Bohnen, Erbsen & Hülsenfrüchte
Bohnen, Erbsen, Puffbohnen & Co.: Herkunft, Aussaat, Rankhilfen, Gießen, Düngen, Krankheiten, Ernte, Saatgut, Lagerung und sichere Küche im Überblick.


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Pflanz- und Aussaatzeiten unterscheiden sich je Art. Gezeigt sind die Arten mit den meisten Ratgebern; den Kalender jeder weiteren Art findest du in ihrem Ratgeber.
Busch- oder Stangenbohne, Mark- oder Zuckererbse, dazu Puffbohne, Feuerbohne und Soja: Wer Hülsenfrüchte anbaut, hat es mit einer ganzen Familie zu tun, deren Mitglieder verschieden ticken. Die wichtigste Trennlinie ist die Temperatur. Erbsen und Puffbohnen starten früh ins Gartenjahr, Garten- und Feuerbohnen erst, wenn der Boden warm ist. Auf dieser Seite habe ich das Grundlagenwissen aus meinen Hülsenfrucht-Ratgebern gebündelt: von Arten und Herkunft über Standort, Aussaat, Rankhilfen, Gießen und Düngen bis zu Ernte, Saatgut, Lagerung und sicherer Küche. Die Ratgeber zu den einzelnen Arten vertiefen jedes Thema.
Hülsenfrüchte im Überblick: Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen
Zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) gehören rund 20.000 Arten, von denen nur ein Teil als Gemüse oder Körnerfrucht genutzt wird. Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) wächst als Buschbohne 30 bis 80 cm hoch. Als Stangenbohne windet sie sich 200 bis 300 cm hoch. Die Feuer- oder Prunkbohne (Phaseolus coccineus) windet sich ebenfalls und wird wegen ihrer Blüten auch als Zierpflanze gezogen. Die Puffbohne (Vicia faba), auch Dicke Bohne oder Saubohne genannt, ist kälteverträglich und kommt früh ins Beet.
Bei der Erbse (Pisum sativum) werden drei Nutzungsgruppen unterschieden: Markerbsen für frische Kerne, Zuckererbsen für junge Hülsen samt Samenanlagen und Palerbsen, die sich auch für ausgereifte Trockensamen eignen. Seltener im Beet stehen Sojabohne, Helmbohne (Lablab purpureus), Adzuki- und Mungobohne sowie die Lupine; Adzuki- und Mungobohnen lassen sich auch als Keimsprossen ziehen.
Auch ihre Herkunft liegt weit auseinander. Erbse und Puffbohne gehören zu den alten Kulturpflanzen aus Vorderasien und dem Mittelmeerraum. Garten- und Feuerbohne stammen aus Mittel- und Südamerika und kamen erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa. Sojabohne, Adzuki- und Mungobohne haben ihre Heimat in Asien. Die Geschichte einzelner Arten und Sorten erzählen die Ratgeber der Arten.
Mithilfe von Bakterien an ihren Wurzeln binden Hülsenfrüchte Stickstoff, deshalb zählen Bohnen und Erbsen zu den Schwachzehrern und kommen mit wenig Dünger aus.
Standort und Boden: Sonne und lockere, durchlässige Erde
Busch- und Stangenbohnen, Mark- und Zuckererbsen und die Sojabohne brauchen einen sonnigen Platz; für die Adzukibohne ist ein halbschattiger Standort angegeben. Beim Boden zählt die Struktur mehr als der Nährstoffvorrat. Für Erbsen wird ein tiefgründiger, gut strukturierter und humoser Boden mit gutem Wasserabzug empfohlen, schwere, nasse Böden und Staunässe meidest du. Adzuki- und Mungobohnen kommen mit verschiedenen Böden zurecht, solange diese gut drainiert sind. Lockere Erde hat noch einen Vorteil: Gute Bodenbelüftung unterstützt die Stickstoffbindung an den Wurzeln.
Für die Vorbereitung heißt das: lockern statt anreichern, und Kompost bekommt das Beet nur, wenn der Boden ihn braucht.
