Pflanzkartoffel-Mischungen: Sorten von früh bis spät für deinen Garten
- Eine Pflanzkartoffel-Mischung vereint mehrere Sorten, zum Beispiel Annabelle, Heiderot und Laura.
- Sehr frühe Sorten brauchen rund 100 bis 110 Tage bis zur Ernte und sind nicht lagerfähig.
- Mittelfrühe Sorten wie Adretta brauchen 130 bis 150 Tage und lassen sich bis ins Frühjahr lagern.
- Späte Sorten wie Cara brauchen 150 bis 170 Tage und werden im September oder Oktober geerntet.
- Leg jede Sorte in eine eigene Reihe, dann erntest du sie zu ihrer Zeit.

Eine Pflanzkartoffel-Mischung bringt mehrere Sorten in dein Beet, die unterschiedlich schnell reifen und in der Küche verschieden kochen. Legst du alle Knollen bunt durcheinander, gräbst du im Juli die ersten Kartoffeln zwischen Pflanzen aus, deren Kraut noch grün ist. Ich sortiere die Knollen deshalb schon beim Auspacken nach Sorte und beschrifte jede Gruppe. Dafür brauchst du zwei Angaben je Sorte: die Reifegruppe und den Kochtyp.
Was in einer Pflanzkartoffel-Mischung steckt
Eine Mischung vereint mehrere Kartoffelsorten in einem Paket, zum Beispiel die drei Sorten Annabelle, Heiderot und Laura. Annabelle ist festkochend und reift sehr früh bis früh, Laura ist vorwiegend festkochend und hat eine rote Schale mit tiefgelbem Fleisch. Was Mischungen grundsätzlich ausmacht und warum sich die Sortenvielfalt für Hobbygärtner lohnt, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.
- Anbauort
Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.
Pflege
- Pflege
In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.
- Düngung
Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.
Reifegruppen: wann welche Sorte erntereif ist
Die Reifegruppe zeigt dir, wie lange eine Sorte im Beet steht und wie lange sie sich danach lagern lässt.
| Reifegruppe | KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. bis zur Ernte | Ernte und Lager | Sorten |
|---|---|---|---|
| sehr früh | rund 100 bis 110 Tage | Ernte im Juli, nicht lagerfähig | Glorietta, Annabelle (sehr früh bis früh) |
| früh | 110 bis 130 Tage | lagerfähig bis in den Herbst | Sieglinde, Belana, Gunda |
| mittelfrüh | 130 bis 150 Tage | lagerfähig bis ins Frühjahr | Adretta, Agria, Afra, Freya, Bellinda, Concordia, Vitelotte, Blauer Schwede |
| spät | 150 bis 170 Tage | Ernte im September oder Oktober | Cara, Linda (je nach Quelle); mittelspät: Alanis, Highland Burgundy Red |
Die Tage sind Richtwerte. Je nach Quelle fallen die Spannen kürzer aus, etwa 90 bis 110 Tage für sehr frühe und 140 bis 160 Tage für mittelspäte bis späte Sorten. Witterung, Boden und Nährstoffversorgung verschieben die Ernte zusätzlich.
Sehr frühe Sorten sind nicht lagerfähig, mittelfrühe halten bis ins Frühjahr. Kombinierst du beide Gruppen, hast du im Juli die ersten Knollen im Topf und trotzdem einen Vorrat für den Winter. Die Tage zählen ab dem Legen, den Termin dafür behältst du mit dem Pflanzkalender für Kartoffeln im Blick.
