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Zierfrüchte gießen: Wasserbedarf von Zierkürbis bis Zierquitte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.live Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Gieß gründlich und dafür seltener, statt ständig nur die Oberfläche anzufeuchten.
  • Prüf die Erde vor dem Gießen, bei torffreier Topferde auch unter der Oberfläche.
  • Welke allein heißt nicht Durst: Auch faulende Wurzeln durch zu viel Wasser lassen Pflanzen welken.
  • Die Prunkwinde braucht regelmäßig Wasser, das Pfaffenhütchen gleichmäßige Bodenfeuchte, die ausgewachsene Zierquitte verträgt etwas Trockenheit.
  • Kübel brauchen genügend Abzugslöcher und dürfen nicht im Wasser stehen.
  • Gieß bevorzugt sehr früh morgens, ersatzweise früh am Abend.

Eine Prunkwinde will regelmäßig Wasser, eine ausgewachsene Zierquitte verträgt dagegen etwas Trockenheit. Wer alle Zierfrüchte im selben Takt gießt, liegt deshalb bei einigen Arten daneben. Ich gieße darum nicht nach Kalender, sondern prüfe vorher die Erde und schaue, wo die Pflanze steht.

Mit Zierfrüchten meine ich hier Arten wie Zierkürbis, Lampionblume, Pfaffenhütchen, Zierapfel und Zierquitte, dazu die Prunkwinde als Kletterpflanze.

Wovon hängt der Wasserbedarf deiner Zierfrüchte ab?

Eine feste Literzahl für alle Zierfrüchte gibt es nicht. Wie viel Wasser eine Pflanze braucht, hängt von Art und Sorte ab, vom Wetter und vom Substrat. Dazu kommt der Platz, denn auch Sonne und Wind am Standort verändern den Bedarf.

Im Beet gehört der Boden selbst zum Substrat. Welche Bodenart du hast, zeigt dir eine Fingerprobe: Feuchter Sandboden lässt sich schlecht formen, tonreicher Boden ist klebrig und gut formbar. Kompost hilft bei beiden Bodenarten, weil er schwere Böden lockert und bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen verbessert.

Wie viel Wasser brauchen Zierkürbis, Prunkwinde und Co.?

Die Arten unterscheiden sich spürbar. Die Tabelle zeigt, was jede beim Wasser will und was das für deine Kanne heißt.

Art Wasseranspruch Was das fürs Gießen heißt
Zierkürbis lockerer, humusreicher Boden mit gutem Wasserabfluss; für die Sorte ‘Deko Mischung’ wird keine Trockenheitstoleranz angegeben durchdringend gießen, nicht auf Trockenheitsverträglichkeit setzen
Prunkwinde ‘Heavenly Blue’ regelmäßige Wasserversorgung Erde regelmäßig prüfen und nicht austrocknen lassen
Lampionblume (Physalis alkekengi) frischer, gut durchlässiger Boden; für die Varietät franchetii wird keine Trockenheitstoleranz angegeben frisch halten, ohne dass Wasser steht
Europäisches Pfaffenhütchen gleichmäßige Bodenfeuchte, besonders an vollsonnigen Standorten in voller Sonne genau auf gleichmäßige Feuchte achten
Zierapfel-Hybriden feuchter, gut drainierter Boden feucht halten, das Wasser muss aber abziehen können
Chinesische Zierquitte gut drainierter Boden mit mäßiger Feuchtigkeit als ausgewachsener Strauch verträgt sie etwas Trockenheit, frisch im Frühjahr gepflanzt braucht sie Wasser zum Einwurzeln

Die Lampionblume ist eine eigene Art und nicht mit der essbaren Andenbeere gleichzusetzen, auch wenn beide zur Gattung Physalis gehören. Welche dieser Arten an einen trockenen oder feuchten Platz passt, klärt der Ratgeber, welche Standorte Zierfrüchte im Garten brauchen.

Kurz erklärt

Die Feuchtezahl nach Ellenberg reicht von 1 für Trockenheitszeiger bis 9 für Nässezeiger. Die Lampionblume steht bei 6. Zu den Trockenheitszeigern gehört sie damit nicht.