Aussaat: früh für Erbsen und Puffbohnen, später für wärmebedürftige Bohnen
Die Aussaat richtet sich nach der Temperatur. Puffbohnen keimen schon ab einer Keimtemperatur von 5 °C. Für den frühen Gartenanbau wird bei ihnen eine Frostverträglichkeit bis etwa −5 °C angegeben. Die Aussaatzeit der Puffbohne beginnt im Februar. Erbsen folgen: Für Palerbsen reicht die Aussaatzeit von März bis Mai, für Markerbsen von April bis Mai und für Zuckererbsen von April bis Juni.
Garten- und Feuerbohnen sind wärmebedürftig. Für die Direktsaat von Busch- und Stangenbohnen wird eine Bodentemperatur über 10 °C empfohlen. Nach dem Auflaufen brauchen sie für eine günstige Entwicklung Lufttemperaturen von mindestens 12 °C. Entsprechend beginnt die Aussaatzeit dieser Bohnen im Mai; Buschbohnen säst du bis Juli, Stangenbohnen, Feuerbohnen und Sojabohnen bis Juni. Ich stecke vor der Bohnenaussaat ein Bodenthermometer ins Beet und säe erst, wenn es über 10 °C zeigt.
Die Saattiefe liegt bei Busch- und Stangenbohnen bei 2 bis 4 cm, bei Erbsen reichen die Angaben von 3 bis 5 cm, und die großen Puffbohnensamen kommen tiefer in die Erde als Gartenbohnen. Bei der Horstsaat kommen 6 bis 8 Samen an jede Bohnenstange. Saatgut von Erbsen und Bohnen kannst du vor der Aussaat etwa 12 bis 24 Stunden in Wasser vorquellen lassen, um die Keimung zu beschleunigen. Bohnen lassen sich auch in Töpfen mit Anzucht- oder Komposterde vorziehen. Alle Aussaattermine auf einem Blatt findest du im Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.
Bohnen nach dem Kalender säen statt nach dem Boden. Wie lange Gartenbohnen zum Keimen brauchen, hängt an der Temperatur: Bei 12 °C liegt die Keimdauer bei etwa 30 Tagen, bei 20 °C bei etwa 11 Tagen. Warte deshalb, bis der Boden wärmer als 10 °C ist, statt die Samen in kalte Erde zu legen.
Rankhilfen und Pflege: Stangen, Netze und Hacke
Wie viel Halt eine Hülsenfrucht braucht, hängt an ihrer Wuchsform. Stangen- und Feuerbohnen winden sich an einer Stütze empor und brauchen von Anfang an eine stabile Rankhilfe, die ihrer Wuchshöhe gewachsen ist. Ich stelle die Stangen auf, bevor ich die Bohnen lege. Buschbohnen kommen ohne Stütze aus.
Erbsen halten sich mit Ranken fest. Zuckererbsen werden 60 bis 100 cm hoch, Markerbsen 50 bis 80 cm hoch, und höhere Sorten brauchen Reisig, ein Netz oder einen Zaun zum Klettern. Puffbohnen stehen frei, du kannst sie aber bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe anhäufeln, damit sie standfester werden.
Dazu kommt das Hacken. Bei Gartenbohnen ist das gründliche Entfernen konkurrierender Unkräuter besonders in den ersten 4 bis 6 Wochen nach der Aussaat wichtig.
Gießen: gleichmäßig zur Keimung, gezielt zur Hülsenbildung
Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut; Erbsen gehören nicht in schwere, nasse Böden mit Staunässe. Wichtig wird Wasser wieder, wenn die Hülsen wachsen. Für Buschbohnen werden nach der Hauptblüte und zur Hülsenbildung, abhängig vom natürlichen Niederschlag, 2 bis 4 zusätzliche Wassergaben von jeweils 20 l/m² empfohlen. Gieß durchdringend an den Fuß der Pflanzen statt über das Laub, denn bei Erbsen und Puffbohnen begünstigt Feuchtigkeit den Falschen Mehltau. Im Topf trocknet die Erde schneller aus als im Beet, deshalb prüfst du sie dort öfter. Wann nachgegossen wird, entscheidet der Griff in die Erde, nicht der Kalender.
Düngen: Schwachzehrer mit eigener Stickstoffquelle
Bohnen und Erbsen sind Schwachzehrer und brauchen auf ausreichend versorgtem Boden keine zusätzliche Düngung. Braucht der Boden etwas, nennen Gartenempfehlungen für Kompost Richtwerte von 1 bis 3 l/m² im Jahr. Erbsen benötigen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung, und Puffbohnen decken ihren Nährstoffbedarf gewöhnlich aus dem Boden. Bei Erbsen richtest du die Nährstoffversorgung am Bodenbefund aus; Kompost kann dabei Mineraldüngung ersetzen.