Spätkartoffeln: diese Sorten passen in die Mischung
Späte Sorten brauchen 150 bis 170 Tage und werden im September oder Oktober geerntet. In einer Mischung ist ihre Reihe die letzte, die du räumst.
| Sorte | Reife | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Cara | spät | vorwiegend festkochend |
| Linda | mittelfrüh oder spät, je nach Quelle | festkochend, tiefgelbes Fleisch |
| Bamberger Hörnchen | mittelfrüh bis spät, je nach Quelle | längliche, festkochende Landsorte |
| Alanis | mittelspät | gering anfällig für KrautfäuleDie Kraut- und Braunfäule, kurz Braunfäule oder Krautfäule, ist eine Pilzkrankheit vor allem an Tomaten und Kartoffeln, ausgelöst durch Phytophthora infestans. Sie verursacht braune Flecken an Blättern, Stängeln und Früchten. |
| Highland Burgundy Red | mittelspät | mehligkochend, rotes Fleisch mit weißem Außenring |
Kiepenkerl führt Linda als Beispiel für die späte Gruppe, andere Sortenbeschreibungen ordnen sie als mittelfrüh ein. Richte den Erntetermin bei Linda und allen späten Sorten deshalb nach dem Kraut: Solange es grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. Hattest du schon Krautfäule im Beet, passt Alanis in die Mischung, denn sie gilt als gering anfällig.
Kochtypen: welche Sorte für welches Gericht
| Kochtyp | Beim Kochen | Passt zu | Sorten |
|---|---|---|---|
| festkochend | bleibt formstabil | Kartoffelsalat, Gratin, Bratkartoffeln | Annabelle, Belana, Linda, Bellinda, Bamberger Hörnchen |
| vorwiegend festkochend | mittlere Festigkeit | Eintöpfe, Aufläufe, Salz- und Pellkartoffeln | Laura, Cara, Concordia, Gala, Marabel, Bellarosa |
| mehligkochend | höchster Stärkegehalt, zerfällt leichter | Püree, Suppen, Klöße | Adretta, Afra, Freya, Gunda, Melody, Melina, Karlena, Likaria, Highland Burgundy Red |
Als grobe Orientierung haben vorwiegend festkochende Sorten etwa 13 bis 15 % Stärke. Mehligkochende liegen darüber, festkochende darunter, und als Naturprodukt schwankt der Wert. Vitelotte ist mehligkochend und bleibt trotzdem schnittfest.
Nicht jede Sorte lässt sich eindeutig einordnen. Für Agria reichen die Angaben von vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend, beim Blauen Schweden von festkochend bis mehligkochend. Dazu können Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung die Kocheigenschaften einer Sorte von Jahr zu Jahr verändern. Wenn schon die Angaben für Agria auseinandergehen und der Jahrgang mitspielt, zeigt dir erst die eigene Ernte, wie deine Agria kocht. Ich koche deshalb von jeder Sorte nach der Ernte zuerst eine Probe und notiere, ob sie zerfällt.
Mehr dazu, wie du die Sorten deiner Mischung in der Küche einsetzt, findest du im Beitrag zur Kartoffelvielfalt.
Farbe und Form: blaue, rote und längliche Sorten
Für Farbe auf dem Teller sorgen farbfleischige Sorten. Vitelotte ist eine alte, mittelfrühe Sorte mit blauviolettem Fleisch, bringt aber eher geringe Erträge. Der Blaue Schwede reift ebenfalls mittelfrüh und hat blaues bis violettes Fleisch. Highland Burgundy Red zeigt rotes Fleisch mit weißem Außenring, Laura eine rote Schale mit tiefgelbem Fleisch. Das Bamberger Hörnchen fällt durch seine längliche Form auf.
Vitelotte und Highland Burgundy Red werden auch für den Kartoffeleimer genannt. Welche Sorten sich für eine Mischung im Kübel eignen, liest du im Beitrag zum Kübelanbau.
Alte Sorten können gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein. Gerade bei ihnen zählt deshalb zertifiziertes, virusfreies Pflanzgut. Mehr dazu, wie du alte Kartoffelsorten im Beet nutzt und erhältst, steht in einem eigenen Beitrag.
So stellst du deine eigene Mischung zusammen
Kaufst du die Sorten einzeln, planst du die Mischung nach drei Fragen: Wann willst du ernten, wie lange willst du lagern, und was kochst du?
Diese Bausteine gehören in eine Mischung für Sommer und Winter.