Achtung

Zierkürbisse werden nicht gegessen und auch nicht probiert, weil sie hohe Bitterstoffgehalte haben können. Die Bitterstoffe von Kürbisgewächsen werden auch beim Kochen nicht zerstört. Bei der Lampionblume sind die grüne Pflanze, besonders die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig und können Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Hilft beim Gießen ein Kind mit, lohnt sich ein Blick darauf, wie der Anbau von Zierfrüchten für Kinder sicher und spielerisch bleibt.

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Wie gießt du Zierfrüchte richtig?

Gründlich und dafür seltener

Gieß deine Zierfrüchte eher gründlich und dafür seltener, statt ständig nur die Oberfläche anzufeuchten. Bei eingewachsenen Pflanzen im Beet orientierst du dich an einer Menge je Quadratmeter.

Zahl im Blick

Eingewachsene Gartenpflanzen bekommen bei Trockenheit 10 bis 20 Liter je Quadratmeter pro durchdringendem Gießvorgang. Diese Menge gibst du nicht auf einmal, sondern verteilt auf mindestens zwei bis drei Teilgaben.

Ich stoppe einmal, wie lange mein Schlauch braucht, um eine 10-Liter-Gießkanne zu füllen. Mit dieser Zeit rechne ich aus, wie lange ich ein Beet für die gewünschte Menge wässere.

Stell den Gießstrahl weich ein. Ein weicher Strahl hilft, Verschlämmung, Bodenabtrag und die spätere Verkrustung zu vermeiden. Nach dem Gießen bleibe ich vom nassen Beet herunter, weil Betreten nassen Boden verdichtet.

Morgens oder abends gießen?

Gieß bevorzugt sehr früh am Morgen. Dann können die Pflanzen das Wasser aufnehmen und anschließend abtrocknen.

Mythos-Check

„Abends darf man nie gießen.“ So streng ist es nicht. Wenn der Morgen nicht klappt, ist der frühe Abend die Ersatzzeit. Vor allem bei kühlen Nächten hat der Morgen aber den Vorteil, dass die Pflanzen rasch abtrocknen.

Woran erkennst du Wassermangel oder zu viel Wasser?

Schau zuerst in die Erde und erst dann auf die Blätter. Bei torffreier Topferde prüfst du auch die Feuchte unter der Oberfläche, denn eine trockene Oberfläche kann feuchtes Substrat darunter verdecken. Welke Blätter allein sind kein Signal zum Nachgießen, weil auch faulende Wurzeln bei zu viel Wasser eine Pflanze welken lassen können.

Wer nur auf die trockene Oberfläche und die hängenden Blätter schaut, gießt also im ungünstigen Fall eine Pflanze nach, deren Wurzeln schon unter zu viel Nässe leiden.

Häufiger Fehler

Die Pflanze welkt, also kommt die Kanne. Prüf vorher die Erde in der Tiefe. Ist sie nass und die Pflanze welkt trotzdem, kann das auf geschädigte Wurzeln durch zu viel Wasser hindeuten, und Nachgießen ist dann der falsche Griff.

Was gilt für Zierfrüchte im Topf und Kübel?

Jeder Kübel braucht genügend Wasserabzugslöcher im Boden. Der Topf darf nicht im Wasser stehen, sonst droht Wurzelfäule. Was nach dem Gießen im Untersetzer steht, kippe ich deshalb weg.

Im Gefäß ändert sich auch der Bedarf. Kleine oder stark durchwurzelte Gefäße und poröse Tontöpfe erhöhen ihn. Schwarze Kunststofftöpfe schützt du mit einem Übertopf und einer Abdeckung der Erdoberfläche vor übermäßiger Erwärmung und Austrocknung. Ein kleiner schwarzer Topf in der Sonne bringt damit zwei Gründe für schnell trockene Erde zusammen: wenig Wurzelraum und Wärme am Wurzelballen.

Für eine mehrjährige Bepflanzung, etwa eine Lampionblume im Kübel, nimmst du strukturstabile Kübelpflanzenerde. Sie beugt Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vor.

Steht Kapuzinerkresse im Balkonkasten, gießt du sie nach demselben Vorgehen: Erde unter der Oberfläche prüfen, durchdringend gießen und kein Wasser im Kasten stehen lassen. Wie viel sie im Einzelfall braucht, zeigt dir die Erde und nicht der Kalender.