Für Garten- und Feuerbohnen gilt: keine reine Stickstoffdüngung, kein frischer Stallmist und keine Jauche unmittelbar zur Kultur, dafür die Kaliumversorgung im Blick behalten. Adzukibohnen versorgst du mit Gartenkompost und ohne stickstoffreiche Dünger, für Mungobohnen wird ein stickstoffarmer Dünger empfohlen.
Hülsenfrüchte leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien. Die Bakterien sitzen in kleinen Verdickungen an den Wurzeln, den Wurzelknöllchen, und binden dort Stickstoff aus der Bodenluft, den die Pflanze nutzen kann. Deshalb kommen Bohnen und Erbsen mit wenig Dünger aus, und deshalb zahlt sich ein lockerer, gut durchlüfteter Boden aus.
Krankheiten und Schädlinge: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch schützen
Pflanzenschutz im Hülsenfruchtbeet folgt einer Stufenfolge: vorbeugen über gesundes Saatgut, Standort und Fruchtwechsel, dann kontrollieren, dann mechanisch eingreifen. Auf diesen Stufen baut auch der biologische Pflanzenschutz auf. Chemische Mittel sind, wenn überhaupt, der letzte Schritt, dann nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten und nach Gebrauchsanweisung; Namen und Dosierungen gehören nicht auf diese Übersichtsseite. Kontrollieren heißt gezielt hinsehen: auf Blätter, Blattunterseiten und Hülsen.
An Bohnen kann die Fettfleckenkrankheit auftreten. Auf den Blättern zeigen sich dann kleine, wässrig durchscheinende Flecken, oft mit einem hellen Hof, auf den Hülsen fettig glänzende Flecken. Die bakteriellen Erreger der Krankheit vermehren sich bei etwa 20 °C gut, deshalb schaust du in warmen Phasen besonders auf Blätter und Hülsen. Gesundes Saatgut und das Entfernen erkrankter Pflanzen sind wichtige vorbeugende Maßnahmen.
Erbsen und Puffbohnen kann der Falsche Mehltau (Peronospora viciae) befallen. Typisch sind helle, gelbliche Flecken auf der Blattoberseite und darunter ein grauvioletter Belag auf der Blattunterseite. Feuchtigkeit und Temperaturen von 15 bis 20 °C begünstigen ihn, deshalb drehst du in solchen Phasen einzelne Blätter um. Fruchtwechsel gilt als Vorbeugung. Flecken und Beläge sind Hinweise, keine sichere Diagnose, denn ähnliche Bilder können auch andere Ursachen haben.
Bei Erbsen ist der Erbsenwickler ein typischer Schädling. Die Falter legen ihre Eier im Mai und Juni ab, etwa eine Woche später schlüpfen die Larven und dringen in die Hülsen ein. Kulturschutznetze können die Pflanzen in dieser Zeit mechanisch vor den nachtaktiven Faltern schützen. Von außen wirkt eine befallene Hülse oft unauffällig, manchmal verrät sie ein kleines Loch. Deutlich wird der Befall meist erst beim Öffnen: angefressene Erbsen, Kotkrümel und die Larve selbst. Ich lege die Netze im Mai über meine Erbsen und öffne beim Pflücken einzelne Hülsen zur Kontrolle.
Hülsenfrüchte im Topf und Kübel
Auf Balkon und Terrasse eignen sich vor allem kompakte Formen: Buschbohnen, niedrige Erbsen und Zwergsorten der Puffbohne. Stangenbohnen gehen auch, brauchen im Kübel aber dieselbe stabile Rankhilfe wie im Beet. In jedes Gefäß gehört ein Abzugsloch, weil Staunässe auch hier schadet. Beim Düngen unterscheidet sich der Topf vom Beet: Für Erbsen im Gefäß wird ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger empfohlen, für Zwergsorten der Puffbohne ebenfalls ein kaliumbetonter Flüssigdünger ab den ersten Blüten. Weil begrenztes Substrat schneller austrocknet als Gartenboden, gehört auch das Gießen im Topf zur Routine.
