Pflanzkartoffel-Mischungen bewässern: So gießt du jede Sorte zur richtigen Zeit
- Der Hauptberegnungszeitraum reicht vom beginnenden Knollenansatz bis zur beginnenden Krautvergilbung, wasserkritisch ist vor allem die Zeit bis zur Blüte.
- Frühe Sorten stehen kürzer im Beet, ihr Gießfenster schließt sich früher als das der späten Sorten.
- Gieß jede Sorte in ihrer eigenen Reihe, morgens und an den Boden statt über das Laub.
- Nach dem Gießen soll die Erde 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet sein.
- Bei der schorfanfälligen Agria kann ausreichend Wasser während der Knollenbildung helfen, Schorf vorzubeugen.

Eine Pflanzkartoffel-Mischung bringt Sorten ins Beet, die ihr Wasser nicht zur selben Zeit brauchen. Gießt du alle Reihen nach demselben Plan, kann Trockenheit eine Sorte genau in ihrer empfindlichsten Phase treffen. Sie legt dann womöglich weniger Knollen an, auch wenn die Nachbarreihe gut versorgt ist. Ich gieße meine Mischungen deshalb Reihe für Reihe und richte mich nach dem Entwicklungsstand jeder einzelnen Sorte.
Was eine Mischung fürs Gießen bedeutet
Eine Pflanzkartoffel-Mischung vereint mehrere Sorten, zum Beispiel Annabelle, Heiderot und Laura. Die Sorten unterscheiden sich in Reifegruppe und Kochtyp, und von der Reifegruppe hängt ab, wann eine Reihe ihr Wasser am dringendsten braucht. Was die Kartoffel als Kulturpflanze ausmacht, steht im Kurzporträt der Kartoffel, und welche Vielfalt eine Mischung in deinen Garten bringt, liest du im Nachbarbeitrag.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.
- Anbauort
Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.
Pflege
- Pflege
In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.
- Düngung
Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.
Wann jede Sorte Wasser braucht
Fachleute sprechen vom Hauptberegnungszeitraum: Er reicht vom beginnenden Knollenansatz bis zur beginnenden Krautvergilbung. Die wasserkritischste Phase liegt darin vom Knollenansatz bis zur Blüte, denn Trockenheit verringert dann die Zahl der angelegten Knollen. Als Richtwert aus der Fachpraxis sollte die Bodenfeuchte in dieser Phase nicht unter 50 % der nutzbaren Feldkapazität fallen.
Die nutzbare Feldkapazität beschreibt, wie viel pflanzenverfügbares Wasser ein Boden speichern kann. Ohne Messgerät hilft dir der Spaten weiter, denn er zeigt dir, wie tief die Erde feucht ist.
In einer Mischung stehen Sorten mit sehr unterschiedlicher KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. nebeneinander:
| Reifegruppe | Kulturzeit bis zur Ernte |
|---|---|
| sehr früh | rund 100 bis 110 Tage |
| früh | 110 bis 130 Tage |
| mittelfrüh | 130 bis 150 Tage |
| spät | 150 bis 170 Tage |
Bei späten Sorten kann das Gießen zudem etwas später beginnen als der übliche Start zum Knollenansatz. Frühe Sorten stehen deutlich kürzer im Beet, und der Hauptberegnungszeitraum endet mit der beginnenden Krautvergilbung; das Gießfenster der frühen Reihe schließt sich also früher als das der späten.
Ich stecke an den Anfang jeder Reihe ein Etikett mit Sorte und Reifegruppe. Beim Gießen weiß ich so sofort, welche Sorte wo steht, und vergleiche Blüte und Laubfarbe Reihe für Reihe.
Reihe für Reihe gießen: so gehe ich vor
Ich setze jede Sorte in eine eigene Reihe, damit ich sie getrennt versorgen kann. Planen lässt sich das vorab, wenn du die Reihen deiner Sorten im Beetplaner anlegst. Ob eine Reihe Wasser braucht, prüfe ich mit dem Spaten direkt neben den Pflanzen. Gegossen wird bevorzugt morgens und an den Boden, nicht über das Laub. Danach stecke ich den Spaten noch einmal ein: Die Erde soll 15 bis 20 cm tief durchfeuchtet sein.
In der Feldberegnung gelten 20 bis 30 mm je Wassergabe als Orientierung. Das entspricht 20 bis 30 Litern je Quadratmeter, denn 1 mm Niederschlag ist 1 Liter je Quadratmeter. Wie viel es im Einzelfall ist, bestimmen Boden und Witterung.
Mehr Wasser ist dabei nicht automatisch besser. Im ökologischen Kartoffelanbau füllt man beim Bewässern bis auf 80 % der nutzbaren Feldkapazität auf, um Luftmangel und Nährstoffauswaschung zu vermeiden. Wie du den Nährstoffbedarf deiner Mischung deckst, steht in einem eigenen Beitrag.
Stockt das Wachstum durch Stress und setzt danach wieder ein, können unerwünschter Neuansatz, Kindelbildung und Zwiewuchs entstehen. Ich halte die Reihen deshalb gleichmäßig feucht, statt eine ausgetrocknete Reihe auf einmal zu fluten.