Mini-Checkliste

So bereite ich einen Kübel vor:

  • genügend Abzugslöcher im Boden
  • Untersetzer nach dem Gießen kontrollieren und leeren
  • schwarzen Kunststofftopf in einen Übertopf stellen und die Erdoberfläche abdecken
  • für mehrjährige Pflanzen strukturstabile Kübelpflanzenerde

Wie ändert sich der Wasserbedarf mit der Wachstumsphase?

Anzucht

Bei der Anzucht hältst du die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Bevor du wieder gießt, prüfst du mit dem Finger, ob noch Feuchte da ist.

Anwachsen

Neu gepflanzte Stauden brauchen häufiger zusätzliche Wassergaben als eingewachsene Pflanzen, das betrifft etwa eine frisch gesetzte Lampionblume. Gehölze wie Zierapfel, Zierquitte und Pfaffenhütchen brauchen ausreichend Wasser, wenn du sie im Frühjahr pflanzt und sich ihre Wurzeln noch entwickeln. Die Zierquitte verträgt etwas Trockenheit als ausgewachsener Strauch, eine frisch gepflanzte Zierquitte lässt du deshalb nicht trocken stehen, nur weil ältere Sträucher das vertragen.

Marias Erfahrung

Ich schreibe beim Pflanzen das Datum auf das Etikett. Beim Rundgang sehe ich so, welche Pflanzen noch anwachsen, und prüfe deren Erde zuerst.

Eingewachsen

Sind die Pflanzen eingewachsen, gießt du bei Trockenheit durchdringend und dafür seltener. Dann gilt die Literangabe je Quadratmeter aus dem Abschnitt zur Gießtechnik.

Wie gießt du im Lauf des Jahres?

Frühjahr: Mulch zur passenden Zeit

Mulch kann helfen, Feuchte im Boden zu halten. Steht der Zierkürbis im Gemüsebeet, halte ich mich an die Regeln für das Gemüse dort. Organischer Mulch kommt im Gemüsegarten etwa 2 bis 3 cm dick auf. Bei wärmeliebenden Kulturen legst du ihn erst ab Mai oder Juni auf den erwärmten Boden, und Rindenmulch gehört nicht ins Gemüsebeet. Im Staudenbeet rund um die Lampionblume können Miscanthushäcksel die Verdunstung und die Aufheizung des Bodens verringern.

Sommer: Hitze und Wind

Im Sommer prüfst du Kübel und Pflanzen in voller Sonne genauer, weil Sonne und Wind den Bedarf mitbestimmen. Das gilt auch für das Pfaffenhütchen, das gerade an vollsonnigen Plätzen gleichmäßige Bodenfeuchte schätzt.

Tipp

Kontrollier die Erde auch nach einem windigen Tag, an dem es gar nicht heiß war. Wind kann Pflanzen auch bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme stark austrocknen.

Herbst

Weil der Wasserbedarf an der Witterung hängt, richtest du dich im Herbst nach der Feuchte in der Erde und nicht nach dem Takt aus dem Sommer.

Winter: Gießen im Winterquartier

Kübelpflanzen im kühlen Wintergarten gießt du mäßig und prüfst regelmäßig ihren Wasserzustand. Bei winterharten Stauden im Gefäß entfernst du den Untersetzer, damit stehendes Wasser und Frostwechsel den Wurzelballen nicht schädigen. Wie du Frostschutz und Winterquartier planst, steht im Abschnitt Pflege und Überwintern im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten.

Lohnt sich Tropfbewässerung, und welches Wasser nimmst du?

Tropfbewässerung führt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann Wasser sparen. Sie braucht einen Filter, weil die Tropfer sonst verstopfen oder verkalken können. Im Beet können Tropfschläuche und Einzeltropfer allerdings das Hacken und andere Bodenarbeit einschränken.

Regenwasser spart Trinkwasser. Gießt du mit neutralem oder basischem Leitungswasser mit einem pH über 7, verzichtest du zusätzlich auf basisch wirkende Substratdüngung wie eine Kalkung.

Gibst du Dünger, kommt er auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Blätter. So kann er wirken, und du beugst Ätzschäden vor. Mengen und Zeitpunkte erklärt der Ratgeber, wie du Zierfrüchte von der Bodenanalyse bis zur Nachdüngung versorgst.