Ernte: jung pflücken oder ausreifen lassen
Erbsen und Puffbohnen sind zuerst dran: Für Markerbsen und Puffbohnen reicht die Erntezeit von Juni bis August, für Zuckererbsen von Juni bis September. Busch-, Stangen- und Feuerbohnen folgen von Juli bis September, Sojabohnen von August bis September.
Grüne Bohnen sind pflückreif, wenn die Hülsen glatt brechen, die Bruchstellen grün und saftig sind und die Samen höchstens etwa 8 bis 10 mm groß sind. Ich breche vor der Ernte eine Hülse probeweise durch und sehe mir den Bruch an. Für einen Buschbohnensatz in wärmeren Regionen Deutschlands wird die Erntedauer je nach Saattermin und Sorte auf etwa 7 bis 14 Tage geschätzt. Für einen Stangenbohnensatz gelten dort etwa 30 Tage als Richtwert, abhängig von Sorte und Pflanzengesundheit.
Bei Erbsen bestimmt die Nutzungsgruppe den Zeitpunkt: Zuckererbsen erntest du mit der jungen Hülse, Markerbsen für die frischen Kerne, Palerbsen auch ausgereift als Trockensamen. Beim Auslösen frischer Erbsen beträgt der Schälverlust etwa 60 %, aus 1 kg Hülsen bleiben rechnerisch ungefähr 400 g Erbsenkerne.
Eigenes Saatgut: ausreifen, trocknen, aufbewahren
Bei Erbsen und Gartenbohnen kannst du Saatgut gut selbst gewinnen, weil sie sich überwiegend selbst befruchten und ihre samen.liveshalb meist sortenecht ausfallen. Feuerbohnen und Puffbohnen werden dagegen auch von Insekten bestäubt und können sich mit anderen Sorten ihrer Art kreuzen. Bei Hybridsorten fallen die Nachkommen nicht sortenecht aus.
Für die Samen wählst du kräftige, gesunde Pflanzen und lässt ihre Hülsen an der Pflanze voll ausreifen, statt sie für die Küche zu pflücken. Gesundes Saatgut zählt zu den wichtigen Vorbeugemaßnahmen gegen die Fettfleckenkrankheit, deshalb nimmst du keine Samen von fleckigen Pflanzen oder Hülsen. Reif sind die Hülsen, wenn sie trocken, papierartig und brüchig geworden sind und die Samen darin hart sind. Droht nasses Wetter, ziehst du die Pflanzen mitsamt Hülsen aus und hängst sie an einem luftigen, überdachten Platz zum Nachtrocknen auf.
Nach dem Auslösen trocknen die Samen offen und luftig nach. Erst wenn sie vollständig durchgetrocknet sind, kommen sie dicht verschlossen an einen trockenen, kühlen und dunklen Ort, beschriftet mit Art, Sorte und Erntejahr. Ob älteres Saatgut noch keimt, zeigt dir eine Keimprobe vor der Aussaat. Welche Grenzen für einzelne Arten gelten, vertiefen die Ratgeber der Arten.
Lagern: einfrieren, trocknen, sorgfältig einkochen
Für den Vorrat bieten sich Einfrieren und Trocknen an. Tiefgekühlte Hülsenfrüchte halten sich bei −18 °C als Orientierung 9 bis 15 Monate. Für handelsüblich getrocknete Bohnen und Erbsen gelten bei trockener, dicht geschlossener Lagerung möglichst unter 20 °C etwa 1 bis 2 Jahre als Orientierung, unter Beachtung des Mindesthaltbarkeitsdatums. Getrocknete Schälerbsen sind mit bis zu 6 Monaten kürzer angesetzt. Selbst getrocknete Samen aus dem Garten lagerst du ebenso trocken und dicht verschlossen. Gegarte Hülsenfrüchte in Gerichten halten sich abgedeckt im Kühlschrank 1 bis 2 Tage als Orientierung.
Unzureichend erhitzte, selbst eingekochte Bohnen können Botulismus verursachen, weil hitzeresistente Sporen überleben und sich unter Luftabschluss giftbildende Bakterien entwickeln können. Normale Garzeiten sind deshalb keine Einkochanleitung. Aufgetriebene Konserven entsorgst du ungeöffnet. Ein unauffälliges Aussehen wiederum schließt eine Belastung mit Botulinumtoxinen nicht aus.
