnen heraus.

Tipp

Übrige Samen trocknest du vollständig nach und bewahrst sie in einer beschrifteten Tüte auf. Lagere sie trocken, kühl und dunkel bis zur nächsten Aussaat.

Mini-Checkliste

Am Saattag gehst du diese Punkte durch.

  • Das Bodenthermometer zeigt in Saattiefe mindestens 14 bis 18 °C.
  • Wurzelunkraut ist entfernt, die Oberfläche fein geharkt.
  • Die samen.liver Wildform liegen etwa 1,5 bis 2 cm tief.
  • Die Erde ist angedrückt und mit feiner Brause angegossen.
  • Die Reihen sind an beiden Enden markiert.

Nach der Aussaat: Wässern, Keimen, Ausdünnen

Feucht halten bis zur Keimung

Gieße die Rillen nach der Saat mit einer feinen Brause an, damit die Erde nicht verschwemmt. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 21 Tage. In dieser Zeit hältst du die Saatrille feucht, ohne dass Wasser darin stehen bleibt. Ich drücke einen Finger neben der Rille in die Erde und gieße, sobald sie in Saattiefe trocken wirkt.

Später braucht die Wegwarte frischen Boden, aber keinen nassen. In trockeneren Gegenden gießt du bei Bedarf zusätzlich und sorgst zugleich für guten Wasserabzug.

Zahl im Blick

Die Werte zur Keimung der Wegwarte auf einen Blick.

  • Keimdauer: 7 bis 21 Tage
  • Keimtemperatur, untere Grenze: 14 bis 18 °C
  • Keimtemperatur, obere Grenze: 20 bis 25 °C
  • Keimrate: 77 %
  • Tausendkorngewicht bei Wild- und Genbankmaterial: 0,74 bis 2,042 g

Die ersten Wochen

Halte die Reihen frei von Beikraut, solange die Sämlinge klein sind. In der Reihe zupfe ich mit der Hand, zwischen den Reihen hacke ich flach. Die Markierungen an den Reihenenden zeigen mir dabei, wo die Saat liegt, sodass ich Keimlinge und Beikraut auseinanderhalte.

Ausdünnen: wann und auf welchen Abstand?

Ich dünne aus, sobald sich die Sämlinge in der Reihe berühren und nach den Keimblättern die ersten Folgeblätter erschienen sind. Ziehe die schwächeren Pflänzchen heraus und lass die kräftigsten stehen. Halte dabei die Erde um den verbleibenden Sämling mit den Fingern fest, damit er nicht mitkommt. Am Ende stehen die Pflanzen in der Reihe 10 bis 30 cm auseinander. Die Reihen selbst behalten ihren Abstand von 20 bis 60 cm. Gieße nach dem Ausdünnen an, damit sich die Erde wieder um die Wurzeln legt.

Marias Erfahrung

Ich dünne nicht in einem Durchgang auf den Endabstand aus. Zuerst lichte ich die Reihe nur so weit, dass sich die Sämlinge nicht mehr berühren. Den Endabstand stelle ich her, wenn ich sehe, welche Pflanzen am kräftigsten wachsen.

Wie es nach dem Ausdünnen weitergeht

Nach dem Ausdünnen beginnt die normale Pflege im Jahreslauf. Welche Handgriffe die Wegwarte dann braucht, liest du in den Pflegeschritten für Garten-Einsteiger. Wie du ihre Blütezeit verlängerst, zeigt der Ratgeber zur längeren Blüte der Wegwarte. Die Wegwarte gilt als verwilderungsfähig. Wie du sie gestaltest und vermehrst, findest du im Beitrag darüber, wie du die Wegwarte in den naturnahen Garten einbindest.

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Häufige Fragen

Wann und wie säe ich Wegwarte richtig aus?
Säe die Wildform zwischen Mai und Juli direkt in Reihen an ihren endgültigen Platz. Ziehe die Rillen im Abstand von 20 bis 60 cm in ein feinkrümeliges, unkrautfreies Saatbett. Bedecke die Samen etwa 1,5 bis 2 cm mit Erde, denn Wegwarte ist kein Lichtkeimer. Halte die Rillen bis zur Keimung feucht und dünne die Sämlinge in der Reihe später auf 10 bis 30 cm aus.
Wann ist die beste Zeit für die Wegwarte-Aussaat?
Für die Wildform ist die Direktsaat im Mai oder Juni beschrieben, das Aussaatfenster reicht bis in den Juli. Wichtig ist warmer Boden, denn zum Keimen brauchen die Samen mindestens 14 bis 18 °C. Blattsorten der Zichorie haben je nach Sorte eigene Termine.
Wie lange dauert die Keimzeit bei Wegwarte-Samen?
Bis die Keimlinge der Wegwarte erscheinen, vergehen 7 bis 21 Tage. Zum Keimen brauchen die Samen mindestens 14 bis 18 °C. Als obere Grenze der Keimtemperatur gelten 20 bis 25 °C. Halte die Saatrille in dieser Zeit feucht, ohne dass Wasser darin stehen bleibt.
Wie bereite ich den Boden für die Wegwarte-Aussaat vor?
Lockere den Boden und entferne Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch mitsamt ihren Wurzeln. Bei starkem Samenunkraut bearbeitest du den Boden vor der Saat wiederholt flach. Lass die Erde sich setzen und harke die Oberfläche dann feinkrümelig und eben. Dünger brauchst du dafür nicht einzuarbeiten, wichtig ist ein gut durchlässiger Boden ohne Staunässe.
Stimmt es, dass Wegwarten viel Dünger benötigen?
Nein. Die Stickstoffzahl der Wegwarte liegt bei 5, also in der Mitte der Skala, und zeigt mittlere Nährstoffverhältnisse an. Für die Blattzichorie, eine Salatform derselben Art, gilt zusätzliche Düngung in dauerhaften Beständen in der Regel als unnötig. Zeigt eine Bodenuntersuchung allerdings einen Mangel, richtest du die Düngung nach deren Ergebnis.
Welchen Standort bevorzugt die Wegwarte im Garten?
Die Wegwarte braucht einen Platz in voller Sonne. Der Boden sollte gut durchlässig sein, Kalk-, Lehm- und Sandboden kommen infrage. In trockeneren Gegenden gießt du bei Bedarf zusätzlich und sorgst zugleich für guten Wasserabzug.
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