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Häufige Fragen

Wie oft solltest du Zierfrüchte gießen?
Einen festen Rhythmus gibt es nicht, weil der Wasserbedarf von Art und Sorte, Witterung, Substrat sowie Sonne und Wind am Standort abhängt. Gieß lieber gründlich und dafür seltener, statt ständig nur die Oberfläche anzufeuchten. Vor dem nächsten Gießen prüfst du die Feuchte, bei torffreier Topferde auch unter der Oberfläche.
Welchen Wasserbedarf haben verschiedene Zierfrüchte?
Die Prunkwinde 'Heavenly Blue' braucht eine regelmäßige Wasserversorgung, das Europäische Pfaffenhütchen schätzt gleichmäßige Bodenfeuchte, besonders an vollsonnigen Standorten. Zierapfel-Hybriden mögen feuchten, gut drainierten Boden, die Lampionblume frischen, gut durchlässigen. Die Chinesische Zierquitte bevorzugt mäßige Feuchtigkeit und verträgt als ausgewachsener Strauch etwas Trockenheit. Zierkürbisse brauchen lockeren, humusreichen Boden mit gutem Wasserabfluss, für die Sorte 'Deko Mischung' wird keine Trockenheitstoleranz angegeben.
Woran erkennst du Wassermangel oder Staunässe bei Zierfrüchten?
Prüf zuerst die Erde und nicht nur die Blätter, denn welke Pflanzen können auch durch faulende Wurzeln bei zu viel Wasser entstehen. Bei torffreier Topferde kann eine trockene Oberfläche feuchtes Substrat darunter verdecken, deshalb tastest du auch tiefer. Ist die Erde nass und die Pflanze welkt trotzdem, kann das auf Wurzelschäden durch Nässe hindeuten. Steht ein Kübel im Wasser, droht Wurzelfäule.
Wie führst du die Fingerprobe bei Zierfrüchten richtig durch?
Steck vor dem Gießen den Finger in die Erde und prüf, ob sie noch feucht ist. Bei torffreier Topferde reicht der Blick auf die Oberfläche nicht, weil eine trockene Schicht oben feuchtes Substrat darunter verdecken kann. Ist die Erde unten noch feucht, wartest du mit dem Gießen.
Welche Rolle spielt die Verdunstung bei Zierfrüchten im Topf?
Im Topf hängt der Wasserbedarf auch am Gefäß: Kleine oder stark durchwurzelte Gefäße und poröse Tontöpfe erhöhen ihn. Schwarze Kunststofftöpfe schützt du mit einem Übertopf und einer Abdeckung der Erdoberfläche vor übermäßiger Erwärmung und Austrocknung. Auch Wind kann Pflanzen bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme stark austrocknen.
Wie beeinflusst die Wachstumsphase den Wasserbedarf von Zierfrüchten?
In der Anzucht hältst du die Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Neu gepflanzte Stauden brauchen häufiger zusätzliche Wassergaben als eingewachsene, und frisch im Frühjahr gepflanzte Gehölze brauchen ausreichend Wasser, solange sich ihre Wurzeln entwickeln. Eingewachsene Pflanzen gießt du bei Trockenheit durchdringend und dafür seltener. Die Chinesische Zierquitte verträgt als ausgewachsener Strauch etwas Trockenheit.
Ist es ein Mythos, dass Zierfrüchte abends nicht gegossen werden sollten?
Ganz verboten ist das abendliche Gießen nicht. Bevorzugt gießt du sehr früh morgens und ersatzweise früh am Abend, damit die Pflanzen Wasser aufnehmen und abtrocknen können. Bei kühlen Nächten hat der Morgen den Vorteil, dass die Pflanzen rasch abtrocknen.
Wie funktioniert die Tröpfchenbewässerung bei Zierfrüchten?
Tropfbewässerung führt das Wasser über Tropfschläuche oder Einzeltropfer gezielt an die Pflanze und kann so Wasser sparen. Damit die Tropfer nicht verstopfen oder verkalken, braucht die Anlage einen Filter. Im Beet können die Leitungen das Hacken und andere Bodenbearbeitung einschränken.
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