Nährwerte: Art und Zubereitung machen den Unterschied
Hülsenfrüchte liefern pflanzliches Eiweiß, doch was sonst auf den Teller kommt, hängt an Art und Zustand. Grüne Hülsen und reife Samen sind dabei verschiedene Lebensmittel, und jeder Nährwert gilt für einen bestimmten Zustand, gegart oder aus der Konserve. Gegarte grüne Busch- und Stangenbohnen enthalten Ballaststoffe und Vitamin C. Abgetropfte Käferbohnen aus der Konserve, also samen.liver Feuerbohne, enthalten Ballaststoffe und Magnesium und liefern mehr Energie als abgetropfte Erbsenkerne aus der Konserve. Diese Erbsenkerne enthalten ebenfalls Ballaststoffe, dazu Eisen. Auf frisch ausgelöste Erbsen oder selbst getrocknete Bohnen lassen sich solche Angaben deshalb nicht übertragen.
Als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sind Hülsenfrüchte eine gute Wahl. Ein Heilmittel sind sie nicht, und bei Beschwerden ersetzt kein Gemüse den ärztlichen Rat.
In der Küche: gegart, roh oder gekeimt
Bei Hülsenfrüchten hängt die sichere Zubereitung an der Art: Manche gehören nur gegart auf den Teller, andere kannst du in Maßen auch roh essen, und für einige gelten eigene Verzehrhinweise. Rezepte und Zubereitungen stellen die Küchen-Ratgeber der einzelnen Arten vor.
Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen enthalten Phasin und werden nicht roh gegessen. Auf den Teller kommen sie nur gut gekocht: Grüne Bohnen garst du mindestens 10 bis 15 Minuten in sprudelnd kochendem Wasser und gießt das Wasser danach ab; Dämpfen, sanftes Dünsten oder kurzes Blanchieren reichen nicht. Erbsen und Zuckererbsen sind die Ausnahme, weil sie vergleichsweise wenig Lektine enthalten; in Maßen kannst du sie auch roh essen.
Selbst gezogene Keimsprossen, etwa aus Adzuki- oder Mungobohnen, bringen ein eigenes Risiko mit: Sie können Krankheitserreger tragen. Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene, denn Waschen entfernt Krankheitserreger nicht zuverlässig. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt das ohne Ausnahme.
Für Soja, Lupine und Puffbohne gelten zusätzliche Hinweise. Sojalebensmittel können allergische Reaktionen auslösen, bei Menschen mit Birkenpollenallergie auch schwere Kreuzreaktionen. Lupinensamen und Lebensmittel daraus können ebenfalls Allergien auslösen, darunter Kreuzreaktionen bei Menschen mit Erdnuss- oder Sojaallergie; Erhitzen ist dagegen keine allgemeine Absicherung. Hast du eine dieser Allergien, klärst du vor dem Verzehr von Soja oder Lupine ärztlich ab, was für dich gilt. Auf Bitterlupinensamen, die vor dem Essen erst im eigenen Haushalt entbittert werden müssten, verzichtest du wegen des Alkaloidrisikos. Lupinen aus dem Garten sind kein verzehrfertiges Lebensmittel. Menschen mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, kurz G6PD-Mangel, müssen Puffbohnen meiden, weil deren Verzehr bei ihnen eine gefährliche Zerstörung roter Blutkörperchen auslösen kann. Eine sichere Menge oder Zubereitung lässt sich für sie daraus nicht ableiten.
Fruchtfolge und Mischkultur: Anbaupausen einhalten
Hülsenfrüchte wollen nicht jedes Jahr auf dasselbe Beet. Für Busch- und Stangenbohnen ist eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren angegeben. Für Feuerbohnen, Erbsen, Puffbohnen, Sojabohnen, Helmbohnen sowie Adzuki- und Mungobohnen beträgt die Fruchtwechselpause 5 Jahre. Wer Leguminosen zusätzlich als Gründüngung sät, zählt sie in der Fruchtfolge mit; für diese Planung wird bei Erbsen eher ein Abstand von 6 Jahren empfohlen.
Mischkultur kann unterstützen, verlassen solltest du dich darauf nicht. Welche Nachbarn zu Bohnen, Erbsen und Puffbohnen passen, stellen die Mischkultur-Ratgeber der einzelnen Arten vor; eine geplante Kombination kannst du im Mischkultur-Planer durchspielen. Den Wechsel über mehrere Jahre legst du dir im Beetplaner an.