- Eine frühe Sorte für die ersten Knollen im Sommer, etwa Annabelle.
- Eine mittelfrühe, lagerfähige Sorte für den Vorrat, etwa Adretta.
- Eine späte Sorte für die Ernte im Herbst, etwa Cara.
- Mindestens eine festkochende und eine mehligkochende Sorte.
- Für jede Sorte eine eigene Reihe und ein Schild.
Mit Annabelle, Adretta und Cara deckst du alle drei Kochtypen ab: festkochend, mehligkochend und vorwiegend festkochend. Achte bei der Auswahl auch auf Schwächen einzelner Sorten: Agria etwa gilt als mittel bis hoch anfällig für Kartoffelschorf.
Die Mischung im Beet: jede Sorte in ihre eigene Reihe
Im Beet bekommt bei mir jede Sorte ihre eigene Reihe. In einem Feldversuch mit Sorten unterschiedlicher Krautfäuleanfälligkeit verringerte ein reihenweiser Wechsel der Sorten den Befall stärker als ein vollständig durchmischter Bestand. Außerdem erntest du so jede Reihe dann, wenn ihre Sorte reif ist.
Schon vor dem Legen verhalten sich die Sorten unterschiedlich. Annabelle hat eine geringe Keimruhe und treibt früh aus, Adretta besitzt eine sehr lange Keimruhe. Melody braucht für einen zügigen Start mindestens eine Keimstimulierung. Leg die Sorten zum Vorkeimen deshalb getrennt aus, damit du jede im Blick hast.
Ich schreibe auf jedes Schild Sorte, Reifegruppe und Kochtyp. Das Schild liegt beim Vorkeimen in der Kiste, steckt danach am Reihenanfang und wandert bei der Ernte mit in die Lagerkiste.
Gepflanzt wird die Mischung wie jede Kartoffel, mit 30 bis 35 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 50 bis 70 cm, und später häufelst du die Reihen zu Dämmen an. Termin, Tiefe und Vorkeimen findest du ausführlich im Kartoffel-Ratgeber unter Pflanzgut und Pflanzen.
Wie viele Sortenreihen in dein Beet passen, rechnest du im Beetplaner für deine Beetaufteilung durch. Wie du den Boden für eine Kartoffelmischung vorbereitest und wie du eine Mischung Schritt für Schritt im Kartoffelbeet anbaust, beschreibe ich in zwei eigenen Beiträgen.
Eine Pflanzkartoffel-Mischung ist keine MischkulturMischkultur bedeutet, dass verschiedene Gemüsearten nebeneinander auf einem Beet wachsen. So nutzt du die Fläche besser aus, und der Boden bleibt während der Saison weitgehend bedeckt., denn dort wachsen verschiedene Gemüsearten nebeneinander. Welche Nachbarn zu deinen Kartoffelreihen passen, prüfst du im Mischkultur-Planer.
Gießen: Sorten mit unterschiedlichem Wasserbedarf
Die Sorten einer Mischung gehen verschieden mit Trockenheit um. Adretta und Bellarosa gelten als trockentolerant, Sieglinde braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung. Setz Sorten mit ähnlichem Wasserbedarf deshalb nebeneinander, dann gießt du Reihe für Reihe nach Bedarf. Wie du die Sorten einer Mischung passend wässerst, erkläre ich im Beitrag zum Bewässern.
Ernte und Lagerung: Reihe für Reihe
Frühe Sorten kannst du bei noch grünem Laub portionsweise für den sofortigen Verzehr ernten, sie halten dann höchstens eine Woche. Lagersorten gräbst du als Faustregel etwa zwei bis drei Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts aus, wenn die Schale fest ist. Gelagert wird dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht.
Annabelle hat eine geringe Keimruhe, Adretta eine sehr lange. Aus einer Mischung mit beiden verbrauchst du also die Annabelle zuerst und hältst die Adretta als Vorrat zurück. Reifezeichen, Ernte und Lagerraum beschreibe ich ausführlich im Kartoffel-Ratgeber.