Wird das Wasser knapp, gieße ich zuerst die Reihen, die gerade zwischen Knollenansatz und Blüte stehen. In dieser Phase verringert Trockenheit die Knollenzahl, eine Reihe mit vergilbendem Kraut hat ihren Hauptberegnungszeitraum dagegen schon hinter sich.
Gießtechnik in Kürze
Für eine Mischung zählt vor allem, dass du die Reihen getrennt versorgen kannst. Tropfbewässerung kann Wasser und Energie sparen, verursacht aber hohe Anschaffungskosten und ist aufwendig in der Handhabung. Techniken und den Gießplan über die ganze Saison findest du im Beitrag darüber, wie du eine Pflanzkartoffel-Mischung von der Pflanzung bis zur Ernte anbaust.
Sorteneigenschaften, die beim Gießen zählen
Neben der Reifegruppe bringen einzelne Sorten Eigenschaften mit, die du beim Gießen berücksichtigen kannst.
| Sorte | Reife und Kochtyp | Beim Gießen beachten |
|---|---|---|
| Annabelle | sehr früh bis früh, festkochend | Gießfenster schließt sich früh in der Saison |
| Sieglinde | früh | braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung |
| Adretta | mittelfrüh, mehligkochend | wird als trockentolerant beschrieben |
| Agria | mittelfrüh | mittlere bis hohe Schorfanfälligkeit, in der Knollenbildung ausreichend wässern |
| Bellarosa | vorwiegend festkochend | wird als trockenheitstolerant beschrieben |
| Cara | spät, vorwiegend festkochend | Gießbeginn kann etwas später liegen |
Gleichmäßig versorgen oder trockentolerant
Sieglinde braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung, ihre Reihe lasse ich zwischen zwei Gießgängen nicht austrocknen. Adretta wird als trockentolerant beschrieben, Bellarosa als trockenheitstolerant. Trotzdem gieße ich auch diese Reihen, wenn sie zwischen Knollenansatz und Blüte trocken werden, denn diese Phase gilt für Kartoffeln als die wasserkritischste.
Agria und Schorf
Kartoffelschorf zeigt sich als braune Korkflecken auf der Schale. Agria hat dafür eine mittlere bis hohe Anfälligkeit, und ausreichende Wasserversorgung während der Knollenbildung gehört zur Vorbeugung; ihre Reihe prüfst du in dieser Phase also besonders genau. Leichte Standorte leiden ohnehin eher unter Schorf und unzureichender Wasserversorgung.
Mehligkochende Sorten
Afra und Freya sind zwei mittelfrühe, mehligkochende Sorten. Mehligkochende Kartoffeln haben den höchsten Stärkegehalt, und ausgeprägte Trockenschäden können Knollenertrag und Stärkegehalt verringern. Lässt du ihre Reihe austrocknen, riskierst du also genau das, wofür du sie gepflanzt hast. Die Koch- und Speiseeigenschaften jeder Sorte können außerdem von Jahr zu Jahr mit Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung schwanken.
Laub trocken halten
Für den Erreger der Kraut- und BraunfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. gelten im Haus- und Kleingarten anhaltende BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. und 13 bis 18 Grad als optimale Infektionsbedingungen. Gießt du morgens an den Boden statt über das Laub, schaffst du keine zusätzliche Blattnässe; so kann das Gießen das Risiko senken, statt es zu erhöhen. Einen Befall verhindert es nicht.
Luftige Kartoffelbestände trocknen schneller ab und unterstützen so die Vorbeugung. In einem Feldversuch mit unterschiedlich krautfäuleanfälligen Sorten senkte reihenweise abwechselnder Anbau den Befall stärker als eine vollständige Durchmischung. Auch deshalb bleibe ich bei Sortenreihen und pflanze nicht bunt durcheinander.
Ein Regner läuft über die ganze Mischung. Er benetzt das Laub aller Reihen, egal in welcher Phase sie stehen. Gieß stattdessen Reihe für Reihe an den Boden.
Boden und Mulch halten die Feuchte
Kompost kann die Wasserspeicherung sandiger Böden verbessern und schwere Böden so lockern, dass Wasser schneller einsickert. Auf schweren Böden lassen Kartoffeldämme den Boden schneller abtrocknen und verbessern den Wasserabfluss. Wie du den Boden für deine Mischung vorbereitest, erklärt ein eigener Beitrag.
Eine organische Mulchauflage hält die Feuchtigkeit länger im durchwurzelten Boden und vermindert die Konkurrenz durch Unkraut. Sie beschattet die Oberfläche und bremst so das Austrocknen.
Angetrockneten Rasenschnitt legst du nur bodendeckend auf und erneuerst ihn wiederholt. Eine zu dicke Schicht kann zu einer dichten Masse verkleben.
Wenn ein Teil der Mischung im Eimer wächst
Vitelotte und Highland Burgundy Red werden auch für den Kartoffeleimer genannt. Im Gefäß richtet sich der Gießbedarf nach Sorte, Witterung, SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. und Standort. Ein größeres Wasserspeichervolumen kann die Abstände zwischen den Gießgängen verlängern. Löcher im Boden sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Stell schwarze Pflanzeimer nicht in die pralle Sonne, weil sich die Pflanzen darin zu stark erhitzen können.