Zum Vertiefen: die Hülsenfrüchte-Ratgeber
Das war das Fundament – für jedes Thema findest du hier den vertiefenden Ratgeber:
- Anzucht & Aussaat: Buschbohnen im Hochbeet, Bohnen säen, Stangenbohnen im Kübel, alle 60 Ratgeber zu Anzucht & Aussaat ↓
- Rezepte & Verwendung: Frische Sojabohnen, Prunkbohnen: Vielseitige Rezepte aus Tillys Küche, Stangenbohnen: Rezepte & richtig zubereiten, alle 20 Ratgeber zu Rezepte & Verwendung ↓
- Ernten & Lagern: die perfekte Ernte von Prunkbohnen, der richtige Zeitpunkt und die beste Methode zur Ernte von Zuckererbsen, Ernte und Lagerung von Buschbohnen, alle 17 Ratgeber zu Ernten & Lagern ↓
- Wissen & Sonstiges: Ideale Begleitpflanzen für ertragreiche Stangenbohnen, Buschbohnen für Anfänger, Mungbohnen: Kleine Kraftpakete mit großem Potenzial, alle 26 Ratgeber zu Wissen & Sonstiges ↓
- Fruchtfolge & Mischkultur: Zuckererbsen geschickt kombinieren, Mischkultur mit Sojabohnen, Mischkultur mit Puffbohnen, alle 60 Ratgeber zu Anzucht & Aussaat ↓
- Pflege & Düngen: Stangenbohnen richtig düngen, Rankhilfen für Stangenbohnen, Zuckererbsen richtig düngen für optimale Erträge, alle 23 Ratgeber zu Pflege & Düngen ↓
- Krankheiten & Schädlinge: Buschbohnenkrankheiten erkennen und effektiv behandeln, Stangenbohnen: Krankheiten und Schädlinge erfolgreich abwehren, Erkennen und Bekämpfen von Krankheiten bei Zuckererbsen, alle 12 Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge ↓
- Sorten & Auswahl: Zuckererbsen-Sorten im Überblick, die besten Markerbsensorten für deinen Garten, die beliebtesten Prunkbohnensorten im Überblick, alle 6 Ratgeber zu Sorten & Auswahl ↓
- Vermehren: Saatgut gewinnen, Zuckererbsen vermehren, Hülsenfrüchte: Saatgut gewinnen und aufbewahren
- Planen und drucken: der Beetplaner, der Aussaatkalender zum Ausdrucken, der Mischkultur-Planer
Anzucht & Aussaat
60 Ratgeber
Bohnen säen: Zeitpunkt, Keimdauer und Ernte bei Busch- und Stangenbohnen
Pflege & Düngen
23 Ratgeber
Rankhilfen für Stangenbohnen: Ideen, Aufbau und Verankerung
Ernten & Lagern
17 Ratgeber
Stangenbohnen einfrieren: blanchieren, verpacken und gefroren garen
Sorten & Auswahl
6 Ratgeber
Adzukibohnen: Herkunft, Nährwerte, Verträglichkeit und Keimsprossen
Vermehren
3 RatgeberKrankheiten & Schädlinge
12 Ratgeber
Stangenbohnen: Krankheiten und Schädlinge am Schadbild erkennen und bekämpfen
Rezepte & Verwendung
20 Ratgeber
Adzukibohnen in der asiatischen Küche: Anko, Sekihan und Shiruko
Wissen & Sonstiges
26 Ratgeber
Begleitpflanzen für Stangenbohnen: Mischkultur mit Mais, Kürbis und Salat

Häufige Fragen
Ab wann kannst du Bohnen säen?
Brauchen Buschbohnen eine Rankhilfe?
Woran erkennst du, dass Bohnen und Erbsen erntereif sind?
Kannst du grüne Bohnen roh essen?
Musst du Bohnen und Erbsen düngen?
Wie lange pausierst du mit Bohnen und Erbsen auf demselben Beet?
Ich gewann meine Reihen lieb, meine Bohnen, obwohl es viel mehr waren, als ich brauchte. Sie banden mich an die Erde, und so gewann ich Kraft wie Antäus.






